Zeitschrift

Der deutsche Wald

Längst ist Naturschutz mehr als Artenschutz

Waldbewusstsein und Waldnutzung: eine ökologische Wende 



 

Inhaltsverzeichnis

 

Die Nutzung des Waldes durch Forstwirtschaft, Jagd und Wanderer

Von Klaus Schriewer

Dr. Klaus Schriewer ist Habilitationsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft und arbeitet am Institut für Volkskunde der Universität Hamburg.

Konkurrierende Nutzungen kannte der Wald immer, mit entsprechenden Konflikten. So standen Jahrhunderte lang der materiellen Nutzung die Interessen der Jagd gegenüber. Freizeitinteressen eines breiteren Publikums kamen später hinzu. Für die letzten dreißig Jahre kennzeichnend ist ein Paradigmenwechsel, der alle Arten der Nutzung einschließt und der das Bild des Waldes einschneidend verändert: Der Naturschutz ist vom Artenschutz längst zum Systemschutz geworden, der die Natur als Ganzes und um ihrer selbst willen schützen will. Das hat Folgen für die Forstwirtschaft, aber auch für die Jagd und für die Freizeitnutzung des Waldes. Der "naturnahe" Wald als neues forstliches Leitbild verändert auch unsere Vorstellungen vom Wald als einer "geordneten" und "gepflegten" Natur.    Red.

 

Ursprüngliche Natur gibt es in Deutschland nicht

Gibt es eigentlich Urwälder in Deutschland? Der Volksmund kennt einige: die "Heiligen Hallen" bei Feldberg in Brandenburg, den "Urwald" bei der Sababurg im hessischen Reinhardswald oder den "Neuenburger Urwald" in Ostfriesland. Und auch die Forstverwaltungen bezeichnen die von ihnen ausgewiesenen Bannwälder und Nationalparke als "Urwälder", wenngleich als "Urwälder von morgen". Doch dem wissenschaftlichen Verständnis des Begriffs werden all diese Wälder nicht gerecht. Sie sind - wie alle anderen Wälder in Mitteleuropa - keine ursprüngliche Natur und von Menschenhand geschaffen oder geformt. Urwälder im eigentlichen Sinne des Wortes existieren in Deutschland nicht (Leibundgut 1993).
Wer sich mit dem deutschen Wald beschäftigt, kommt nicht umhin, ihn als Produkt kultureller Überformung zu begreifen. Untrügliche Spuren dokumentieren die Aneignung, und wer sich offenen Auges in die Wälder begibt, wird erkennen, dass sie auf vielfältige Weise genutzt werden: Hochsitze zeigen auf die Jagd, Wegweiser auf das Wandern, Bienenstände auf die Imkerei. Gerade angelegte Baumreihen, Wege und Wurzelstöcke sind Resultat der forstlichen Arbeit.
Es ist eine Binsenweisheit, dass Wald in all diesen Aneignungsformen eine unterschiedliche Rolle spielt. Doch nur selten wird das Augenmerk auf den Umstand gerichtet, dass Waldarbeiter, Wanderer, Jäger oder Naturschützer auch unterschiedliche Ideen von Wald haben, dass sie gegensätzliche Formen des Natur- und Waldbewusstseins vertreten. Es sind diese Kontraste, die Konkurrenzen mit sich bringen und zwangsläufig zu Konflikten führen. Das zeigt sich heute ebenso wie in der Kulturgeschichte des Waldes, die eine Abfolge von Auseinandersetzungen über die Rechte an der Waldnutzung ist (Mantel 1990).
Bis in das 19. Jahrhundert hinein standen sich vor allem materielle Interessen am Wald und die herrschaftliche Jagd gegenüber. Wald war auf vielfältige Weise in die Landwirtschaft integriert und Waldgewerbe wie Köhlerei, Teersiederei und Pottaschengewinnung waren weit verbreitet. Doch im Zuge technischer Neuerungen starben diese Gewerbe aus, und auch die Zeidlerei (Imkerei) - vormals wichtigste Quelle für Süßstoff - sank zur Liebhaberei ab, als sich das Verfahren der Zuckerraffinade durchsetzte. Die junge Forstwirtschaft vermochte die bäuerlichen Rechte auf Viehweide und Mast, auf Streu- und Plaggennutzung zu verdrängen. Als einziges nennenswertes Waldgewerbe blieb schließlich die Holzproduktion. Zeitgleich gewann der Zeitvertreib in der Natur, Erholung und Naturerleben, der bis dahin kaum thematisiert worden war, an Stellenwert. Als Vorläufer dieser neuen Dimension der Waldnutzung kann die Jagd des Adels betrachtet werden. Bürger und Arbeiter aber entdeckten, als die Idee der Freizeit mit der Industrialisierung aufkam, das Wandern und - zum Ende des Jahrhunderts - den Waldlauf. Im Zuge dieser Verlagerung änderten sich auch die Konflikte. Besonders trug dazu der Naturschutz bei, der ebenfalls ein Produkt des 19. Jahrhunderts ist. Er begreift sich selbst zwar nicht als Nutzung, hat das Waldbewusstsein und den praktischen Umgang mit Wald aber stark geprägt.


Abbildung 1: Jagd, Holznutzung und Viehweide in einer Darstellung aus dem 18. Jahrhundert.
Jodoko Beck: Von der forstlichen Obrigkeit 1737 

Ein tiefgreifender Wandel im Umgang mit dem Wald zeichnet sich heute ab

Aktuell zeichnet sich ein tiefgreifender Wandel im Umgang mit Wald ab, der all diese Aneignungsweisen erfasst. Unübersehbar ist, dass der Naturschutz großen Einfluss auf die Neuorientierung nimmt. Seine Forderung, "ökologische" Maßgaben stärker zu berücksichtigen, bildet für andere Waldnutzungen eine Herausforderung und wird auf je spezifische Weise gedeutet. In der Holzproduktion haben sich im letzten Jahrzehnt Verfahren durchgesetzt, die sich an natürlichen Prozessen orientieren. Das fordert auch von Forstleuten und Waldarbeitern, ihr utilitaristisches Naturbewusstsein zu überprüfen. Transformationen lassen sich auch in den erwerbsfreien Aneignungen beobachten. Besonders unter Jägern, die wie die Besitzer von Kleinprivatwald, Imker und Holzleser zu den materiellen Nutzern zählen, stehen bisherige Vorstellungen zur Disposition. Ähnlich verhält es sich mit den Wanderern, die wie Reiter, Jogger oder Mountainbikefahrer zum Bereich der klassischen Freizeit zählen, weil sie immaterielle Zwecke verfolgen. Und selbst die Naturschützer, die wesentlich zu diesen Veränderungen beigetragen haben, sehen sich gefordert, bisherige Vorstellungen zu überdenken.
Dieser Artikel zeigt am Beispiel von Naturschutz, Jagd, Wandern und Forstwirtschaft, wie sich das Waldbewusstsein seit dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hat und mit welchen Herausforderungen es gegenwärtig konfrontiert ist. Zunächst wird erläutert, wie der Naturschutz zum Wortführer werden konnte, um anschließend zu skizzieren, wie diese Inspiration in der Jägerschaft, unter Forstleuten und Waldarbeitern sowie unter Wanderern gewirkt hat.

Ein neues Verständnis von Naturschutz: statt Artenschutz Systemschutz

1962 publizierte die Biologin Rachel Carson in den USA das Buch Der stumme Frühling1, das den Einsatz von Pestiziden anprangert und Artensterben wie zunehmende Umweltverschmutzung beklagt. Es sorgte über die USA hinaus für große Aufregung und ist Vorbote eines Bewusstseinswandels, den Umwelthistoriker für Deutschland auf die 1970er-Jahre datieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Naturschutz einige Jahrzehnte ein Mauerblümchendasein gefristet, nun wurde er offensiv und vertrat seine Interessen mit Vehemenz.
Bis 1970 verfolgten Naturschützer moderate Ziele, suchten eine kooperativ-zurückhaltende Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und begnügten sich häufig mit der praktischen Arbeit vor Ort. So konzentrierten sich viele Aktivisten auf den Erhalt einzelner Tierarten, wie eine Gruppe von Ornithologen im Bund für Vogelschutz von Baden Württemberg, die in den 1960er-Jahren eine Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Wanderfalken gründeten und deren Horste bewachten. Andere Greifvögel, Storch, Uhu und Eule waren ebenso wie Frösche und Kröten bevorzugte Objekte dieses auf das Singuläre ausgerichteten Engagements. Vorsichtige Initiativen für größere Schutzgebiete führten zur Ausweisung der Naturparke, ohne dass damit einschneidende Forderungen verbunden worden wären. Sie argumentierten mit der Notwendigkeit, reizvolle Erholungsbereiche für die Menschen zu schaffen und verblieben somit in einer anthropozentrischen Sicht, also bei einem Aspekt, der die Sorge um die Natur allein aus deren Nutzen für den Menschen heraus erklärt (Heiland 1999). Um 1970 kam es dann zu einem tiefgreifenden Einschnitt. Neue Organisationen wie Robin Wood entstanden, die verlangten, den Naturschutz effizienter zu betreiben. Etablierte Verbände sahen sich gefordert, ihre bisherige Arbeit zu überdenken. Der Bund Naturschutz Bayern, in dem früh die Notwendigkeit einer Revision überkommener Standpunkte erkannt wurde, ergriff 1975 die Initiative, einen Dachverband für den Naturschutz zu gründen, den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Mit seinen etwa 200.000 Mitgliedern ist er heute neben dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) der größte Naturschutzverband in Deutschland. Der Nabu wiederum entstand aus dem Bund für Vogelschutz, der einen umfassenden Naturschutz als neues Ziel formulierte und in diesem Prozess auch seinen Namen änderte (Cornelsen 1991).
Der Wandel auf verbandlicher Ebene ist Ausdruck für eine Grundlagendiskussion über die bis dahin gültigen Zielvorgaben des Naturschutzes. Dem anthropozentrischen Weltbild wurde das physiozentrische gegenübergestellt. Letzteres fordert, die Natur um ihrer selbst willen zu bewahren.2 Besonders jüngere Naturschützer erachteten den bis dahin praktizierten Artenschutz als zu selektiv und formulierten ihr Konzept von Systemschutz, das Ökosysteme als Ganzes in den Blick nimmt. Rigorose Maßnahmen strebten Naturschützer nun im Gebietsschutz an, und sie stellten ihm zudem den Verbundschutz an die Seite, der die Vernetzung unterschiedlicher Lebensräume anstrebt. Insgesamt präsentierte sich der Naturschutz nun offensiver. Er suchte die Öffentlichkeit und mischte sich vermehrt in das politische Leben ein.


Abbildung 2: Bannwald - Urwald von morgen. 

Nationalparks als Ausdruck des neuen Verständnisses von Naturschutz

Erste politische Erfolge ließen nicht auf sich warten. Im Bayerischen Wald wurde 1972 ein erster deutscher Nationalpark eingerichtet, in dem strikte Vorstellungen von Naturschutz umgesetzt werden. In diesem großen Schutzgebiet, dem besonders nach der deutschen Vereinigung weitere folgten, bleibt die Natur sich weitgehend selbst überlassen, d.h. der Mensch greift nicht mehr regulierend ins Ökosystem ein. Das Konzept des Nationalparks im Bayerischen Wald ist ein Beispiel dafür, dass die Anthropozentrik durch ein physiozentrisches Konzept abgelöst wird. Die Zurückhaltung ist nicht nur auf Gegenliebe gestoßen, sondern hat gerade im Bayrischen Wald heftigen Widerstand hervorgerufen, als große Baumbestände von Borkenkäfern angegriffen wurden und die Verwaltung des Nationalparkes beschloss, nicht einzuschreiten. Es sind nicht zuletzt solche Entscheidungen, die den Nationalpark zum Symbol des offensiven Naturschutzes machten.

Doch welche Form kultivierter Natur soll geschützt werden?

In den Nationalparken ist es ein Leichtes, das Schutzobjekt zu beschreiben, doch außerhalb der Nationalparke stellt sich den Naturschützern eine ungleich größere Aufgabe. Hier müssen sie der Öffentlichkeit eine Antwort auf die heikle Frage geben, welche Form kultivierter Natur erhaltenswert ist. In der Literatur wird festgestellt, dass der Naturschutz dem Leitbild einer Kulturlandschaft folgt, die der agrarischen Nutzung im 19. Jahrhundert entspricht.3 Im Alltagsbewusstsein von Naturschützern aber sind es heute Kindheitserinnerungen, in den älteren Generationen also Landschaftsbilder mit Bezug auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, die das Bild einer intakten Natur mit Sinn erfüllen.
In der Kulturlandschaft sehen sich Naturschützer mit den Ansprüchen anderer Naturnutzer konfrontiert. Im Wald stehen ihnen forstliche, jagdliche und viele weitere Interessen gegenüber. Seit den 1970er-Jahren hat der Naturschutz seine Position deutlich gefestigt und Stellung zu anderen Umgangsweisen mit Natur bezogen. Vor allem am Beispiel der materiellen Nutzungsformen, an Jagd und Waldbau, hat er den unsensiblen Umgang mit der Natur kritisiert und damit heftige Diskussionen ausgelöst. In Reaktion darauf ist der Naturschutz nun mehr denn je gefordert, gangbare Wege zu suchen und Kompromisse zu schließen. Die aktuelle naturschützerische Debatte behandelt deshalb in besonderem Maße die Möglichkeiten einer Kooperation (Evangelische Akademie 1995).

Der Streit um die Jagd

Es war Horst Stern, der 1971 mit seinem Fernsehfilm Bemerkungen über den Rothirsch die Bedenken eins neuen Naturschutzes gegenüber der herkömmlichen Jagd in das öffentliche Bewusstsein hob. Er bemängelte, dass der extrem hohe Wildbestand in vielen deutschen Wäldern eine Forstwirtschaft unmöglich mache. Den Grund dafür sah er in der gängigen Jagdpraxis, die der Devise "Wild vor Wald" folge. Die Kritik richtete sich auf die zwei Grundpfeiler der Jagd: Hege und Weidgerechtigkeit, den Verhaltenskodex der Jägerschaft.
Die Jägerschaft sah sich fortan in die Defensive gedrängt und verteidigte ihr besonderes Verständnis von Wildhege und weidgerechter Jagd. Das kommt bis heute in Gesprächen mit Jägern ebenso zum Ausdruck wie in der breiten Palette rechtfertigender Literatur oder in Broschüren, die der Deutsche Jagdschutz-Verband herausgebracht hat.4 Diese Schriften zielen darauf ab, die bisherigen Grundlagen der Jagd zu erklären und Jagd als Naturschutz zu deklarieren.5
Der Hegegedanke ist eine Reaktion auf das jagdliche Intermezzo von 1848, als nach Aufhebung der herrschaftlichen Jagdregale kurzzeitig alle Grundbesitzer das Recht hatten, ohne Reglementierung alles Wild auf ihrem Gelände zu schießen. Diese freie Jagd führte zu einer Ausdünnung des Wildbestandes und wurde auf Betreiben ihrer Gegner, adligen Jagdfreunden und Forstleuten, schon nach kurzer Zeit wieder aufgehoben. Ziel dieser Reaktion war es, einen hohen Wildbestand zu sichern, und sie setzte dabei auf einen Hegegedanken, wie er einige Jahrzehnte später im Reichsjagdgesetz von 1934 festgeschrieben wurde. Dieses Gesetz, das bis heute fortwirkt, legte fest, dass die Jäger einen artenreichen und der Landschaft angemessenen Wildbestand sichern müssen. Dazu sollen sie zum einen die Hege mit der Büchse betreiben und den Wildbestand durch Jagd auf einem bestimmten Niveau halten. Für Hirsch und Rehwild sind genaue Abschusspläne aufzustellen, die einen Überblick über die Regulierungsbemühungen geben sollen. Trotz aller Unsicherheiten, die mit dieser Kontrolle einhergehen, belegen die Abschussstatistiken seit den 1930er-Jahren, dass der Wildbestand beständig gestiegen ist. Das zeigen auch die so genannten Verbissgutachten, in denen die Schädigung des Waldes als Gradmesser für die Wilddichte ermittelt wird. Die gängigen Jagdmethoden haben einen Wildbestand bewirkt, wie er zuvor nicht möglich war. Dazu beigetragen hat auch die unterstützende Hege, etwa die Fütterungen in "Notzeiten".
Zudem ist die Hege mit der Büchse eine Auslese. Bei den Hirschen dienen Geweih und Gewicht des Tieres als Maßstab. Die Freude an Trophäen hat sich erst in den letzten etwa 100 Jahren entwickelt, und heute dürfte es kaum ein Jägerheim geben, in dem die Stirnwaffen erlegter Hirsche als Wandschmuck fehlen.

Abbildung 3: Trophäen dienen konventionellen Jägern als wichtiges Kriterium der Auslese, "ökologische" Jäger kritisieren diese Praxis als Kult.
Foto: Reutlinger Generalanzeiger

"Öko-Jäger" sind inzwischen zu den traditionellen Jägern in Konkurrenz getreten

Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) verteidigt diese Jagdpraktiken. In ihm sind heute etwa 85% aller 339.160 Jäger in Deutschland organisiert, der Landesverband Baden-Württemberg zählt 28.706 Mitglieder.6 Diese Zahlen lassen erkennen, dass der DJV bislang eine klare Hegemonie in der Jagd ausübt, die übrigens von der Gesetzgebung befördert wird. So werden unter seiner Regie in allen Bundesländern die Ausbildungskurse für Jäger abgehalten. Die kritischen Stimmen von Naturschützern haben dazu beigetragen, die Jägerschaft aufzuschrecken. Es hat sich in ihr eine Fraktion gebildet, die die gängigen Jagdmethoden in Frage stellt und Alternativen propagiert. 1988 wurde unter großer Beteiligung von Forstleuten der Ökologische Jagdverein gegründet, 1995 ein Landesverband in Baden-Württemberg. Naturschützer und "Öko-Jäger" kritisieren die unzureichende Bejagung, die winterliche Fütterung, die gezielte Auslese der Tiere und andere überkommene Praktiken der Jagd.
So stehen sich innerhalb der Jägerschaft nunmehr zwei Fraktionen mit unterschiedlichem Verständnis von Jagd gegenüber. Die traditionellen Jäger verteidigen die bisherige Form der Jagd, halten an Hege und Weidgerechtigkeit fest und nehmen einen hohen Wildbestand in Kauf. Die "Öko-Jäger" wollen den Wildbestand so reduzieren, dass Bäume ohne speziellen Schutz wachsen können, ohne verbissen zu werden. Deshalb fordern sie konsequente Abschüsse, andere Jagdmethoden und das Verbot der Winterfütterung. Außerdem soll keine einseitige Auslese nach Gewicht und Geweih vorgenommen werden. Vermutlich bekommt die Jagd in einiger Zeit ein neues Gesicht.

Der gleichförmige Fichtenforst - Symbol des Utilitarismus

Ein solch radikaler Einschnitt, zu dem ebenfalls die vehementen Forderungen von Naturschützern beitrugen, hat Waldbau und Waldarbeit schon vor einigen Jahren erfasst. 200 Jahre lang waren die Wälder nach dem Prinzip des Altersklassenwaldes bewirtschaftet worden, ehe es Ende der 1980er-Jahre zu einem Paradigmenwechsel im Waldbau kam, bei dem alle Bundesländer ihre Forstverwaltungen verpflichteten, "naturnahe" Verfahren anzuwenden.
Die waldbauliche Methode des Altersklassenwaldes erinnert in vielerlei Hinsicht an landwirtschaftliche Arbeitsweisen. Mit dem Zyklus von Pflanzung, Pflege, Ernte und erneutem Pflanzen folgt sie den Zyklen der Feldbewirtschaftung. Eine freie Fläche bepflanzen die Waldarbeiter zunächst in gleichmäßigen Abständen mit jungen Bäumen. Gelegentlich lichten sie die heranwachsenden Forste, gewinnen zunächst Weihnachtsbäume und später Papier- und Stangenholz. Wenn die Wälder schließlich nach vielen Jahrzehnten erntereif sind, fällen die Waldarbeiter die Bäume auf ganzer Fläche. Dem so genannten Kahlschlag folgt eine neue Anpflanzung.
Dieses Verfahren findet heute nur noch in wenigen Wäldern Anwendung und das Bewusstsein, das eng mit ihm verbunden ist und die Natur - getreu dem biblischen Motto - untertan macht, verliert seinen Bezug. Bislang erachteten Forstleute und Waldarbeiter es als Recht und Aufgabe, Natur in ihrem Sinne herzurichten und zu formen. Sie bauten den Wald so auf, wie es ihnen wirtschaftlich am effektivsten erschien. Aus diesem Kalkül heraus entstanden die vielen Fichtenforste mit ihrer geradlinigen Fasson. Die Fichte wurde deshalb favorisiert, weil sie gute Anbauerfolge auch auf schlechten Böden garantierte und den Waldbesitzern einen beträchtlichen Gewinn in relativ kurzen Zeiträumen versprach. Die Ästhetik, die hinter diesem Bewusstsein erkennbar wird, fordert, dass der Eingriff des Menschen deutlich zu erkennen ist. Sie folgt dem Ideal der gestalteten Natur. Im mechanistischen, geradlinigen und ordentlichen Altersklassenwald ist es konsequent umgesetzt. Die Waldareale sind strikt vom Feld getrennt und folgen dem rechten Winkel. Geradlinige und parallel zueinander angeordnete Baumreihen strukturieren das Waldesinnere. Es ist dieses ästhetische Prinzip, das Elias Canetti zufolge den "deutschen Wald" zum Symbol für das Militär werden ließ.7
Die ökonomische Entwicklung der Forstwirtschaft gab den Vertretern der Altersklassenwirtschaft in den ersten Nachkriegsjahrzehnten zunächst Recht. Die Fichtenwirtschaft galt als probates Mittel, um die Wälder nach der übermäßigen Nutzung durch die Forstbehörden in der Zeit des nationalsozialistischen Regimes und später durch die Besatzungsmächte wieder aufzubauen. Holz erzielte gute Preise, und ein zügiger Absatz war gewährleistet. In den Sechzigerjahren zeichnete sich allerdings ein Umschwung ab. Die Holzpreise stagnierten, doch konnten die Einbußen zunächst durch eine enorme Produktivitätssteigerung in der Waldarbeit aufgefangen werden.

Die Motorsäge oder als die Technik in den Wald einzog

Bis in die 1950er-Jahre hinein waren die Waldarbeiter - wie seit Jahrhunderten - beim Fällen und Entasten der Bäume mit Axt und Handsäge zu Werke gegangen. Zwar kamen schon in den 1920er-Jahren erste Motorsägen auf den Markt, doch die schweren und ungelenken Geräte mussten von zwei Männern bedient werden und brachten deshalb nur geringfügige Erleichterungen mit sich. Das änderte sich grundlegend, als das Gewicht nach und nach vermindert werden konnte und um 1960 für Ketten, Getriebe und vor allem für die Vergaser gangbare Techniken gefunden wurden. Auf dem Motorsägenmarkt begann ein regelrechter Goldgräberrausch. So brachte der schwäbische Motorsägenhersteller Stihl, der die Entwicklung zunächst verschlafen hatte, 1961 die Einmann-Motorsäge Contra heraus - eine Säge, die zum Inbegriff der Mechanisierung wurde und von der Waldarbeiter noch heute mit Bewunderung sprechen. Innerhalb kürzester Zeit rüstete sich die Waldarbeiterschaft, die traditionell ihr Arbeitsgerät selbst stellen muss, mit Motorsägen aus. Die Bezahlung richtete sich noch nach den Möglichkeiten der Handarbeit, und bis der Produktivitätsschub in die Tarife eingearbeitet war, verdienten die Waldarbeiter "ganz ordentlich". Eine der Konsequenzen dieser Technisierung war der stetige Stellenabbau. Die Gefahren der Arbeit hingegen konnten durch die Motorsäge nicht gemindert werden; jeder dritte Waldarbeiter erleidet jährlich einen schwerwiegenden Arbeitsunfall (Schriewer 1995).


Abbildung 4: Trotz aller Anmut lässt der lichtdurchströmte Fichtenwald das strenge geometrische Muster der Pflanzreihen erkennen.
Foto: Keller - Archiv Landesforstverwaltung Baden-Württemberg 

Der geradlinige und ordentliche Wald verwildert: der "naturnahe" Waldbau

Obwohl besonders die künstlich angelegten Fichtenwälder schon in den 1970er- Jahren von Stürmen betroffen waren und sich bereits zeigte, dass diese Wälder vergleichsweise labil sind, hielt der Großteil der Forstleute an dem überkommenen Waldbauverfahren fest. Auch wirtschaftliche Einbußen, die die staatlichen Forsten tief in die Verluste trieben, änderten diese Einstellung nicht. Die Wende kam um 1990 und hatte mehrere Ursachen. Das Gespenst des so genannten Waldsterbens hatte die Bevölkerung aufgerüttelt und das ökologische Bewusstsein sensibilisiert. Die Preise für Fichtenholz auf dem internationalen Markt ließen deutlich nach, als infolge der Entwicklungen in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion Holz aus Osteuropa in großen Mengen verfügbar wurde. Zudem brachte die Technik der Vollernter in Skandinavien einen erneuten Rationalisierungsschub, der sich nachteilig auf die deutsche Forstwirtschaft auswirkte. Die Stürme von 1990 schließlich verursachten große Waldschäden. Danach war das Modell des Altersklassenwaldes nicht mehr zu halten. Ein "naturnaher" Waldbau ersetzte die monokulturelle Bewirtschaftung. Hessen und das Saarland erklärten diese Form des Waldbaus zuerst zum neuen Leitbild, andere Bundesländer folgten. Die Wälder werden heute in Deutschland fast überall nach diesen Gesichtspunkten bewirtschaftet.
Der "naturnahe" Waldbau bringt gegenüber dem Altersklassenwald grundlegende Veränderungen: Der Dauerwald löst die Kahlschlagswirtschaft ab. Dem Wald werden nur noch einzelne Bäume entnommen und neue Bäume wachsen hier unter dem Dach der alten Bäume durch natürliche Aussaat nach. Die gleichaltrigen Bäume identischer Höhe weichen einem Nebeneinander verschieden großer Bäume, bei dem junge Pflanzen neben ausgewachsenen Baumriesen stehen. Monokulturen werden zu artenreichen Wäldern umgestaltet. Gemäß den örtlichen Bedingungen sollen die Pflanzen und Tiere vertreten sein, die eine größtmögliche Vielfalt bilden und biologische Stabilität garantieren. Eine besondere Bedeutung kommt dem so genannten Totholz zu. Ein Teil der abgestorbenen oder umgestürzten Bäume soll im Wald verbleiben, da sie als unentbehrliche Bestandteile des ökologischen Systems Wald verstanden werden (Bode 1994).
Das Konzept vom "naturnahen" Wald relativiert den bisherigen Utilitarismus im Waldbau und fordert von Forstleuten und Waldarbeitern einen Wandel des Waldbewusstseins. Sie sollen sich nicht mehr als Produzenten verstehen, sondern als Beschützer des Ökosystems. Die natürlichen Prozesse sollen sie sich zunutze machen und möglichst selten eingreifen und dann schonende Techniken anwenden.8 Auch die Ästhetik des "naturnahen Waldbaus" steht im Gegensatz zum Altersklassenwald. Der geradlinige und ordentliche Wald verwildert. Totholz und Naturverjüngung bestimmen das Bild des "natürlichen" Waldes. Unübersehbar, dass sich die Forstwirtschaft mit ihrem neuen Waldbaukonzept den Forderungen des Naturschutzes nähert.

Bislang bevorzugten die Wanderer den "gepflegten Wald"

Der forstliche Paradigmenwechsel wirkt sich auch auf freizeitliche Aktivitäten wie das Wandern aus. Der "naturnahe" Waldbau lässt einen Wald mit dichtem Bodenbewuchs und einem hohen Anteil an Totholz entstehen, der neue Voraussetzungen für Erholung und Naturgenuss schafft. Unter Spaziergängern und Wanderern hat diese Veränderung zunächst für Irritationen gesorgt, weil sie einen "gepflegten" Wald bevorzugten, doch allmählich zeichnet sich ein Akzeptanzwandel ab.
Es sind vor allem die älteren Wanderer und Spaziergänger, die die Vorstellung vom gepflegten Wald verinnerlicht haben. Sie stellen das Gros der 600.000 organisierten Wanderer in Deutschland, allein der Schwarzwald-Verein zählt 90.000 und der Schwäbische Albverein 120.000 Mitglieder. Ihr Bewusstsein speist sich aus den Erfahrungen der Notzeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Wald einen hohen Stellenwert für die Versorgung der Bevölkerung besass und sie - noch Kinder - Brennholz und Waldfrüchte sammelten. Sie kennen den Wald als Ort der Arbeit, und meinen, dass er effektiv genutzt werden sollte. Nur einen ordentlichen und aufgeräumten Wald erachten sie als schön. Nicht genutzte Baumstämme und umherliegendes Astwerk müssen dieses Empfinden zwangsläufig stören.
Dieses Ordnungsdenken zeigt sich auch in der Erschließung der Wälder mit Wanderwegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten die Wandervereine sich mit großem Engagement für die Ausweitung des Wegenetzes ein, brachten Wegeschilder an, stellten Erholungseinrichtungen auf und bauten, als das Auto weite Verbreitung fand, Wanderparkplätze. Die "Wildnis" wurde erobert.
Neben dieser Idee, die Natur zu erschließen, hat sich in der Wanderbewegung aber immer auch die romantische Idee des Naturschönen erhalten. Sie bildet heute einen Anknüpfungspunkt für den Naturschutz. Dass das Schöne selbst im perfekten Altersklassenwald gefunden wurde, zeigt ein Wanderbuch aus den 1950er-Jahren. Es betitelt einen Kahlschlag optimistisch mit "knorriges Holz - wuchtiger Stein" und eine andere Kahlfläche mit benachbarten Fichtenmonokulturen mit "König des verschwiegenen Waldes - der Fingerhut"9. Solche Beispiele lassen erahnen, dass Kritik am Waldbau von Seiten der Wanderer nur sporadisch geäußert wurde.

Doch die Wanderer beginnen, sich mit dem "urwüchsigen" Wald anzufreunden

Das bedeutet keineswegs, dass Wanderer im Naturschutz untätig gewesen wären, im Gegenteil. Die Bestrebungen setzten schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg ein, doch blieben sie - wie die Aktivitäten der Umweltschutzverbände - auf lokale Prozesse beschränkt und zudem der Idee des Heimatschutzes verhaftet. Als sich um 1970 der große Wandel ankündigte, hielten sich die Wandervereine in skeptischer Distanz zurück - Wortführer des offensiven Naturschutzes wurden sie jedenfalls nicht. Ihr Beitrag bestand vor allem darin, das Wandern als "sanften Tourismus" zu verteidigen, als einen Umgang mit Natur also, der unbedenklich ist (Kramer 1983).
Heute beginnen Wanderer das Totholz positiv zu bewerten, als Ausdruck von Natürlichkeit und Ursprünglichkeit. Praktisch veranlagte Wanderer, die den Nutzungsaspekt nicht außer Acht lassen möchten, erkennen im Totholz zudem die Quelle der Humusbildung. Die Wanderbewegung arrangiert sich mit dem naturnahen Waldbau. Das ästhetische Leitbild des gepflegten Waldes verliert an Bedeutung und wird durch ein an der Urwüchsigkeit orientiertes ersetzt (Schriewer 1998b).


Wandern
stellt eine beliebte Waldnutzung dar. In den Wandervereinen sind rund 600.000 Menschen in Deutschland organisiert, davon allein 120.000 im Schwäbischen Albverein und 90.000 im Schwarzwaldverein. Somit scheint - daran gemessen - Baden-Württemberg auch das Wanderland Nr. 1 in Deutschland zu sein. Ältere Wanderer bevorzugen immer noch den "geordneten" Wald, in dem es nicht aussehen darf wie bei "Hempels unterm Sofa". Ökologisch wertvoller ist demgegenüber der "naturbelassene" Wald, wo auch Totholz nicht weggeräumt ist. Jüngere Wanderer haben sich mit dem naturnäheren Wald längst angefreundet.
Foto: Kurverwaltung Bad Urach 

Auf der Suche nach einer "Kultur der Natur"

Es ist kaum zu übersehen, dass die Ideen und Forderungen des Naturschutzes in den letzten dreißig Jahren in Jagd, Waldbau und Wandern hineingewirkt haben. Sie haben dazu beigetragen, bisherige Praktiken zu überdenken und zu ersetzen. Das Waldbewusstsein, das in jeder Aneignung eine spezifische Form entfaltet, steht gegenwärtig vor einer großen Herausforderung. Forstleute, Waldarbeiter, Jäger und Wanderer müssen ihre im Alltag gültigen Vorstellungswelten überdenken.
Diese Veränderungen wiederum stellen den Naturschutz vor eine neue Aufgabe. Nach einer moderaten Phase bis 1970 formulierte er radikalere Forderungen. Nun muss er Kompromisse mit anderen Nutzern suchen, die darauf abzielen, eine kulturgeprägte Natur auf der Grundlage schonender Umgangsweisen zu erhalten. Dazu ist es notwendig, nicht nur das Ideal der unberührten Natur zu verteidigen, sondern den Menschen als Nutzer einzubeziehen und gangbare Wege für eine "Kultur der Natur" (Elias 1986) zu finden.

 

Anmerkungen

1 Rachel Carson: Der stumme Frühling. München 1963 (Original: Silent Spring, Boston 1962).

2 Diese Forderung tritt in verschiedenen Varianten auf, die den Schutz höherer Lebewesen (Pathozentrik), allen Lebens (Biozentrik), oder der gesamten Natur (Holismus) fordern.

3 Uta Eser: Der Naturschutz und das Fremde. Ökologische und normative Grundlagen der Umweltethik. Frankfurt/M., New York 1998.

4 Adolf Adam: Ethik der Jagd. Paderborn 1996. Wilfried Helfenbein: Die Jagd heute. Jäger nötiger denn je. Friedberg o. J. Deutscher Jagdschutz-Verband (Hg.): Jagd heute. Behauptungen und Tatsachen. (Broschüre) Bonn 1995.

5 Deutscher Jagdschutz-Verband (Hg.). Von der Natur der Jagd. Die Bedeutung der Jagd heute. Bonn 1994.

6 Deutscher Jagdschutz-Verband (Hg.): DJV-Handbuch. Jagd 2000. Mainz 2000, S. 92.

7 Elias Canetti: Masse und Macht. Hamburg 1960. Simon Schama: Der Traum von der Wildnis. Natur als Imagination. München 1996. Albrecht Lehmann: Von Menschen und Bäumen. Die Deutschen und ihr Wald. Reinbek bei Hamburg 1999.

8 Wilhelm Bode, Martin von Hohnhorst: Waldwende. Vom Försterwald zum Naturwald. München 1994, S. 135.

9 Hans-Jürgen Geerdts: Wandern im Harz. Dresden 1958, Abb. 48 und 105.

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Rolf Peter Sieferle: Rückblick auf die Natur. Eine Geschichte des Menschen und seiner Umwelt. München 1997.

 

 


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