Zeitschrift

Fußball und Politik


 

Heft 1 2006

Hrsg: LpB

 



 

Inhaltsverzeichnis

  Vom Regionalturnier zum globalen Event
 

Die Geschichte der FIFA-Fußballweltmeisterschaft

  Dietrich Schulze-Marmeling

 


Fußball wird heutzutage in mehr Ländern gespielt, als die UNO Mitglieder hat. Die Erfolgsstory dieser Sportart begann als „englisches Spiel“, war schon in seinen Anfängen eine „multikulturelle Veranstaltung“ und erlangte im 20. Jahrhundert, dem „Jahrhundert des Fußballs“ – so eine Charakterisierung von Dietrich Schulze-Marmeling – auf allen Kontinenten eine herausragende Bedeutung. Fußballweltmeisterschaften sind inzwischen ein universale, gar ein globale Angelegenheit. Auch die kommende Fußballweltmeisterschaft wird wiederum Millionen Menschen rund um den Globus in den Bann ziehen. Und trotzdem kommt es im Zeitalter der Globalisierung einem Anachronismus gleich, wenn man „seiner“ Nationalmannschaft huldigt und nationale Identitäten zelebriert. Dietrich Schulze-Marmeling entfaltet in seinem Beitrag die spannende und ereignisreiche Geschichte der Fußballweltmeisterschaft und zeigt, dass in diesem weltumspannenden Ereignis immer auch eine gehörige Portion Politik steckt.

 

Britanniens erfolgreichstes Exportprodukt

Fußball ist heute die globalste aller Sportarten, und auch die frühen Fußball-Netzwerke waren bereits transnationalen Charakters. Viele der Fußballpioniere, -missionare und Vereinsgründer waren Migranten: Zuvörderst sind natürlich die englische Studenten, Kaufleute, Verwaltungsbeamte und Ingenieure zu nennen, die sich auf dem Kontinent oder in Südamerika für das Spiel engagierten.

Der englische Arzt James Spensley spielte beispielsweise eine bedeutende Rolle für die Entwicklung des Fußballs in Italien. 1892 gründete Spensley den Genoa Cricket and Football Club. Träger des Klubs war die aus Konsularbeamten und international tätigen Geschäftsleuten bestehende "englische Kolonie" in der Hafenstadt. Einheimische wurden zum späteren FC Genua erst ab 1897 zugelassen.

Fußball war Britanniens erfolgreichstes und dauerhaftestes Exportprodukt, doch viele der Klubs, die dank der Initiative von Engländern ins Leben gerufen wurden, waren multikulturelle Veranstaltungen, zu denen sich nicht nur englische Migranten einfanden.

 

 

BRITANNIENS ERFOLGREICHSTES EXPORTPRODUKT: SPIELSZENE AUS DEM LÄNDERSPIEL ZWISCHEN DEN NATIONALMANNSCHAFTEN SCHOTTLANDS UND ENGLANDS (7:2), DAS 1878 IM GLASGOWER HAMPDEN PARK AUSGETRAGEN WURDE. DIE BEIDEN NATIONALTEAMS HATTEN SICH AUCH IN DEM ERSTEN OFFIZIELLEN LÄNDERSPIEL DER FUSSBALL-GESCHICHTE BEREITS 1872 GEGENÜBERGESTANDEN (0:0). 

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Die Wiege des kontinentalen Fussballs

Eine bedeutende Rolle bei der Verbreitung des Spiels auf dem Kontinent spielte die Schweiz, wo zahlreiche Engländer lebten (weshalb das Land auch als "Little England" firmierte), die die viel gepriesenen modernen Bildungseinrichtungen des Landes besuchten. Die Wiege des kontinentalen Fußballs stand in den Genfer Instituten La Chátelaine und Cháteau, wo das Spiel in den 1860ern von englischen Schülern eingeführt wurde. 1879 formierten englische Studenten den FC St. Gallen, und 1886 wurde in Zürich der Klub Grasshoppers gegründet, der seinen Namen dem englischen Biologiestudenten Tom Griffith zu verdanken hatte.

Aber die mit dem Fußball-Virus infizierten Schweizer wurden auch selbst als Vereinsgründer aktiv - auch und gerade jenseits ihrer Landesgrenzen und hier insbesondere in Katalonien, Norditalien und Südfrankreich. So waren 15 der 25 Gründer des FC Torino Schweizer. In Mailand kam es beim Milan Cricket and Football Club 1908 zu einem Disput zwischen Einheimischen und Ausländern. Unter letzteren befanden sich auch einige Schweizer wie Enrico Hintermann, der nun zum Motor einer Abspaltung avancierte, die sich bezeichnenderweise FC Internazionale - kurz: Inter - nannte. Als Inter 1910 die Liga gewann, standen neun Schweizer im Team. Stade Helvétique Marseille, zwischen 1909 und 1913 dreimal Französischer Meister, wurde von einem Kreis Schweizer Geschäftsleute gegründet. Der Schweizer Einfluss reichte bis nach Paris, wo ein Klub mit dem Namen Union Sportive Suisse zu den führenden Adressen zählte.

 

Ein Schweizer gründet den FC Barcelona

Von besonderem Interesse ist die Geschichte des FC Barcelona, der 1899 vom Schweizer Hans Kamper ins Leben gerufen wurde. In der Schweiz war Kamper zunächst für den FC Excelsior am Ball. Anschließend gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des FC Zürich. 1898 zog Kamper ins französische Lyon, wo er für die Crédit Lyonnais arbeitete und für den Football Club de Lyon spielte. In die katalanische Metropole verschlug ihn der Zufall. Der Geschäftsmann Kamper befand sich auf dem Weg in den Westen Afrikas, wo er einige

Handelsgesellschaften aufbauen sollte. Doch Kamper blieb in Barcelona hängen, wo er Chef-Buchhalter der lokalen Straßenbahngesellschaft wurde. Mittels einer Zeitungsanzeige mobilisierte er weitere Fußballenthusiasten und gründete den FC Barcelona. Zu den ersten Aktivisten gehörten auch sein Landsmann Otto Kunzle, die Engländer Walter Wild sowie John und William Parson und die beiden Katalanen Lluís d'Osso und Bertoméu Terrades. Die Mehrheit der elf Gründungsmitglieder waren Ausländer. Die Trikotfarben des FC Barcelona sollen auf Kampers Heimatkanton zurückgehen. Die "Barca"-Mitglieder wählten Kamper bis 1930 fünfmal zu ihrem Präsidenten. Zwischenzeitlich war aus Hans Kamper Juan Gamper geworden, und im Hause des "Barca"-Gründers wurde katalanisch gesprochen. Aufgrund seiner Sympathien für die katalanische Nationalbewegung musste Kamper alias Gamper Spanien 1925 auf Geheiß der autoritären Regierung von Primo de Rivera für sechs Monate verlassen.
Auch der deutsche Fußballpionier Walther Bensemann besuchte zeitweise eine Schweizer Privatschule. Im Alter von zehn Jahren hatten ihn seine Eltern auf eine englische Schule in Montreux geschickt, wo Bensemann eine Begeisterung für alles entwickelte, was er für "typisch englisch" hielt. 1883 wurde Bensemann erstmals Zeuge eines Fußballspiels englischer Mitschüler, die allerdings Rugby spielten. Und auch Vittorio Pozzo, der als Trainer Italien 1934 und 1938 zum WM-Titel führte (s. u.), verbrachte lehrreiche Jahre in der Schweiz, wo er nicht nur einer kaufmännischen und sprachlichen Ausbildung nachging.

Im Vorfeld des Ersten Weltkriegs und im Zuge der Popularisierung des Spiels kam es dann zu seiner forcierten Nationalisierung. In der Existenz eines transnationalen Netzwerks einerseits und in der Nationalisierung des Spiels anderseits war letztendlich schon angelegt, was sich später zum Fußball-Weltturnier entwickeln sollte.

 

Europa trifft Südamerika

Nicht weniger als 198 Länder wollten beim FIFA World Cup 2006 in Deutschland dabei sein. Die regionale Verteilung der Interessenten gestaltete sich wie folgt: Europa 52, Afrika 51, Asien 39, Nord-, Mittelamerika und die Karibik 34, Ozeanien zwölf und Südamerika zehn. Als erster Kontinent begann bereits im Oktober 2003 Afrika mit der Qualifikation. Asien folgte am 19. November 2003 mit einem Vorqualifikationsspiel zwischen Afghanistan und Turkmenistan, das die Rückkehr des einst von den Taliban beherrschten Landes in die Weltfußball-Familie markierte. Afghanistan unterlag mit 0:11 und 0:2, was auf einen gewissen fußballerischen Nachhol- und Lernbedarf des Landes hindeutete.

Die Anfänge des FIFA World Cups hingegen gestalteten sich deutlich bescheidener. Zunächst einmal galt es eine interkontinentale Brücke zwischen Europa und Südamerika zu etablieren, noch heute die beiden Hauptpfeiler des Weltfußballs. Dass Südamerika nach Europa zur zweiten Säule des Weltfußballs avancierte, war eine Folge der intensiven britischen Handelsbeziehungen mit diesem Teil der Welt. In den 1880er-Jahren betrug Südamerikas Anteil an den britischen Auslandsinvestitionen stattliche 20 Prozent. Besonders ausgeprägt war der britische Einfluss in Argentinien und Uruguay. Hier machten die großen britischen Kolonien die einheimische Bevölkerung mit den englischen Freizeitbeschäftigungen Cricket, Rudern, Polo, Tennis und Fußball vertraut. In Buenos Aires, der ältesten Fußballkapitale des Kontinents, hoben 1867 die englischen Bürger Thomas Hogg, dessen Bruder James und William Herald mit dem Buenos Aires FC den ersten Fußballklub Südamerikas aus der Taufe. Bis 1906 war Englisch die offizielle Amtssprache der Argentine Football Association (AFA). Die Hispanisierung des Verbandsnamens zu Asociación del Fútbol Argentino (AFA) erfolgte erst 1912. In Uruguay sorgten vor allem die in Montevideo angesiedelten britischen Bildungsinstitutionen für die Verbreitung des Spiels. Im Mai 1891 gründete William Leslie Pool, Lehrer an der English High School, den Albion Cricket Club, der ab 1893 auch eine Fußballsektion unterhielt. Viele der ersten Klubs formierten sich um britische Unternehmen und Fabriken in der Hauptstadt. Schon früh entwickelte sich ein Spielverkehr zwischen den beiden Ländern, deren Hauptstädte nur 110 Meilen auseinander lagen. Am 16. Mai 1901 bestritten Argentinien und Uruguay das erste Länderspiel gegeneinander, zugleich das erste Länderspiel außerhalb Großbritanniens, wo bereits 1872 auf dem West of Scotland Cricket Ground in Glasgow eine schottische und eine englische Auswahl aufeinander getroffen waren. 1883 trugen die britischen Verbände erstmals die britische Meisterschaft aus, das erste Länderturnier überhaupt, die 1984 eingestellt wurde.

1905 wurde zwischen Argentinien und Uruguay erstmals ein Pokal ausgespielt, dessen Namensgeber der schottische Philanthrop und Tee-Baron Thomas Lipton war. In Brasilien verlief die Entwicklung langsamer und komplizierter. Hier waren nicht nur die Briten, sondern auch andere europäische Einwanderer - wie beispielsweise die Deutschen - für die Einführung des Spiels verantwortlich.

 

Hohes Niveau der Südamerikaner beeindruckt Europa

In Südamerika erreichte der Fußball sehr frühzeitig ein sehr hohes Niveau, das auch die Europäer beeindruckte. Bereits 1916 wurde die erste Südamerikameisterschaft ausgetragen. Sieger des weltweit ersten Kontinental-Championats war Uruguay, das den Wettbewerb mit Argentinien bis 1949 dominierte. Nur dreimal, nämlich 1919, 1922 und 1939 hieß der Sieger weder Uruguay noch Argentinien, sondern Brasilien (1919; 1922) bzw. Peru (1939).

Eine Schlüsselstellung bezüglich der Errichtung einer interkontinentalen Fußballbrücke zwischen Europa und Amerika kommt den olympischen Fußballturnieren von 1924 und 1928 zu, die beide von Uruguay gewonnen wurden.

Die "Urus" waren das erste Nationalteam Südamerikas überhaupt, das Europa besuchte. Mit ihrem schwarzen Superstar José Leandro Andrade lehrte die "Celeste" den Europäern eine bis dahin weithin unbekannte Spielweise, die im Gegensatz zur britischen Schule stand und die von Ballgefühl, Individualismus, Improvisationsgeist und Leidenschaft geprägt war. Aber auch in taktischer Hinsicht wussten die Südamerikaner zu beeindrucken. Das europäische Publikum war von ihren Darbietungen fasziniert.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg waren englische, italienische und portugiesische Klubs nach Südamerika aufgebrochen, wo sie in Brasilien, Argentinien und Uruguay Eindruck hinterließen. Nach der Olympiade 1924 verlief die Reisetätigkeit in umgekehrter Richtung. Südamerikanische Fußballer waren nicht mehr nur Exoten, sondern eine sportliche Attraktion. Im Februar 1925 begann Nacional Montevideo eine fünfmonatige Europa-Tournee, der sogar die heimische Meisterschaft geopfert wurde. Das mit einigen Olympiasiegern gespickte Team spielte in 160 Tagen in neun Ländern und 23 Städten. Die Spiele wurden von insgesamt 700.000 Zuschauern verfolgt. In Deutschland empfing in der Saison 1926/27 der FC Bayern München das Team von Penarol Montevideo im Stadion an der Grünwalder Straße. Der uruguayische Meister mobilisierte die Rekordkulisse von 30.000 Zuschauern. Auch Boca Juniors aus der argentinischen Hauptadt Buenos Aires und den brasilianischen AC Paulistano mit dem Starspieler Artur Friedenreich zog es nach Europa.

 

Vom Olympischen Turnier zur Fussball-WM

Die Idee einer Fußball-Weltmeisterschaft war erstmals 1905 vom Niederländer Anton Willem Hirschmann auf der zweiten Versammlung der Fédération Internationale de Foot-ball Association (FIFA) vorgetragen worden. Hirschmann hatte in Bern sogar schon einen Spielplan in der Tasche. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich erst zwölf nationale Verbände unter dem Dach des 1904 in Paris gegründeten Weltverbands. Hirschmanns Enthusiasmus stieß auf wenig Resonanz.

Bei der Olympiade 1908 in London war erstmals auch der Fußball im Programm. Sieger des ersten olympischen Fußballturniers war eine Auswahl Großbritanniens. Bei den folgenden Spielen 1912 in Stockholm konnten die Briten ihren Titel verteidigen. Der Erste Weltkrieg bereitete dann dem Internationalismus der FIFA-Macher ein jähes Ende. Auch die Olympiade 1916, für die Berlin als Austragungsort vorgesehen war, fiel dem Krieg zum Opfer. Zwei Jahre zuvor hatte die FIFA das olympische Fußballturnier als "Amateur-Weltmeisterschaft" anerkannt.

1924 in Paris lag die Organisation des olympischen Turniers dann erstmals bei der FIFA. Die Veranstaltung geriet zu einem großen Erfolg. 22 Nationen nahmen teil, darunter mit Uruguay auch erstmals ein Team aus Südamerika. 1928 in Amsterdam waren dann außer dem Titelverteidiger Uruguay auch noch Argentinien und Chile zugegen.

Die Turniere von 1924 und 1928 dokumentierten die Möglichkeit einer eigenständigen Fußball-Weltmeisterschaft. Hinzu kam, dass Profis von der olympischen Veranstaltung ausgeschlossen waren, wenngleich eine Reihe südamerikanischer Kicker kaum "Amateure" gewesen sein dürften. Bereits 1926 hatte der Franzose Henri Delaunay für die FIFA erklärt: "Der internationale Fußball kann nicht länger innerhalb der Beschränkung der Olympischen Spiele existieren; viele Länder, in denen der Professionalismus nun anerkannt und organisiert ist, können nicht länger durch ihre besten Spieler repräsentiert werden." Ein eigenständiges Fußball-Weltturnier sollte nun Profis und Amateure vereinen und einen Vergleich zwischen den tatsächlich stärksten Mannschaften ermöglichen.

 

Bescheidener Auftakt

 

 

DAS ERSTE WM-TURNIER FAND 1930 IN URUGUAY STATT. STAR DER „URUS“ WAR DER LEGENDÄRE JOSÉ LEANDRO ANDRADE (HINTERE REIHE, ZWEITER VON RECHTS). URUGUAY GING IM FINALE GEGEN ARGENTINIEN (4:2) ALS ERSTER FUSSBALLWELTMEISTER IN DIE GESCHICHTE EIN. 

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Das erste WM-Turnier fand 1930 in Uruguay statt. Die Südamerikaner erhielten den Zuschlag, weil die europäischen Interessenten mit dem (finanziellen) Engagement des uruguayischen Staates für das Weltturnier nicht konkurrieren konnten und mochten. Bereits das erste WM-Turnier besaß eine politische Dimension, korrespondierte es doch mit den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Uruguays. Eigens für die WM ließ die Regierung in Montevideo das Estadio Centenario bauen.
Bei der ersten Austragung waren Afrika und Asien noch nicht dabei, ebenso wenig Ozeanien. Da ohnehin nur 13 Länder teilnahmen, durfte man auf eine Qualifikation verzichten. Von den zwölf Gästen wurden einige mehr oder weniger nach Südamerika getrieben. Zwei Monate vor dem Anpfiff des Turniers war noch kein europäisches Land gemeldet. Der Ausrichter sah sich bemüßigt, die Europäer mit der Übernahme von Reise- und Unterbringungskosten zu locken; zu wenig für einige von ihnen. So wurde zusätzlich ein üppiges Antrittsgeld verlangt. Schließlich traten nur Rumänien, Belgien, Jugoslawien und Frankreich die lange Seereise an. Keines dieser Länder zählte zu den europäischen Topadressen, und viele ihrer Auswahlspieler mussten auf Grund beruflicher Verpflichtungen daheim bleiben. Die restlichen neun Teilnehmer kamen vom amerikanischen Kontinent: zwei aus Nord- bzw. Mittelamerika, sieben aus Südamerika.

 

Eine primär südamerikanische Veranstaltung

Die erste WM war somit eine primär südamerikanische Veranstaltung. Im Finale blieben die Südamerikaner mit Gastgeber Uruguay und Argentinien unter sich - bis heute das einzige rein südamerikanische Finale in der Geschichte des Turniers.

Vor dem Anpfiff des Finales beschlagnahmten uruguayische Soldaten und Polizisten 1.600 Revolver. Der belgische Referee John Langenus hatte angeordnet: "Keine Waffen im Stadion." Die Begegnung im Estadio Centenario Montevideo wurde von 93.000 Zuschauern verfolgt. Star der "Urus" war - wie schon 1928 in Amsterdam - José Leandro Andrade, der beim 5:1-Sieg über Frankreich ein 75-Meter-Solo hinlegte, bei dem er gleich sieben Gegenspieler aussteigen ließ. Das erste WM-Finale war bereits die 112. Begegnung zwischen der "Celeste" und der "Albiceleste".

Die Veranstaltung geriet wider den Erwartungen europäischer Verbände sowohl sportlich wie wirtschaftlich zu einem Erfolg und animierte zur Fortsetzung des WM-Projekts. Die 17 Spiele wurden von immerhin 447.500 Zuschauern besucht, von denen allerdings fast 93 Prozent auf nur fünf der Begegnungen entfielen, vier davon bestritt der Gastgeber. In Buenos Aires wurde nach dem Abpfiff des Finales das uruguayische Konsulat mit Steinen beworfen. Der frustrierte Mob löste sich erst auf, nachdem die Polizei mehrere Schüsse abgegeben hatte.

 

Sportlicher Nationalismus wird gestärkt

Die WM-Premiere veränderte das Klima im Weltfußball. Das Turnier stärkte den sportlichen Nationalismus, was die Attraktivität des Wettbewerbs erhöhte. Die Idee international organisierter Kräftevergleiche hatte sich durchgesetzt, wenngleich unter etwas anderen Vorzeichen, als von den internationalistisch gesonnenen FIFA-Pionieren ursprünglich gedacht.

Die WM bewirkte zudem die Ausweitung des bis dahin weitgehend auf Europa beschränkten internationalen Spielermarktes und forcierte den Exodus südamerikanischer Akteure in Richtung Europa. Des Weiteren markierte das Turnier den Beginn eines internationalen Sporttourismus'. Vor dem Finale kreuzten zirka 20.000 Argentinier auf Passagierdampfern den River Plate. Aber auch die anderen südamerikanischen Teams wurden von zahlreichen Fans begleitet.

 

Fussball und Faschismus

Die folgende WM 1934 wurde in Europa bzw. Italien ausgetragen. Gemeldet waren immerhin schon 32 der mittlerweile 47 FIFA-Mitglieder, sodass erstmals eine Qualifikation erforderlich war. Mit dem Spiel Italien gegen die Tschechoslowakei kam es zu einem europäischen Finale. Im mit 55.000 Zuschauern nicht ausverkauften Stadio Nazionale del Partido Fascista in Rom gewann der Gastgeber nach Verlängerung mit 2:1.

So richtig funktionierte die interkontinentale Brücke zwischen den beiden Pfeilern des Weltfußballs - Südamerika und Europa - noch nicht. Weltmeister Uruguay verzichtete auf eine Titelverteidigung, Retourkutsche für das Fernbleiben Italiens 1930. Lediglich Argentinien und Brasilien waren nach Europa gekommen. Argentinien schickte allerdings nur eine drittklassige Garnitur, da es die aggressive Rekrutierungspolitik italienischer Klubs fürchtete. 1925 hatte der AC Turin den Argentinier Julio Libonatti verpflichtet, der italienischer Abstammung war. Libonatti und die Darbietungen Uruguays und Argentiniens beim Olympischen Turnier 1928 hinterließen bei Umberto Agnelli, Boss der FIAT-Werke und des Lokalrivalen Juventus Turin, einen derart starken Eindruck, dass er Argentiniens Star Raimundo Orsi in den Norden Italiens lockte. Orsi verdiente dort das 15-fache eines italienischen Grundschulllehrers. 1931 wurde auch sein Landsmann Luisitó Monti "Italiener", nachdem er ein 150.000-Lire-Angebot von Juventus angenommen hatte. Bei der WM 1934 trat Ita-lien mit vier Spielern - neben Orsi und Monti noch Enrique Guaita und Atilio Demaría - an, die zuvor das Trikot der "Albiceleste" getragen hatten. Drei der "Ex-Argentinier" - Monti, Guaita und Demaría - besaßen nach dem WM-Reglement keine Spielberechtigung für die "Squadra Azzurra", doch die FIFA drückte beide Augen zu. Von 1929 bis 1943 verdingten sich 118 so genannte "Rimpatriati" in der italienischen Liga. Dabei handelte es sich um Spieler vom südamerikanischen Subkontinent, die auf italienische Wurzeln verweisen und die italienische Staatsbürgerschaft beanspruchen konnten, die ihnen von der faschistischen Diktatur auch bereitwillig gewährt wurde. 60 der "Rimpatriati" kamen aus Argentinien, 32 aus Uruguay und 26 aus Brasilien.

Mit zwölf europäischen und nur vier außereuropäischen Teilnehmern war das Turnier gewissermaßen eine Umkehrung der Veranstaltung von 1930, und bereits im Viertelfinale waren die Europäer unter sich.

 

Die WM als Propagandainstrument

Mit Ägypten und einem aus jüdischen Siedlern bestehenden Team Palästinas hatten erstmals auch Afrika und Asien gemeldet, in der Endrunde waren dann aber nur die Nordafrikaner dabei. Es sollte allerdings bis 1970 die letzte Endrundenteilnahme eines afrikanischen Landes bleiben.
Auf dem Turnier lastete ein politischer Schatten. Das faschistische Mussolini-Regime erkannte den politischen Nutzen des Spiels und internationaler Sportwettkämpfe und investierte erhebliche Summen in den Bau und die Modernisierung von Stadien und Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur. Die WM riss ein tiefes Loch in die Staatskasse, das man nun u. a. durch Lohnkürzungen zu stopfen versuchte. Auch vor einer massiven Beeinflussung der Schiedsrichter schreckten die Ausrichter nicht zurück.

Italien spielte mit einem System, das "il metodo" genannt wurde und dem Land erstmals das Image eines Horts des Defensivfußballs verpasste. Für manche Beobachter repräsentierte das System die faschistische Denkweise von Fußballern als (unbewaffnete) Krieger der Nation.

Der Weltmeister von 1934 ging als "hässlicher Sieger" in die Annalen ein. Sowohl aufgrund der politischen Umstände seines Triumphes wie seiner häufig überharten Spielweise. Nicht wenige Beobachter waren der Auffassung, dass Italien dieses Turnier nur im eigenen Land gewinnen konnte.

An der WM 1930 hatte Deutschland nicht teilgenommen, da auch Profis zugelassen waren. Der DFB stand mit dem Professionalismus auf dem Kriegsfuß. Die Nationalsozialisten betrachteten den Profi-Sport als "verjudete" Angelegenheit. Trotzdem wurde zur WM in das befreundete Mussolini-Italien ein Team entsandt, dessen Spieler mitnichten reine Amateure waren. Offiziell gingen die Nationalspieler einem "ordentlichen Beruf" nach, de facto wurden sie von ihren Arbeitgebern für ihr "Hobby" Fußball freigestellt oder mit "leichter Arbeit" versorgt. Reichstrainer Dr. Otto Nerz und sein Team bereiteten sich mit einem ausgedehnten Trainingslager auf die WM-Premiere vor, Testspiele gegen das englische Profiteam Derby County eingeschlossen. Wo den Arbeitgebern Ausfallgelder zu zahlen waren, sprang Berlin ein. Die Nerz-Elf erreichte das "kleine Finale", wo man das mittlerweile in die Jahre gekommene "Wunderteam" der Österreicher mit 3:2 schlug. Spiel und Ergebnis hatten auch eine politische Note. In Österreich war der Profifußball bereits 1924 legalisiert worden, und Wien war eine Metropole des so genannten "Donaufußballs", quasi ein Gegenentwurf zum englischen Spielstil, der dem deutschen Gekicke einige Jahre deutlich überlegen war. Für die nationalsozialistischen Fußballfunktionäre war der Wiener Fußball das Feindbild schlechthin, auch weil sich unter seinen Funktionären, Managern und Spielern eine Reihe von Juden befand. Nach seiner Rückkehr aus Italien wurde das Team von Reichstrainer Otto Nerz als "Amateur-Weltmeister" gefeiert.

 

Erstes "Jahrhundertspiel" und "grossdeutsches" Debakel

Auch die WM 1938 in Frankreich war eine primär europäische Angelegenheit. Zwölf europäischen Teilnehmern standen jeweils ein Teilnehmer aus Südamerika, Nord- und Mittelamerika und erstmals auch Asien gegenüber. Mit Kuba und Niederländisch Indien konnten sich zwei von den Europäern als "exotisch" empfundene Länder qualifizieren.

Im Stade de la Meinau zu Strassburg erlebten 25.000 Zuschauer das erste "Jahrhundertspiel" in der Geschichte des Weltturniers, bei dem sich Brasilien und Polen gegenüberstanden. Nach 120 Minuten gewann die südamerikanische Mannschaft, für die der schwarze Spieler Leonidas, den Europäern als "Diamante Negro" (Schwarzer Diamant) angekündigt, vier Tore erzielte, mit 6:5. Die Begegnung von Straßburg ist bis heute die torreichste in der WM-Geschichte. Ebenfalls viermal traf der Oberschlesier Ernest Willimowski, der später auch noch als Ernst Willimowski das Trikot der deutschen Nationalmanschaft tragen sollte.

Weltmeister wurde erneut Italien, dieses Mal vollauf verdient. Im Finale wurde Ungarn im Pariser Stade des Colombes mit 4:2 besiegt. Die Italiener erwiesen sich gegenüber den ungarischen Ballkünstlern als dynamischer, geradliniger und durchschlagskräftiger. Auch in taktischer Hinsicht stellten sie das modernere Team.

Die deutsche Nationalelf erlebte ein Desaster: Nach dem "Anschluss" Österreichs hatte Reichstrainer Sepp Herberger die Nationalelf gemäß der 6:5-Formel aufzustellen - sechs Deutsche, fünf Österreicher oder umgekehrt. Ein Projekt, auf das weder die deutschen noch die österreichischen Kicker, die unterschiedlichen Fußballphilosophien frönten, Lust verspürten. Herberger später: "Jede einzelne Mannschaft wäre besser als eine gemischte gewesen."

Das "Aus" kam bereits in Runde eins, nachdem man der Schweiz im Wiederholungsspiel mit 2:4 unterlegen gewesen war, was im Land der Eidgenossen einen nationalen Taumel auslöste.

Vittorio Pozzo, Trainer und Architekt der Squadra Azzurra, prophezeite den dritten und endgültigen Gewinn des Coup de Rimet beim folgenden Turnier 1942. Doch der Zweite Weltkrieg torpedierte Pozzos Ambitionen. Die WM wurde abgesagt, das designierte Austragungsland Deutschland aus der FIFA ausgeschlossen.

 

1950 - Die Brücke steht

Nach dem Krieg nahm der interkontinentale Charakter des Turniers an Fahrt zu, auch befördert durch Entwicklungen im Transportwesen, namentlich der zivilen Luftfahrt. Die WM 1950 in Brasilien geriet zum ersten wirklichen "Interkonti-Turnier". Europa war mit sechs Ländern vertreten, darunter nun auch erstmals das "Fußball-Mutterland" England, das dem Projekt einer WM bis dahin die kalte Schulter gezeigt hatte. Der von England mit großer Skepsis betrachte Aufbau internationaler Strukturen war eine Sache anderer Länder gewesen, allen voran Frankreichs.

Südamerika stellte in Brasilien fünf Teilnehmer. Auch die USA waren dabei und sorgten mit einem historischen 1:0-Sieg über England für eine handfeste Sensation. Mit seiner Politik der "Splendid Isolation" hatte England, das sich bis dahin als der "wahre Weltmeister" betrachtet hatte, den Anschluss an die Entwicklung des Weltfußballs verloren. 1953 empfing England auf dem "heiligen Rasen" von Wembley Olympiasieger Ungarn. Puskas, Hidegkuti, Kocsis, Bozsik und Co. gewannen mit 6:3, demontierten den "Lehrmeister" nach allen Regeln der Fußballkunst und zerstörten den Glauben an die ewige Überlegenheit des englischen Fußballs. "Zeigt ihnen wer die Lehrmeister sind, Boys", hatten die englischen Gazetten noch vor dem Spiel getönt. 1955 veröffentlichte der aus Wien stammende Journalist Willy Meisl sein Buch mit dem Titel "Soccer Revolution" - eine brillante Analyse der Entwicklung des englischen Fußballs wie des Spiels überhaupt. Meisl diagnostizierte einen Mangel an Intelligenz im englischen Spiel. Beim Duell mit Ungarn hätte "Hirn über Muskeln" triumphiert.

 

Brasiliens Tragödie im Maracana-Stadion

Doch zurück zum Turnier von 1950. Die brasilianische Regierung und die Stadt Rio de Janeiro hatten für das Turnier das größte Stadion der Welt bauen lassen. Zum letzten Spiel der Finalrunde waren 199.854 Zuschauer in das Maracana-Stadion gekommen, um den neuen Weltmeister Brasilien zu feiern. Stattdessen wurden sie Zeugen der größten Tragödie in der Fußballgeschichte Brasiliens. Selbst fünf WM-Titel bzw. der Status des Rekord-Weltmeisters konnten die 90 Minuten von Maracana bis heute nicht vergessen machen. Dem Gastgeber genügte bereits ein Remis gegen den härtesten Widersacher Uruguay, doch am Ende hatte die "Celeste" mit 2:1 die Nase vorn. Die Brasilianer spielten zwar den schönsten Fußball auf dem Subkontinent, aber in taktischer Hinsicht waren ihnen die "europäischer" agierenden Uruguayer überlegen. Mit Obdulia Varela nahm erstmals in der Geschichte der WM ein farbiger Spielführer die Trophäe in Empfang.

Nach der Pleite im eigenen Land begann in Brasilien eine heftige Diskussion um das Mitwirken farbiger Spieler. 1888 war Brasilien das letzte Land gewesen, das offiziell die Sklaverei abschaffte. Im Sport blieben Schwarze bis in die 1920er-Jahre hinein weitgehend ausgeschlossen. Einige führende Klubs wie Fluminense, Botafago, Gremio und Palmeiras verfolgten diese Politik bis in die 1950er-Jahre hinein. Forciert wurde die Debatte noch durch das Ausscheiden der Selecao bei der folgenden WM in der Schweiz. Brasiliens Nationaltrainer ortete den "Rassenmix" als Ursache des Scheiterns: "Die Übel liegen tiefer als nur im taktischen Bereich, sie gehen auf die Gene zurück."

 

Das "Wunder von Bern"

Afrika, Asien und Ozeanien blieben auch bei den folgenden Turnieren weitgehend unberücksichtigt, wenngleich 1954 in der Schweiz mit Südkorea zum zweiten Male ein asiatischer Vertreter auftauchte. In der Schweiz gewann mit Deutschland zum ersten und bis heute einzigen Male ein Außenseiter das Turnier. Im Berner Wankdorfstadion, wo das Team von Trainer Sepp Herberger de facto ein Heimspiel absolvierte, verwandelten Fritz Walter und Co. vor 60.000 Zuschauern einen 0:2-Rückstand gegen die hoch favorisierten Ungarn in einen 3:2-Sieg. Die staunende Öffentlichkeit konstatierte ein "Wunder".

Kein anderer sportlicher Triumph der deutschen Nationalelf wurde so politisiert wie das "Wunder von Bern". Dabei agierte die offizielle Politik eher zurückhaltend: Beim Finale waren weder der Kanzler noch irgendein anderer Bundesminister zugegen. Auch nach dem Abpfiff begab sich kein hochrangiger Politiker nach München, um die Weltmeister zu empfangen. Die offizielle Politik wurde von der öffentlichen Rezeption überrascht, die politischen und gesellschaftlichen Implikationen wurden vom "offiziellen Bonn" nur mit erheblicher Verspätung zur Kenntnis genommen und dann offenbar als eher unangenehm empfunden. Grund war die massive politische Instrumentalisierung des Sports durch die Nationalsozialisten.

Mit einem Schnitt von sagenhaften 5,4 Toren pro Spiel war das Turnier das bis heute torreichste, wozu der neue Weltmeister erheblich beitrug: Gegen die Ungarn unterlag man beim ersten Aufeinandertreffen in der Vorrunde zunächst mit 3:8. Anschließend schlug das DFB-Team die Türkei mit 7:2 und Österreich mit 6:1. Mit 25 Treffern in sechs Spielen waren die Deutschen der bis heute torhungrigste Weltmeister.

 

Endlich Brasilien

Seit der Einführung der WM war Brasilien der einzige Dauergast gewesen. In Schweden 1958 durften die Ballkünstler endlich ihren ersten WM-Titel einfahren - nicht zuletzt dank einer für die damaligen Verhältnisse äußerst professionellen Vorbereitung. Im Finale besiegte die Selecao Gastgeber Schweden mit 5:2. Star des Turniers war ein 17-jähriger junger Mann, der auf den Namen Pelé hörte. Die "Frankfurt Rundschau" schrieb über die Darbietungen der Brasilianer, eine Schilderung ihrer Ballbehandlung sei "mit europäischen Vokabeln nicht möglich, weil es für die ständigen Tricks und Täuschungen keine Worte gibt, da sie selbst in Fußball-Europa nicht vorkommen."

Beim "Treter-Turnier" in Chile 1962 konnte Brasilien den WM-Titel verteidigen. Die Turniervorbereitung der Selecao verlief erneut sehr professionell. Mittels Höhentraining wurden Lungenvolumen und der Anteil roter Blutkörperchen erhöht. Gegenüber 1958 war die Mannschaft nur auf wenigen Positionen neu besetzt und somit bestens eingespielt.

Auf dem Spielfeld ging es häufig brutal zu. Das schlimmste aller Spiele fand zwischen dem Gastgeber und Italien statt. Statistiker errechneten, dass von den ersten 20 Minuten nur fünf dem Ball gewidmet waren. Hinzu kam eine starke Defensivorientierung vieler Teams. Mit lediglich 2,78 Toren im Schnitt pro Spiel wurde ein neuer Minusrekord aufgestellt. Der Zuschauerschnitt war mit 24.250 der bis heute magerste in der WM-Geschichte.

Bei der Selecao schied Pelé bereits nach dem zweiten Gruppenspiel verletzt aus, aber dafür hatten die Brasilianer noch ihren Flügelstürmer und Dribbelkönig Garrincha. Im Finale besiegten sie die Tschechoslowakei vor 68.679 Zuschauern im Estadio Nacional in Santiago mit 3:1.

 

 

BRASILIENS FUSSBALL- LEGENDE PELÉ POSIERT BEI DER ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG „100 JAHRE PLANET FUSSBALL“ IN LAUSANNE NEBEN EINEM FOTO, DAS IHN ALS AKTEUR IN SEINER AKTIVEN LAUFBAHN ZEIGT. DER AUFSTIEG DIESER IKONE DES FUSSBALLS BEGANN ALS 17-JÄHRIGER BEI DER WM IN SCHWEDEN 1958.

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Im "Mutterland des Fussballs"

1966 war endlich das "Mutterland des Fußballs" Austragungsort. Für die Engländer war es erst die vierte Endrundenteilnahme. Die Qualifikation fand ohne Afrika statt. Da die FIFA-Führung Afrika und Asien nur einen gemeinsamen Platz zugestand, boykottieren 15 zunächst gemeldete afrikanische Länder die Veranstaltung. Südafrika mochte wohl teilnehmen, wurde aber aufgrund seiner Politik der Apartheid von der FIFA ignoriert.

Bei den vorausgegangenen vier Turnierteilnahmen hatten die Engländer wenig bewegen können. 1950 und 1958 schied das "Mutterland" bereits in der Vorrunde aus, 1954 und 1962 jeweils im Viertelfinale. Doch im eigenen Land sah dies nun anders aus.

Im Finale kam es zum "Klassiker" England gegen Deutschland, das vor 96.924 Zuschauern im Wembleystadion - unter ihnen die Queen - durch das berühmteste und umstrittenste "Tor" der WM-Geschichte entschieden wurde. Sein Schütze hieß Geoffrey Hurst, der noch zwei weitere Treffer zum 4:2-Sieg der Engländer beisteuerte. Es bleibt der Spekulation überlassen, ob Schiedsrichter Gottfried Dienst aus der Schweiz das "dritte Tor" auch in einer anderen Arena gegeben hätte. In Deutschland haderte man vor allem mit dem russischen Linienrichter Bachmarov. So schrieb Robert Becker im "Kicker" nicht ohne politischen Unterton: "Ein russischer Linienrichter schenkte England die Fußball-Weltmeisterschaft (...). Die Hauptschuld an diesem traurigen Ende, an diesem Skandal, den das Spiel nicht verdient hatte, trägt der Fußball-Weltverband FIFA. Sie hat bei der Ansetzung der Schieds- und Linienrichter ohne jedes Fingerspitzengefühl reagiert, schlimmer noch: ohne Sachverstand (...). Ausgerechnet ein Russe! Nachdem wir die UdSSR im Halbfinale eliminiert und sie dabei einen Spieler durch Platzverweis verloren hatten." Das offizielle Bonn reagierte angesichts der sich anbahnenden Ost-West-Entspannungspolitik gelassen. Bundespräsident Heinrich Lübke überraschte die Nationalspieler bei einem Empfang sogar mit einer Version des Geschehens, die nicht einmal in England Zustimmung fand und für die es auch filmdokumentarisch keinerlei Beleg gibt: "Der Ball war drin! Ich habe den Ball im deutschen Tor liegen gesehen."

Erbost waren aber nicht nur einige deutsche Medien ("Bild": "Schiedsrichter Dienst soll sich sein Leben lang vor ganz Deutschland schämen!"), sondern auch die Südamerikaner. Argentinien und Uruguay waren im Viertelfinale an England bzw. Deutschland gescheitert. Während bei Argentinien gegen England ein deutscher Schiedsrichter das Spiel leitete, übernahm diese Aufgabe bei Uruguay gegen Deutschland ein Engländer. Bei den beiden Begegnungen wurden gegen die Südamerikaner insgesamt drei Platzverweise ausgesprochen; und Englands Siegtreffer zum

1:0 fiel aus abseitsverdächtiger Position. Die Südamerikaner vermuteten ein europäisches Komplott. Argentiniens Elf wurde bei ihrer Rückkehr in die Heimat demonstrativ vom Junta-General Juan Carlos Ongania empfangen. Die Tageszeitung "Crónica" titelte: "Zunächst stahlen uns die Engländer die Malwinen, und nun auch noch den World Cup." FIFA-Präsident Stanley Rous wurde sogar als "zweiter Hitler" denunziert.

1966 deutete sich erstmals an, dass die "Exoten" aus den "Entwicklungszonen" Asien und Afrika eines Tages zu einer ernsthaften sportlichen Herausforderung für Europäer und Südamerikaner avancieren könnten. So besiegte der krasse Außenseiter Nordkorea den zweifachen Weltmeister Italien mit 1:0, was für diesen die vorzeitige Heimreise bedeutete.

 

Deutsche Sportdiplomatie erzielt Durchbruch

Beim WM-Turnier 1970 waren sogar sowohl Asien wie Afrika dabei, allerdings jeweils nur mit einem Land (Israel bzw. Marokko). In der Höhenluft von Mexiko - erstmals wurde ein WM-Turnier nicht in Südamerika oder Europa angepfiffen - feierte Brasilien seinen dritten WM-Triumph und durfte den Coup de Rimet behalten. Im Finale deklassierte die Selecao Italien vor 107.000 Zuschauern im Estadio Azteca von Mexiko City mit 4:1. Für Pelé war es sein letzter WM-Auftritt. Das Turnier wurde anschließend als Triumph des Offensivfußballs gefeiert. Brasilien erzielte in sechs Begegnungen 19 Treffer.

Mexiko 1970 gilt noch heute als das spielerisch beste WM-Turnier. Anstatt kraftvollen körperlichen Einsatzes dominierte die Technik. Die Schiedsrichter mussten nicht einen Platzverweis aussprechen.

Wäre es nach dem Willen von Jules Rimet gegangen, FIFA-Präsident von 1921 bis 1954 und gewissermaßen "Vater des World Cups", hätte die erste WM nicht in Südamerika bzw. Uruguay stattgefunden, sondern im Herzen Europas - genauer: Deutschland. Doch Deutschlands Fußballfunktionäre lehnten ab, weil beim Turnier auch Profis zugelassen waren. Für 1938 ging dann tatsächlich eine Bewerbung ein, doch auf Wunsch des Franzosen Rimet verzichteten die Deutschen zu Gunsten von Frankreich. Die WM 1942 fiel - wie erwähnt - der nationalsozialistischen Eroberungs- und Vernichtungspolitik zum Opfer. Nach dem Zusammenbruch galt es zunächst, die schwer beschädigte internationale Reputation zu rekonstruieren. Die Turniere 1954 und 1958 kamen für die 1950 wieder in die FIFA aufgenommene junge Bundesrepublik zu früh.

Der DFB begann nun FIFA-intern an die Abmachung bezüglich 1942 zu erinnern. 1958 forderte DFB-Präsident Dr. Peco Bauwens vom FIFA-Kongress, die Austragung des Turniers 1966 an die Bundesrepublik zu vergeben. Doch das Rennen machte nach einer Kampfabstimmung auf dem FIFA-Kongress 1960 England.

Am 8. Juli 1966 war es dann endlich soweit: Die Bundesrepublik wurde seitens der FIFA offiziell mit der Ausrichtung des WM-Turniers 1974 beauftragt. Das Votum fiel einstimmig aus. Nur wenige Monate zuvor - genauer: am 16. April 1966 - hatte das IOC der bayerischen Landeshauptstadt München den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 1972 erteilt. Das Jahr 1966 bedeutete somit für die bundesdeutsche Sportdiplomatie den Durchbruch. 21 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Herrschaft wurde Deutschland für würdig befunden, die beiden bedeutendsten internationalen Sportveranstaltungen auszutragen.

 

Rivalität mit politischer Begleitmusik

Das von Spielern des FC Bayern München dominierte DFB-Team zählte zu den Favoriten auf den Titel und wusste den Heimvorteil zu nutzen. Im Finale wurden die Niederlande vor 77.833 Zuschauern im Münchener Olympiastadion mit 2:1 besiegt. Die Begegnung geriet zum Auftakt einer intensiven und auch mit politischer Begleitmusik ausgestatteten Fußballrivalität zwischen den Nachbarländern.

In spielerischer Hinsicht stellte der "totaal voetbal" praktizierende Vize-Weltmeister das beste Team des Turniers. Die Begegnung zwischen den Niederlanden und Brasilien (2:0) ging als weiteres "Jahrhundertspiel" in die WM-Annalen ein. Die WM von 1974 wäre deshalb sicherlich in nachhaltigerer Erinnerung geblieben, wären die Niederländer als Sieger vom Platz gegangen.

1974 wurde Afrika durch Zaire vertreten, Asien musste sich um einen Platz mit Ozeanien balgen, das sich mit Australien durchsetzte. Dritter im Bunde der Kleinen war Haiti, das sich in der Nord- und Mittelamerika und Karibik-Zone qualifiziert hatte. Die Bilanz der drei Underdogs: ein Remis, acht Niederlagen, 2:33 Tore. Die "Kleinen" waren 1974 noch wirklich "klein", die "Großen" noch tatsächlich "groß".

 

Havelange contra Rous

Trotz der unveränderten Dominanz von Europäern und Südamerikanern markierte das Turnier in Deutschland einen Wendepunkt in der Geschichte der FIFA und des Weltturniers. Denn im Vorfeld der Veranstaltung wählte der in Frankfurt am Main tagende FIFA-Kongress mit dem Brasilianer Joao Havelange erstmals einen Nicht-Europäer an die Spitze des Weltverbands. Gegenkandidat war der amtierende Präsident Sir Stanley Rous. Verkörperte der Engländer aus dem öffentlichen Dienst noch den klassischen Fußballfunktionär, dem es nicht zuletzt um die Bewahrung des englischen Einflusses im Weltfußball ging, so gerierte sich Havelange als dynamischer, global denkender und agierender Fußball-Unternehmer. Havelanges Wahlkampf führte ihn durch 86 Länder, wobei er nicht nur die Stimmen Südamerikas, sondern auch Afrikas und Asiens einheimste. Der Brasilianer, der sich und sein Heimatland als Vermittler zwischen den verschiedenen Welten der einen Welt pries, versprach den "Fußball-Entwicklungsländern" eine Verdoppelung der nicht-amerikanischen und nicht-europäischen Präsenz beim Weltturnier, Hilfe beim Bau und der Modernisierung von Stadien, technische und medizinische Unterstützung sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität des dortigen Fußballs. Realisieren ließen sich diese Versprechen nur mit Hilfe von internationalen Konzernen wie Coca Cola, die nun im Windschatten der von Havelange betriebenen FIFA-Expansion neue Märkte durchdrangen und Imageverbesserung betrieben. Unter Havelange steuerte der Weltverband in die moderne Welt des Sponsorentums. John Sugden und Alan Tomlinson vom Department of Sport and Leisure Culture der University of Brighton merken hierzu an: "Havelanges Programm funktionierte traumhaft. Der Fußball weitete seine Spielbasis aus, Coca Cola dehnte seine Marktdurchdringung aus und die FIFA wurde reicher und reicher."

 

Politische Querelen

Bei den afrikanischen FIFA-Mitgliedern hatte Rous auf Grund seiner Anlehnung an das weiße Fußball-Establishment Südafrikas einen schweren Stand. Der afrikanische Regionalverband CAF hatte die Football Association of South Afrika (FASA), die den Fußball des Landes nach den Vorgaben des Apartheid-Systems organisierte, 1958 ausgeschlossen, nachdem die FASA sich geweigert hatte, beim Africa Cup ein gemischtrassiges Team aufzubieten. Rous vertrat indes die Auffassung, dass sich die FASA lediglich nach den Sitten und Gesetzen Südafrikas richte und die FIFA sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischen dürfe. Havelange versprach, dass die FASA ihre Apartheidpolitik beenden müsse. Auf dem FIFA-Kongress 1976 in Montreal erfolgte dann tatsächlich der Ausschluss Südafrikas. Auch mit dem "Ostblock" hatte es sich Rous verdorben. Grund war ein für Ende September 1973 anberaumtes WM-Qualifikationsspiel zwischen Chile und der UdSSR im chilenischen Nationalstadion zu Santiago, in dem die chilenische Militärjunta nach dem Sturz der demokratisch gewählten Regierung Allende Tausende von "Verdächtigen" gefangen gehalten und gefoltert hatte. Die UdSSR verweigerte sich dem Spielort und bat um eine Verlegung der Begegnung in eine andere Arena, doch die FIFA beschied dieses Ansinnen abschlägig. Am 21. November 1973 wurde das Spiel tatsächlich angepfiffen, allerdings ohne sowjetische Beteiligung. Die Chilenen schoben den Ball in das leere gegnerische Tor. Da kein Gegner auf dem Feld stand, der den Toranstoß hätte ausführen können, wurde das "Spiel" abgebrochen und mit 2:0 für die Südamerikaner gewertet, die dann nach Deutschland fahren durften.

Derweil hatte die Zahl der FIFA-Mitglieder drastisch zugenommen, eine Entwicklung, der auch das WM-Turnier Rechnung tragen musste. Zum Zeitpunkt der WM 1974 bildeten die Länder außerhalb der traditionellen WM-Säulen Europa und Lateinamerika bereits die Mehrheit der FIFA-Mitglieder - Folge der Dekolonisierung der Dritten Welt bzw. der Entstehung neuer souveräner Staaten.

 

Taktik und Kampfkraft gewinnen die Oberhand

1978 fand die WM zum zweiten Mal nach Italien 1934 in einem diktatorisch regierten Land statt. Im Austragungsland Argentinien hatte im März 1976 eine Militärjunta die Macht übernommen, die ihre Gegner verschleppte, folterte und ermordete. Die FIFA hatte den Machtwechsel mit Wohlwollen quittiert, da sie die Organisation und Durchführung des Turniers bei der Junta in besseren Händen wähnte als bei einer demokratisch gewählten Regierung. Im Juni 1976 erklärten die Militärs die WM zu einer Angelegenheit nationalen Interesses. In die Modernisierung der Arenen wurden zehn Prozent des nationalen Budgets investiert.

Im Finale besiegt der vom Regimegegner Luis Cesar Menotti trainierte Gastgeber die Niederlande im Estadio Monumental River Plate in Buenos Aires nach Verlängerung mit 3:1.

Das Turnier wurde von Manipulationsgerüchten begleitet. So soll sich Argentinien seinen 6:0-Sieg gegen die müden Peruaner durch Getreide- und Waffenlieferungen sowie die Freigabe eines Kredits erkauft haben. Einige Stunden zuvor hatte Brasilien gegen Polen mit 3:1 gewonnen. Um noch das Finale zu erreichen, musste das Menotti-Team Peru mit einer Differenz von mindestens vier Toren besiegen.

Die Experten konstatierten gegenüber den Turnieren von 1970 und 1974 einen Rückschritt. Taktik und Kampfkraft schienen Technik und Spielfreude endgültig den Rang abgelaufen zu haben.

 

Auf dem Weg zum globalen Event

Für das WM-Turnier 1982 wurden erstmals 24 anstatt 16 Endrundenplätze vergeben, für die sich 105 Länder bewarben. Die Ausweitung erfolgte, um Asien und Afrika feste Plätze zu garantieren - allerdings nicht auf Kosten der europäischen und südamerikanischen Präsenz. Afrika erhielt zwei Plätze, für die sich Algerien und Kamerun qualifizierten. Asien und Ozeanien wurden zusammen ebenfalls zwei Teilnehmer gestattet, wobei einer dieser Plätze an Neuseeland ging - bis 2006 Ozeaniens letzte Endrundenteilnahme.

Italien wurde zum dritten Male Weltmeister und zog mit Brasilien gleich. Im Finale besiegte die Squadra Azzurra das Team des DFB vor 90.000 Zuschauern im Bernabeu-Stadion zu Madrid mit 3:1. Mann des Spiels war Paolo Rossi ("Rossi Grandioso"), mit sechs Treffern auch Torschützenkönig des Turniers.

Gastgeber Spanien erlebte ein Fiasko. In der 1. Finalrunde unterlag man Nordirland mit 0:1, in der 2. Finalrunde trennte man sich von England torlos und verlor gegen Deutschland mit 1:2. In die spanische Fußballgeschichte ging die WM im eigenen Land als "El gran fracaso" (Das große Versagen) ein. Spaniens Scheitern wurde auch auf "ethnische Rivalitäten" zurückgeführt. Basken und Katalanen wurde ein Mangel an Identifikation mit der Selección vorgehalten. Zum Sündenbock schlechthin geriet der baskische Keeper Arconada, der sich beim Turnier außer Form präsentierte. Einige Journalisten hinterfragten Arconadas Loyalität. Zur spanischen Spielkluft gehörten schwarze Socken, doch Arconada zog die weiße Bekleidung seines baskischen Klubs Real Sociedad vor. Real Sociedad war im WM-Jahr Landesmeister geworden und hatte fast die Hälfte seiner Spieler für die Selección abgestellt.

 

Der "Bösewicht" des Weltfussballs

Spanien 1982 war auch die Geburtsstunde des hässlichen Fußball-Deutschen: Zunächst gab es eine peinliche Auftaktniederlage gegen Algerien, der ein deutsch-österreichischer Pakt gegen das Dritte-Welt-Land folgte. In Gijon war die DFB-Elf bereits nach elf Minuten in Führung gegangen. Die verbleibenden 79 Minuten verbrachten beide Teams damit, den Ball hin- und herzuschieben, denn mit diesem Spielstand waren sowohl Deutsche wie Österreicher - auf Kosten Algeriens - in der 2. Finalrunde. Der Imageschaden war riesig. "Le Figaro" sprach von "Lumpen und Idioten", und "Libération" schrieb: "Wenn die Algerier heute Rassismus rufen, haben sie nicht ganz unrecht." Die spanische Zeitung "El Commercio" behandelte das Spiel als Betrug und platzierte den Spielbericht folgerichtig im Polizeibericht ihrer Ausgabe. Dort ging es in dieser Rubrik mit einem Fahrraddiebstahl weiter.

Und es sollte noch schlimmer kommen: Im Halbfinale traf Deutschland auf Frankreich. Die Elf von Bundestrainer Jupp Derwall zeigte das einzig richtig gute Spiel bei dieser WM und gewann schließlich im Elfmeterschießen. Trotzdem verband sich mit diesem Auftritt ein weiterer, nachhaltiger Verlust an Reputation - verursacht durch das brutale Foul von Torwart Toni Schumacher am Franzosen Battiston, die folgende Reaktion des Übeltäters ("Unter Profis gibt es kein Mitgefühl. Sagt ihm, ich zahle ihm die Jacketkronen.") und die Nicht-Reaktion des DFB.

Den Titel "Bösewichte der Weltgeschichte" besaßen die Deutschen bereits dank des Zweiten Weltkrieges und des Holocausts. An diesem Abend in Sevilla erwarben sie auch noch den Ruf eines "Bösewichts des Weltfußballs". Vor dem WM-Finale, dass Deutschland mit 1:3 verlor, veröffentlichte "El Pais" ein Foto von Paul Breitner, der nur noch als "Banditenführer" tituliert wurde, und Uli Stielicke mit der Bildzeile: "Zwei hässliche Deutsche".

 

Maradonas berühmtes Handspiel

 

EINE BERÜHMTE UND VIEL DISKUTIERTE SZENE DER WM-GESCHICHTE VOM 22.6.1986 MIT TATORT AZTEKENSTADION IN MEXIKO-STADT: DIE ARGENTINISCHE FUSSBALL-LEGENDE DIEGO MARADONA BOXT IN DER 51. MINUTE DES VIERTELFINALSPIELS GEGEN ENGLAND DEN BALL INS NETZ. MARADONA BEGRÜNDETE SEINEN IRREGULÄREN 1:0-TREFFER MIT DER „HAND GOTTES“, DIE DAS TOR ZUSTANDE GEBRACHT HABE. 

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1986 hieß das Austragungsland erneut Mexiko, das damit als erstes Land zum zweiten Mal den Zuschlag erhielt. Eigentlich war Kolumbien als Gastgeber auserkoren, doch musste das Land die Austragung aus politischen und organisatorischen Gründen zurückgeben.

Das Turnier geriet zur Gala des kleinen Argentiniers Diego Maradona. Im Viertelfinale gegen England, politisch belastet durch den vorausgegangen Krieg um die Malwinen- bzw. Falkland-Inseln, beging Maradona zunächst das berühmteste Handspiel der WM-Geschichte. Der Schiedsrichter entschied auf Tor, und Maradona schob die Verantwortung dem Allmächtigen zu, dessen Hand den Ball ins Tor gelenkt habe. Anschließend gelang ihm noch ein Treffer der Marke "Traumtor", als er aus der eigenen Hälfte startend drei englische Feldspieler und den Keeper umspielte. Im Finale besiegten Maradona und Co. Deutschland vor 114.590 Zuschauern im Estadio Azteca mit 3:2. Als bestes Spiel des Turniers gilt indes die Viertelfinalbegegnung zwischen Brasilien und Frankreich, das "Les Bleus" mit 4:3 gewannen.

 

Das Weltturnier als buntes Festival

Obwohl die spielerische Qualität eher mager ausfiel, avancierte das WM-Turnier 1990 in Italien zu einem Markstein in der Geschichte des Fußballs. Europas Land des Sports schlechthin, in dem der Fußball zu keinem Zeitpunkt primär ein Arbeitersport gewesen war und das Spiel schon frühzeitig das Interesse von Kulturschaffenden und Industriekapitänen mobilisiert hatte, präsentierte die WM in einer Form, die für jeden zugänglich war - ungeachtet der Geschlechtszugehörigkeit und sozialen Herkunft.

Das Weltturnier entwickelte sich nun vom bloßen Sportereignis zum bunten Fußball-Festival, für das sich weit mehr Menschen interessierten, als nur jene, die sich normalerweise zum Fußball bekannten. Die Stadien waren modern und komfortabel, für das kulturelle Begleitprogramm sorgten keine Blaskapellen, sondern Pavarotti und Co. In den Jahren vor dem Turnier befand sich der europäische Fußball vor allem aufgrund der Katastrophen von Brüssel (1985; 39 Tote), Bradford (1985; 56 Tote) und Sheffield (1989; 96 Tote) sowie spielerischer Armseligkeit in einer schweren Krise. Kritiker prognostiziertem dem Fußball gar sein Ende. Doch die WM 1990 wurde zum Auftakt einer umfassenden Modernisierung und eines bemerkenswerten Imagewandels dieses Spiels.

Deutschland holte seinen dritten WM-Titel und schloss damit zu Italien und Brasilien auf. Im Finale traf die Mannschaft von Teamchef Franz Beckenbauer auf einen arg ersatzgeschwächten Gegner. Das DFB-Team um Kapitän Lothar Matthäus besiegte Titelverteidiger Argentinien vor 73.603 Zuschauern im Stadio Olimpico zu Rom mit 1:0. Der Siegtreffer wurde vom Elfmeterpunkt erzielt, was symptomatisch für das Turnier war. Das Finale hatten beide Teams über den Weg des Elfmeterschießens erreicht.

Mit 2,21 Toren pro Spiel verzeichnete das Turnier einen neuen Minusrekord. Die FIFA reagierte und modifizierte einige Regeln: Der Rückpass zum Torwart durfte nun von diesem nicht mehr mit den Händen aufgenommen werden; und bei "gleicher Höhe" wurde nicht mehr "Abseits" gepfiffen. Außerdem gab es fortan für einen Sieg drei anstatt nur zwei Zähler.

 

Im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten"

1994 war mit den USA erstmals ein so genanntes "Fußball-Entwicklungsland" Austragungsort einer WM. Die Populärkultur des 20. Jahrhundert war amerikanisch, oder sie blieb provinziell - mit der großen Ausnahme des Fußballs. Der Profifußball konnte sich nur dort etablieren, wo er die Herzen der Industriearbeiter eroberte. In den USA war dies aber nicht der Fall gewesen. Nicht Fußball, sondern Baseball stieg hier zum nationalen Zeitvertreib auf. Baseball besaß den Vorteil einer amerikanischen Erfindung, während Soccer als Spiel der verhassten Kolonialherren galt. Das Wohl und Wehe des Fußballs entschied sich im Jahre 1873, als die Studenten der Harvard-Universität Soccer als "weichlich" und "unamerikanisch" verwarfen und sich für Rugby entschieden. Andere Universitäten folgten dem Beispiel. In anderen Ländern wäre dies kein Hindernis für die Ausbreitung von Soccer gewesen, doch in den USA bildeten (und bilden) die Schulen und Universitäten die Basis für den Profisport.

Entgegen europäischer Skepsis geriet die WM im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" zu einem Erfolg. Im Schnitt pilgerten 68.991 Bürger in die riesigen Arenen, der mit Abstand höchste Zuschauerzuspruch in der Geschichte des Turniers. In spielerischer Hinsicht war das Turnier zumindest nicht schlechter als Italien 1990, wenngleich erstmals ein Finale torlos endete, so dass der Weltmeister per Elfmeterschießen ermittelt werden musste. In diesem behielt Brasilien gegen Italien vor 94.949 Zuschauern im Rose Bowl zu Pasadena die Oberhand und ist seither alleiniger Rekord-Weltmeister.

 

Aus 24 werden 32

Von einem Weltturnier lässt sich eigentlich mit Fug und Recht erst seit Frankreich 1998 sprechen. Die Zahl der Endrundenteilnehmer wurde weiter erhöht, von 24 auf 32. Neun der Endrundenteilnehmer kamen aus Afrika (5) und Asien (4).

Brasilien ging als Favorit in das Turnier, unterlag aber im Finale dem Gastgeber vor 80.000 Zuschauern im Pariser Stade de France klar mit 0:3. Brasiliens Trainer Zagallo ließ einen sichtlich unfitten Ronaldo auflaufen. Es wurde gemunkelt, auf Geheiß von Selecao-Sponsor Nike. Der Weltstar spielte apathisch. Die Angelegenheit sollte später noch eine Untersuchungskommission des brasilianischen Parlaments beschäftigen.

Das Finale wurde so zur großen Show eines anderen Spielers: des Franzosen Zinedine Zidane, der zwei der drei Tore erzielte. Die Franzosen konnten noch einen weiteren Titel verbuchen, denn die Équipe tricolore war wohl der "multikulturellste" Sieger der WM-Geschichte. Aus den Nationalfarben "bleu-blanc-rouge" wurde über Nacht und für einen kurzen Moment "black-blanc-beur" - schwarz, weiß und die dunkle Tönung der maghrebinischen Einwanderer. Die siegreiche Équipe tricolore wurde zum Symbol eines neuen Republikanismus und der Überlegenheit republikanischer Werte gekürt. Für Staatspräsident Chirac hatte "Frankreich seine Seele wieder gefunden." Der Schriftsteller Jean d'Ormesson von der Académie francaise konstatierte, Fußball sei das "konstitutive Element - vielleicht das einzige - eines neuen Gesellschaftsvertrags."

Trotz der negativen Schlagzeilen, für die deutsche Hooligans zu Beginn des Turniers sorgten, repräsentierte die WM 1998 eher einen Trend "hin zu einem Familienereignis und weg von kriegerischen Männlichkeitsritualen", wie die "Frankfurter Rundschau" schrieb. Das Turnier wurde auch als "Vollversammlung der Menschheit" charakterisiert. Statistisch besehen hatte sich jeder der 5,7 Mrd. Erdenbewohner sechsmal in die TV-Berichterstattung eingeschaltet.

In spielerischer Hinsicht verzeichnete das Turnier erstmals seit 1974 wieder einen Aufwärtstrend. Die Experten registrierten die internationale Ausbreitung des Kurzpassspiels und eine Verbesserung hinsichtlich Athletik und Technik.

 

2002 - Ein zweifaches Novum

Die WM 2002 bedeutete gleich in zweifacher Hinsicht ein Novum. Erstmals wurde das Turnier in zwei Ländern ausgetragen; und erstmals wurde weder in Amerika noch in Europa gekickt, sondern in Asien, genauer: Südkorea und Japan. In Sachen Spielkultur bedeutete das Turnier gegenüber Frankreich 1998 eher einen Rückschritt. Es dominierte "Teamgeist". Fast alle Trainer predigten die Bedeutung des Kollektivs, Individualisten hatten einen schweren Stand.

Zugleich gestaltete sich das Turnier so spannend wie keine WM zuvor, auch bedingt durch das Versagen vieler "Großer", deren für Champions League-Vereine kickende Stars nach einer langen und intensiven Saison müde wirkten. WM-Beobachter Pelé: "Hier hat es fast jeden Tag einen neuen Titelanwärter gegeben, und 14 Stunden danach ist er ausgeschieden."

Lediglich Brasilien mit seinem riesigen Spielerpotenzial wusste das Problem der Überbelastung und kurzen Vorbereitungszeit zu kompensieren. Ansonsten befanden sich unter den "letzten Vier" mit Deutschland, Südkorea und der Türkei nur Teams, die man diesbezüglich nicht auf der Rechnung hatte.

Im Finale trafen mit Brasilien und Deutschland die beiden Länder mit den meisten WM-Endrunden (17 bzw. 15) und WM-Finalteilnahmen (jeweils 7) aufeinander. Es war die erste WM-Begegnung zwischen diesen beiden überhaupt. Die Deutschen lieferten ihr bestes Spiel bei diesem Turnier ab, unterlagen aber Rivaldo, Ronaldo und Co. vor 72.370 Zuschauern im Yokohama International Stadium mit 0:2. Das Turnier erlebte die "Wiederauferstehung" des lange verletzten Ronaldo, der mit acht Toren auch Torschützenkönig wurde.

 

"Globalisierung" als strapaziertes Schlagwort

"Globalisierung" war eines der am häufigsten strapazierten Schlagwörter bei dieser WM 2002. 361 der 736 für das Turnier gemeldeten Kicker verdienten ihr Geld bei ausländischen Arbeitgebern, die in der Regel in Europa beheimatet waren. Von 32 teilnehmenden Teams kamen zwar nur 15 aus Europa, aber 31 von ihnen hatten in Europa kickende Nationalspieler an Bord. Das ökonomische Zentrum des Weltfußballs liegt unverändert in Europa.

Die Länder Asiens und Afrikas sind längst keine Prügelknaben mehr. Die globale Professionalisierung hat das Leistungsgefälle verringert. "Kleine" Länder verbesserten ihre Infrastruktur, und ihre besten Spieler verdingen sich in den Ligen der europäischen Fußball-Hochburgen. Italiens Trainer Marcello Lippi macht noch eine weitere Beobachtung: In seinem Land wachse eine Generation heran, "für die Fußball nicht mehr Nationalsport ist. Die Kinder interessieren sich doch mehr für Computerspiele. (...) Die ärmsten Länder, in denen Fußball nach wie vor ein Volkssport ist, holen auf. Die Länder können unter zahllosen jungen Spielern wählen, die keine Play Station und keinen Computer haben und deswegen mehr Freizeit draußen verbringen."

Doch der große sportliche Durchbruch lässt noch auf sich warten, wofür im Falle Afrikas insbesondere organisatorische und finanzielle Gründe ausschlaggebend sind. Bis unter die "letzten Vier" schaffte es von den asiatischen und afrikanischen Teilnehmern bislang nur Südkorea anlässlich der WM 2002, wobei die Bedingungen, unter denen dies dem WM-Gastgeber gelang, kaum wiederholbar sind. Aufgrund der Regenzeit wurde das Turnier sehr früh angepfiffen. Den Stars der europäischen Champions League-Klubs blieb somit kaum Zeit zur Regeneration. Entsprechend müde trafen sie in Asien ein. In Südkorea hatte man indes die Saison bereits vier Monate vor Beginn des Turniers beendet, so dass der niederländische Trainer Guus Hiddink sein Team wie eine Vereinsmannschaft betreuen konnte. Beim Start des Turniers war sein Team körperlich topfit. Mittels Fitness und Teamgeist wusste Hiddink die technische und taktische Überlegenheit gegnerischer Mannschaften zu kompensieren. Den Heimvorteil nutzend bzw. angepeitscht von einem fanatischen Publikum und begünstigt durch einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen fielen die Südkoreaner über ihre (müden) Gegner wie ein wild gewordener Wespenschwarm her - bis sie im Halbfinale selbst die Kräfte verließen.

 

Leistungsgefälle hat sich verringert

Im Viertelfinale gab es bislang vier Teilnahmen: Nordkorea 1966, Kamerun 1990, Senegal 2002 und Südkorea 2002. Aber auch Nord- und Mittelamerika und die Karibik können, obwohl seit 1930 dabei, nicht mehr als ein Halbfinale (USA 1930) und vier Viertelfinals (Kuba 1938, Mexiko 1970 und 1986, USA 2002) aufweisen.

Von den 34 Mannschaften, die ein WM-Finale erreichten, kamen 21 aus Europa und 13 aus Südamerika. Aus Europa waren dies Deutschland (7), Italien (5), Niederlande (2), Tschechoslowakei (2), Ungarn (2), Schweden (1), Frankreich (1) und England (1), aus Südamerika Brasilien (7), Argentinien (4) und Uruguay (2). Neunmal kam der Weltmeister aus Südamerika (Brasilien 5, Argentinien 2, Uruguay 2), achtmal aus Europa (Deutschland 3, Italien 3, Frankreich 1, England 1). Kam es zum direkten Duell zwischen Europa und Südamerika, was erstmals beim sechsten Turnier 1958 in Schweden der Fall war, so ging der Titel siebenmal in den Süden und nur zweimal in den Norden. Brasilien errang seine fünf Titel samt und sonders gegen europäische Herausforderer.

Nur einmal gewann ein Land ein Finale auf des Gegners Kontinent. 1958 besiegte Brasilien Gastgeber Schweden in Stockholm mit 5:2. Lediglich bei einer weiteren WM kam der Sieger nicht vom austragenden Kontinent. Mit Südkorea/Japan war die Angelegenheit 2002 gewissermaßen offen - es gewann Brasilien, das wohl auch zu den großen Favoriten des WM-Turniers 2006 zählt.

 

 

NICHT NUR DER BALL IST RUND: DIE HÄNDE BRASILIANISCHER SPIELER HALTEN DEN WM-POKAL HOCH: BRASILIEN GEWANN AM 30.6.2002 DAS ENDSPIEL DER 17. WM GEGEN DEUTSCHLAND MIT 2:0. DIE SÜDAMERIKANER SICHERTEN SICH DAMIT ALS REKORD-WELTMEISTER IHREN FÜNFTEN TITEL. 

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Die Zukunft des Turniers

Bei der Europameisterschaft 2004 gab es bei einer geringeren Anzahl von Spielen weitaus mehr "erstklassige" Spiele zu sehen als bei der WM 2002, was in der größeren Leistungsdichte bzw. der gegenüber Weltturnieren deutlich geringeren Zahl krasser Außenseiter begründet liegt. Die Ausweitung der WM-Teilnehmerzahl auf 32 bzw. die Entwicklung des Turniers zu einer "wahrhaftig globalen Veranstaltung" brachte zwangsläufig einen gewissen sportlichen Niveauverlust. Selbst der "Confederations-Cup" 2005 wusste mehr zu bieten, sicherlich auch bedingt durch den im Vergleich zu einer WM geringeren Druck, unter dem die Teams operierten. In 16 Spielen fielen 56 Tore. Die Mehrzahl der Teams bevorzugte das Spiel "nach vorne". Holger Osieck, Leiter der technischen Kommission der FIFA: "Der Confed-Cup hat ein sehr hohes Niveau gehabt. Bei der WM werden nicht alle Teams die Standards erfüllen." Mit Angola, Togo, Elfenbeinküste, Ghana, Trinidad und Tobago, Ukraine und Serbien-Montenegro (die beiden letztgenannten Ländern waren allerdings bereits zuvor im Gewand der UdSSR bzw. Jugoslawiens bei WM-Turnieren vertreten) werden sieben Neulinge zum Turnier nach Deutschland reisen.

Der "beste Fußball" wird heute ohnehin in der global vermarkteten europäischen Champions League gespielt, wo ein Großteil der weltweit besten Kicker versammelt ist. Doch als mediales Event und globales Fußballfest bleibt der World Cup unverändert die Nummer eins des Fußballs. Wohl nicht nur in Deutschland ist dabei ein interessanter Trend zu beobachten: Obwohl die Nationalmannschaft bei der WM 1998 und den EM-Turnieren 2002 und 2004 vorzeitig die Segel streichen musste, erlebten die Einschaltquoten anschließend keinen dramatischen Einbruch.

 

Literatur

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Schulze-Marmeling, D.: Fußball. Zur Geschichte eines globalen Sports. Göttingen 2000

 

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Dietrich Schulze-Marmeling (Jg. 1956) wohnt in Altenberge bei Münster und arbeitet als Autor und Lektor. In seiner Freizeit trainiert er eine (recht erfolgreiche) Jugendmannschaft. Er ist Autor einer Reihe von fußballhistorischen Büchern: "Die Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft" (4. Auflage 2006), "Die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft" (2. Auflage 2001), "FC Bayern - Geschichte eines Rekordmeisters" (3. Auflage Herbst 2006), "Der Ruhm, der Traum und das Geld - Die Geschichte von Borussia Dortmund" (5. Auflage 2005), "Davidstern und Lederball - die Geschichte der Juden im deutschen und internationalen Fußball" (2004, Herausgeber) und "Strategen des Spiels - Große Fußballtrainer" (2005, Herausgeber).

 


 

 

 

 


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