Zeitschrift

Der deutsche Wald

Mehr als ein Rohstofflager 

Der Wald weltweit – ein Zustandsbericht 



 

Inhaltsverzeichnis

 

Eine wichtige Säule nationaler wie globaler nachhaltiger Entwicklung

Von Dietrich Burger und Barbara von Kruedener

Dr. Dr. h.c. Dietrich Burger und Barbara von Kruedener sind Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn, Abteilung Ländliche Entwicklung, Arbeitsfeld Nutzung und Sicherung natürlicher Ressourcen.

Eine drohende Klima-Katastrophe kann nur abgewendet werden, wenn weltweit die Wälder besser geschützt werden. Doch immer noch müssen bis zu zwei Drittel des Holzes für die Gewinnung von Energie, für Heizzwecke verwendet werden. Raubbau kommt hinzu, der sich letztlich volkswirtschaftlich nicht einmal rechnet. Dass Nachhaltigkeit Vorteile bringt, muss vielfach erst noch gelernt werden. Internationale Vereinbarungen sollen den Wald schützen – und damit das Klima, aber auch die Artenvielfalt und damit ein ungeheures genetisches, bislang kaum genutztes Potenzial, nicht zuletzt für die Arzneimittel-Herstellung. Red.

Trotz der Vielgestaltigkeit ist eine globale Betrachtung sinnvoll

Trotz der Vielgestaltigkeit der Wälder weltweit und ihrer unterschiedlichen lokalen Bedeutung ist eine globale Betrachtung des Waldes und seiner Entwicklung sinnvoll. In dieser globalen Betrachtung werden besonders die Wechselwirkungen des Waldes mit weltweiten Entwicklungen in Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft beleuchtet. Die derzeitige Diskussion um die klimaregulierende Wirkung von Wäldern wird wegen ihrer Aktualität besonders eingehend behandelt. Wichtige Themen sind die wirtschaftlichen – illustriert am Beispiel der Boom-Kollaps-Dynamik im Amazonaswald – und sich zunehmend zu einer stärkeren Einbeziehung der Zivilgesellschaft ändernden sozio-politischen Rahmenbedingungen für Waldwirtschaft. Derzeitige Entwicklungen in der internationalen Waldpolitik, einschließlich nicht-staatlicher Initiativen wie der forstlichen Zertifizierung, runden den Sachstandsbericht ab, um die Bedeutung des Waldes für nachhaltige Entwicklung verständlich zu machen.

Wechselwirkung zwischen Wald und Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft

Wald tritt weltweit außerordentlich vielgestaltig auf. Je nach Klima, Boden und Höhenlage entwickeln sich unterschiedlichste Waldformationen, von den borealen Nadelwäldern im Norden mit Extremtemperaturen bis –78 °C und nur 3–5-monatiger Vegetationszeit bis zu den tropischen Regenwäldern am Äquator mit 12-monatiger Vegetationsperiode, von den Mangrovenwäldern, die bei Flut bis zu den Kronen unter Wasser stehen, bis zum Dornwald, in dem bis zu 10 Monate lang mehr Wasser verdunstet, als Regen fällt. Auch die wirtschaftliche Bedeutung der Wälder ist außerordentlich unterschiedlich und ebenso die Wechselbeziehungen zwischen Gesellschaft und Wald.


Wälder kommen weltweit äußerst vielgestaltig vor: dichte tropische Regenwälder …    
Foto: gtz 

Trotz dieser Vielgestaltigkeit ist eine globale Betrachtung des Waldes und seiner Entwicklung angebracht. Auch Wälder sind nämlich von weltweiten Entwicklungen in Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft betroffen und sie beeinflussen ihrerseits Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Wälder können ein sehr wesentliches Element für nachhaltige Entwicklung darstellen, sowohl lokal wie global. Um die Rolle von Wäldern für nachhaltige Entwicklung zu verstehen und beeinflussen zu können, müssen neben der Entwicklung der Waldflächen auch die Wechselbeziehungen zwischen Wald und Umwelt, Wald und Wirtschaft sowie Wald und Gesellschaft berücksichtigt werden, ebenso derzeitige Initiativen internationaler Waldpolitik.

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… ebenso wie Trockenwälder …
Foto: Martin Tampe 

Auf den folgenden Seiten sollen diese Aspekte beleuchtet, aber keinesfalls ausgeleuchtet werden; keiner kann hier auch nur annähernd umfassend behandelt werden. Ziel ist lediglich, beispielhaft die vielfältige Vernetzung von Wald mit unterschiedlichen Dimensionen global nachhaltiger Entwicklung zu illustrieren und Verständnis zu wecken für Sachstand und Bedeutung internationaler Waldpolitik. Nachdem die Verhandlungen zur Umsetzung des Kioto-Protokolls1 im November 2000 in Den Haag, an denen mehrere tausend Vertreter der Vertragsstaaten teilgenommen haben und die von der gesamten Weltöffentlichkeit mit Interesse verfolgt worden sind, gerade an der Frage forstlicher Kohlenstoffsenken gescheitert sind, soll der Aspekt Wald und Umwelt, insbesondere die klimabeeinflussende Wirkung von Wald eingehender behandelt werden als die anderen Wechselbeziehungen.


… Nebelwälder … Foto: gtz 

Entwicklung und Verteilung der Waldflächen

25% der Erdoberfläche sind Land, insgesamt 13.048 Mio. Hektare (ha). Davon waren nach der letzten Eiszeit, vor ca. 18.000 Jahren, 50% bewaldet. 1995 nahm der Wald mit 3.454 Mio. ha nur noch 26,6 % der Landfläche ein (FAO,1999).
Fläche und Zusammensetzung der Wälder der Erde waren nie konstant. Klimatische Veränderungen haben immer zu einem Wachsen oder Schrumpfen der Waldflächen geführt. Nicht nur die langen Zyklen von Eis- und Wärmezeiten haben zu solchen Veränderungen geführt, sondern auch klimatische Veränderungen in kürzeren Intervallen. Wie Servant (1997) und Koautoren zeigen, war im Amazonasgebiet vor 10.000 Jahren der Regenwald weitgehend ersetzt durch offene Savannen. Am Süd-Westrand des Amazonasgebietes hat der Wind in Bolivien vor weniger als 3.500 Jahren Sanddünen gebildet, die erst seit 1.500 Jahren wieder von Wald besiedelt wurden. Im brasilianischen Amazonasgebiet zieht sich heute ein Trockenkorridor von Boa Vista im Nordwesten bis nach Carajas im Südosten mit Jahresniederschlägen von nur 1.500 mm und einer Trockenzeit von mehr als drei Monaten. Hier hat vor 7.500 Jahren bis vor 4.000 Jahren eine ausgeprägte Trockenheit geherrscht, die bewirkt hat, dass der Wald von einer Grasvegetation zurückgedrängt wurde.


… und auch Überschwemmungswälder. Foto: gtz 

Die verschiedenen Pflanzenarten wandern beim klimabedingten Zurückweichen und Wiedervordringen des Waldes unterschiedlich schnell. Alle ehemaligen Arten sind deshalb nur in den unberührten Refugien erhalten; in den vom Wald wieder eroberten Gebieten tauchen sie zunächst nicht vollzählig wieder auf, dafür aber auch neue Arten. Die hohe Artenvielfalt und der mosaikartige Aufbau des Amazonaswaldes gehen möglicherweise stark auf die klimatisch bedingten Vorwärts- und Rückzugsbewegungen des Waldes zurück.
Die Menschen begannen erst mit der Entwicklung des Ackerbaus stärkeren Einfluss auf die Waldgrenzen zu nehmen. Die ersten Ackerbaugemeinschaften bildeten sich vor 12.000 Jahren in den waldlosen Überschwemmungsgebieten von Euphrat, Tigris, Nil, Indus und Gelbem Fluss. In den Waldgebieten lebten kleine Sammler- und Jägergemeinschaften, die die Wälder nicht wesentlich veränderten. Seit der Jungsteinzeit, also seit etwa 10.000 Jahren, drang der Ackerbau immer mehr in die Waldgebiete vor. Seit etwa 4000 Jahren hat sich mit der Bronzezeit und dann der Eisenzeit, also mit zunehmend effizienteren Rodungsgeräten, die Zurückdrängung des Waldes durch den Menschen immer mehr beschleunigt.
In den vergangenen Jahrzehnten hat die Geschwindigkeit der Waldzerstörung immer dramatischer zugenommen: von 1980 bis 1995 hat die Waldfläche der Erde um 180 Millionen Hektar abgenommen; in Entwicklungsländern sind sogar 200 Mio. ha verschwunden, dafür hat aber die Waldfläche der entwickelten Länder um 20 Millionen zugenommen. Die neuesten Erhebungen lassen hoffen, dass sich der Prozess der Waldzerstörung in Entwicklungsländern zumindest etwas verlangsamen könnte: während zwischen 1980 und 1990 jährlich 15,5 Mio. ha Naturwald zerstört wurden, waren es von 1990 bis 1995 "nur" 13,7 Mio. ha (FAO, 1999).
Die Waldfläche der Erde verteilt sich zu ungefähr gleichen Teilen auf die Tropen und Subtropen einerseits und die gemäßigten und borealen Regionen andererseits. Mit 57% beherbergen Entwicklungsländer noch den größeren Teil der Wälder, während industrialisierte Länder, einschließlich der osteuropäischen, 43% besitzen. Die Abbildungen 1 und 2 geben einen detaillierteren Überblick über die derzeitige Verteilung der Wälder sowie über die unterschiedlichen Entwicklungen der Waldflächen in Entwicklungs- und Industrieländern.
Mit 123,7 Mio. ha nahmen forstliche Plantagen 1995 nur 3,6 % der Waldfläche ein, jährlich kommen aber in den Tropen und Subtropen etwa 4 Mio. ha dazu. Die Plantagen konzentrieren sich bisher in wenigen Ländern: nur fünf Länder, China, Indien, Japan, Russland und USA besitzen zwei Drittel aller Plantagen. Die regionale Verteilung der Plantagen ist in Abbildung 3 dargestellt. 45 % liegen in den Tropen und Subtropen. Das Produktionsziel von 84 % aller Plantagen ist Holz für die Industrie, während 16 % zur Brennholzproduktion oder zum Boden- und Wasserschutz angelegt wurden. Trotz des geringen Anteils an der Waldfläche produzieren Plantagen bereits jährlich 331 Mio. cbm oder 22,2 % des gesamten für die Industrie bestimmten Holzes und 86 Mio. cbm oder 4,4 % der weltweiten Brennholzerzeugung. Die Bedeutung der Plantagen für die Holzerzeugung wird stark anwachsen. Unter der vorsichtigen Annahme, dass die Plantagenfläche der Erde jährlich um 1 % zunimmt, kann erwartet werden, dass im Jahr 2050 Plantagen jährlich 906 Mio. cbm Industrieholz und 248 Mio. cbm Brennholz erzeugen werden (Brown, C. 2000).

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Abb. 1: Waldflächen nach Regionen, Stand 1995 (FAO, 1999)

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Abb.2: Waldflächen 1995 verglichen mit dem Stand 1980 (FAO, 1999) 

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Abb.3: Regionale Verteilung der 1995 weltweit bestehenden Aufforstungen (Brown, 2000) 

Die Bedeutung des Waldes für die Artenvielfalt . . .

Wald beeinflusst die Umwelt und deren Qualität in vielfältiger Weise: er beherbergt Biodiversität, schützt Böden und Gewässer und wirkt stabilisierend auf das Klima.
Unter den Wäldern weisen ganz besonders die tropischen Regenwälder eine sehr hohe Artenvielfalt auf. Auf 6% der Landfläche der Erde leben hier mindestens 50% sämtlicher Tier- und Pflanzenarten. Auf einem halben km2 Wald in Malaysia leben so viele Baum- und Buscharten wie in ganz USA und Kanada zusammen. Bei Iquitos, Peru, wurden auf einem einzigen Hektar Wald unter den Stämmen, die einen Durchmesser von 10 cm oder mehr aufwiesen, 300 verschiedene Baumarten gezählt; in gemäßigten Breiten wird im günstigen Fall ein Dutzend Baumarten auf einem Hektar gefunden. Auf einem einzigen Busch im peruanischen Amazonasgebiet wurden so viele verschiedene Ameisenarten gefunden wie insgesamt auf den britischen Inseln vorkommen. Nach neuesten Forschungen könnten im Regenwald bis zu dreißig Millionen verschiedene Insektenarten vorkommen (Collins, M., 1990).
Diese Artenvielfalt ist für Züchtung und Gentechnologie von unschätzbarem Wert, ebenso für die Entwicklung von Medikamenten. Nach Myers (1996) betrug der Verkaufswert pharmazeutischer Produkte aus Tropenwaldpflanzen 1985 in den Industrieländern 43 Mrd. US$. Bisher ist weniger als 1 % der tropischen Regenwaldpflanzen nach pharmazeutischen Qualitäten untersucht worden. Man vermutet, dass über 1.400 Arten krebshemmende Eigenschaften haben. Im Schnitt soll jeder vierte Artikel, der in Apotheken und Drogerien verkauft wird, Stoffe enthalten, die aus Regenwaldpflanzen gewonnen wurden (Collins, M., 1990).
Es besteht die akute Gefahr, dass der größte Teil dieser genetischen Bibliothek zerstört wird, bevor er gelesen wurde. Die Gefährdung kommt aber nicht nur von der Waldrodung, sondern möglicherweise können auch schon geringfügige klimatische Veränderungen zu einem Verschwinden sehr vieler Arten führen.

. . . und für Boden- und Gewässerschutz

Die Blätter des Waldes schützen den Boden vor erhitzender Sonneneinstrahlung und fangen die oft sehr große Wucht aufschlagender Regentropfen ab; die große ober- und unterirdische Biomasse von Wald nimmt das Regenwasser wie ein Schwamm auf und gibt einen Teil langsam über die Blattverdunstung in die Luft zurück, einen anderen Teil lässt er langsam und gefiltert in das Grundwasser sickern. Dadurch werden Böden gegen Erosion und Überschwemmung geschützt und gleichmäßige Wasserführung von Quellen und Flüssen sichergestellt. Diese Schutzwirkungen von Wäldern werden angesichts des wachsenden Bedarfes an landwirtschaftlichen Produktionsflächen und an Wasser immer wichtiger. Nach Myers (1996) verursachte die Entwaldung von Wassereinzugsgebieten in Indien allein im Jahr 1980 einen Schaden von 1 Mrd.US-$; die vorwiegend auf Entwaldung zurückzuführenden Schäden durch Versandung von Kraftwerken und Bewässerungssystemen verursachen weltweit jährlich Verluste in Höhe von 6 Mrd. US-$.

Die Klima regulierende Wirkung

Wald verdunstet große Mengen an Wasser; der entstehende Wasserdampf wird vom Wind weggetragen und damit werden Wasser und Energie aus der Waldfläche abtransportiert. Man kann sich etwa den tropischen Regenwald am Äquator wie einen riesigen Wasserkessel vorstellen, der die Energie der starken Sonneneinstrahlung nutzt, um Wasser zu verdampfen, das als Wolken weitertransportiert wird, die sich zum Teil nicht weit vom Entstehungsort abregnen, zum Teil bis in die Randtropen transportiert werden. Ohne Wald würde sich die Erde am Äquator stark erhitzen, die Randtropen würden abkühlen; am Äquator käme es zu großen Überschwemmungen, in den Randtropen gingen die Niederschläge zurück.
Dieser Energie- und Wassertransport ist nicht nur für das globale, sondern auch für das regionale und lokale Klima außerordentlich wichtig. Im Amazonasgebiet wurde festgestellt, dass sich Wolken auf dem Weg vom Atlantik bis zu den Anden bis zu achtzehnmal abregnen und durch Verdampfung des Waldes neu gebildet werden, sie springen wie ein Tischtennisball über das Land. Gelegentlich kann man von einer einzigen Stelle aus gleichzeitig über Wald Wasserdampf aufsteigen und westlich davon Wolken sich abregnen sehen. Werden größere Waldflächen gerodet, dann verringern sich in der Hauptwindrichtung die Niederschläge. Im östlichen Amazonasgebiet wurden solche Wirkungen der Waldrodung schon nachgewiesen. In den malaysischen Staaten Penang und Kendah haben durch Entwaldung bedingte Niederschlagsausfälle zur Aufgabe von 20.000 ha Anbaufläche von Trockenreis und zum Ertragsrückgang auf 72.000 ha geführt.

Der Treibhauseffekt mit absehbaren katastrophalen Folgen

Die derzeit am heftigsten diskutierte klimaregulierende Wirkung von Wald ist seine Fähigkeit, bei der Photosynthese aus der Luft das Gas Kohlendioxid CO2 aufzunehmen, das z. B. bei der Verbrennung von Öl oder Kohle entsteht, und daraus zusammen mit Wasser organische Verbindungen herzustellen, aus denen dann z. B. Blätter und Holz aufgebaut werden. Bei der Verbrennung oder Verrottung von Holz läuft der umgekehrte Prozess ab, CO2 wird wieder freigesetzt (siehe Abb. 4). CO2 ist das wichtigste der so genannten Treibhausgase, die in der Atmosphäre kurzwellige Sonnenstrahlung ungehindert passieren lassen, nicht jedoch die langwellige Wärmerückstrahlung der Erdoberfläche. Wie der Name besagt, wirken sie wie das Glasdach eines Treibhauses, nämlich erwärmend.
Durch die starke Freisetzung von CO2 aus fossilen Brennstoffen seit der industriellen Revolution hat die CO2 -Konzentration in der Atmosphäre deutlich zugenommen, und es gibt kaum mehr Zweifler, dass der Treibhauseffekt das Klima bereits deutlich beeinflusst. Symptome sind (vgl. Deutscher Bundestag, 1992):

  • die globale Mitteltemperatur ist seit 1860 um 0,7 Grad Celsius angestiegen;
  • die fünf wärmsten Jahre seit 1860 waren in aufsteigender Reihenfolge: 1987, 83, 88, 91, 90;
  • die Oberflächentemperatur der tropischen Ozeane ist von 1949 bis 1989 um 0,5 °C gestiegen;
  • die Masse der Alpengletscher ist seit 1860 um 50 % zurückgegangen;
  • die Meeresspiegel sind in 100 Jahren um zehn bis 20 cm angestiegen;
  • die mittlere Windgeschwindigkeit hat in 20 Jahren in den Tropen um 20 %, in gemäßigten Breiten um 9 % zugenommen;
  • in den letzten 20 Jahren hat die Windenergie (und damit die Sturmschäden) um 10–20 % zugenommen.

Wenn die Zunahme der Treibhausgase in der Erdatmosphäre in dem derzeitigen Ausmaß weitergehen sollte, wäre zu erwarten, dass die globale Mitteltemperatur alle zehn Jahre um 0,3 °C steigen würde; in 100 Jahren würde eine Temperatur erreicht, die auf der Erde seit 200.000 Jahren nicht vorgekommen ist. Die Folge wäre ein Anstieg der Meeresspiegel bis zum Jahre 2100 um 70 bi s 100 cm mit katastrophalen Folgen für viele Küstenregionen. Aufgrund höherer Temperaturen und Verdunstungsraten würden die Niederschläge zunehmen, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Eine Temperaturerhöhung um 1 °C würde eine Verschiebung der Vegetationszonen um 200 bis 300 Kilometer in Richtung der Pole bewirken. Mit solch hoher Geschwindigkeit könnten die Ökosysteme nicht mit den Grenzen der Vegetationszonen mitwandern und sie könnten sich auch nur sehr beschränkt den neuen klimatischen Verhältnissen an ihrem bisherigen Standort anpassen. Die Folge wäre der Verlust zahlreicher Arten und die zunehmende Destabilisierung der Ökosysteme. Mit den Vegetationszonen würden sich auch die landwirtschaftlichen Anbauzonen verschieben. Die erhöhte Temperatur könnte möglicherweise zu einem beschleunigten mikrobiellen Abbau des Humus im Boden führen, was zusätzliche Freisetzung von CO2 und noch stärkere Erwärmung bewirken würde.
Obwohl über die Details der Auswirkungen weiterer CO2-Zunahme in der Atmosphäre und folglich weiterer Erwärmung noch keine Einigkeit besteht, sind sich die Politiker weitgehend einig, dass rasch einschneidende Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen unternommen werden müssen. Im Kioto-Protokoll wurden je nach Entwicklungsstand der Länder differenzierte Reduktionsziele bzw. Emissionsbeschränkungen vereinbart, die im Zeitraum von 2008 bis 2012 erreicht werden müssen. So muss die EU ihre Emissionen auf ein Niveau senken, das 8 % unter dem Stand von 1990 liegt; innerhalb der EU hat sich Deutschland verbindlich verpflichtet, seine Emissionen gegenüber 1990 um 21% zu senken.

Abb. 4: Globaler Kohlenstoffkreislauf (Kohlenstoffflüsse in Mrd.Tonnen pro Jahr) (Deutscher Bundestag 1988)

Deswegen den Wald als CO2-Senke nutzen

Theoretisch gibt es mehrere Möglichkeiten, die CO2 -Bilanz zu verbessern, also die weitere Zunahme von CO2 in der Atmosphäre zu verlangsamen: einerseits können Emissionen reduziert werden, sei es durch Konsumverzicht oder durch weniger Waldbrände – beide Möglichkeiten sind schwer realisierbar –, durch höhere Energie-Effizienz oder durch Nutzung alternativer Energiequellen; andererseits kann dem Treibhauseffekt auch durch höhere CO2-Bindung in der Biosphäre begegnet werden, etwa in Bäumen, im Humus forstlicher und landwirtschaftlicher Böden oder in Ozeanen, aber auch durch stärkere Verwendung erneuerbarer Rohstoffe wie Holz. Im Kontext des Kioto-Protokolls werden verschiedene Möglichkeiten für Maßnahmen zur globalen Emissionsreduktion (Clean Development Mechanisms) verhandelt. So könnten die Maßnahmen entweder in dem Land durchgeführt werden, das seine CO2-Bilanz verbessern will, oder ein Land könnte Reduzierungsmaßnahmen durchführen und sich die Verbesserung der CO2-Bilanz nicht auf die eigene Reduktionsquote anrechnen lassen, sondern ein entsprechendes Zertifikat an ein anderes Land verkaufen. Die Vertragsstaaten der Klima-Rahmenkonvention bzw. des Kioto-Protokolls, das sich auf die Umsetzung dieser Konvention bezieht, vereinbaren untereinander, welche Maßnahmen als Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz anerkannt werden, wie die Höhe des Beitrages bestimmt wird und ob und wie ein Handel von entsprechenden Zertifikaten zwischen den Ländern erfolgen darf.
Bei diesen Verhandlungen geht es also nicht nur um Umweltfragen, sondern auch ganz wesentlich um Fragen der nationalen und globalen Wirtschaftsentwicklung und um immense Investitionsvolumina. Wenn die vereinbarten Emissions-Reduzierungen nur in den jeweiligen Ländern durchgeführt werden müssten, würde das insgesamt 120 Mrd. US-$ kosten; wenn aber Zertifikate für Ausgleichsmaßnahmen der CO2 -Bilanz zwischen den Ländern frei gehandelt werden könnten, würden die Kosten auf 11 Mrd. US-$ sinken (Ellermann, 1998, zit. n. Chomitz, K. M., 2000).

Ein breites Spektrum forstlicher Maßnahmen wäre erforderlich

Die CO2-Bindung in Wäldern muss in diesen Verhandlungen aus mehreren Gründen eine zentrale Rolle spielen. Denn in Wäldern ist nahezu doppelt so viel Kohlenstoff gespeichert als in der gesamten Atmosphäre. Zudem kann ein breites Spektrum forstlicher Maßnahmen zum Ausgleich der CO2 -Bilanz beitragen (Burger, D.,1994):

  • durch Waldschutz können Emissionen in hohem Maße reduziert werden, denn 15–20 % der von Menschen verursachten Emissionen stammen aus der Verbrennung von Tropenwald; wenn die geschützten Wälder touristisch genutzt werden, z. B. in Naherholungsgebieten, dann kann eventuell auch die CO2-Bilanz des Tourismussektors verbessert werden;
  • nachhaltige Waldwirtschaft, insbesondere Pflege und Anreicherung des Holzvorrats in Sekundärwäldern können den CO2-Haushalt auf dreifache Weise verbessern, nämlich durch Einsparung von Emissionen (Verbrennung und Verrottung), durch zusätzliche CO2-Bindung in der Biomasse und durch Lieferung erneuerbarer Rohstoffe, die den Kohlenstoffspeicher in den Wohn- und Industriegebieten erhöhen und energieintensive nicht erneuerbare Rohstoffe ersetzen können.
  • Aufforstungen können ähnlich die CO2-Bilanz verbessern; sie können kleinflächig, als agroforstliche Systeme, als urbane Baumbestände oder als großflächige Plantagen stattfinden.
  • Die forstlichen Beiträge zum Ausgleich der CO2-Bilanz sind wesentlich billiger als andere Optionen; obwohl die Kosten nach Maßnahmen und Region sehr stark schwanken, können sie mit einem groben Durchschnittswert von 5 US-$ je gebundener bzw. ersetzter Tonne Kohlenstoff angesetzt werden (Windenergie 95 US-$, Nuklearenergie 535 US-$).

Die Verhandlungen der Vertragsstaaten im November in Den Haag sind an der Frage der Anrechenbarkeit forstlicher CO2-Ausgleichsmaßnahmen gescheitert; man konnte sich nicht nur auf keinen Beschluss, sondern nicht einmal auf ein gemeinsames Schlusskommuniqué einigen. USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland wollten erreichen, dass CO2-Bindung in Aufforstungen im eigenen Land oder der Kauf von derartigen Zertifikaten eines anderen Landes auf die Reduzierungsquote angerechnet werden kann. Umweltverbände, die Europäische Kommission und Deutschland haben sich dagegen gewehrt, weil sie befürchten, dadurch werde ein Schlupfloch geschaffen, das es reichen Industrieländern gestatte, mit relativ geringen Kosten Aufforstungen zu finanzieren, statt verschwenderischen Energieverbrauch in der eigenen Industrie und Gesellschaft zu reduzieren.

Kompromiss-Suche nach dem Scheitern von Den Haag

Dass die Verhandlungen gescheitert sind, ist ein Rückschlag nicht nur für die Verhandlungsfähigkeit der Vereinten Nationen generell, sondern insbesondere auch hinsichtlich des Themas global nachhaltiger Entwicklung. Beide Parteien von Den Haag müssen sich fragen lassen, ob sie ausreichend berücksichtigt haben, dass die Klima-Rahmenkonvention, um deren Umsetzung es ging, nicht Selbstzweck ist, sondern in Rio 1992 als eines der Instrumente beschlossen wurde, die global nachhaltige Entwicklung ermöglichen sollen. Während sich die Befürworter der forstlichen Senken offenbar stark auf die Interessen der eigenen Wirtschaft fixierten, haben sich die Gegner möglicherweise zu ausschließlich auf Energie- und Klimafragen konzentriert und dabei das Oberziel global nachhaltiger Entwicklung aus dem Auge verloren.
Damit wurde eine Chance vergeben – hoffentlich nicht unwiederbringlich! – CO2-speichernde Rehabilitierung degradierter Sekundärwälder und Aufforstungen auf marginalen Standorten zu finanzieren, die wegen Erosion, Versandung, Versalzung oder aus anderen Gründen nicht mehr oder nur noch ganz marginal genutzt werden können. Jährlich gehen weltweit etwa 6 Mio. ha Acker- und Weideland verloren (Herkendell, Koch, 1991), das ist etwa die Hälfte der durch Entwaldung jährlich gewonnenen landwirtschaftlichen Flächen. Der Verlust dieser Flächen hat nicht nur ökologische und wirtschaftliche, sondern auch soziale Folgen wie Armut, Entwurzelung und Migration; zudem erhöht er den Zerstörungsdruck auf die verbliebenen landwirtschaftlichen Flächen, eine katastrophale Abwärts-Spirale. Wenn es nicht gelingt, die degradierten oder degradierenden Flächen wieder nutzbar zu machen, hat global nachhaltige Entwicklung kaum Chancen. Die Investitionen zur Rehabilitierung solcher Flächen sind hoch; unter ausschließlich wirtschaftlicher Betrachtungsweise finden sich dafür keine Geldgeber. Wenn aber entwicklungspolitische und insbesondere soziale und klimatische Gesichtspunkte einbezogen werden, wird die Rehabilitierung durch Aufforstung auf sehr vielen Standorten lohnenswert. Handelbare CO2-Zertifikate könnten eine Finanzierung dieses Ansatzes global nachhaltiger Entwicklung darstellen, unabhängige Zertifizierung könnte die Einhaltung der Förderkriterien sicherstellen und über eine Quotenregelung ließe sich leicht erreichen, dass auch Maßnahmen zur Emissionsreduzierung in den finanzierenden Ländern durchgeführt werden.

Naturschutz ohne Wertschöpfung ist politisch und finanziell kaum durchsetzbar

Die Unterscheidung der Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft ist in Bezug auf den Wald etwas willkürlich und nur als analytische Hilfe zu verstehen. Die drei Dimensionen durchdringen sich nämlich immer mehr: so finden z. B. in Naturschutzkonzepte immer mehr auch wirtschaftliche Überlegungen Eingang; Naturschutz ohne Wertschöpfung ist politisch und finanziell kaum mehr durchsetzbar und deshalb nicht effizient; umgekehrt müssen aber auch auf Gewinn orientierte Waldnutzer zunehmend Umweltgesichtspunkte berücksichtigen. Schließlich sind sowohl Naturschutz als auch Waldwirtschaft immer mehr darauf angewiesen, von der lokalen Bevölkerung akzeptiert, von der städtischen Bevölkerung politisch mitgetragen zu werden.
Waldwirtschaft ist weltweit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Laut FAO tragen Waldprodukte jährlich zur Weltwirtschaft mit ungefähr US-$ 400.000 Millionen bei; Waldwirtschaft schafft weltweit Selbstversorgung und Lohneinkommen, die 60 Millionen Arbeits-Mann-Jahren entsprechen, 80% davon in Entwicklungsländern (FAO 1994, zit. n. Elliott, Ch.,1999).

Weltweit wird Holz zu zwei Dritteln für die Engergiegewinnung genutzt

1996 wurden weltweit 3.350 Mio. cbm Holz geerntet und verbraucht. Interessant ist, dass davon zwei Drittel, nämlich 2100 cbm als Brennholz oder Holzkohle verwendet wurden. In Entwicklungsländem ist der Anteil des Energieholzes mit 8 1 % noch höher (Afrika 91 %, Asien 81%, Lateinamerika 70 %). Brennholz trägt weltweit 7 % der gesamten Energieversorgung. In Entwicklungsländern stammen durchschnittlich 15 % des Energieverbrauches aus Brennholz und Holzkohle. In 34 Entwicklungsländern liefern Brennholz und Holzkohle über 70 % des gesamten Energieverbrauches. In entwickelten Ländern liegt der Beitrag von Holz zum Energieverbrauch bei nur 2 %. Allerdings bestehen hier große Unterschiede. In Finnland z. B. stammen 17 % des nationalen Energieverbrauches aus Holz. In mehreren Industrieländern wird die Energiepolitik derzeit geändert, um die energetische Verwendung von Holz stärker zu fördern. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Brennholz und Holzkohle weltweit bis zum Jahre 2010 um jährlich 1,1 % steigen wird (FAO, 1999).
Nur ein Drittel der gesamten Holzproduktion, nämlich 1250 Mio. cbm, wurden 1995 als für die Industrie bestimmtes Holz genutzt, 70 % davon in Industrieländern. Es wird erwartet, dass dessen Produktion und Verbrauch bis 2010 jährlich um 1,7 % steigen werden. Fig. 5 gibt hierzu eine nach Regionen differenzierte Übersicht.


Zwei Drittel der jährlichen Holzernte weltweit wird zur Energiegewinnung genutzt. Holzkohleproduktion in Honduras Foto: gtz 

Natürliche Ressourcen in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung falsch bewertet

Obwohl Waldwirtschaft in den meisten Ländern für deren nachhaltige Entwicklung wichtig ist, kann nachhaltige Waldwirtschaft in vielen Ländern, insbesondere in vielen Entwicklungsländern, nicht mit anderen Landnutzungsformen konkurrieren. Schuld an dieser paradoxen Situation sind mehrere Verzerrungen in den Rahmenbedingungen, aber auch Defizite in der Waldwirtschaft selbst.
In der makroökonomischen Theorie und Politik werden natürliche Ressourcen generell falsch bewertet. In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird in einem nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Vereinten Nationen für alle Länder standardisierten Verfahren beim Abbau von natürlichen Ressourcen nur die Wertschöpfung aus Löhnen und Einkommen berücksichtigt, während die Minderung des natürlichen Kapitals nicht erfasst wird. Eine Waldrodung schlägt also nur positiv zu Buche. Waldrodung bedeutet demnach wirtschaftliche Entwicklung.
Andere Verzerrungen sind perverse incentives in Form von Steuervorteilen oder Subventionen für Landnutzungsformen, die die nachhaltige Entwicklung des Landes beeinträchtigen. Im brasilianischen Amazonasgebiet sind solche fehlsteuernden Anreize lange Zeit zugunsten der Rinderwirtschaft gewährt worden. Der größte Teil der Waldzerstörung geht dort auf diese Anreize zurück.

Fataler "Boom-Kollaps-Zyklus" im brasilianischen Amazonas-Gebiet

Eine Gruppe von Forschern der Weltbank und der privaten Forschungsorganisation IMAZON haben unlängst die Landnutzungsdynamik im brasilianischen Amazonasgebiet untersucht (Schneider, R. et alii, 2000) und festgestellt, dass die Entwicklung eines Landkreises typischerweise nach dem "Boom-Kollaps-Zyklus" verläuft. Die Sägeindustrie ist in der Landnutzung der dominierende Sektor, sie erwirtschaftet in mehreren Amazonasstaaten 15 % des Bruttosozialproduktes und schafft 500.000 Arbeitsplätze. Die Sägewerker tauchen in einem Landkreis auf, besonders nachdem dieser durch eine Straße erschlossen worden ist, und bieten relativ hohe Preise für den Kauf stehender Bäume. Während einer Phase von etwa 8 Jahren wird intensiv eingeschlagen, die Sägewerke erzielen eine Rentabilität von 122 %; der Landkreis verzeichnet hohes Wirtschaftswachstum und hohe Beschäftigung. Auf 77% der gerodeten Flächen werden Viehweiden angelegt mit einem mittleren Viehbesatz von 0,7 Tieren pro ha und einer niedrigen Rentabilität von nur 4,2 %, nur in Einzelfällen bis zu 13 %. Nach der Boom-Phase von etwa 8 Jahren sind die Wertholzstämme genutzt, es beginnt die Nutzung geringerwertiger Bäume, Wertschöpfung und Beschäftigung gehen deutlich zurück: Etwa im 20. Jahr sind die Holzvorräte völlig erschöpft, auch die letzten Sägewerke verlassen den Landkreis, die Weiden sind bereits stark verunkrautet, das Wachstum des Grases ist wegen Phosphormangel sehr reduziert, die Produktivität der Weiden so niedrig, dass sie großenteils aufgegeben werden. Der wirtschaftliche Kollaps des Landkreises tritt ein, wer kann, wandert weiter, es entstehen wahre Geisterstädte.
Hätte der Landkreis die Sägewerke dazu gebracht, den Wald langfristig zu nutzen, statt ihn kurzfristig auszubeuten, dann wäre zwar die verlockende Boom-Phase ausgeblieben, dafür hätten die Sägewerke aber dauerhaft eine Rentabilität von stattlichen 71 % erzielt, Beschäftigung und Wertschöpfung hätten sich zwar nicht ganz auf der Höhe der Boom-Phase, aber doch auf einem relativ hohen Niveau langfristig stabilisiert. Schneider und Koautoren (2000) untersuchen die Gründe, warum die lokalen Politiker den Boom-Kollaps-Zyklus wählen: dies sind u. a. kurze Wahlperioden, vorteilhafte Verbindungen mit den Sägewerken sowie Unkenntnis der Möglichkeit und Vorteilhaftigkeit nachhaltiger Waldwirtschaft wegen fehlender Anschauungsbeispiele. Die Politiker dulden nicht nur den Boom-Kollaps-Zyklus, sondern werben sogar dessen Hauptakteure, die Sägewerke, mit Versprechen entgegenkommender Umwelt- und sonstiger Auflagen. Die Durchsetzung nachhaltiger Waldwirtschaft ist nur bedingt ein technisches, vor allem aber ein politisches und gesellschaftliches Problem.
Die praktischen Beispiele nachhaltiger Waldwirtschaft sind in den Tropen noch relativ selten. Die Zahl wie auch die Kommunikation zwischen und über diese Pilotbetriebe nimmt aber zu, nicht zuletzt auch unter dem Einfluss forstlicher Zertifizierung, und es bildet sich ein Fundus empirischer Erfahrung. Dies erleichtert auch, die Machbarkeit und Vorteilhaftigkeit nachhaltiger Waldwirtschaft deutlich zu machen. So haben in jüngerer Zeit verschiedene empirische Untersuchungen (z. B. Barreto,P. et alii, 1998; Holmes, Th. P. et alii, 2000) zeigen können, dass schonende Erntemethoden mit gründlicher Inventur und Kartierung, dem Gelände angepasster Straßen- und Wegeplanung, geeigneten Maschinen, geschultem Personal und präzise geplantem Holzeinschlag und -transport nicht nur realisierbar, sondern finanziell sogar vorteilhaft sind; in dem von Holmes untersuchten Beispiel lagen die Kosten je cbm um 12 % unter denen herkömmlicher Nutzungsmethoden.

Seit 1850 mehr Wald gerodet als in der Menschheitsgeschichte zuvor

Seit 1850 ist mehr Wald gerodet worden als im Laufe der gesamten Menschheitsgeschichte; seit diesem Jahr hat sich aber auch die Zahl der Menschen von 1,3 Mrd. auf 6 Mrd. mehr als vervierfacht. Mit steigender Bevölkerungszahl und steigendem Konsum an Holzprodukten wächst der Druck auf den Wald und gleichzeitig verringert sich die Waldfläche pro Kopf der Bevölkerung. Während 1960 noch 1,2 ha pro Kopf zur Verfügung standen, waren es 1995 nur noch die Hälfte, 0,6 ha/Kopf, und für 2025 wird mit 0,4 ha/Kopf gerechnet. Die Schere zwischen Bevölkerungswachstum und Waldabnahme bringt bereits kritische Situationen hervor: derzeit leiden etwa 250 Millionen Menschen in 20 Ländern unter Mangel sowohl an Wald als auch an Trinkwasser; im Jahr 2025 werden dies schätzungsweise 800 Millionen Menschen in 26 Ländern sein. Für nahezu 3 Mrd. Menschen, also für fast die Hälfte der Menschheit, ist Holz die wichtigste Energiequelle zum Kochen und Heizen. 8 von 10 Menschen verfügen nicht über die Papiermenge, die als notwendig erachtet wird, um die Grundbedürfnisse an Lesen und Kommunikation zu decken. Diese Papier-Lücke ist eine ernste Bedrohung der Wirksamkeit von Bildungsprogrammen in Entwicklungsländern (Gardner-Outlaw, 2000).
Diese globalen Tendenzen sind bedrohlich. Trotzdem muss man sich hüten, daraus rasch pauschale Folgerungen abzuleiten. Wo lokal oder regional auf den ersten Blick das Bevölkerungswachstum als Ursache für hohen Druck auf den Wald vermutet wird, stellt sich oft bei gründlicherer Analyse heraus, dass der Druck in erster Linie auf politische Entscheidungen, wie Umsiedlungsprogramme oder Vergabe großer Landflächen für Staudämme oder Plantagenbetriebe, zurückgeht und allenfalls indirekt mit Bevölkerungswachstum zusammenhängt (Burger, D., 1992). Oft liegen der Landnahme im Wald ungeklärte Besitzverhältnisse zugrunde. Wenn Besitz des Waldes und Verantwortlichkeit für seine Bewirtschaftung nicht klar festgelegt sind, versucht jeder Nutzer, so viel aus dem Wald herauszuholen wie möglich. Das Bevölkerungswachstum sollte auch nicht als Argument verwendet werden, dass Bemühungen um nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen letztlich doch zum Scheitern verurteilt seien. Es gibt nämlich Anzeichen, dass sich das Bevölkerungswachstum verlangsamen und etwa ab 2020 deutlich abflachen könnte, insbesondere wenn die auf der UN-Konferenz "Bevölkerung und Entwicklung" 1994 in Kairo vereinbarten bevölkerungspolitischen Maßnahmen umgesetzt werden. In diesem Fall müsste man versuchen, Zeit zu gewinnen, bis der Druck auf den Wald etwas nachlässt bzw. bis effizientere Nutzungs- und Beteiligungsformen entwickelt sind.

Die Bevölkerung stärker in die Waldnutzungs-Politik einbeziehen

In vielen Ländern scheint seit einigen Jahren ein Rollenwechsel in der Beziehung zum Wald in der Gesellschaft stattzufinden. Während lange Zeit staatliche Forstbehörden die Entscheidungsgewalt über den Wald weitgehend monopolisierten und die Bevölkerung als waldschädlich betrachteten, wird inzwischen in vielen Ländern versucht, die Bevölkerung stärker in die Waldnutzung einzubeziehen, sei es durch Lohnarbeit, als Beteiligung am Nutzen oder an Entscheidungen im operativen Bereich, Entscheidungen der Rollenzuweisung oder gar Entscheidungen über die Spielregeln unter den verschiedenen Akteuren der Waldnutzung. Teilweise werden dabei der Bevölkerung historische Nutzungs- oder auch Eigentumsrechte wieder zurückgegeben.
Solche Prozesse sind nicht auf den Wald beschränkt. Nach Agrawal und Ostrom (1999) gehören sie zu einer generellen Entwicklung: während Entwicklungsliteratur und -praxis nach dem Zweiten Weltkrieg das Hauptaugenmerk auf den Zentralstaat als wichtigem Akteur der Veränderung sozialer Beziehungen richteten und die ausländische Unterstützung weitgehend über den Staat kanalisierten, begann etwa 1970 eine neue Phase: der Staat wurde nicht mehr zwingend als der beste Agent für Fragen der Entwicklung allgemein oder für Probleme der Armutsminderung, Arbeitslosigkeit oder Inflation angesehen. Privatisierung, Liberalisierung, Öffnung für den Weltmarkt und Reduzierung der Rolle des Zentralstaates wurden als Voraussetzung für Entwicklung betrachtet. Zusätzlich entstand seit etwa 1980 ein neues Entwicklungs-Paradigma mit Betonung von Partizipation, dezentraler Entscheidungsfindung und Beauftragung der Armen mit Fragen der Gesundheits- und Erziehungspolitik; andererseits enthält das Paradigma auch strukturelle Reformen, die das Ziel verfolgen, die Rolle des Staates zu reduzieren. Dieser Prozess der Neudefinierung von Rollen im Bereich der Waldnutzung eröffnet neue Perspektiven, setzt neue Energien frei, führt aber auch zu Verunsicherungen und Frustrationen, insbesondere bei ehemaligen Autoritätsträgern.
In Abbildung 5 sind Organisationen und gesellschaftliche Gruppen aufgeführt, die als Akteure direkt oder indirekt Einfluss auf einen Wald und seine nachhaltige Bewirtschaftung ausüben. Es wird deutlich, dass nachhaltige Waldwirtschaft zumindest einen gewissen Interessenausgleich und eine gewisse gemeinsame Ausrichtung einer großen Zahl von zum Teil sehr unterschiedlichen Akteuren erfordert. Die Artikulation dieser gemeinsamen Grundausrichtung kann nur noch bedingt durch staatliche Instanzen erfolgen. Allianzen zwischen einzelnen Akteuren und politische Initiativen von Seiten der Zivilgesellschaft gewinnen immer größere Bedeutung für die Orientierung der Akteure in Richtung von nachhaltiger Entwicklung bzw. nachhaltiger Waldwirtschaft. Ein besonders deutliches und gelungenes Beispiel hierfür ist die unten dargestellte Zertifizierung.

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Abb.5: Akteure in der Waldwirtschaft (Burger, D., 1997) 

Internationale Waldpolitik ist unumgänglich

Als sich die Öffentlichkeit in den 80er-Jahren, besonders in Europa und Nordamerika, zunehmend des dramatischen Ausmaßes der Tropenwaldzerstörung und ihrer Folgen für Menschen und Umwelt bewusst wurde, rückte der Wald immer mehr auf die internationale politische Tagesordnung. Zwar konnte sich die internationale Staatengemeinschaft bisher noch nicht auf ein umfassendes und verbindliches Regelwerk zum Umgang mit Wald einigen; erste Elemente eines solchen "Internationalen Wald-Regimes" konnten aber bereits beschlossen werden: Zum einen wurden einige für den Umgang mit Wald wichtige, völkerrechtlich verbindliche Vereinbarungen wie die Konvention zum Erhalt der Biodiversität und die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung verabschiedet, zum anderen einigte sich die internationale Staatengemeinschaft auf Grundsätze und politische Verpflichtungen, die zwar völkerrechtlich nicht verbindlich, aber doch handlungsleitend sind.
Auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) verpflichteten sich 1992 in Rio de Janeiro 178 Staaten dazu, sich bei der Entwicklung aller Sektoren und gesellschaftlichen Bereiche an dem gemeinsam formulierten Leitbild nachhaltiger Entwicklung zu orientieren. Hier wurden auch wichtige Elemente des internationalen Wald-Regimes formuliert, so etwa im Kapitel 11 der Agenda 21, dem Handlungsprogramm für den Übergang in das 21. Jahrhundert, sowie in der Walderklärung (Forest Principles).
Nach der Rio-Konferenz wurde ein, Zwischenstaatlicher Waldausschuss (IPF) gegründet, mit der Aufgabe, Empfehlungen für die Umsetzung der in Rio gefassten, den Wald betreffenden Beschlüsse auszuarbeiten. Diese Empfehlungen wurden 1997 von der UN Sondervollversammlung "Rio+5" in New York verabschiedet, eine Verpflichtungserklärung auf höchster politischer Ebene.

Nationale Waldprogramme: partizipativ und sektorübergreifend

Die wohl wichtigste der Empfehlungen ist die, auf nationaler Ebene Waldprogramme zu entwickeln. Dabei verrät der Begriff "nationales Waldprogramm" (National Forest Programme, NFP) eigentlich nicht, was für ein umfassender und partizipativer Prozess dahintersteckt. Die angestrebten Programme sollen weit mehr beinhalten als herkömmliche, staatliche Programme zur Entwicklung eines Sektors. Sie sind vielmehr als breit angelegte Verhandlungsprozesse zum Umgang mit Wald unter Beteiligung interessierter gesellschaftlicher Gruppen zu verstehen und sollen ganzheitliche und sektorübergreifende Ansätze für die Bewirtschaftung und Erhaltung von Wäldern entwickeln. In Brasilien hat in diesem Jahr das Umweltministerium die Ausarbeitung eines nationalen Waldprogramms initiiert. Während der brasilianische Forstsektor und das zuständige Ministerium lange Zeit deutlich autoritär, sektoral und technisch orientiert waren, wird nun in einem Grundlagenpapier der partizipative und sektorübergreifende Charakter des Prozesses betont. Der Entwurf erhebt ausdrücklich den Anspruch, das bisherige Entwicklungsparadigma zu ersetzen, das besagt, in Brasilien bedeute Entwicklung den Ersatz von Wäldem durch andere wirtschaftliche Aktivitäten. So werden zum ersten Mal Themen angesprochen, die bisher in offiziellen Dokumenten kaum erwähnt wurden, wie die Bedeutung von anderen Produkten als Holz für die Bevölkerung in Amazonien, von kommunaler Waldwirtschaft für traditionelle Bevölkerungsgruppen oder auch die derzeit fehlende Nachhaltigkeit der Holzproduktion in Amazonien.
Zwar zeigt das Beispiel Brasilien, dass einige der Regierungen ihren selbstauferlegten Verpflichtungen nachkommen – auch die Bundesregierung hat zum Beispiel einen Prozess für ein Nationales Waldprogramm initiiert – , es gibt jedoch auf internationaler Ebene bisher keine Anreiz- oder Sanktionsinstrumente, um die Umsetzung der IPF-Handlungsvorschläge auf nationaler Ebene zu gewährleisten. Die mit der Koordinierung der Umsetzung beauftragte Folgeinstitution des IPF beschränkte sich darauf, Fortschrittsberichte der Regierungen zum Stand der Umsetzung anzufordern. Während in einigen Bereichen Fortschritte erzielt wurden, wie zum Beispiel bei der Definition nachhaltiger Waldwirtschaft durch entsprechende Kriterien und Indikatoren, sind andere Themen, wie zum Beispiel Handelsfragen noch gar nicht bearbeitet worden.

Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft als Marktinstrument

Ein anderes und bisher wohl das wirkungsvollste Instrument zur Umsetzung der in Rio gefassten Beschlüsse zu nachhaltiger Waldwirtschaft wurde, unabhängig von IPF, durch nicht-staatliche Organisationen geschaffen: Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft.
Bei der forstlichen Zertifizierung wird von unabhängigen Prüfern bescheinigt, dass bei der Bewirtschaftung eines Waldes bestimmte ökologische, wirtschaftliche und soziale Standards eingehalten werden. Dem Verbraucher wird die Möglichkeit eröffnet, sich beim Kauf bewusst für entsprechend gekennzeichnete Produkte zu entscheiden. Forstliche Zertifizierung ist also ein Marktinstrument, das nachhaltige Waldwirtschaft honoriert und dadurch Anreize für eine Verbesserung der Waldwirtschaft schaffen soll. Sie schlägt die Brücke zwischen verantwortungsbewussten Verbrauchern und Produzenten.
Auf internationaler Ebene hat eine gemeinnützige, nicht-staatliche Organisation, der 1993 von Umweltverbänden, sozialen Interessengruppen, fortschrittlichen Forstbetrieben und Unternehmen der Holzverarbeitung gegründete Forest Stewardship Council (FSC), ein Zertifizierungssystem aufgebaut. FSC hat weltweit gültige Prinzipien und Kriterien nachhaltiger Waldwirtschaft formuliert. Er unterstützt nationale Arbeitsgruppen dabei, auf der Grundlage dieser Prinzipien lokal angepasste Standards zu vereinbaren. FSC verwaltet ein Gütesiegel und autorisiert unabhängige Zertifizierer. Im Juni 2000 waren über 17 Mio. ha Wald nach den Richtlinien des FSC zertifiziert (siehe Abb. 6). In den letzten Jahren sind daneben auch nationale und regionale Ansätze entstanden wie die – von europäischen Waldbesitzerverbänden ins Leben gerufene – Pan- Europäische Forst-Zertifizierung (PEFC).
Forstliche Zertifizierung ist weit mehr als ein Label zur Information der Verbraucher. Sie trägt nicht nur zur Verbesserung der Waldwirtschaft in den zertifizierten Betrieben bei, sondern bewirkt auch wichtige strukturelle Veränderungen im gesamten Forstsektor. In den nationalen Zertifizierungsinitiativen entstehen forstpolitische Gremien, in denen unterschiedliche Interessengruppen in transparenten Verfahren gemeinsame Ziele aushandeln. Die Anhörungs- und Konsultationsverfahren stärken bisher marginalisierte Gruppen als legitime Interessenvertreter. Zertifizierung erbringt den Beweis, dass verbindliche Verpflichtungen zu nachhaltiger Waldwirtschaft möglich sind und die Berücksichtigung sozialer und ökologischer Vorgaben auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Die forstliche Zertifizierung hat in vielen Ländern und auf internationaler Ebene die forstpolitische Diskussion sehr stark befruchtet.
Es ist zu hoffen, dass sich in dieser Diskussion die Erkenntnis durchsetzt, dass Wald weit mehr ist als ein Rohstofflager, nämlich eine wichtige Säule nationaler und globaler nachhaltiger Entwicklung, ein Vermögen, das verantwortlich bewirtschaftet werden kann und muss, damit auch unsere Kinder und Enkel eine gesunde Umwelt und faire Chancen für ihre Entwicklung vorfinden. Das Rio-Leitbild nachhaltiger Entwicklung bietet dabei eine gute Orientierungshilfe für verantwortliches Handeln bei der Bewirtschaftung und Erhaltung von Wäldern weltweit.

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Abb. 6: FSC-anerkannte Wälder weltweit (WCMC, 2000) 

Literaturhinweise

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