Zeitschrift

Der Rhein

 

 

Michael Erbe
Der Rhein als Nationalsymbol


Inhaltsverzeichnis    


"Herzschlagader" oder "natürliche Grenze"?

Der Fluss als Bestandteil der Beziehungsgeschichte zwischen Deutschen und Franzosen

Prof. Dr. Michael Erbe lehrt Neuere Geschichte an der Universität Mannheim.

Wie alle großen Flüsse dieser Erde ist der Rhein mehr als ein Fluss und eine Lebensader für die Menschen an seinen Ufern: Er ist ein Symbol. Immer wieder wurde er instrumentalisiert - für die deutsche Einheit, die gegen Frankreich erkämpft und verteidigt werden musste; für Frankreich, hinter dessen "natürlicher Grenze" es Schutz vor Deutschland erhoffte. Doch der Rhein ist längst zur Brücke geworden, Deutsche und Franzosen miteinander verbindend.
Red.


Ein deutsches, aber auch ein französisches Nationalsymbol

Dass Flüsse für Regionen wie für Staaten eine besondere Bedeutung haben und dies immer wieder hervorgehoben wird, ist kaum überraschend. Zumal wenn sie schiffbar sind und als Verkehrswege geradezu eine Lebensader darstellen, wird ihre Bedeutung indes oft übersteigert, so dass bis in Dichtung und Malerei hinein - von der hohen Kunst bis hin zum Kitsch - man bestimmte Gebiete oder deren wichtigste Städte mit den großen Flussläufen identifiziert. Der Tiber und Rom, die Seine und Paris, die Themse und London, die Spree und Berlin, die Moldau und Prag, die Donau und Wien (wenn auch diese Metropole nicht allein) - dies alles sind Identifikationen, die wir im Kopf fast automatisch vornehmen, da sie durch Gedicht- wie Liedgut bis hin zum "Schlager", durch Gemälde wie Postkarten usw. seit Generationen im allgemeinen Bewusstsein verankert sind. Einigen Flüssen ist zusätzlich ein Symbolgehalt zugewachsen, von dem sich sogar nationale Identifikationen ableiten. Dies gilt für Wolga und Don im Hinblick auf Russland, für die Weichsel im Hinblick auf Polen, für die Donau im Hinblick auf deren meiste Anrainer. In besonderem Maße gilt es für den Rhein.

Dieser mit über 1300 km längste Strom im westlichen Mitteleuropa, dessen Stromgebiet mit mehr als 220000 qkm fast der Fläche der alten Bundesrepublik gleichkommt, ist im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte zu einem doppelten Nationalsymbol geworden, zum deutschen wie zum französischen, beides allerdings in recht unterschiedlicher Weise und zudem aus recht verschiedenen Ursachen. Dem werdenden deutschen Nationalgefühl galt er gewissermaßen als Herzschlagader, dem französischen neben Meeresküsten, Pyrenäen und Alpen als eine der "natürlichen Grenzen", Vorgeschichte und Entwicklung beider Auffassungen gilt es hier nachzugehen. Ausgeklammert bleibt dabei die - sicherlich ebenfalls interessante - Problematik der Bedeutung des Rheins für die Selbstvergewisserung der beiden übrigen Anrainerländer, der Schweiz und der Niederlande, die bei der auf die deutsch-französische Problematik bezogenen Betrachtung des Rheinsymbols fast durchweg vernachlässigt wird. Insbesondere für die Niederländer besitzt der Rhein eine ähnlich immense - wirtschaftliche wie symbolhafte - Bedeutung wie für die Deutschen, worüber diese sich mit der für die großen Nationen Europas geradezu typischen Missachtung ihrer jeweiligen kleineren Nachbarn immer wieder hinweggesetzt haben. Doch dieses Thema muss einer anderen Abhandlung vorbehalten bleiben. Da der Rhein aber auch eine gewisse Symbolkraft für die europäische Bewegung seit dem Zweiten Weltkrieg besitzt, soll hier jedoch wenigstens kurz darauf hingewiesen werden.

Gebietsansprüche, aus der Geschichte hergeleitet

"Zweimal schufen die Deutschen den Rhein: aus dem Dämmer der Vorzeit ...riss unser Kampf mit den Römern ihn zum ersten Male ans Licht, in einem Augenblick, wo die Welt der Götter zu sinken begann und das Reich des Christus seine frühesten lieben Schatten warf. Heute, da die tröstliche Flamme langsam erlischt, schafft der Dichter den Rhein zum zweiten Male und ballt die jahrhundertelang gesammelten Kräfte zu neuer Gestalt. Inmitten dieser Wendepunkte zweier Jahrtausende liegt die größte staatliche Schöpfung der Deutschen: das Heilige Reich, das vom Rhein seinen Ursprung nahm, in ihm seine nährende Mitte hatte, an ihm seinen Untergang fand - wo bleibt da Raum für den ,gallischen´ Rhein? Die Vergangenheit kannte ihn nicht, und die Zukunft wird ihn noch weniger kennen."1

Diese Sätze stehen am Anfang des Vorworts zu einem 1923 erschienenen "Lesebuch" über Äußerungen aus der Vergangenheit, die die deutsch-französische Rheinproblematik betreffen. Als sie niedergeschrieben wurden, bestand für die junge deutsche Republik, die sich nach wie vor "Deutsches Reich" nannte, die Gefahr nicht nur der Abtrennung der Rheinlande, sondern auch der Unterwerfung des Ruhrgebiets unter die Botmäßigkeit Frankreichs. Bereits kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs hatte es so ausgesehen, als könnte das Gebiet westlich des Rheins von Deutschland abgetrennt und entweder Frankreich zugeschlagen bzw. zwischen Frankreich und Belgien aufgeteilt oder aber in einen halb selbständigen Pufferstaat zwischen Deutschland und diesen beiden Nachbarn umgewandelt werden. Im Versailler Vertrag hatte man dann lediglich die dauernde Entmilitarisierung und die zeitweilige Besetzung des Rheinlands durch fremde Truppen fixiert. Die Gefahr der Abtrennung wurde erst im Herbst 1925 durch den Vertrag von Locarno gebannt.

In diese Zeit der Ungewissheit fallen weitere Veröffentlichungen von z.T. renommierten Historikern, in denen die Zugehörigkeit des Rheingebiets (einschließlich des rechten Oberrheintals zwischen Lauterburg-Weißenburg und Mülhausen) aus der Geschichte hergeleitet wurde. Dies traf weniger für das von dem Kölner Archivar herausgegebene Werk "Die Rheinprovinz 1815-1915. Hundert Jahre preußischer Herrschaft am Rhein"2 zu, das sich mehr mit dem Verhältnis zwischen Preußen und dem ihn zugehörigen Teil des Rheinlands beschäftigte, als für das von Aloys Schulte betreute Werk "Tausend Jahre deutscher Geschichte und Kultur am Rhein", das als Begleitband zur "Jahrtausend-Ausstellung in Köln" (zum Gedenken an die Eingliederung Lothringens in das deutsche Königreich durch Heinrich I. im Jahre 1925) erschien,3 die Entwicklung seit 1871 allerdings weitgehend ausklammerte. Die Beschäftigung mit der Vergangenheit dieses Raumes lag vor allem darin begründet, französische Gebietsansprüche, die aus der Geschichte hergeleitet wurden, zu widerlegen bzw. zurückzuweisen.

Der Mythos von jahrhundertelangem Streben Frankreichs nach der Rheingrenze

Bezeichnend hierfür war das zweite Kapitel des Vorworts von "Stimmen des Rheines" mit dem Titel "Die Ohnmacht und der Feind":

"Solange das Heilige Römische Reich deutscher Nation in der rheinischen Mitte gefestet war, herrschte Jahrhunderte Frieden an seiner westlichen Grenze ... Seit aber die feste rheinische Mitte zu wanken begonnen, haben unzählige Kriege, Verträge und Friedensschlüsse vergeblich versucht, die Ruhe Europas wiederherzustellen, und Frankreich vor allem stieß immer von neuem die verteilten Gleichgewichte aus den kaum beruhigten Schalen, um sich neue Gebiete aus unserem Stromland zuzumessen und über alle die Herrschaft an sich zu reißen."4

In recht problematischer Weise wird hier eine kontinuierliche Geschichte französischer Rheinpolitik seit dem Untergang der Staufer postuliert, bei der sich die Deutschen stets in Verteidigungsstellung befunden hätten. Es erübrigt sich, das alles im Einzelnen darzustellen, da die Forschung über diese Geschichtssicht längst ihr Urteil gesprochen hat.5 Danach ist die Politik des französischen Königtums gegenüber dem Römisch-Deutschen Reich erst mit der Umklammerung durch die habsburgischen Territorien unter Karl V. (Niederlande, Elsass, Freigrafschaft Burgund [Franche-Comté], Spanien) in eine spannungsreiche Phase getreten. Es ging dabei - wie beim Erwerb der weltlichen Herrschaftsgebiete der Bischöfe von Metz, Toul und Verdun (1552) bzw. der kaiserlichen Rechte im Elsass (1648) - um die Sicherung der französischen Ostgrenze, wobei man sich aus strategischen Gründen an den größeren Flussläufen (Maas, Mosel, dann Oberrhein) orientierte.

Diese ursprünglich defensive Politik ging unter Ludwig XIV. in eine Expansions- und Eroberungsphase über, die erst mit den Friedensschlüssen von Rijswijk (1697) und Utrecht (1713) ein Ende fand. Die 1735 vereinbarte (1768 realisierte) Abtretung des Herzogtums Lothringen an die Krone Frankreichs erfolgte gewissermaßen durch Gebietsaustausch, da der mit der habsburgischen Erbtochter Maria Theresia verheiratete letzte lothringische Herzog dafür das Großherzogtum Toskana erhielt. Das gegen Großbritannien und Preußen gerichtete Bündnis zwischen Versailles und Wien von 1756 leitete sogar eine Phase ausgesprochen guter Beziehungen zwischen dem Reich und seinem westlichen Nachbarland ein, was u.a. daran deutlich wird, dass die im Elsass verbliebenen Rechte deutscher Fürsten nicht angetastet wurden und man sich entlang der recht kompliziert verlaufenden Grenze von Lothringen zum Reich um Begradigungen durch friedlich ausgehandelten Gebietsaustausch bemühte. Diese Tradition wurde im Übrigen zwischen Preußen bzw. Bayern einerseits und Frankreich andererseits nach 1815 wieder aufgenommen, als man sich in gemeinsamen Kommissionen, die jahrelang arbeiteten, über die Festlegung des genauen Grenzverlaufs einmal von Lauterburg am Rhein bis Ormesheim östlich von St. Ingbert sowie von Saargemünd (Sarreguemines) an der Saar bis Perl an der Mosel verständigte. Ähnliches galt für den neuen Grenzverlauf zwischen Frankreich und Baden nach den Grenzveränderungen durch die von Tulla initiierte Rheinkorrektion.

Vorangegangen war eine gewaltige Aufwallung nationaler Emotionen, für die das berühmte Buch von Ernst Moritz Arndt "Der Rhein, Teutschlands Strom, aber nicht Teutschlands Gränze" von 1813, dessen Titel im 19. Jahrhundert fast ein geflügeltes Wort war, ein gutes Beispiel darstellt. Es ging hier - auf dem Höhepunkt des Befreiungskriegs gegen Napoleon - um die künftige Grenzziehung eines wie immer gearteten neuen deutschen Staatsgebildes zu Frankreich. Nach dem Sieg in der "Völkerschlacht" von Leipzig hatte der österreichische Staatskanzler Metternich dem französischen Kaiser einen ehrenvollen Frieden und die Beibehaltung der seit 1797 bestehenden Rheingrenze angeboten, wenn er auf seine Vorherrschaft in Deutschland verzichtete. Den deutschen Patrioten ging es aber nicht nur um die Rückgewinnung des seinerzeit an Frankreich gefallenen linksrheinischen Gebiets, sondern auch um den Wiedererwerb des Elsasses, vor allem um den der 1681 von Ludwig XIV. gewaltsam annektierten Reichsstadt Straßburg. Jedoch gingen die Siegermächte, die nach Napoleons Abdankung mit dem neuen französischen König Ludwig XVIII. am 30. Mai 1814 den (ersten) Pariser Frieden schlossen, über derartige Forderungen weise hinweg. Denn nicht nur hatte sich die elsässische Bevölkerung im Laufe der Revolutionszeit und der Herrschaft Napoleons besonders stark mit der französischen Nation zu identifizieren begonnen, es erschien den Siegern bei der Wiedereinsetzung der Bourbonen auch als dringend geraten, diese nicht mit unzumutbaren Gebietseinbußen zu belasten. Daher erhielt Frankreich im Wesentlichen die Grenzen, die es vor dem Ausbruch der Revolutionskriege besessen hatte (im zweiten Pariser Frieden vom November 1815 nach Napoleons Hundert-Tage-Abenteuer, wurde der Grenzverlauf etwas berichtigt, d.h. z.B. in der Pfalz von der Queich zur Lauter etwas nach Süden verschoben, so dass die Stadt Landau an Bayern fiel).

Die Forderung nach der Rheingrenze ließ sich instrumentalisieren

Für die meisten Franzosen indes galten die alten/neuen Grenzen fast das gesamte 19. Jahrhundert hindurch als nationale Schande. Sie zu revidieren, war eines der vordringlichen außenpolitischen Ziele, weniger während der Bourbonenrestauration als während der Julimonarchie und des zweiten Kaiserreichs. Die große Krise des Jahres 1840, die durch gegensätzliche Interessen der europäischen Großmächte im Vorderen Orient ausgelöst wurde und fast zum Krieg zwischen ihnen geführt hätte, brachte denn auch die erste große publizistische Auseinandersetzung um den "deutschen" und den "französischen" Rhein. Darauf ist noch einzugehen. Wie aber kam es zum französischen Anspruch auf die Rheingrenze?

Der französische Humanismus mit seiner Caesar-Rezeption hatte bereits gelegentlich darauf hingewiesen, dass das antike Gallien im Osten vom Rhein begrenzt gewesen sei, und diese Grenzziehung auch für Frankreich in Anspruch genommen. Politisch umgesetzt wurden solche Stimmen kaum. 1648 jedoch hatte die Außenpolitik der beiden großen französischen Premierminister des 17. Jahrhunderts, Richelieus und seines Nachfolgers Mazarin, mit dem Erwerb der habsburgischen Herrschaftsrechte im Elsass den Herrschaftsbereich der französischen Krone endlich bis zum Oberrhein ausgedehnt, auch wenn dieses in sich sehr komplizierte Territoriengeflecht noch anderthalb Jahrhunderte in vielfältiger Weise mit dem Römisch-deutschen Reich verzahnt blieb. Immerhin war es gelungen, sich zwischen die spanisch beherrschten Territorien zwischen Mittelmeer und Ärmelkanal zu schieben und die Nachschublinien für die spanischen Truppen zu blockieren. Weitere Landstriche entlang dieses Flusses zu erwerben misslang in der Folge und wurde schließlich aufgegeben. Erst ab 1792, während der Revolutionsjahre, begann die Rheinproblematik die französische Öffentlichkeit intensiver zu beschäftigen. Die spätere Nationalhymne, die Marseillaise hieß ursprünglich Chant de guerre de l`armée du Rhin und war für die im Elsass stehenden Truppen gedichtet und komponiert worden. Ging es hierbei noch um die Verteidigung der elsässischen Rheinlinie, so wurde mit dem Fluss bald wesentlich mehr verbunden, nämlich dass er ganz zur Grenze des erneuerten Frankreichs werden solle. Jedoch wurde dieser Gedanke zunächst weniger durch Franzosen vertreten als durch deutsche Emigranten, die sich besonders "national" gebärdeten und - mit anderen aus dem Ausland nach Frankreich geeilten Intellektuellen - die Lehre von den "natürlichen Grenzen Frankreichs" kreierten. Als solche wurden neben den Gestaden von Ärmelkanal, Atlantik und Mittelmeer die Pyrenäen, die Alpen und der Rhein betrachtet. Während gemäßigte Politiker auch nach der Eroberung der Rheinlande, Belgiens und Savoyens um die Jahreswende 1792/93 davor warnten, sich diese Doktrin zu eigen zu machen, griffen die Girondisten sie auf, nutzten sie als Mittel zum Aufheizen der nationalen Stimmung in der zeitweilig prekären Kriegslage des Jahres 1793 und setzten sie als außenpolitische Leitlinie durch. Damit folgten sie einigen übereifrigen Generälen, die sich - hingerissen von ihren Erfolgen - ganz der Idee einer Vergrößerung Frankreichs hingaben. Bezeichnend hierfür ist die Haltung des Generals Custine, der sich - vor Mainz stehend - im Dezember 1792 in einem Brief an den französischen Außenminister Lebrun zu der Äußerung verstieg:

"Si le Rhin n`est pas la limite de la République, elle périra"6.

In der Folge billigte der Nationalkonvent die Einverleibung der eroberten Gebiete, von denen das vormals zum Reich gehörige Rheinland neben den österreichischen Niederlanden (Belgien) den größten Teil bildete, in das französische Staatsgebiet. Die Friedensschlüsse von Campo Formio (1797) und Lunéville (1801) legten die Rheingrenze schließlich fest. Unter Napoleon gelang die Integration der rheinischen Wirtschaftseliten, die vom großen französischen Markt profitierten, in das Empire ziemlich mühelos, und ihre Eingliederung in das preußische, bayerische und hessen-darmstädtische Staatsgebiet war in den ersten Jahrzehnten nach 1815 angesichts des vor allem in Berlin und München vorwaltenden konservativen Geistes eine überaus schwierige Angelegenheit. Westlich des Rheins begann für viele fortschrittlich Gesinnte das andere, nämlich das liberal gesinnte Deutschland, dessen Führungsschichten sich Frankreich näher fühlten als den Staaten, denen sie angehörten. Um so wichtiger war es, den Rhein zum Nationalsymbol, zur Herzschlagader eines - wie immer gearteten - Deutschlands emporzustilisieren.

Im Dichterwettstreit, hüben wie drüben

Eine gute Gelegenheit dazu bot die Krise des Jahres 1840.7 Die französische Politik steuerte zeitweilig einen Kriegskurs, und in der Öffentlichkeit wurden Forderungen nach der Rheingrenze laut. In Deutschland führte das zu äußerst heftigen Reaktionen. Auf poetischem Gebiet waren die bekanntesten das 1871 vertonte Gedicht des Württembergers Max Schneckenburger "Die Wacht am Rhein" und das "Rheinlied" des in Bonn tätigen Juristen Nikolaus Becker:

"Sie sollen ihn nicht haben,

den freien deutschen Rhein,

ob sie auch wie die Raben

sich heiser nach ihm schrein."

das vier Jahre später von Heinrich Heine in "Deutschland, ein Wintermärchen" grausam verspottet wurde; der Rhein spricht hier (Caput V):

"Wenn ich es höre, das dumme Lied,

dann möchte ich mir zerraufen

den weißen Bart, ich möchte fürwahr

mich in mir selbst ersaufen."

Dennoch boten die - jedenfalls in der ersten Strophe - ziemlich eingängigen Verse national gesinnten Kreisen die Möglichkeit, sich für ein Symbol zu begeistern, an dem sich der Widerstand gegen französisches Expansionsbestreben und die Schwärmerei für ein Preußen entzündeten, das auf britisches Verlangen hin 1815 die Aufgabe erhalten hatte, am Rhein Frankreich mit in Schach zu halten, und auf das sich mit der Zeit immer mehr nationale Hoffnungen richteten. Bezeichnenderweise erhielt Becker vom preußischen König für sein Gedicht eine Belohnung von immerhin 1000 Talern. Die französische Antwort ließ denn auch nicht auf sich warten. Alfred de Musset dichtete 1841 provozierend: "Nous l`avons eu, votre Rhin allemand ..."8, und im poetischen Wettstreit verklangen fast ungehört die Verse der "Marseillaise de la paix"

Alphonse de Lamartines, die man zum Motto der deutsch-französischen Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg hätte erheben können:

"Roule libre et superbe entre tes larges rives,

Rhin, Nil de l`Occident, coupe des nations!

Et des peuples assis qui boivent tes eaux vives

emporte les défis et les ambitions!"9

Mit diesem Dichterwettstreit war der Rhein zum doppelten Nationalsymbol geworden: Herzschlagader versus natürliche Grenze.

"Kölner Dom - der freie Rhein"

Diese Emporstilisierung hatte in Deutschland tiefere, wenn man es so ausdrücken will "kulturgeschichtliche" Wurzeln. In der Sagen- und Mythenwelt spielte der Rhein vor allem seit der Romantik eine wichtige Rolle, wenn man nur an die Wiederentdeckung des Nibelungenstoffs oder an die Volkstümlichkeit von Heines "Loreley" denkt. Der Rhein galt als Wiege deutscher Größe im Mittelalter, wie sie hinsichtlich der gotischen Architektur 1772 bereits Goethe in seinem kurzen Artikel "Von deutscher Baukunst" im Hinblick auf das Straßburger Münster herausgestellt hatte. Bedeutsamer war die schließlich breite Bewegung, die sich für die Vollendung des Kölner Doms einsetzte: er wurde zum ersten, ja eigentlichen deutschen Nationaldenkmal erklärt:

"Deutscher Bau am deutschen Strom,

Großer Vaterlandsgedanke!

Bauen wir den Kölner Dom!

Straßburgs Münster baut der Franke.

Dass man nicht sein Glück vergesse,

müssen Fest und Denkmal sein:

Gutenberg - die freie Presse,

Kölner Dom - der freie Rhein",

dichtete 1842 Ludwig Uhland, und Georg Herwegh reimte zur gleichen Zeit:

"Dir, deutscher Strom, den weiten Gruß!

Von freien Alpen kommt der Fluss,

um deutsches Land zu frein;

kann ich sein Rauschen recht verstehn,

so heißt`s: Ich will ihn fertig sehn,

den Dom zu Köln am Rhein."10

Das Dombauwerk wie der größte deutsche Strom als Symbol nicht nur der deutschen Einheit, sondern auch der Freiheit in Deutschland, die beide nur gegen Frankreich errungen werden könnten, das war die Botschaft, die diese Gedichte verkündeten. Dazu passte, dass die breit angelegte Darstellung über das deutsche Mittelalter des Berliner Professors Wilhelm von Giesebrecht "Geschichte der deutschen Kaiserzeit", deren erster Band 1855 erschien, auch mit Seitenhieben auf die französische Angriffslust, so in recht anachronistischer Form anlässlich eines Aufstands gegen Otto I. durch fränkische und lothringische Adlige im Jahre 939, über die es heißt:

"Sie scheuten sich nicht auch Frankreich, damals wie immer des deutschen Reichs schlimmster Feind, in den inneren Zwiespalt mit hineinzuziehen."11

Vom Kölner Dom waren indes auch französische Reisende - erinnert sei nur an Victor Hugo - beeindruckt, wenn sie auch die Inanspruchnahme eines im gotischen, also in Frankreich entwickelten Stils für ein "deutsches" Bauwerk befremden musste.

Hermann der Cherusker und Vercingetorix

Denn auch in Frankreich beschwor Napoleon III. angesichts der innenpolitischen Konflikte, die er in den sechziger Jahren zu meistern hatte, die Geschichtssymbolik. Dem "Deutschen" Hermann (= Arminius) dem Cherusker, für den man sich seit 1838 um ein Riesenmonument im Teutoburger Wald bemühte (das 1875 vollendet wurde), entsprach in Frankreich der Gallier Vercingetorix, der auf Betreiben des Kaisers 1865 auf dem Standort der ehemaligen Festung Alesia (bei Alise Sainte-Reine in der Bourgogne) erhielt, das mit durch das Hermannsdenkmal inspiriert war und die Inschrift trug:

"La Gaule unie, formant une seule nation, animée d`un mme esprit, peut défier le monde."12

Um so mehr wurde die Erinnerung an Vercingetorix angesichts der inneren Zerrissenheit nach 1871 beschworen, und man verwies auf die Bedeutung Hermanns für die Deutschen, von dem manche sogar behaupten, sein Denkmal stehe am Rhein.13 Dort aber war inzwischen ein ebenso gewaltiges Monument im Bau, das die nationale Bedeutung des Rheins beschwören sollte.

Das Niederwald-Denkmal

Bereits während des deutsch-französischen Krieges und dann unmittelbar nach dem Sieg über Frankreich, der die Reichsgründung bescherte, wurden in breiten Kreisen darüber nachgedacht, ein Denkmal zu errichten, das nicht nur die Niederlage des "Erbfeindes", sondern auch die wiedergewonnene deutsche Einheit versinnbildlichen sollte. Nach anfänglichen Überlegungen, es an der Nahe oder der Saar aufzustellen, entschied man sich dafür, es am Rhein - dem nun wieder zu seinem größten Teil deutschen Strom - zu tun, und wählte als Standort den Niederwald gegenüber von Bingen. 


Das Niederwald-Denkmal bei Rüdesheim in Hessen (1883 eingeweiht), gebaut nach Entwürfen des Dresdner Bildhauers J. Schilling 1874–1883. „Die pathetisch aufgereckte Figur der Germania misst 101/ 2 m in der Höhe, 7 m im Hüftumfang und ist 604 Zentner schwer. Sie, wie auch die 7 m hohen Nebenfiguren Krieg und Friede und die figurenreichen Hochreliefs sind größtenteils aus Kanonenmetall gegossen. Gekostet hat das Denkmal fast 1 200 000 Mark, die zu zwei Dritteln durch Sammlungen aufgebracht wurden." (Willi Hermanns: „Der schöne deutsche Rhein", Berlin o.J., S. 69f.).Auf dem Sockel sind die Strophen des Liedes „Die Wacht am Rhein" angebracht, gedichtet 1840 von Max Schneckenburger (1819–1849) aus Talheim bei Tuttlingen: 
Foto: dpa-Bildarchiv


Das Niederwald-Denkmal14, das 1883 eingeweiht wurde, trug auf einem gewaltigen Sockel, den u.a. allegorische Standbilder des Krieges und des Friedens sowie Reliefs über den Abschied und die Heimkehr der siegreichen Krieger schmückten und auf dem die fünf Strophen der "Wacht am Rhein" angebracht waren, ein Kolossalstandbild der Germania mit dem Schwert in der linken und der Kaiserkrone in der erhobenen rechten Hand. Auf dem in der Mitte vorspringenden kleineren Sockel saßen zudem die allegorischen Figuren von Rhein und Mosel. Die Grundsteinlegung erfolgte 1877 im Beisein Kaiser Wilhelms I.; in dem aus diesem Anlass verfassten Festgedicht hieß es u.a.:

"Dort blinkt der Strom, gar oft begehrt

vom Nachbarvolk in tollem Treiben,

doch Antwort gab das deutsche Schwert:

der Rhein soll ewig deutsch verbleiben!

... Er (d.h. der Kaiser), der erbaut der Einheit Dom,

er weiht den Stein mit Hammerstreichen

zum Monument am deutschen Strom,

zu Deutschlands stolzem Ehrenzeichen."15

Ähnliche Tendenzen verkörperten das 1897 enthüllte Standbild Wilhelms I. am sogenannten Deutschen Eck, der Moselmündung in den Rhein in Koblenz sowie das Projekt eines Bismarck-Denkmals bei Bingerbrück. Die trutzigen Monumente am Rhein symbolisierten die deutsche Einheit und den Willen, den Fluss künftig vor jeglichen französischen Expansionsbestrebungen zu schützen, wie denn überhaupt das neue Reich einen wesentlichen Teil seiner inneren Bindekräfte aus der Gegnerschaft zu Frankreich ableitete, die seit der Angliederung Elsass-Lothringens unüberbrückbar geworden zu sein schien. Die Rheinsymbolik schlug sich in zahlreichen Gedichten und Festspielen, Kunstwerken und verkitschten Alltagsgegenständen nieder, die das Bewusstsein, mit der Wiedergewinnung des ganzen Rheins sei die deutsche Einheit vollendet, in alle Köpfe tragen sollten.16

Die Grenze zwischen "Zivilisation" und "Barbarei"

Französischerseits ging es bis zum Sieg im Ersten Weltkrieg weniger um die Rheingrenze der Zeit um 1800 als um die Wiedererlangung der 1871 abgetretenen Territorien. Statt des Rheins beschwor man bei nationalen Anlässen eher die "blaue Linie des Vogesenkamms (la ligne bleue des Vosges)".17 Dennoch schwang bei allen Verlautbarungen, in denen man die Rückgliederung von "Elsass-Lothringen" forderte, die Rheinsymbolik mit, und im Hochgefühl des Sieges von 1918 dachte man wiederum an die Grenzen der napoleonischen Zeit. In der französischen Rheinideologie wurde der Fluss nicht nur zur Grenze zwischen Frankreich und Deutschland, sondern auch zu der zwischen dem römisch geprägten "zivilisierten" Europa unter französischer Führung und der von Preußen-Deutschland repräsentierten "Barbarei". Nur die rheinländischen Deutschen waren nach dieser Auffassung Teil des fortgeschrittenen Europas. Dies bildete die ideologische Begründung entweder für eine Angliederung an Frankreich oder für die Schaffung eines autonomen, aber faktisch von Paris aus gelenkten rheinischen Staates, der sich freilich angesichts des Widerstands im Rheinland selbst, aber auch angesichts der divergierenden Auffassungen in London nicht durchsetzen ließ. Dies gilt im Übrigen auch für ähnliche Bestrebungen der französischen Politik nach dem Zweiten Weltkrieg, als das neue Land Rheinland-Pfalz zunächst mit der gleichen Absicht aus der Taufe gehoben wurde, sich aber aus dem nach dem Willen der amerikanischen und der britischen Besatzungsmacht geschaffenen westdeutschen Bundesrepublik nicht herauslösen ließ.

Zum Symbol der deutsch-französischen Annäherung geworden

Vereinzelt gab es aber bereits in der Zwischenkriegszeit Stimmen, die auf die Brückenfunktion des Rheins und der rheinländischen Kultur zwischen den beiden Nationen hinweisen. Hierzu gehörten vor allem elsässische Schriftsteller, die geistig im französischen wie im deutschen Kulturkreis wurzelten. Die politischen Zwänge des Kalten Krieges und der von Washington auf Westeuropa ausgeübte Druck führten schließlich dazu, dass man sich auf solche Ideen zu berufen begann. Der Rhein und sein deutsches Flussgebiet wurden einerseits zur Zentralregion der neuen Bundesrepublik, die sich durch die Erfolgsgeschichte im gesamtdeutschen Bewusstsein als ideales Staatswesen verwurzelte. Damit gewann der Rhein eine neue Art von nationalem Symbolgehalt, wenn man etwa die Westwendung der Bonner Republik kritisierte und sie - auch wegen des nun gegenüber stärkeren Gewichts des Katholizismus - eher abschätzig als "rheinische Republik" bezeichnete.

Der Rhein wurde andererseits aber auch zum Symbol für die deutsch-französische Annäherung und damit für die Integration innerhalb der durch die römischen Verträge von 1957 geschaffenen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, die sich in ihren Anfangsjahren bewusst in der Tradition des Karolingerreichs sah. Sie beruhte - vor allem nach dem Elysée-Vertrag von 1963 - auf der Abstimmung der politischen Ziele zwischen Paris und Bonn, so dass - was "beiderseits des Rheins" angestrebt wurde - für die gesamte Gemeinschaft verbindlich werden konnte. Mit den verschiedenen Erweiterungen der Europäischen Gemeinschaft und der Bildung einer "Europäischen Union" ist diese Sicht nicht ganz hinfällig geworden. Der Rhein ist nach wie vor Symbol, inzwischen aber für gemeinsames Handeln zweier früher verfeindeter Nationen, auch wenn dieses sich nicht immer leicht herstellen lässt.


Es braust ein Ruf wie Donnerhall,

wie Schwertgeklirr und Wogenprall:

Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein,

wer will des Stromes Hüter sein?

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

fest steht und treu die Wacht am Rhein.

Durch Hunderttausend zuckt es schnell,

und aller Augen blicken hell:

Der deutsche Jüngling, fromm und stark,

beschirmt die heil`ge Landesmark.

Lieb Vaterland ...

Auf blickt er, wo der Himmel blaut,

wo Vater Hermann niederschaut,

und schwört mit stolzer Kampfeslust:

"Du Rhein, bleibst deutsch, wie meine Brust!"

Lieb Vaterland ...

Und ob mein Herz im Tode bricht,

wirst du doch drum ein Welscher nicht,

reich wie an Wasser deine Flut,

ist Deutschland ja an Heldenblut.

Lieb Vaterland ...

Solang ein Tröpfchen Blut noch glüht,

noch eine Faust den Degen zieht,

und noch ein Arm die Büchse spannt,

betritt kein Welscher deinen Strand.

Lieb Vaterland ...

Der Schwur erschallt, die Woge rinnt,

die Fahnen flattern in dem Wind.

Am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein,

wir alle wollen Hüter sein!

Lieb Vaterland ...


Süßwasser ist auf der Erde ein kostbarer Rohstoff, der nicht für alle Menschen gleichmäßig verfügbar ist. Zwei Drittel der Menschheit leben in Gebieten, auf die nur ein Viertel der globalen Niederschläge herabregnet. Schon heute leiden etwa drei Prozent der Weltbevölkerung (170 Millionen Menschen) an Wassermangel und weitere fünf Prozent an Wasserknappheit. Wassermangel herrscht, wenn weniger als 1000 Kubikmeter Frischwasser je Einwohner zur Verfügung stehen; Wasserknappheit besteht, wenn das verfügbare Frischwasser je Einwohner 100 bis 1700 Kubikmeter beträgt. In Zukunft wird sich die Situation noch weiter verschärfen, denn Wasser wird aufgrund des Bevölkerungswachstums immer knapper. Im Jahr 2050 werden bereits 18 Prozent der Weltbevölkerung an Wassermangel und 24 Prozent an Wasserknappheit leiden. Die Folge ist nicht nur Wassernot, sondern auch die steigende Gefahr, dass wasserarme Länder Kriege um das Lebens-Elixier entfachen könnten. 

Globus

 

Literaturhinweise

1 Friedrich Wolters/Walter Elze, Stimmen des Rheines. Ein Lesebuch für die Deutschen, Breslau 1923, S. 11.

2 Erschienen 1917 in Köln.

3 Düsseldorf 1925. Das Vorwort datiert vom 22. April. Autoren des Bandes waren neben dem Herausgeber u.a. Max Braubach, Paul Clemen und Franz Steinbach.

4 Wolters/Elze, Stimmen ... (wie Anm. 1), S. 30.

5 Vgl. dazu den Überblick von Hans Boldt, Deutschlands hochschlagende Pulsader. Zur politischen Funktion des Rheins im Laufe der Geschichte, in: ders. u.a. (Hg.), Der Rhein. Mythos und Realität eines europäischen Stromes, Köln 1988, S. 27-34.

6 "Wenn der Rhein nicht die Grenze der Republik wird, wird sie untergehen." Vgl. bei Jacques Godechot, La Grande Nation. L`expansion révolutionnaire de la France dans le monde de 1789 ˆ 1799, Paris 21983, S.72. Die Wurzeln des französischen Grenzdenkens behandelt Daniel Nordman, Des limites d`Etat aux frontires nationales, in: Pierre Nora (Hg.), Les lieux de mémoire, Teil II: La nation, TB-Ausgabe Paris 1997, Bd. 1, S. 1125-1146.

7 Zum Gesamtzusammenhang jetzt: Winfried Baumgart, Europäisches Konzert und nationale Bewegung, 1830-1878 (= Handbuch der Geschichte der Internationalen Beziehungen, Bd. 6), Paderborn 1999, S.287-301, vor allem auf S. 298f.

8 "Wir hatten ihn, euren deutschen Rhein ..."

9 "Fließe frei und prächtig zwischen deinen weiten Ufern, Rhein, du Nil des Abendlandes, Trinkkelch der Nationen! Und von den Menschen, die sich an dir niedergelassen haben und dein lebendiges Wasser trinken. Schwemme die Herausforderungen und den Ehrgeiz hinweg!"

10 Vgl. die Anthologie von Markus Klein (Hg.), Der Kölner Dom. Ein literarischer Führer (= Insel TB, Bd. 2226), Frankfurt-Leipzig 1998, S. 86f. u. 89. Über die Vollendung des Bauwerks vgl. auch Nicola Borger-Keweloh, Die mittelalterlichen Dome im 19. Jahrhundert, München 1986, passim.

11 W. von Giesebrecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit, Bd. 1: Gründung des Kaisertums, 5. Aufl., Berlin 1881, S. 264.

12 "Das vereinte Gallien, das eine einzige Nation bildet, von einem gleichartigen Geist beseelt ist, kann der Welt die Stirn bieten"; vgl. Michael Erbe, Der Caesarmythos im Spiegel der Herrschaftsideologie Napoleons I. und Napoleons III., in: Reinhard Stupperich (Hg.), Lebendige Antike. Rezeptionen der Antike in Politik, Kunst und Wissenschaft der Neuzeit (= Mannheimer historischen Forschungen, Bd. 6), Mannheim 1995, S. 135-142, auf S.140. Zu den beiden Monumenten auch Charlotte Tacke, Denkmal im sozialen Raum. Nationale Symbole in Deutschland und Frankreich im 19. Jahrhundert (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Bd. 108), Göttingen 1995.

13 ebd., S. 33.

14 Dazu Lutz Tittel, Das Niederwalddenkmal 1871-1883, Hildesheim 1979, sowie Hans Jürgen Wünschel, Die Wacht am Rhein. Ein Fluss als Politikum, in: Richard W. Gassen/Bernhard Holeczek (Hg.), Mythos Rhein, Teil I: Ein Fluss - Bild und Bedeutung, Ludwigshafen 1992, S. 297-319, und Wolfgang Bickel, Die Germania des Niederwalddenkmals, in ebd., Teil 2: Ein Fluss in Kitsch und Kommerz, S. 61-75.

15 Vgl. das Bild bei Tittel, Niederwalddenkmal ..., S.186.

16 Dies zeigt eindringlich der Artikel von Wilhelm Kreutz, Der umkämpfte Rhein. Zur deutschen und französischen Rheinideologie zwischen 1870 und 1930, in: Mythos Rhein Teil 2 (wie Anm. 12), S. 43-57. Vgl. auch ders., Französische Rheintheorie und französische Kulturpolitik im besetzten Rheinland nach dem Ersten Weltkrieg, in: Tilman Koops/Martin Vogt (Hg.), Das Rheinland in zwei Nachkriegszeiten, 1919-1930 und 1945-1949. Ergebnisse einer Tagung des Bundesarchivs in der Universität Trier vom 12. bis 14. Oktober 1994, Koblenz 1995, S. 19-37.

17 Näheres bei: Jean Marie Mayeur, Une mémoire-frontire: L`Alsace, in: Nora (Hg.), Lieux de mémoire (wie Anm. 6), S. 1147-1169.


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