Zeitschrift

Der Rhein

 

 

Alexander Frisch/Peter Jehle/Alexander Ostermann
Naturschutz-Projekte an Hoch- und Oberrhein


Inhaltsverzeichnis    


Hochrhein, Trockenaue Südlicher Oberrhein, Elzwiesen

Alexander Frisch, Peter Jehle und Alexander Ostermann sind Mitarbeiter der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege in Freiburg i.Br.


Der Hochrhein: Naturschutzaspekte einer Flusslandschaft im Würgegriff

Von Peter Jehle

Die Eingriffe der Menschen in den letzten 200 Jahren haben die Landschaft am Hoch- und Oberrhein tiefgreifend verändert. Katastrophenartige Unfälle wie der von Schweizerhalle im Jahre 1987 kamen hinzu. Wertvolle Standorte für Pflanzen und Tiere gingen verloren, viele Arten sind akut gefährdet. An drei Beispielen wird aufgezeigt, wie Maßnahmen der Natur- und Landschaftspflege ihren Beitrag dazu leisten können, eine möglichst große Artenvielfalt zu sichern. 
Red.


Vom "wilden" Fluss zur Stauseekette

Zwischen dem Ausfluss aus dem Bodensee und dem Eintritt in die Oberrheinische Tiefebene bei Basel durchfließt der Hochrhein auf ca. 145 km eine überwiegend enge, gefällereiche Talstrecke. Bis Ende des 19. Jahrhunderts, also noch vor dem Bau der großen Kraftwerke, war das Befahren des streckenweise "wilden" Flusses noch mit vielen Gefahren verbunden und der Fisch-, insbesondere der Lachsfang, Lebensgrundlage vieler Rheinanlieger (Abb. 1). Im Gegensatz zum Oberrhein mit seiner mitunter kilometerbreiten Überschwemmungsaue drangen Hochwässer im meist engen und tief eingeschnittenen Hochrheinbett nur an wenigen Stellen über die Ufer. Es fehlen daher großflächige Auen, und die intensive Besiedlung des Rheintales erfolgte meist bis direkt an die Flussufer.

Dies alles wiederum bot günstige Voraussetzungen für Entwicklungen, die den ursprünglichen Fluss und das gesamte Hochrheintal grundlegend verändern sollten: Dem Bau des ersten Hochrheinkraftwerkes in Rheinfelden 1895-1898 folgten noch zehn weitere Großkraftwerke, die große Teile des Hochrheines in eine Stauseekette verwandelten und in deren Folge es zu massiven Uferverbauungen kam (Abb. 2). Es "versanken" damit nicht nur die berühmten und gefürchteten Stromschnellen bei Laufenburg, sondern auch eine Vielzahl natürlicher Flusslebensräume mit ihrer typischen Pflanzen- und Tierwelt. Der Lebensraumfaktor Strömung wurde weitgehend ausgeschaltet, der Geschiebetransport von Kiesen und Sanden fast vollständig reduziert und die Durchgängigkeit für Wasserorganismen unterbrochen.

Mit der Erschließung der Energiequellen war auch eine rasche Industrialisierung des Hochrheintales verbunden, in deren Folge wiederum bis heute andauernde starke Siedlungsentwicklungen einsetzten. So verdankt z.B. das badische Rheinfelden seine Entstehung dem Bau des erwähnten Laufkraftwerkes. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass heute die "ökologische Bilanz" des Hochrheines und angrenzender Bereiche negativ ausfällt: So sind beispielsweise lediglich ca. 40 km des 145 km langen Flusses noch einigermaßen naturnah erhalten und über 70 km sind ökologisch stark defizitär!

Abb. 1: Der Fischer Ernst Rueb an der mittleren Reuse im Bereich der Stromschnellen von Laufenburg, ca. 1910 (Quelle: Barbara Rueb, Laufenburg/Baden).

 

Die Umweltkatastrophe von Schweizerhalle hatte Folgen

Bezeichnenderweise lenkte erst eine Umweltkatastrophe den Blick der Öffentlichkeit und Politiker auf den seit langem kranken "Patienten" Rhein: Wenige Wochen nach der schweren Brandkatastrophe in Schweizerhalle bei Basel im Jahr 1987, die das Ökosystem Rhein durch große Mengen eingeschwemmter giftiger Chemikalien schwer schädigte, beauftragten die zuständigen Minister der Rheinanliegerstaaten die Internationale Rheinschutzkommssion (IKSR)1, einen umfassenden Sanierungsplan für den Rhein aufzustellen und umzusetzen. Daraus entstanden ist ein Aktionsprogramm Rhein 2000 mit den beiden Hauptzielen:

1. Wiederherstellung des Hauptstromes als Rückgrat des Ökosystemkomplexes "Rhein" mit seinen wichtigsten Nebenflüssen als Lebensraum für Langdistanz-Wanderfische wie Lachs (daraus abgeleitet das Programm Lachs 2000), Meerforelle, Maifisch, Flussneunauge und Stör. Das 1991 ins Leben gerufene Projekt Lachs 2000 ist das wichtigste Instrument zur Umsetzung dieses Zieles. Geplant war, dass bis zum Jahr 2000 die Lachse (und weitere Wanderfische) wieder bis Basel und die geeigneten Nebengewässer gelangen können und in einer späteren Phase bis Rheinfelden. Ganz wurde dieses Ziel nicht erreicht, aber es darf schon als großer Erfolg gewertet werden, dass 1995 unterhalb der Staustufe Iffezheim der erste gesicherte Nachweis für einen in diesen Flussabschnitt zurückgekehrten Lachs erbracht wurde!

2. Schutz, Erhaltung und Verbesserung ökologisch wichtiger Bereiche des Rheins sowie des Rheintals für die Erhöhung der dort heimischen Tier- und Pflanzenvielfalt.

Auch am Hochrhein sollen gemäß dem Beschluss der Rheinminister im Rahmen des Aktionsprogrammes Rhein 2000 Maßnahmen zur Verbesserung des Ökosystems durchgeführt werden. Im Unterschied zu den übrigen Rheinstrecken sind jedoch die Akzente hier anders zu setzen: Nicht vordringlich der Verbesserung der Wasserqualität und Sicherung wertvollster Auelandschaften (im Verbund mit Hochwasserschutzmaßnahmen) gilt das Hauptaugenmerk, sondern in besonderem Maße der Frage, wie unter den gegebenen Rahmenbedingungen und Nutzungsansprüchen (Wasserkraftnutzung, Schifffahrt, Siedlungsentwicklung etc.) die ökologische Funktion und Bedeutung des Hochrheines und angrenzender Gebiete entscheidend verbessert werden kann.

Entsprechende Konzeptionen entstanden in den letzten Jahren sowohl auf schweizer wie auf deutscher Seite und werden derzeit im Rahmen gemeinsamer Projekte und Projektideen weiterentwickelt und konkretisiert. Zwei Beispiele sollen dies verdeutlichen.

Abb. 2: Längsprofil des Hochrheines (aus: Gewässerdirektion 1998).

 

Das "Ökologische Gesamtkonzept Hochrhein"

Das Ökologische Gesamtkonzept Hochrhein (Gewässerdirektion 1998) wurde erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und beinhaltet die erste umfassende Darstellung und Bewertung des Gesamtökosystems "Hochrhein" auf deutscher Seite. Die umfangreiche Konzeption, an der auch die Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege (BNL) Freiburg maßgeblich beteiligt war (BNL 1997), beinhaltet neben der Formulierung von Naturschutz-Leitbildern einen Katalog von Umsetzungsmaßnahmen in den drei Kategorien Erhalten, Entwickeln und Gestalten. Zusammen mit der Schweiz, die bereits Jahre zuvor Renaturierungsideen für den Hochrhein entwickelt hatte (BUWAL 1994), wurden auf der Grundlage der vorliegenden Konzeptionen gemeinsame Pilotstrecken ausgewählt, die exemplarisch länderübergreifende Maßnahmen zur Biotopgestaltung und -vernetzung aufzeigen sollen. Eine der Pilotstrecken ist der Abschnitt zwischen Reckingen und Aaremündung bei Waldshut. Er zählt zu den wenigen noch verbliebenen freien Fließstrecken des Hochrheins und besitzt ein hohes ökologisches Aufwertungspotenzial. Die Planung sieht hier vor, bei Rietheim (Schweiz) und Ettikon (nahe Waldshut-Tiengen) ehemalige Auen durch die Anbindung von Rheinaltarmen sowie den Mündungsbereich der Wutach wieder naturnah zu gestalten. Nicht nur der Biber, der sich hier vor Jahren wieder in stattlicher Zahl angesiedelt hat, würde davon profitieren, sondern es könnten auch beispielsweise wichtige Laichhabitate für Fische und hochwertige Vogellebensräume geschaffen werden.

Abb. 3: Naturschutzgebiet „Weberalten" bei Rheinfelden/Herten. Die ehemalige Kiesgrube zählt heute zu den wertvollsten Rückzugsgebieten des Naturraumes für eine Vielzahl seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Sie ist zudem eine wichtige Keimzelle, von der aus weitere ähnliche Biotope bei entsprechender Biotoppflege besiedelt werden können.

Der "Biotopverbund Hochrhein" im Landkreis Lörrach

Auf Initiative des Landkreises Lörrach sowie der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Freiburg wurde im vergangenen Jahr ein Projekt ins Leben gerufen, das sich zur Aufgabe gestellt hat, den Talraum zwischen Schwörstadt und Grenzach-Wyhlen im Sinne des Aktionsprogrammes Rhein 2000 zu entwickeln und zu gestalten. Für dieses Projekt ist eine auf zwei Jahre befristete Stelle beim Landratsamt Lörrach eingerichtet sowie ein Projektbetreuer eingesetzt, der unter Fachaufsicht der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege ein Biotopverbundkonzept erstellt. In einem ersten Schritt sind dabei insbesondere solche (meist sekundären) Biotoptypen zu erhalten, zu entwickeln und räumlich zu vernetzen, die eine ökologische Verwandtschaft mit den verschwundenen primären Biotoptypen der Schotter- und Altwasserzonen der Flußauen aufweisen. Im Projektgebiet sind dies meist nicht mehr bewirtschaftete oder noch in Betrieb befindliche Abbauflächen, die noch in erstaunlich hoher Anzahl anzutreffen sind (Abb.3). Sie besitzen eine besonders große Bedeutung als letzte Refugien der artenreichen Tier- und Pflanzenwelt ehemals intakter Flußauen.

Parallel dazu wird die Möglichkeit einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit benachbarten Schweizer Kantonen insbesondere unter dem Aspekt geprüft, dass länderübergreifende Entwicklungsprojekte von der Europäischen Gemeinschaft mitfinanzierbar sind (beispielsweise das INTERREG-Programm).

In welchem Umfang die oben erwähnten Projekte und Ideen tatsächlich umgesetzt werden können ist, wie so oft, ganz entscheidend von den zur Verfügung stehenden Mitteln und der Mitarbeit der Gemeinden (und Kantone) abhängig. Bei knapper werdenden öffentlichen Mitteln und dem ungebremsten Wachstum der Städte, Gemeinden und Freizeitnutzungen bleiben für den Naturschutz oft nur noch geringe Spielräume. Dennoch wird von den zuständigen Fachverwaltungen versucht, mit den zahlreichen Anliegern und Nutzern in einen Dialog zu treten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die beiden Seiten gerecht werden. Dass dies nicht immer gelingen wird, liegt auf der Hand, da oftmals die jeweiligen Interessen zu weit auseinander liegen.

 

Die "Trockenaue Südlicher Oberrhein": Reste einer Flusslandschaft

Von Alexander Frisch

Lebensraum Trockenaue

Die "Trockenaue Südlicher Oberrhein" ist eine fast bis zur Unkenntlichkeit veränderte Flusslandschaft, seit der Rhein in ein schmales Hochwasserbett überführt wurde. Dennoch sind in den angrenzenden, bis zum Ende des letzten Jahrhunderts noch überfluteten Gebieten Reste der früheren Flussaue auch heute noch vorhanden. Hierzu zählen insbesondere Arten und Lebensgemeinschaften trocken-warmer Kiesbänke, die für den Naturschutz von größter Bedeutung sind.

Flussauen sind durch die Dynamik des Wassers geprägte Lebensräume. In den Alpen und in Gebieten, die wie die südliche Oberrheinebene den Alpen vorgelagert sind (präalpin), hat das Wasser eine besondere Aufgabe: Das Wasser transportiert gewaltige Schuttmassen, und daher kommen hier zahlreiche Schotterflächen vor (Abb. 4). In Abhängigkeit von Hochwasserereignissen verändern sich Lage und Form dieser Kiesbänke oft erheblich. Spitzenhochwasser können Kiesbänke so hoch aufschottern, dass sie vom normalen Hochwasser nicht oder nur selten erreicht werden und im wesentlichen trockene Standortverhältnisse vorliegen. Der Dynamik der Feststoffe kommt damit eine ganz entscheidende Bedeutung zu. Offene Kiesböden können sich bei uns im Sommer bis über 70 ¡C erwärmen, so dass es sich sogar um besonders trocken-heiße Standorte handelt. Diese Extremlebensräume werden "Brennen" genannt. Verschärft werden die Standortverhältnisse durch die Humus- und Nährstoffarmut der Sedimente alpiner und präalpiner Auen, während die Schlickablagerungen der Tieflandflüsse ein höheres Nährstoffangebot aufweisen (Müller & Scharm 1996).

 

Abb. 5: Natürliche Trockenstandorte von Kalkmagerrasen und Pioniervegetation finden sich sowohl auf Felsen (links: Kalk-Festgestein; nach Ellenberg 1952, verändert) als auch auf Kiesfluren der Flussauen (rechts: Kalk-Lockergestein). 
1: Felsbandfluren und Pioniergesellschaften;
 
2: Kalkmagerrasen.

 

Kiesbänke sind als Extremlebensräume für viele Arten und Lebensgemeinschaften unersetzbar. Wo es anderen zu hell, zu heiß und zu trocken ist, finden an solche Bedingungen hochgradig angepasste Arten ihre einzige Nische. Neben ausschließlichen Auespezialisten gehören auch Magerrasenarten zum Inventar der Kiesbänke (Abb. 5). Die Dynamik der Fließgewässer ist heute aber - vor allem durch den Bau von Staustufen - derart verändert, dass die typischen Arten ihre Lebensgrundlagen fast völlig verloren haben. Sedimentation ausschließlich feiner Substratanteile und ungestörte Bodenentwicklung führen zu erheblichen Standortveränderungen. In der Folge stellen sich Arten ein, die unter sehr verschiedenen Bedingungen leben können, und die Spezialisten verlieren ihre Lebensräume oder werden verdrängt. Dadurch nehmen häufige Lebensgemeinschaften mitteleuropäischer Fließgewässer und Ruderalflächen zu und dringen bis in die Oberläufe vor. Naturnahe Flussabschnitte mit großen Schotterflächen zählen inzwischen zu den am stärksten gefährdeten Landschaftstypen im Umfeld der Alpen (Müller 1995).

Abb. 4: Naturnaher Flussabschnitt an der Oberen Isar zwischen Vorderriß und Wallgau mit Wechsel von Wasserläufen und Kiesbänken (12. 6. 1999). Bis zur Rheinkorrektion im 19. Jahrhundert gab es auch im Rhein eine Vielzahl offener und vegetationsarmer Kiesinseln, die für Auespezialisten und Magerrasenarten Lebensmöglichkeiten boten.

 

Wenn aus dem Wildstrom ein begradigter Schlauch geworden ist

Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts existierten im Rhein zwischen Basel und Breisach Hunderte von Kiesbänken und -inseln. Waren die einzelnen Kiesinseln der Dynamik des Rheins unterworfen, so blieb das Angebot entsprechender Lebensräume bezogen auf den Gesamtraum aber weitgehend konstant. Infolge der Rheinkorrektion nach Plänen von Tulla sowie weiterer wasserbaulicher Eingriffe existiert zwischen Basel und Breisach nur noch ein begradigter Flussschlauch anstelle des einstigen Wildstromes. Die übrigen Bereiche der früheren Rheinaue "versteppten" (Hügin 1962): Das Grundwasser sank mehrere Meter tief ab, Überflutungen blieben aus. Die trockengefallenen ehemaligen Bereiche der früheren Rheinaue zwischen Basel und Breisach - denen die Dynamik des Wassers fehlt - werden oft vereinfacht als Trockenaue Südlicher Oberrhein bezeichnet (Abb. 6). In diesem Gebiet verschwanden diejenigen Auenarten großflächig, die an trockene Lebensverhältnisse nicht ausreichend angepasst sind. Auenarten der trockenen Brennenstandorte breiteten sich dagegen zunächst aus. Aufgrund der Sukzession infolge von Bodenreifung und veränderter oder fehlender Nutzung (z.B. Aufgabe der Beweidung) werden jedoch auch diese Arten zusehends zurückgedrängt und drohen unwiederbringlich zu verschwinden. Maßnahmen zum Hochwasserschutz und Flächenverbrauch für andere Zwecke stellen ein weiteres Gefährdungspotenzial für die Trockenaue dar.

Abb. 6: Lage der „Trockenaue Südlicher Oberrhein" zwischen Basel und Breisach. Die Kernzone zwischen Hartheim und Efringen-Kirchen ist abgegrenzt und gepunktet dargestellt.

Abb. 7: Brennenstandort mit einem Kalkmagerrasenbestand (Vordergrund), der randlich von Sanddornbüschen durchsetzt ist (Mitte). Das lockere Sanddorngebüsch bildet nur einen schmalen Streifen, dahinter schließt ein lichter, strauchreicher Buschwald mit Stieleichen und Pappeln an (3. 8. 1997).

 

Reiches Leben auf trockenen Kiesböden

Ehemalige Brennen sind bis heute an ihrer charakteristischen Vegetation zu erkennen. Neben Beständen an Kalkmagerrasen zählen hierzu vor allem Sanddorngebüsche, die gemeinsam mit angrenzenden trockenen Eichenwäldern einen extrem struktur- und artenreichen Biotopkomplex bilden (Abb. 7); eine erste umfassende vegetationskundliche Beschreibung gibt Witschel (1980). Aufgrund von Biotopausstattung und Arteninventar ist die Trockenaue eine der wertvollsten Landschaften für den Naturschutz in Baden-Württemberg (Regierungspräsidium Freiburg 1998). So sind für das Gebiet rund 2300 Käferarten nachgewiesen - das entspricht einem Drittel aller Käferarten in Deutschland (Bense et al., im Druck).

Sanddorngebüsche gehören zu den ausgesprochenen Eigenheiten präalpiner Auen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Sanddorn hier mit einer anderen Unterart als etwa an den norddeutschen Küsten auftritt. Großflächige natürliche Vorkommen des Sanddorns beschränken sich in Baden-Württemberg auf die Trockenaue (Sebald et al. 1992). Der Strauch mit den orangefarbenen, Vitamin C-reichen Früchten hat besondere Anpassungen an das Leben auf offenen, rasch austrocknenden und nährstoffarmen Kiesböden entwickelt. Hierzu zählt die Symbiose mit bestimmten Mikroorganismen. Diese leben in kleinen Verdickungen der Wurzeln und machen den Luftstickstoff pflanzenverfügbar. Mit diesem "Trick" düngt sich der Sanddorn sozusagen selbst, was auf rohem Kies einen wesentlichen Vorteil gegenüber anderen Arten darstellt. In der Trockenaue ist eine Verjüngung des Sanddorns durch Samen infolge der Grundwasserabsenkung nicht mehr zu beobachten. Als Pionierart bildet der Sanddorn jedoch Wurzeltriebe und Stockausschläge und kann sich im Gebiet auf diese Weise bis heute halten (Steiner & Bogenrieder 1989). Da das Höchstalter einzelner Stämme allerdings bei nur 30 Jahren liegt und die Art leicht durch andere Gehölzarten ausgedunkelt wird, droht der Sanddorn allmählich zu verschwinden.

Abb. 8: Die Gottesanbeterin ernährt sich vor allem von Insekten, die sie mit ihren bedornten Fangbeinen erbeutet. Im Vordergrund sind Blütenstände der Golddistel zu sehen (16. 8. 1987).

Eng verzahnt mit den Sanddorngebüschen sind Bestände blütenbunter und oft orchideenreicher Kalkmagerrasen. Die Standorte sind meist mit einer dünnen Schicht sandig-schluffigen Materials bedeckt, stellenweise liegen die Flusskiesel aber bis heute frei inmitten lückiger, von Flechten und Moosen geprägter Vegetation. Aufgrund der extremen standörtlichen Trockenheit sind viele Magerrasenbestände bislang frei von Verbuschung geblieben - und das trotz fehlender Nutzung oder Pflege über mehrere Jahrzehnte. Flussbrennen zählen damit wie Felsen und Schutthalden zu den Primärstandorten entsprechender Artenverbindungen (Quinger 1994). Je nach Struktur und Nahrungsangebot der Magerrasenbestände kommen z.B. verschiedene Schmetterlinge und Heuschrecken vor, darunter viele Arten der Roten Listen. Die allgemein seltene und gesetzlich geschützte Gottesanbeterin ist in der Trockenaue vielerorts anzutreffen (Abb. 8). Zu den floristischen Besonderheiten zählen unter anderem der Ährige Ehrenpreis, das Alpen-Leinblatt als Alpenschwemmling, der Frühblühende Thymian, die hochwüchsige Unterart der Hummel-Ragwurz und der Rauhe Klee (Abb. 9).

Abb. 9: Der seltene Rauhe Klee erhebt sich nur wenige Zentimeter über die Blätter des Frühlings-Fingerkrauts (28. 6. 1997).

 

Während die Hunds-Braunwurz als Pionierart auch in Magerrasenbeständen vorkommt, ist das Rosmarin-Weidenröschen ausschließlich auf offene, konkurrenzarme Kiesböden angewiesen. Das Rosmarin-Weidenröschen besiedelt heute meist vom Menschen geschaffene Ersatzstandorte wie Rheindämme, Kiesgruben und Wegränder (Abb. 10). Diese zwei licht- und wärmeliebenden krautigen Arten kennzeichnen die Hundsbraunwurz-Gesellschaft, die ihre ursprünglichen Standorte auf den Brennen verloren hat. Auf beide Arten sind wiederum hochgradig spezialisierte Tierarten angewiesen. So lebt z.B. die Raupe des Hundsbraunwurz-Mönchs im Gebiet von Pflanzenteilen der Hunds-Braunwurz. Die Schmetterlingsart ist für die Bundesrepublik Deutschland nur aus der Trockenaue bekannt (Ebert 1997)

Abb. 10: Rosmarin-Weidenröschen in einer aufgelassenen Kiesgrube. Die blühenden Triebe werden von einem vorjährigen Stengel überragt (1. 7. 1997).

Pflegemaßnahmen 

Zur Erhaltung der hochwertigen Lebensräume und der Vielzahl seltener Arten in der "Trockenaue Südlicher Oberrhein" sind verschiedene Pflegemaßnahmen erforderlich, sofern es nicht gelingt, eine geeignete Nutzung zu etablieren.

Früher wurde das Holz der Sanddorngebüsche zur Brennholzgewinnung benötigt. Neben der natürlichen Verjüngung in der intakten Rheinaue wurden die Bestände durch die Nutzung stabilisiert, weil sich der Sanddorn über Stockausschläge wieder regeneriert. Heute müssen die Gebüsche im Rahmen von Pflegemaßnahmen gelegentlich auf den Stock gesetzt werden. Je nach Standort bilden sich zunächst Schlagfluren mit verschiedenen Staudenarten oder Kalkmagerrasenbestände. Die Gehölzaustriebe werden durch Rehwild stark verbissen, so dass die beispielsweise für bestimmte Schmetterlingsarten wertvollen Entwicklungsstufen zum dichteren Gebüsch einige Jahre lang erhalten bleiben. Die Weibchen der Gottesanbeterin legen an den jungen Trieben häufig ihre länglichen Eikokons ab, die hier ausreichend belüftet werden und nicht zu viel Feuchtigkeit erhalten.

Die Kalkmagerrasenbestände wurden früher ebenfalls von Menschen genutzt. Sie dienten als Weideflächen für das Vieh, auch Grasschnitt wurde gewonnen. Liegen die Kalkmagerrasenbestände brach, verringert sich die Anzahl der Pflanzenarten mehr und mehr. Kleinwüchsige und konkurrenzschwache Arten verschwinden dabei zuerst. Offenere und kurzrasige Flächen, wie sie durch Beweidung entstehen können, fehlen heute beinahe völlig. Ausgesprochen lichtliebende Arten - z.B. die vom Aussterben bedrohte Italienische Schönschrecke - kommen deshalb fast nur noch an lückig bewachsenen Wegrändern und in geringer Individuenzahl vor. Eine extensiv durchgeführte Schafbeweidung (Hütehaltung, Pferch außerhalb der Magerrasenbestände) ist für viele Bereiche besonders zweckmäßig, auch weil der Aufwuchs durch die Beweidung sinnvoll verwertet wird. Bei einer reinen Pflegemahd muss das anfallende Schnittgut dagegen mühevoll "entsorgt" werden. Eine jährliche Pflegemahd wird dennoch für einige Bestände durchgeführt. Einerseits handelt es sich dabei um orchideenreiche Flächen, andererseits ist hier eine Beweidung aus verschiedenen Gründen derzeit nicht überall möglich. Bei der Mahd bleibt jeweils ein bestimmter Flächenanteil der Bestände stehen, der dann aber im Folgejahr abgemäht wird. Durch dieses mosaikartige Verfahren wird eine möglichst hohe Strukturvielfalt erreicht. Davon profitieren Arten, die zur Eiablage oder zum Überwintern auf langgrasige Bereiche angewiesen sind.

Daneben gehören das Auslichten von Eichenwäldern zur Förderung der Eichenverjüngung sowie, in Anlehnung an die frühere Dynamik der Rheinaue, die Schaffung von Kiesrohböden zu den vordringlichen Pflegearbeiten. Entsprechende Maßnahmen werden z.T. seit Jahren im Auftrag der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege in Freiburg durchgeführt und teilweise auch durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg finanziert. Die Summe der Maßnahmen dient der Erhaltung einer reich strukturierten und reich an Arten ausgestatteten Landschaft mit einer außerordentlichen Bedeutung für den Naturschutz.

 

Das LIFE-Natur-Projekt "Wiesenlebensraum Elzwiesen Rheinhausen"

Von Alexander Ostermann

Die Elzwiesen

35 km nordwestlich von Freiburg, zwischen der A 5 im Osten und den Ortschaften Rheinhausen und Rust im Westen, erstreckt sich beiderseits der "Alten Elz" die weiträumige Elzwiesen-Landschaft. Umgeben von intensiv genutzten Ackerflächen liegt hier eine der letzten größeren Grünlandinseln im Oberrheintal.

In der Wiesenvegetation bestimmen Wirtschaftswiesen mittlerer Standorte, vor allem Fuchsschwanz-Glatthaferwiesen, das Bild. Mittels eines im letzten Jahrhundert angelegten Bewässerungssystems aus Gräben, Wehren und Stellfallen werden bis heute in einem 300 ha großen Gebiet noch die traditionellen Wiesenwässerungen durchgeführt. Der Wässerwart leitet dabei im zeitigen Frühjahr, nach der Heuernte und im Spätjahr über drei Wochen lang Elzwasser in eine Parzelle nach der anderen. Es handelt sich hier um das größte noch intakte Wässerungsgebiet Südwestdeutschlands.

Die Wässerungen dienten ursprünglich der Steigerung der Grünlanderträge. Sie führen gleichzeitig zu einer Grundwasseranreicherung und damit der Verbesserung der örtlichen Trinkwasserqualität und sie stellen mit ihren Bewässerungsanlagen ein kulturhistorisches Zeugnis einer alten, aussterbenden Wirtschaftsweise dar. Herausragend ist die Bedeutung für den Naturschutz, speziell für den Vogelschutz.

An den während der Wiesenwässerung über das Gebiet wandernden Wasserflächen finden sich neben Wiesenbrütern auch viele Nahrungsgäste und rastende Zugvögel, vor allem Watvögel, in großer Zahl ein. Weißstörche, Kiebitze, Grünschenkel, Kampfläufer und viele andere Arten sind hier noch regelmäßig zu beobachten. Der vom Aussterben bedrohte Große Brachvogel hat mit ca. 15 Brutpaaren in den Elzwiesen sein bedeutendstes Brutgebiet in Baden-Württemberg.

Abb. 11: Frühjahrswässerung im Naturschutzgebiet „Elzwiesen". Neben zahlreichen Watvögeln finden sich auch regelmäßig Weißstörche an den Wasserflächen ein.

 

Beispielhaft für die Zukunft erhalten

Der Elzwiesenlandschaft drohte vor 20 Jahren das gleiche Schicksal wie vielen anderen Grünlandgebieten in der Oberrheinebene. Immer mehr Wiesen wurden in Äcker umgewandelt, verbleibendes Grünland wurde einer intensiveren Nutzung zugeführt und die Tage der Wiesenwässerung schienen gezählt zu sein. Hinzu kamen Störungen der Vogelwelt durch zunehmenden Freizeitbetrieb, unter anderem Modellflug oder Hundesport und bauliche Vorhaben.

Eine ganze Reihe von Maßnahmen war erforderlich, um dieses Grünlandgebiet beispielhaft für die Zukunft zu erhalten. Hierzu gehörten eine Flurbereinigung zur Entflechtung von Acker und Grünland, Grunderwerb durch das Land mit Rückumwandlungen von Ackerflächen in Wiesen, die Unterschutzstellung als Natur- und Landschaftsschutzgebiet, Zuschüsse für die Wiesenwässerung und Ausgleichszahlungen an Landwirte für extensive Wiesennutzung. Die Ausweisung als EG-Vogelschutzgebiet ermöglichte 1985 bis 1990 eine Förderung der entscheidenden Erhaltungsmaßnahmen durch die EU.

Mit ein Anlass für weitergehende, konzeptionelle Überlegungen waren der trotz aller Bemühungen seit Jahren geringe Bruterfolg von Großem Brachvogel und das Verschwinden der Helm-Azurjungfer aus dem Gebiet. Hinzu kommt die allgemeine Notwendigkeit, den fortlaufenden Biotopverlusten zumindest über eine Lebensraumoptimierung in einzelnen Schutz- und Projektgebieten etwas entgegen zu setzen.

Durch eine 50%-Förderung der Kommission der Europäischen Gemeinschaft im Rahmen des Programmes LIFE-Natur (über 400000,- DM) wurde 1997-1999 ein optimierendes Biotopmanagement ermöglicht. LIFE-Natur ist das Förderinstrument der EU zur Umsetzung von NATURA 2000, dem europäischen Schutzgebietsverbundsystem zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und der Lebensräume von europaweiter Bedeutung.

Die Projekt-Trägerschaft lag bei der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Freiburg. Das 640 ha große Projektgebiet umfasst das Naturschutzgebiet "Elzwiesen" und angrenzende Flächen. Zentrales Projektziel war die "Erhaltung der autochthonen Populationen wichtiger Wiesenvögel und Insekten sowie Steigerung der Attraktivität für durchziehende Vogelarten". Im Vordergrund standen dabei "europäische" Arten der EG-Vogelschutzrichtlinie und der FFH-Richtlinie. Projektspezifische Leitarten waren neben dem großen Kollektiv rastender Zugvögel unter anderem Weißstorch, Großer Brachvogel, Kiebitz, Großer Feuerfalter, Dunkler Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling und Helm-Azurjungfer.

Ein ganzes Bündel von Maßnahmen

In dem bestehenden Wässerungsgebiet wurden Unterhaltungsmaßnahmen bezuschusst, für die das begrenzte Budget der zuständigen Wässerungsgenossenschaft nicht ausreicht. Beispielsweise sind defekte, noch aus dem letzten Jahrhundert stammende Schleusenwinden durch neue Winden ersetzt worden. Darüber hinaus ist ein seit 20 Jahren aufgegebenes Wässerungsgebiet mit über 50 ha wieder aktiviert worden. Hierfür mussten zugeschüttete Wässerungsgräben wieder angelegt und neue Stellfallen eingebaut werden. Zur räumlichen und zeitlichen Ergänzung der temporären Wasserflächen wurden vier permanente Flachwasserbereiche angelegt. An der Alten Elz mit ihren Einheitsböschungen wurden differenzierte Böschungsneigungen zur Erhöhung der Biotopvielfalt angelegt, ein Fischteich renaturiert und trockengefallene Begleitgräben entschlammt. Die Wasserführung in einem Nebengewässer der Alten Elz wurde im Hinblick auf die Habitatsansprüche der Helm-Azurjungfer durch abschnittsweise Grabenräumungen und Beseitigung von Abflusshindernissen stabilisiert.

Für den seit Mitte der 80er Jahre im Gebiet beispielhaft praktizierten Vertragsnaturschutz sind neue Vertragsmodalitäten wie z.B. Mahd "von innen nach außen", eine Schnitthöhe von mindestens 7 cm oder präzisere Regelungen zur Stickstoffdüngung entwickelt worden. Der Vertragsnaturschutz umfasste 1999 über 90 ha Wiesenflächen mit einem Kostenvolumen von über 60000,- DM. Auf den landeseigenen Flächen des Gebietes mit ca. 150 ha finden sogar noch weiterreichende Regelungen im Zuge der Pachtverträge Anwendung, wie z.B. Mahd mit Balkenmäher.

Die letzte große Ackerfläche innerhalb des Wässerungsareals konnte im Rahmen des Projektes wieder in eine Wiese umgewandelt werden.

Die Mahd nicht mehr genutzter Wiesen und Elzdämme und die Freihaltung verschiedener Wassergräben zielten beispielsweise auf die Habitatansprüche von Großem Feuerfalter oder Dunklem Wiesenknopf-Ameisenbläuling.

Der Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit lag im erweiterten Projektgebiet, dem benachbarten Naturschutzgebiet "Taubergießen". Ein neuer Parkplatz vor dem Schutzgebiet, ein zusätzlicher Rundweg im südlichen Teil, Infotafeln an allen Hauptzugängen und eine Broschüre über das Schutzgebiet dienen nun der Besucherinformation und der Besucherlenkung.

Das Projekt wurde von einem Biologenbüro wissenschaftlich begleitet. Die Verbesserung des Wasserangebotes durch verschiedenste Maßnahmen führte nach den durchgeführten Erhebungen am schnellsten zu sichtbaren Erfolgen. Am eindrücklichsten sind dabei die schnelle Annahme der angelegten Flachwasserbereiche durch Wiesenvögel, viele Zugvögel und auch Libellen. Darüber hinaus konnte die seltene Helm-Azurjungfer 1999 erstmals wieder an einem Wassergraben nachgewiesen werden. Auch Sumpfschrecke und Grasfrosch wurden durch die Wasserbeschickung von Gräben gefördert.

Der Große Brachvogel - die Leitart unter den Wiesenbrütern - bleibt dagegen ein Sorgenkind des Naturschutzes. Es ist in den letzten Jahren nicht gelungen, seinen geringen Bruterfolg zu steigern.

Ein Katalysator für neue konzeptionelle Ansätze im Naturschutz

Neben der Umsetzung konkreter Maßnahmen war das Projekt auch Katalysator für neue konzeptionelle Naturschutzansätze in den Elzwiesen. Vor 20 Jahren stand hier der Große Brachvogel noch fast allein im Vordergrund der Naturschutzbemühungen. Die naturschutzfachliche Gesamtbetrachtung der Elzwiesen steht nun auf einer breiteren Artenbasis. Neben Wiesenbrütern und Durchzüglern werden nun auch verschiedene Insektenarten, aber auch z.B. Amphibien verstärkt berücksichtigt.

Die ständige enge Zusammenarbeit der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege mit den zuständigen Wässerungsgenossenschaften, Gemeinden, Naturschutzbeauftragten, dem Regierungspräsidium Freiburg, der Staatlichen Liegenschaftsverwaltung und z.B. der Fachschaft für Ornithologie Südlicher Oberrhein hat sich sehr bewährt.

Die neu angelegten Biotopstrukturen wie z.B. die Flachwasserbereiche werden künftig regelmäßig zu pflegen sein, der Vertragsnaturschutz wird natürlich weitergeführt und die Prädatorenproblematik bei den Wiesenbrütern bleibt ein wichtiges Forschungsthema. Die Wiesenwässerungen bedürfen auch zukünftig einer Bezuschussung.

Die Populationsentwicklungen der wertgebenden Arten in den Elzwiesen sind weiter zu beobachten. Diese regelmäßige Inventur dient der Qualitätssicherung der Elzwiesen als Bestandteil des europäischen Netzes "NATURA 2000".

Literaturhinweise

1 IKSR = Internationale Kommission zum Schutz des Rheins gegen Verunreinigung. Mitglieder: Ch, D, F, L, NL und Europäische Union.

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