Zeitschrift

Sicherheit und Kriminalität


 

Heft 1/ 2003

Hrsg: LpB

 



 

Inhaltsverzeichnis

  Ein populäres kriminalpolitisches Konzept
 

Kommunale Kriminalprävention

 

Von Dieter Hermann und Christian Laue

Dr. Dieter Hermann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kriminologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Die Forschungsschwerpunkte des Instituts sind: Kriminalprävention, Jugendkriminologie und Jugendstrafrecht, Empirische Sanktionsforschung, Empirische Strafverfahrensforschung und Strafvollzug. Dr. Christian Laue ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kriminologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Die Forschungsschwerpunkte des Instituts sind: Kriminalprävention, Jugendkriminologie und Jugendstrafrecht, Empirische Sanktionsforschung, Empirische Strafverfahrensforschung und Strafvollzug.

Kommunale Kriminalprävention umfasst die Bemühungen von Gemeinde- oder Stadtbewohnern, von kommunalen Einrichtungen und der Polizei, Kriminalität und Kriminalitätsfurcht zu senken. Im Mittelpunkt stehen die spezifischen Problemlagen einer Kommune und vor allem die Einbindung der Bürger und Bürgerinnen. Die Wurzeln der Kommunalen Kriminalprävention lassen sich durchaus in Erkenntnissen und Analysen amerikanischer Kriminologen verorten. Jedoch unterscheiden sich die deutschen Präventionsmodelle durch ihre Konzentration auf die lokale Ebene und durch die anders definierte Rolle der Polizei. Damit präventive Modelle überhaupt Wirkung zeitigen, sind Bevölkerungsumfragen, die Kenntnisse über die "negativen" Strukturen einer Gemeinde und Einblicke über den Einfluss dieser Bedingungen auf Kriminalität und Kriminalitätsfurcht vermitteln, zur Vorbereitung präventiver Maßnahmen wichtig. Die geschilderten Beispiele und Maßnahmen zeigen, wie in Kommunen mit hoher subjektiver Problembelastung präventiv gearbeitet wird. Die Skizzierung der unterschiedlichen Projekte verdeutlicht, dass der Abbau von Problemen, die aus subjektiver Sicht gravierend sind und die einen großen Einfluss auf Kriminalität und Kriminalitätsfurcht ausüben, ein Hauptanliegen darstellen.

Red.

 

Problemlage der Kommune als Ausgangspunkt 

In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gibt es wohl kein populäreres kriminalpolitisches Konzept als das der Kommunalen Kriminalprävention. Fast alle deutschen Städte und Gemeinden haben in den letzten Jahren Gremien gebildet, die sich mit Kriminalprävention auf kommunaler Ebene befassen. Der erste Periodische Sicherheitsbericht der Bundesregierung nennt die Zahl von etwa 1.650 Präventionsgremien, die sich auf alle kommunale Ebenen verteilen (BMI/BMJ 2001, S. 464) und zahlreiche Einzelprojekte ins Leben gerufen haben. So gab es laut einer Pressemitteilung des Innenministeriums in Baden-Württemberg gegen Ende des Jahres 2001 in den 300 Städten, Gemeinden und Landkreisen dieses Bundeslandes allein über 500 kommunale Präventionsprojekte. 

Von einem geschlossenen und einheitlichen Konzept zu sprechen, wäre allerdings übertrieben. In einer ersten Annäherung kann man festhalten, dass unter Kommunaler Kriminalprävention lokale Bemühungen verstanden werden, das Ausmaß der Kriminalität zu vermindern und das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu verbessern, wobei - und das ist das eigentlich Entscheidende - die Gemeindebürger als Initiatoren und verantwortliche Träger eingebunden werden. Für die organisatorische, konzeptuelle und inhaltliche Ausgestaltung der einzelnen Projekte und Initiativen gibt es keine festen Regeln; im Gegenteil soll sich die praktische Umsetzung an den spezifischen Problemlagen der Kommunen orientieren. So gibt es zu der Frage nach der Federführung bei Präventionsprojekten ganz erhebliche Unterschiede. Manche kommunalen Initiativen werden ganz entscheidend von polizeilichen Aktivitäten getragen, andere hingegen von der Gemeindeverwaltung oder von Bürgerinitiativen. In diesem Fall spielt die Polizei nur eine beratende und unterstützende, aber keine lenkende Rolle. Diese organisatorische und konzeptuelle Offenheit der Kommunalen Kriminalprävention erklärt sich aus ihren geschichtlichen Wurzeln und der daraus entstandenen theoretischen Fundierung.

 

Die Wurzeln der Kommunalen Kriminalprävention 

Obwohl die Wurzeln der Kommunalen Kriminalprävention unbestritten in den USA liegen, ist der Begriff "Kommunale Kriminalprävention" eine deutsche Wortschöpfung, die keine direkte Entsprechung in der englischen Sprache hat. Dort werden meistens die Begriffe "community policing" oder auch "problem-oriented policing" verwendet, um das zu bezeichnen, was der deutschen Kommunalen Kriminalprävention am ehesten entspricht. Die Tatsache, dass der Begriff nicht, wie sonst so häufig, direkt aus dem Englischen übernommen wurde, macht zwei Dinge deutlich: zum einen gibt es erhebliche Unterschiede zu den amerikanischen Präventionsmodellen auf lokaler Ebene; zum anderen liegen diese Unterschiede vor allem in der unterschiedlichen Rolle der Polizei. Denn dass in den amerikanischen Präventionsmodellen jeweils der Begriff des "policing" vorkommt, legt nahe, dass der Polizei in den USA eine weitaus tragendere Rolle zugedacht ist als in Deutschland. 

Tatsächlich bezeichnen Community Policing und Problem-oriented Policing - und somit die Vorbilder für Kommunale Kriminalprävention in Deutschland - Reformbemühungen innerhalb der (großstädtischen) amerikanischen Polizei. Um das zu verdeutlichen, sei im Folgenden ein kurzer Abriss der Geschichte der amerikanischen Polizei im 20. Jahrhundert gegeben.1 Um 1900 herrschte in den amerikanischen Großstädten noch überwiegend das Sheriff-System. Dies beinhaltete, dass Polizisten nicht nur straftatverfolgend und -verhindernd tätig waren, sondern ihnen auch soziale Aufgaben zukamen. So ließen sie etwa Neuankömmlingen in den Städten eine Erstversorgung zukommen und kümmerten sich beispielsweise um Waisen, Mittellose und Gebrechliche. Daneben hatten sie auch für die Ordnung in ihrer Stadt oder ihrem Stadtviertel zu sorgen, d.h. sie erledigten auch zahlreiche wirtschafts- oder gesundheitspolizeiliche Verwaltungsaufgaben. Nach dem rapiden Anwachsen sowohl der Städte als auch der Kriminalitätsraten in  der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Polizei grundlegend umgestaltet. "Crime fighting" stand im Mittelpunkt der polizeilichen Tätigkeit und wurde bald ihre ausschließliche Aufgabe. Dies geschah unter gleichzeitiger enormer technischer Hochrüstung. So wurden die Polizisten nicht nur stark bewaffnet, sondern sie wurden auch nach und nach allesamt mit Fahrzeugen ausgestattet. Ihre einzige Aufgabe war es, nach Straftaten Verhaftungen vorzunehmen. Dazu sollten sie möglichst schnell am Tatort sein und den Täter auf frischer Tat ertappen. 

Der Kontakt des Bürgers zur Polizei sollte ausschließlich über den telefonischen Notruf ("911") erfolgen, um über die Polizeizentrale den blitzartigen Einsatz der Beamten in ihren Fahrzeugen auszulösen. Überall in den Städten sollten sich die motorisierten mobilen Einsatzteams befinden, so dass jeder Tatort binnen weniger Minuten erreicht und die notwendigen Festnahmen vorgenommen werden konnten. Durch diesen schnellen Zugriff ("rapid response") erwarteten sich die Polizeitaktiker eine kriminalpräventive Wirkung, weil Kriminelle sich nie sicher sein konnten, dass nicht im nächsten Augenblick die alarmierte Polizei auftauchen könnte. 

Diese Taktik ging aber nie auf. Es stellte sich heraus, dass Opfer von Straftaten selten sofort nach der Tat die Polizei alarmierten und so die Festnahmezahlen sehr gering blieben. Zudem entfremdeten sich Bürger und Polizei immer mehr, weil praktisch kein Kontakt mehr bestand. Den Beamten war es untersagt, ihr Fahrzeug für längere Zeit zu verlassen, um Gespräche mit der Bevölkerung zu führen. Sie waren damit vom außerpolizeilichen Leben in einer Stadt isoliert. Die Bewohner der Städte betrachteten auf der anderen Seite die Polizeibeamten nicht mehr als Ansprechpartner für ihre Probleme, die größtenteils außerhalb der Kriminalität angesiedelt waren. Die Polizei wurde als nur für Kriminalität zuständig angesehen. Andere Probleme, insbesondere Ordnungsstörungen, wurden ihr deshalb gar nicht mehr mitgeteilt. Die Bürger wurden in diesem Polizeisystem allein darauf verwiesen, Straftaten anzuzeigen und Zeugenaussagen zu machen. Da die Polizei bei der Kriminalitätsbekämpfung - ihrer einzigen Aufgabe - aber nicht sehr erfolgreich war, erschien sie den Bürgern insgesamt als nicht sehr effizient, was zur Entstehung von Unsicherheitsgefühlen beitrug.

 

Community Policing und "broken windows": Kritik an der herrschenden Polizeitaktik

Kritik an der geschilderten verfehlten Polizeitaktik in amerikanischen Städten kam ab den 70er-Jahren auf. Sie wurde insbesondere von Herman Goldstein im Jahre 1979 formuliert (Goldstein 1979). Er verglich die amerikanische Polizei in ihrem Bemühen, auf telefonische Notrufe immer schneller zu reagieren, um die Zahl der Festnahmen zu steigern, mit einem städtischen Bus, der an einer vollen Bushaltestelle vorbeifährt ohne anzuhalten. Auf die Beschwerden der Fahrgäste erhalten diese die Antwort, es sei zur Einhaltung des Fahrplans leider nicht möglich, an den Haltestellen anzuhalten. Goldstein will mit diesem Gleichnis deutlich machen, dass die amerikanische Polizei unterdessen völlig an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei arbeitet. Nicht mehr die Probleme der Bürger und Bürgerinnen stünden im Vordergrund ihres Bemühens, sondern das Streben nach einer immer höheren mechanistischen Effizienz. Er forderte eine Polizeiarbeit, die sich an den tatsächlichen Problemen der Bürger und Bürgerinnen zu orientieren hatte. Diese bestünden keineswegs nur in der städtischen Kriminalität, sondern zumindest in gleichem Maße an unterschwelligen Belästigungen wie Unordnung auf den Straßen und Lärm. Das könne die Polizei aber gar nicht feststellen, weil der Kontakt zwischen Bevölkerung und Polizei völlig abgeschnitten sei. So sei es wichtig, diesen Kontakt wieder herzustellen, so dass die Polizei erfahren könne, welche Anliegen die Bürger tatsächlich hätten, und den Aufgabenbereich auf die Bewältigung dieser Probleme hin umzustellen ("problem-oriented policing"). Die Polizei solle dafür wieder in die Gemeinde eingebunden werden und mit den wesentlichen gesellschaftlichen Gruppierungen zusammenarbeiten ("community policing").

 

Voraussetzungen einer wirksamen Kriminalprävention auf kommunaler Ebene

Zur gleichen Zeit, aber von einer breiteren Öffentlichkeit zunächst wenig beachtet, entwickelte sich ein Forschungszweig in der amerikanischen Kriminologie, der die Voraussetzungen einer wirksamen Kriminalprävention innerhalb einer Gemeinde untersuchte. Conklin (1975) etwa stellte die These auf, dass Kriminalität in einer Gemeinde Furcht unter den Bewohnern auslöse und diese Bewohner zu einem sozialen Rückzug zwänge. Wer sich in seinem Wohnviertel fürchte, meide die Straßen und ziehe sich aus dem sozialen Leben zurück. Dies führe dazu, dass die informelle Kontrolle in einem Stadtviertel zusammenbreche und sich Kriminalität mehr oder weniger ungehindert ausbreiten könne. Nur wenn es einer Gemeinde gelinge, die Furcht wieder abzubauen und in einer kollektiven Reaktion auf Kriminalität die soziale Kontrolle zurückzugewinnen, könne dieser Prozess aufgehalten werden. Der Kriminalitätsfurcht kommt somit nach dieser These eine ganz entscheidende Rolle bei der Verhinderung von Straftaten zu. 

Einen weiteren Mosaikstein bildeten Untersuchungen, die sich mit den Entstehungsbedingungen von Kriminalitätsfurcht beschäftigten. Es stellte sich nämlich in Befragungen heraus, dass das Niveau an Kriminalitätsfurcht nicht so sehr von Viktimisierungen abhing, die man selbst erlitten oder von denen man aus dem Bekannten- oder Verwandtenkreis erfahren hatte, sondern von sichtbaren Zeichen der Verwahrlosung im öffentlichen Raum einer Gemeinde. Diese "signs of incivility" bezeichnen subjektiv "unerwünschte", "unordentliche" Verhältnisse im Straßenbild, so etwa verlassene und zerfallende Gebäude oder Grundstücke, "herumhängende" ("loitering") Jugendliche, öffentlicher Alkoholoder Drogenkonsum und Vandalismus. Solche Zeichen der "Unordnung" verunsichern die Bevölkerung weitaus mehr als tatsächliche Kriminalität und fördern so den Rückzug aus dem öffentlichen Raum und damit das Zusammenbrechen der informellen sozialen Kontrolle, die für eine wirksame Kriminalprävention in einer Kommune entscheidend ist.

 

Der Broken Windows-Ansatz

 


Broken-Windows-Theorie: Wenn in einem Haus eine Fensterscheibe zerbricht und nicht repariert wird, sind bald alle Fensterscheiben kaputt. Der Zerfall des einen Hauses bedingt den Zerfall der unmittelbaren Umgebung und liefert den Nährboden für Kriminalität. 

Foto: dpa

 

Alle diese Erkenntnisse wurden 1982 von James Q. Wilson und George L. Kelling in einem relativ kurzen Aufsatz verarbeitet, der wohl der einflussreichste kriminalpolitische Text im ausgehenden 20. Jahrhundert geworden ist (Wilson/Kelling 1982; deutsche Fassung 1996). Fast jedes kommunale kriminalpräventive Projekt auch in Deutschland beruft sich darauf. Ursprünglich ging es den Autoren nur um einen häufigeren Einsatz von polizeilichen Fußstreifen in amerikanischen Großstädten. Sie wandten sich damit gegen die oben beschriebene jahrzehntelang praktizierte Polizeitaktik einer hochgerüsteten, mobilen Strafverfolgungsbehörde ("rapid response"). Statt der in Polizeiautos verschanzten und von der Bevölkerung isolierten Beamten, die keinen Kontakt zu den Bürgern hatten, plädierten die Autoren für Polizisten, die den Kontakt zu der Bevölkerung suchen und in Gesprächen mit ihr deren Probleme kennen lernen sollten. Dabei würden sie feststellen, dass die Bürger und Bürgerinnen nicht so sehr die tatsächliche Kriminalität belaste, sondern viel mehr die sichtbaren Zeichen von Unordnung im Straßenbild. All dies waren Erkenntnisse, die vorher schon bekannt waren. Wilson und Kelling radikalisierten jedoch die bisherigen Thesen und verwendeten dabei das sehr eingängige Bild von der zerbrochenen Fensterscheibe: Wenn in einem Haus einmal eine Fensterscheibe zerbrochen und nicht alsbald repariert werde, seien bald alle Fensterscheiben in diesem Haus kaputt und das ganze Haus dem Verfall preisgegeben. Der Zerfall eines Hauses bedinge aber - sofern man dagegen nicht konsequent einschreite - bald den Zerfall aller Häuser in einem Block und mit der Zeit den Niedergang des gesamten Stadtviertels. Die Personen, die es sich leisten können, zögen bald weg in eine bessere Gegend. Was nachfolge, seien Personen, die den Niedergang nicht aufhalten könnten oder wollten, so dass die soziale Kontrolle in dem Stadtviertel bald zusammenbreche und es den Nährboden für Kriminalität - auch schwere - biete. Was für eine zerbrochene Fensterscheibe gilt, gelte auch für menschliche Zeichen von "Unordnung", etwa Bettler, Drogensüchtige oder unbeaufsichtigte Jugendliche. Wenn man gegen solche Personen nicht konsequent vorgehe, was durchaus im Rahmen sozialer Unterstützungsmaßnahmen geschehen könne, werde die Kriminalität rasant steigen und das Stadtviertel dem Verfall preisgegeben. Wilson und Kelling haben die oben geschilderten kriminologischen Erkenntnisse insoweit radikalisiert, als sie von einem zwingenden ursächlichen Zusammenhang zwischen städtischer "Unordnung" und steigender Kriminalität ausgingen. Dies gelte sowohl für bereits in Verfall befindliche als auch für bisher völlig gesunde Stadtteile.2

 

Umsetzungen der Broken Windows- Theorie

Die Broken Windows-Theorie hatte einen überragenden Einfluss auf die Präventionspolitik der 90er-Jahre. Die Wirkung dieses Aufsatzes beruhte wohl vor allem auf seiner alltagstheoretischen Plausibilität, die sich in dem eingängigen Gleichnis von der zerbrochenen Fensterscheibe kurz und prägnant ausdrückt. 

Das weltweit bekannteste Präventionsprojekt, das sich direkt auf Wilson und Kelling berufen hat, ist das New Yorker Modell der "zero tolerance". Eine breite Medienpublizität und Erfolge in der Kriminalitätsbekämpfung machten dieses Modell auch für manche deutsche Präventionspolitiker attraktiv.3 "Zero tolerance" bezeichnet dabei den rigorosen Kampf gegen jede "Unordnung" im öffentlichen Raum, zu der neben Müll, Graffiti, Vandalismus und verfallenden Gebäuden auch bestimmte Personengruppen wie Bettler, Obdachlose, Drogenkonsumenten und andere sozial Randständige gezählt wurden. Zwar ist diese Sichtweise des New Yorker Modells zu einseitig, denn es standen auch hier - entsprechend der oben geschilderten besonderen Problematik der amerikanischen Polizei - vor allem organisatorische Änderungen in der Struktur und Verantwortlichkeit der New Yorker Polizei im Vordergrund;4 doch hat das gleichzeitige massive Vorgehen gegen Ordnungsstörer deutsche Kriminologen und Präventionspolitiker überwiegend abgeschreckt. Darüber hinaus ist eine Umsetzung des New Yorker Modells in deutschen Städten auch aus rechtlichen Gründen kaum möglich.5

Obwohl das New Yorker Modell durch einen erstaunlichen Kriminalitätsrückgang während der 90er-Jahre6 durchaus erfolgreich erschien,7 ist es kein Vorbild für die Kriminalprävention in deutschen Städten. Kurze Versuche, es direkt umzusetzen, wurden entweder von den Gerichten gestoppt8 oder waren politisch nicht durchsetzbar. Unterdessen scheint in Deutschland kaum jemand mehr New York vorbildgetreu nacheifern zu wollen. Statt dessen hat sich aus Teilbereichen der amerikanischen Wurzeln ein eigenständiges Konzept einer Kommunalen Kriminalprävention entwickelt. Einige der oben beschriebenen Ausgangspunkte, die in den USA zu einem präventionspolitischen Umdenken geführt haben, gelten in Deutschland nicht. So hat die deutsche Polizei keine mit den USA vergleichbare Entwicklung genommen, die es nun mühsam zu revidieren gilt. Auch ist die Kriminalitätsrate in deutschen Städten nicht annähernd so hoch wie in den USA zu Anfang der 90er- Jahre. Es gibt keine Straßenzüge oder gar Stadtviertel, die von der Polizei "zurückerobert" werden müssen.9 Die Situation ist also vergleichsweise undramatisch.

 

Leitlinien einer Kommunalen Kriminalprävention in Deutschland

Dennoch scheinen manche der oben geschilderten, in den USA in den 70er und 80er-Jahren gewonnenen Erkenntnisse auch für Deutschland Bedeutung zu haben. So ist es wohl richtig, dass in zahlreichen Gemeinden und Stadtteilen eine wirksame informelle soziale Kontrolle nur noch eingeschränkt funktioniert - eine Folge zunehmender Individualisierung in unserer Gesellschaft (Heitmeyer 1998). 

Auch die Befunde über die Wirkungen von Kriminalitätsfurcht können für die Situation in deutschen Städten Geltung beanspruchen. Es erscheint plausibel, dass Kriminalitätsfurcht tatsächlich eine wünschenswerte soziale Kontrolle beeinträchtigt. Zumindest bei Frauen und älteren Menschen ist die Kriminalitätsfurcht überdurchschnittlich hoch und trägt dazu bei, dass sich diese Personen über verstärkte Schutzvorkehrungen und Vermeideverhalten aus dem öffentlichen Leben zurückziehen. Somit ist es konsequent, wenn die Minderung von Kriminalitätsfurcht ein vorrangiges Ziel kriminalpräventiver Bemühungen ist. Darüber hinaus hat sich allgemein durchgesetzt, dass nicht nur die objektive Kriminalitätslage, sondern auch das subjektive Kriminalitätsbild in Präventionsmaßnahmen berücksichtigt wird. Kriminalprävention bedeutet damit nicht nur die Senkung der tatsächlich bestehenden Kriminalitätsrate, sondern auch die Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bürger und Bürgerinnen. Zwar sind weder die Entstehungsbedingungen noch die Wirkungen von Kriminalitätsfurcht ausreichend empirisch erforscht. Wenn es aber Hinweise darauf gibt, dass städtische "Unordnung" zu einer verstärkten Verunsicherung der Bevölkerung beiträgt, liegt es nahe, auch diese "Unordnung" als kriminalpräventiv bedeutsam anzusehen und sie zu vermindern. 

Zu den bereits dargelegten Erkenntnissen gesellt sich der kriminologische Befund, dass Kriminalität einen starken örtlichen Bezug hat. Ungefähr 70 % der polizeilich registrierten Delikte werden am Wohnort oder in dessen unmittelbarer Nähe begangen (BMI/BMJ 2001, S. 461). Man kann also - je nach kriminaltheoretischer Ausrichtung - davon ausgehen, dass es einen örtlichen Einfluss auf Täterverhalten und Viktimisierungsrisiken gibt. Diese Bedingungen von Kriminalität kann man sinnvollerweise primär durch örtliche, eben kommunale Präventionsbemühungen beeinflussen. 

Eine zentral gesteuerte und damit zwangsläufig breit und pauschal angelegte Präventionspolitik kann nicht sowohl auf die örtlichen objektiven Problemlagen als auch auf die lokalen subjektiven Bedürfnisse der Bevölkerung gleichermaßen angemessen reagieren. Sinnvoll erscheint es dagegen, die Bürger und Bürgerinnen selbst entscheiden zu lassen, welche Problemschwerpunkte sie in ihrer Kommune sehen. So ergeben sich naturgemäß in einer kleinen ländlichen Gemeinde ganz andere objektive Probleme und subjektive Sichtweisen als etwa im Zentrum einer Großstadt. Die dazu nötige Flexibilität in der Ausgestaltung des aktuell notwendigen Präventionsprogramms ergibt sich nur, wenn man die Bürger und Bürgerinnen vor Ort sowohl bei der Problemerfassung als auch bei der Problembehandlung möglichst intensiv einbindet. 

Zusammenfassend lässt sich Kommunale Kriminalprävention daher wie folgt umschreiben: Es handelt sich dabei um Bemühungen der Gemeinde- oder Stadtteilbewohner sowie kommunaler Einrichtungen und Polizei, auf lokaler Ebene Kriminalität und Kriminalitätsfurcht zu senken. Dem aktuellen Verständnis von Kommunaler Kriminalprävention entspricht es, dies durch die Stärkung informeller sozialer Netze und den Abbau (städtischer) "Unordnung" anzustreben.

 

Die Praxis der Kommunalen Kriminalprävention: Zur Notwendigkeit empirischer Bevölkerungsbefragungen

Dieses entstehungsgeschichtlich abgeleitete Konzept der Kommunalen Kriminalprävention wird in der Praxis meist nur in modifizierter Form umgesetzt. Dabei können idealtypisch gesehen drei Stufen unterschieden werden: Erstens die Gründung einer organisatorischen Einheit, die Maßnahmen initiiert und koordiniert, zweitens die Durchführung einer empirischen Bevölkerungsbefragung, in der die Ansichten der Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde erhoben werden und drittens die konkrete Umsetzung von Präventionsprojekten. Allerdings führen nur etwa ein Drittel der Gemeinden in Deutschland, die Kommunale Kriminalprävention betreiben, solche Befragungen durch, und nur ein Teil davon berücksichtigt eine Erfassung des Dunkelfelds sowie der Kriminalitätsfurcht (Obergfell-Fuchs2001, S. 540f.). Dies bedeutet, dass die meisten Initiativen zur Kommunalen Kriminalprävention in erster Linie auf persönlichen Erfahrungen und lokal vorhandenem Wissen über Strukturprobleme in einer Gemeinde basieren. 

Bei der Rechtfertigung kommunaler Präventionsmaßnahmen wird oft darauf verwiesen, dass Kriminalität und Kriminalitätsfurcht Probleme seien, die nicht nur individuelle und gesamtgesellschaftliche, sondern vor allem lokale Ursachen haben, wobei die Beseitigung der Probleme dann auch lokal erfolgen müsse (Baier/Feltes 1994, S. 693; Heinz 1997, S. 78-83 und 143). Dahinter steckt wie in ökologischen Kriminalitätstheorien der Gedanke, dass situative und strukturelle Bedingungen einen Einfluss auf Kriminalität und Kriminalitätsfurcht haben. Folglich muss man zur Reduzierung von Kriminalität und zum Abbau von Kriminalitätsfurcht "negative" Strukturbedingungen und subjektiv empfundene Unordnung verändern - dies ist ein wichtiger Aspekt der Kommunalen Kriminalprävention. Ein solches Vorgehen setzt sowohl Kenntnisse über die Strukturbedingungen in einer Gemeinde als auch Kenntnisse über den Einfluss dieser Bedingungen auf Kriminalität und Kriminalitätsfurcht voraus. Dieses Wissen kann durch Umfragen und durch Analysen regionaler Kriminalitätsstatistiken erlangt werden. 

Die Bevölkerungsbefragungen unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander. Dies schränkt die Vergleichbarkeit von Untersuchungen ein. Aus diesem Grund hat die Forschungsgruppe Kommunale Kriminalprävention in Baden- Württemberg (2000) einen Fragebogen zur Erstellung kommunaler Kriminalitätslagebilder entwickelt und mehrfach getestet. Die Befragung ist geeignet, Hintergrundwissen für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen der Kommunalen Kriminalprävention zu erschließen, und durch die Verwendung eines normierten Erhebungsinstrumentes ist es möglich, Umfrageergebnisse zu vergleichen. So kann eine Gemeinde, die ein selbst entwickeltes oder selten verwendetes Erhebungsinstrument für die Erfassung der Kriminalitätsfurcht verwendet, letztlich nicht erkennen, ob die Kriminalitätsfurcht in der Gemeinde besonders hoch oder niedrig ist. 

In Tabelle 1 sind beispielhaft die Ergebnisse mehrerer Umfragen zum Thema Kriminalitätsfurcht zusammengefasst. Jede der berücksichtigten Gemeinden kann dadurch die Wichtigkeit kriminalpräventiver Maßnahmen zur Reduzierung der Kriminalitätsfurcht einschätzen.

 

Tabelle 1: Aspekte der Kriminalitätsfurcht - ein Vergleich verschiedener Befragungen

Indikatoren der
Kriminalitäts-
furcht

Befragungsorte und -zeitpunkte

Eppel-
heim 1998
Hocken-
heim 1998
Heidel-
berg 1998
Frei-
burg 1998
Back-
nang 1999
Winnen-
den 2000
Leimen 

2002
Opfergedanke 
allgemein1
25 %  30 %  23 %  20 %  16 %  12 %  21 %
Viktimisierungs-
angst2
30 %  30 %  22 %  19 %  19 %  15 %  26 %
Vermeide-
verhalten3
43 %  47 %  46 %  48 %  36 %  27 %  43 %

1 "Wie oft denken Sie daran, selbst Opfer einer Straftat zu werden." Prozentualer Anteil an Personen, die oft oder sehr oft (mindestens einmal in der Woche) daran denken,Opfer einer Straftat zu werden.

2 "Haben Sie nachts draußen alleine in ihrer Wohngegend Angst, Opfer einer Straftat zu werden." Prozentualer Anteil an Personen, die oft oder sehr oft (mindestens einmal in der Woche) daran denken, Opfer einer Straftat zu werden.

3 "Bitte versuchen Sie sich an das letzte Mal zu erinnern, als Sie nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs waren, aus welchen Gründen auch immer. Haben Sie dabei gewisse Straßen oder Örtlichkeiten gemieden, um zu verhindern, dass Ihnen etwas passieren könnte?" Prozentualer Anteil an Personen, die ihr Verhalten eingeschränkt haben, um das Risiko der Opferwerdung zu verringern.

Quelle: Hermann/Bubenitschek 1999, Hermann 1999, Hermann/Döllling 2001

 

Die Vorbereitung kriminalpräventiver Maßnahmen durch Bevölkerungsbefragungen

Besonders wichtig für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen der Kommunalen Kriminalprävention ist das Wissen über lokale und strukturelle Unterschiede in Viktimisierungshäufigkeiten und Kriminalitätsfurcht. Zwar sind in der Regel die zentrumsnahen Gebiete besonders belastet, aber man findet auch Gemeinden, in denen die Kriminalitätsfurcht in Randgebieten ebenfalls verhältnismäßig hoch ist. Kriminalpräventive Maßnahmen können auf die Stadtteile mit hoher Kriminalitätsbelastung und hoher Kriminalitätsfurcht der Einwohner konzentriert werden. 

Welche kriminalpräventiven Maßnahmen in diesen Stadtteilen sinnvoll sind, können aus Umfrageergebnissen und der Theorie des Broken Windows-Paradigmas von Wilson/Kelling (1982; deutsche Fassung 1996) abgeleitet werden. Nach diesem Ansatz führt eine hohe subjektiv wahrgenommene Problembelastung eines Stadtteils zu Unsicherheitsgefühlen, Kriminalitätsfurcht, einem Abbau sozialer Kontrolle und folglich auch zu einem Kriminalitätsanstieg. Die Reaktion auf zunehmende Unsicherheit, Kriminalitätsfurcht und Kriminalität löst bei wohlhabenderen und aktiven Personen eine erhöhte Bereitschaft, aus dem Stadtteil wegzuziehen. Durch diese Veränderung der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung wird die Problembelastung eines Stadtteils erhöht. Folglich kann der Abbau von Problembelastungen in einem Stadtteil als geeignetes Mittel angesehen werden, Kriminalität abzubauen und Kriminalitätsfurcht zu reduzieren.

Durch eine Bevölkerungsbefragung ist es möglich, die subjektive Problemsicht von Einwohnerinnen und Einwohnern einer Gemeinde und damit wahrgenommene Problembelastungen von Stadtteilen zu erheben. Als Messinstrument bietet sich das von Skogan (1990) entwickelte Instrument zur Erfassung von "social und physical disorder" an - das ist eine Frage, in der zu verschiedenen Punkten angegeben werden kann, in welchem Ausmaß diese als Problem gesehen werden. Maßnahmen im Bereich der Kommunalen Kriminalprävention können somit erstens auf Stadtteile mit hoher subjektiver Problembelastung konzentriert werden - dies sind meist auch Stadtteile mit hoher Kriminalitätsfurcht der Bewohnerinnen und Bewohner - und zweitens auf den Abbau von Problemen, die aus subjektiver Sicht besonders gravierend sind, sowie drittens auf den Abbau von Problemen, die einen verhältnismäßig großen Einfluss auf Kriminalität und Kriminalitätsfurcht haben. 

In vielen Bevölkerungsbefragungen zur Kommunalen Kriminalprävention zeigt sich die gleiche Rangordnung der Problembereiche: Das subjektiv größte Problem der Befragten liegt meist im Verkehrsbereich, gefolgt von den Themen "Schmutz und Müll in Straßen oder Grünanlagen" und "Jugendlichen, die sich langweilen und nichts tun" (Hermann 2002, Janssen/Schollmeyer 2001). 

Für die Entwicklung kriminalpräventiver Maßnahmen ist es wichtig zu wissen, wie groß der Einfluss der wahrgenommenen Problembereiche auf Kriminalitätsfurcht ist. In Tabelle 2 ist für verschiedene Untersuchungen die Stärke dieses Zusammenhangs beschrieben. 

 

Tabelle 2: Partialkorrelationen zwischen subjektiver Problemsicht und affektiver Kriminalitätsfurcht (Index) 

Problem-
bereiche 
Leimen  Winnenden  Hockenheim  Wiesloch  Schwetzinge
Jugendliche  .38  .37  .34  .32  .37
Hausierer  .21  .16  .29  .25  .15
Drogen  .32  .24  .29  .38  .33
Betrunkene  .39  .32  .30  .38  .34
Autofahrer  .26  .20  .23  .23  .17
Ausländer  .44  .39  .42  .47  .43
Rechtsradikale  .26  .22  .20  .21  .25
Gebäude  .20  .20  .20  .27  .19
Zerstörte Telefonzellen  .26  .22  .25  .26  .28
Graffiti  .29  .26  .25  .33  .33
Schmutz, Müll  .33  .29  .29  .31  .34
Kriminalität  .39  .33  .40  .46  -
Falschparker  .21  .20  .20  .27  .20

Quellen: Hermann/Bubenitschek 1999, Hermann 2000, Hermann 2002 

 

Die Effektstärken können durch die Bestimmung von Partialkorrelationen10 ermittelt werden. Je höher die angegebene Zahl ist, desto größer ist der Zusammenhang. 

Insgesamt gesehen ist ein relativ enger Zusammenhang zwischen subjektiver Problemsicht und Kriminalitätsfurcht erkennbar. Je gravierender nach der Ansicht der Befragten die Probleme in einer Gemeinde sind, desto größer ist auch die Kriminalitätsfurcht. Allerdings haben die berücksichtigten Problembereiche einen  unterschiedlich starken Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht, das Gewicht der einzelnen Problembereiche ist verschieden. 

Besonders groß ist der Effekt, der von subjektiven Problemen mit vielen Ausländern und Asylbewerbern, der subjektiven Wahrnehmung von sich langweilenden und nichtstuenden Jugendlichen, ebenso der Wahrnehmung von Kriminalität und Betrunkenen sowie von Schmutz und Müll in öffentlichen Räumen ausgeht.11 Zu ähnlichen Ergebnissen gelangen auch Janssen und Schollmeyer (2001) durch eine Befragung in Erfurt. Demnach ist der Abbau von Problemen, Ängsten und Vorurteilen in den genannten Bereichen für die Reduzierung der Kriminalitätsfurcht besonders wirkungsvoll.

 

Vorschläge kriminalpräventiver Maßnahmen

Aus den Ergebnissen der Begleituntersuchungen zur Kommunalen Kriminalprävention können Präventionsmaßnahmen abgeleitet werden. Die nachfolgende Liste beinhaltet Vorschläge kriminalpräventiver Maßnahmen, die auf Grund einer Umfrage in Leimen entwickelt wurden (Hermann 2002). Sie diene als veranschaulichendes Beispiel einer praktischen Umsetzung der gewonnenen Unfrageergebnisse: 

  1. Obwohl die Kriminalitätsbelastung in Leimen auf einem niedrigen Niveau ist, sollte sie weiter reduziert werden. Dies würde auch zu einer weiteren Senkung der Kriminalitätsfurcht führen. 

  2. Die Bewohnerinnen und Bewohner bestimmter Wohnbezirke haben eine höhere Kriminalitätsfurcht als die Personen in anderen Teilen der Stadt. Somit ist es gerechtfertigt und sinnvoll, einen Teil der Präventionsmaßnahmen regional zu konzentrieren. 

  3. Die Kriminalitätsfurcht unter jungen Frauen ist verhältnismäßig groß. Somit empfiehlt es sich, im Rahmen der Kommunalen Kriminalprävention angstabbauende Maßnahmen für junge Frauen zu initiieren und mögliche Angsträume für Frauen zu entschärfen. 

  4. Die Ängste von Bürgerinnen und Bürgern vor Ausländern und Asylbewerbern sollten abgebaut werden. Ausländer und Asylbewerber werden zu einem beachtlichen Teil mit Kriminalität in Verbindung gebracht. Somit könnte ein Abbau von Vorurteilen und eine Annäherung von Deutschen un  Ausländern zur Verminderung von gegenseitigem Misstrauen helfen, die Kriminalitätsfurcht zu reduzieren. Der Schwerpunkt kann auf bestimmte Stadtteile gelegt werden. 

  5. Eine Förderung der Jugendarbeit und Beseitigung organisatorischer Defizite bei der Koordination von Fahrplänen im Öffentlichen Nahverkehr könnte dazu beitragen, die subjektive Bedrohung durch "sich langweilende und nichtstuende" Jugendliche abzubauen. Der Schwerpunkt kann auf bestimmte Stadtteile gelegt werden. 

  6. In bestimmten Stadtteilen könnte die Beseitigung von Schmutz und Müll auf Straßen und Grünanlagen helfen, die Kriminalitätsfurcht abzubauen. 

  7. Die Reduzierung der subjektiven Belastung durch den Straßenverkehr wäre vor allem für bestimmte Stadtteile wichtig. Auf die gestiegenen Unfallzahlen in den letzten Jahren sollte reagiert werden. Die Anzahl "undisziplinierter" Autofahrerinnen und Autofahrer könnte durch eine geeignete Verkehrsplanung mit einer Entschärfung von Unfallschwerpunkten und durch gezielte Verkehrskontrollen reduziert werden. 

  8. Konzepte zur Verhinderung von Wohnungseinbrüchen wären in einigen Stadtteilen Leimens, in denen die Bedrohung als besonders groß gesehen wird, sinnvoll. 

Insgesamt gesehen ermöglicht eine Bevölkerungsbefragung im Rahmen der Kommunalen Kriminalprävention die Ableitung von Präventionsmaßnahmen, die effizient sein dürften und die eine Konzentration der vorhandenen Ressourcen auf ausgewählte Gebiete und Themenfelder erlauben. Somit können solche Bevölkerungsbefragungen als Grundlage einer rationalen Kriminalpolitik gesehen werden.

 

Projekte zur Kommunalen Kriminalprävention

Mittlerweise gibt es kaum noch Städte in Deutschland, in denen kein kriminalpräventives Gremium etabliert ist und keine Maßnahmen zur Kommunalen Kriminalprävention initiiert wurden. Die Situation ändert sich beinahe täglich, und publizierte Übersichten sind deshalb in der Regel bei Erscheinen meist schon nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Allerdings ist auch keine vollständige Übersicht über alle Projekte zur Kommunalen Kriminalprävention notwendig, um ein Bild von der Praxis zu bekommen. Deshalb sollen hier beispielhaft einige Projekte zur Kommunalen Kriminalprävention beschrieben werden. 

Das Projekt "Suchtprävention in Wolfsburg" ist eine Initiative, bei der Polizei und Schulpsychologischer Dienst der Stadt beteiligt sind.12 Es handelt sich um Schulungsmaßnahmen für Lehrerinnen und Lehrer, die in die Lage versetzt werden sollen, Drogenmissbrauch zu erkennen. Zudem werden gemeinsam mit der Polizei Informationsveranstaltungen für Schülerinnen und Schüler zu der Thematik angeboten. Diese schulischen Maßnahmen zur Suchtprävention werden durch polizeiliche Maßnahmen unterstützt, in denen in der offenen Rauschgiftszene permanente Kontrollen durchgeführt werden, um den Verfolgungsdruck zu erhöhen, Dealer und Konsumenten zu verunsichern, den Zulauf durch junge Bevölkerungsgruppen zu unterbinden und Drogenabhängige an Hilfsorganisationen zu vermitteln. 

In Ludwigsburg fand in den Jahren 1999 und 2000 eine Kampagne gegen Gewalt von Männern an Frauen, Mädchen und Jungen statt (Landeskriminalamt Baden- Württemberg 2001, S. 9). Während der Kampagne wurden etwa 80 Veranstaltungen und Aktionen von verschiedenen Vereinen und lokalen Institutionen durchgeführt. Das Angebot umfasste Fachvorträge, Diskussionsforen, Schulaktivitäten, Selbstbehauptungskurse, Theater- und Filmprojekte, Ausstellungen sowie eine Publikation. Die Initiatoren waren Polizei, Frauengruppen und Kirche. Ein ähnliches Konzept wurde bereits früher in München durchgeführt (Heiliger 2000). Das Ludwigsburger Projekt wurde mit dem "Präventionspreis 2000" ausgezeichnet. Ein typisches Projekt zur Kommunalen Kriminalprävention ist die "Aktion Sichere Stadt" in Schwäbisch Gmünd (www.agenda-gd.de/ak-aktionsicherestadt.html; Enzmann u. a. 1999). Dieses Projekt wird von Stadtverwaltung und Polizei betrieben. Zudem sind Vertreter sozialer und kirchlicher Einrichtungen, Vereine, Interessenverbände sowie Privatpersonen in verschiedenen themenbezogenen Arbeitskreisen aktiv. Das Ziel des Arbeitskreises "Sicheres Wohnen" ist die Reduzierung der Wohnungseinbrüche durch technische und verhaltensorientierte Maßnahmen. Dabei werden die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde an regelmäßig wiederholten "Sicherheitstagen" über die aktuelle Sicherheitstechnik informiert. Der Arbeitskreis "Sichere Wege" will die Kriminalitätsfurcht an bedrohlich empfundenen Orten durch bauliche Maßnahmen abbauen, und der Arbeitskreis "Ladendiebstahl" will insbesondere durch Informationsveranstaltungen polizeilicher Jugendsachbearbeiter an Schulen sowie durch Werbeaktionen das Rechtsbewusstsein stärken. Der Arbeitskreis "Integration von Neubürgern" will insbesondere für jugendliche Aussiedler Freizeit- und Informationsangebote bereitstellen und eine Jobbörse anbieten. Der "Arbeitskreis gegen Jugendgewalt" zielt vor allem auf die Reduzierung der Jugendkriminalität. Dazu wurden ein Sozialbüro eröffnet, eine Anti- Drogen-Disco veranstaltet sowie eine mehrsprachige Informationsbroschüre für die Eltern sozial auffälliger Kinder erstellt. Zudem werden dieser Elterngruppe noch Gesprächsmöglichkeiten angeboten. 

Auch in Heidelberg werden eine Vielzahl von präventiven Maßnahmen unter dem Begriff der Kommunalen Kriminalprävention zusammen gefasst. Dazu gehören Projekte, mit denen die Sicherheit für Frauen verbessert werden soll. Beispielsweise wird Frauen angeboten, sich in einem Teil des Universitätscampus durch eine Sicherheitskraft des Wachdienstes begleiten zu lassen. Frauen können bei Nacht auf spezielle Taxis zurückgreifen, und Handys, mit denen ein Notruf möglich ist, werden kostenlos verteilt. Zudem wird ein Selbstbehauptungstraining für Frauen angeboten. Im Projekt "Schulkino Rhein-Neckar/Heidelberg" soll die Medienkompetenz junger Menschen durch eine Auseinandersetzung mit den Inhalten der gezeigten File nachhaltig gesteigert werden (Hofheinz 2001). Zur Gewaltprävention von Kindern werden thematisch passende Marionettenstücke aufgeführt. Durch Klettermöglichkeiten, Streetball, Fußballturniere und Mountainbike- Rennen sollen vor allem Jugendliche angesprochen und ihre soziale Kompetenz sowie ihr Selbstwertgefühl gesteigert werden. Für Senioren werden spezielle Sicherheitsberatungen angeboten und Theaterstücke aufgeführt, die dazu beitragen sollen, das Selbstbewusstsein der Zuschauer zu stärken und Täterstrategien sowie Gefährdungssituationen besser zu erkennen (www.praeventionrhein- neckar.de). 

Insgesamt gesehen wird in der Praxis Kommunale Kriminalprävention als ein Ansatz verstanden, in dem verschiedene Präventionsmaßnahmen verknüpft werden und mehrere Einrichtungen beteiligt sind. 

Weitere Projekte sind auf der Homepage des Deutschen Forums für Kriminalprävention (www.kriminalpraevention.de) zu finden. Auf der Homepage des BKA kann eine Datenbank zur Kriminalprävention - Infopool Prävention - abgerufen werden (http://www.bka.de/ infopool_de.html). Verwiesen sei an dieser Stelle auch auf Publikationen des Bundeskriminalamtes (2001) sowie des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg (1996, 2001 und 2002).

 


Die Beseitigung von Schmutz und Müll auf Straßen und Grünanlagen kann helfen, die Kriminalitätsfurcht abzubauen. Die Stadt Ludwigshafen geht ungewöhnliche Wege und bittet neuerdings "Müllsünder" zur Kasse. Erklärtes Ziel ist es, die Stadt sauberer zu machen. 

Foto: dpa

 

Weiterentwicklung der Kommunalen Kriminalprävention: die kriminalpräventive Zielgruppenanalyse

Der Schwerpunkt der Kommunalen Kriminalprävention liegt in der Verbesserung von solchen lokalen strukturellen Bedingungen, die einen Einfluss auf Kriminalität und Kriminalitätsfurcht haben. Dabei stehen Stadtteile mit hoher Kriminalitätsbelastung und hoher Kriminalitätsfurcht sowie Personen, die überdurchschnittlich häufig Opfer von Straftaten werden und Personen mit hoher Kriminalitätsfurcht im Mittelpunkt präventiver Maßnahmen. Eine Weiterentwicklung dieses Ansatzes kann durch eine differenziertere Charakterisierung dieser Personengruppen erfolgen. In der Studie von Hermann und Dölling (2001) wurde dieser Anspruch mit Hilfe der soziologischen Milieuforschung umgesetzt. So fanden die beiden Autoren mehrere unterschiedliche soziale Milieus, in denen Viktimisierungsraten und Kriminalitätsfurcht relativ groß sind. 

Einen relativ hohen Anteil an Kriminalitätsopfern findet man unter jungen Personen im "hedonistisch-materialistischen Milieu" und im "neokonformistischen Milieu". Die jungen Personen im hedonistisch- materialistischen Milieu sind durch die Dominanz subkultureller Werte wie Cleverness und Härte sowie materieller Werte beschreibbar. Diesen Werten entspricht ein durch konsumorientiertes hedonistisches Verhalten gekennzeichneter Lebensstil. Die Personen lehnen nach ihren Aussagen Sparsamkeit, Einfachheit und Bescheidenheit ab, genießen das Leben in vollen Zügen, scheren sich nicht darum, was andere von ihnen denken und stellen die eigenen Wünsche und Bedürfnisse an die erste Stelle. Sie sind meist Singles mit überdurchschnittlicher Schulbildung, die wenig Zeit mit familiären Aktivitäten verbringen und sind vergleichsweise selten sozial aktiv. Das neokonformistische Milieu besteht zwar ebenfalls aus jungen Personen, aber diese sind weitgehend durch bürgerliche Werte und Verhaltensmuster charakterisierbar:

sie sind sparsam, bescheiden, normen- und leistungsorientiert, sozial, zielorientiert und führen ein geordnetes Leben - in jeder Hinsicht sozial angepasst. Aber sie haben zudem noch andere, konträre Werte integriert. Die schulische und berufliche Ausbildung liegt auf relativ niedrigem Niveau. Somit unterscheiden sich diese Personen hinsichtlich ihrer Wertorientierungen und Schulbildung erheblich von den Personen im hedonistischmaterialistischen Milieu. Folglich ist die Gruppe der Personen, die verhältnismäßig häufig Opfer von Straftaten werden, keineswegs homogen. 

Dies gilt ebenfalls für die Gruppe der Personen mit hoher Kriminalitätsfurcht. Auch hier gibt es zwei Milieus, in denen diese besonders ausgeprägt ist, das "konformistische Milieu" und das "avantgardistische Milieu". Die Personen im konformistischen Milieu sind durch die Akzeptanz eines Wertecocktails aus traditionellen und modernen Werten charakterisiert. In diesem Milieu gibt es unter den Älteren zwei Untergruppierungen, die sich insbesondere durch das Ausbildungsniveau unterscheiden: das konformistische Arbeitermilieu und das konformistische gehobene Milieu. In beiden Untergruppen ist die Kriminalitätsfurcht relativ hoch. Im Vergleich zum konformistischen Milieu lehnen die Personen im avantgardistischen Milieu traditionelle Werte ab, und in diesem Milieu haben insbesondere Personen mittleren Alters eine hohe Kriminalitätsfurcht. Somit gibt es drei Gruppen mit hoher Kriminalitätsfurcht, die sich hinsichtlich Alter, Schulbildung und Wertorientierungen unterscheiden. 

Die Konzentration kriminalpräventiver Maßnahmen auf Personen, die überdurchschnittlich häufig Opfer von Straftaten werden und auf Personen mit hoher Kriminalitätsfurcht, ist Teil einer rationalen Kriminalpolitik. Diese Personengruppen sind aber inhomogen, so dass mehrere Zielgruppen für kriminalpräventive Maßnahmen unterschieden werden können. Projekte zum Abbau der Kriminalitätsbelastung und zur Reduzierung der Kriminalitätsfurcht dürften erfolgreicher sein, wenn solche Unterschiede berücksichtigt werden und beispielsweise das Layout von Mitteilungen und Broschüren sowie die verwendete Sprache den Präferenzen in den relevanten Milieus angepasst werden. Zudem ist anzunehmen, dass Präventionsangebote nicht in allen Milieus in gleichem Umfang akzeptiert werden. Die "kriminalpräventive Zielgruppenanalyse" ermöglicht somit eine Charakterisierung von Personen, die für Präventionsmaßnahmen besonders geeignet erscheinen sowie eine Anpassung und Auswahl von Präventionsmaßnahmen an die Besonderheiten der Zielgruppen.

 

Gefahren kommunaler Kriminalprävention

Wie jeder Eingriff in die Gesellschaft birgt auch die Kommunale Kriminalprävention Gefahren, insbesondere wenn kriminalpräventive Maßnahmen ausschließlich auf den Abbau städtischer "Unordnung" konzentriert sind. Erstens kann die Gleichsetzung so genannter "physischer Unordnung" - also beispielsweise unentsorgter Müll, Graffiti und verfallende Häuser - mit so genannter "sozialer Unordnung" - Obdachlosen, Bettlern, Alkoholikern oder unerwünschten Jugendtreffs - zu unakzeptablen Maßnahmen gegen sozial randständige Personen führen. Es ist eine fatale Konsequenz aus dem Aufsatz von Wilson und Kelling, dass darin nahe gelegt wird, beide Probleme müssten auf die gleiche Weise aus der Welt geschafft werden. Es ist aber nicht nur inhuman, die genannten Personengruppen einfach ohne Auffangmöglichkeit aus dem Stadtbild zu vertreiben, sondern ein solches Vorgehen schafft eher neue, schwer zu bewältigende Kriminalitätsprobleme. Sinnvoll hingegen dürften integrative Maßnahmen sein.

 

Anmerkungen

1 Eingehend dazu Laue (2002), S. 338ff. 

2 Eine kritische Analyse der Broken Windows-Theorie findet sich bei Laue (1999). 

3 Siehe etwa die "Aktion Sicherheitsnetz" des früheren Bundesinnenministers Kanther. 

4 Siehe die eingehende Beschreibung und Analyse des New Yorker Modells bei Laue (2002), insbes. S. 355ff. 

5 Laue (2002), S. 379ff. 

6 So sank die Zahl der (vollendeten) Morde von 1927 im Jahre 1993 auf 671 im Jahre 2000; Raub sank im gleichen Zeitraum von 85.892 auf 32.221. 

7 Allerdings ist nicht geklärt, in welchem Ausmaß der Kriminalitätsrückgang in New York tatsächlich mit den Auswirkungen des New Yorker Modells zusammenhing. Denn in praktisch allen Städten der USA war in diesem Zeitraum ein massiver Kriminalitätsrückgang zu verzeichnen; in manchen - wie z.B. San Diego - wurde mit einem ungleich "sanfteren" Modell des Community Policing sogar ein noch größerer Kriminalitätsschwund erzielt. Auch ist zu bedenken, dass New York im Jahre 2000, also nach sieben erfolgreichen Jahren des "zero tolerance", eine weitaus höhere Kriminalitätsrate hatte als die gefährlichste deutsche Stadt. So betrug die Häufigkeitsziffer (Anzahl der Delikte auf 100.000 Einwohner) in Berlin im Jahre 2000 bei Mord 2,2, in New York dagegen 9. Bei Raub lag die New Yorker Häufigkeitsziffer bei 435, in Berlin dagegen bei 249. 

8 Siehe für Baden-Württemberg VGH Bad.-Württ., NJW 99, 2059 (Verbot des Bettelns auf öffentlichen Straßen) und VGH Bad.-Württ., Die Justiz 99, 146 (Verbot des öffentlichen Alkoholkonsums). 

9 "Taking back the streets" war der Leitspruch der Initiatoren des Zero-tolerance-Projekts in New York. 

10 Partialkorrelationen sind Maßzahlen für die Stärke des Zusammenhangs zwischen zwei Merkmalen, wobei Drittvariablen kontrolliert werden können. Bei der Analyse wird der Zusammenhang zwischen den einzelnen subjektiven Problembereichen und Kriminalitätsfurcht ermittelt. Dabei werden Alter, Geschlecht und Wohnort als Kontrollvariablen verwendet, sodass die Korrelationen von diesen Merkmalen unabhängig sind. 

11 Dieses Ergebnis ist nicht so zu verstehen, dass die genannten Bereiche, insbesondere Ausländer, Asylbewerber und Jugendliche, ein tatsächliches Problem sind. Es bedeutet lediglich, dass die Personen, die darin ein Problem sehen, eine höhere Kriminalitätsfurcht haben als andere. Durch die Frage nach der subjektiven Problemsicht werden auch Vorurteile und diffuse Ängste gegenüber Bevölkerungsgruppen erfasst. Somit ist nicht nur der Abbau der genannten Problembereiche, sondern auch der Abbau von Vorurteilen und Ängsten seitens der Bevölkerung ein geeignetes Mittel, Kriminalitätsfurcht abzubauen. 

12 Nähere Informationen siehe unter www.wolfsburg. de/politik_verwaltung/geschaeftsbereiche/ buergerdienste/ordnungsamt/kriminalpraevention/ db/detailansicht.html?id=2 

 

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