Zeitschrift

Großstädte




Heft 2/97

Hrsg.: LpB

titstadt.gif (4711 Byte)

Inhaltsverzeichnis

 


Impulse, die von der Berührung mit Europa kamen

Kumasi: Traditionelles Großzentrum in Aschanti

Von Walther Manshard



Prof. Dr. Dr. h. c. Walther Manshard ist em. Ordinarius für Kulturgeographie an der Universität Freiburg i. Br. Zuvor war er u.a. Dozent für Geographie an der University of Ghana, Direktor der Hauptabteilung Umweltwissenschaften der UNESCO in Paris und Vize-Rektor der United Nations University in Tokyo.


Kumasi ist nach der Hauptstadt Accra die wichtigste Stadt in Ghana. Das historische Zentrum der Aschanti ist eine sehr typische afrikanische Großstadt, an wichtigen Verkehrswegen gelegen, nahe den Kakaoanbaugebieten, mit hohem Bevölkerungszuzug, ein Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum mit bedeutendem Markt. Die funktionale Struktur läßt sich an der Stadt ablesen, wie auch die Bevölkerungsstruktur siedeln doch viele Zuwanderer entsprechend ihrer Stammeszugehörigkeit.
Red.


In sicherer Lage entlang alter Fernhandelswege

Als historische Hauptstadt des reichen Waldgebietes von Aschanti hat sich Kumasi zu einem der bedeutendsten Zentren Ghanas entwickelt. Die Anfänge Kumasis reichen bis in das Ende des 16. Jahrhunderts, in eine Zeit also, als die Aschanti gemeinsam mit anderen Akangruppen aus den nördlich angrenzenden Savannen des Sudans im Wald eintrafen. Nach mündlichen Überlieferungen machte der damalige König Nana Osei Tutu (1697-1720) Kumasi zur Hauptstadt des Aschanti-Reiches (Manshard 1961 b).

Der Standort für diese Siedlung, die sich auf einer flachen Hügelkette (um 300 m) zwischen den sumpfigen Flußniederungen des Subin-Rivers entwickelte, besaß gute Verteidigungsmöglichkeiten. Auch in seiner großräumigen Lage war das über 220 km von der Küste mitten im dichten Feuchtwaldgürtel Oberguineas gelegene Kumasi dem unmittelbaren Eingriff der europäisch dominierten Guineaküste entzogen. Außerdem hatte die Stadt entlang der alten Fernhandelswege über Salaga und Kintampo gute Verbindungen mit der nördlichen Savannenzone, ohne daß jedoch die Staatsgründungen des westlichen Sudans jemals ihren direkten Einfluß auf den Waldgürtel wirksam werden lassen konnten.

Der alte Gegensatz zwischen der Guineaküste und dem einst unzugänglichen, fieberverseuchten Hinterland, der sich in zahlreichen Stammesfehden zwischen den Aschanti und der Küstenbevölkerung und in mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen mit der britischen Kolonialmacht (zuletzt 1900) entlud, setzte sich in anderer Form bis in die Gegenwart fort. Auch seit der Unabhängigkeit Ghanas (1957) und z.T. bis heute ist die Aschanti-Region ein Hauptsitz von politischen Kräften, die auf eine mehr dezentralisierte föderalistische Verfassung unter stärkerer Beteiligung regionaler Interessen hinarbeiten.


Schnelles Bevölkerungswachstum auf gegenwärtig ca. 700 000 Einwohner

Die aus dem 19. Jahrhundert überlieferten Bevölkerungszahlen von Kumasi (Bodwich 1819 und Dupuis 1824) sind sicher übertrieben. Nach vorsichtigen Schätzungen kann man für die Mitte des 19. Jahrhundert eine Bevölkerung von etwa 12 000 bis 15 000 Einwohnern annehmen. Nach der Zerstörung der Stadt durch britische Truppen (1874, 1896) verringerte sich die Zahl der Stadtbevölkerung, so daß die erste offizielle Zählung (1901) nur 3000 Einwohner ergab. In schneller Zunahme (1906: 6000 Einw.; 1911: 19 000 Einw.; 1931: 36 000 Einw.) erreichte die städtische Bevölkerung bei der Zählung von 1948 die 70 000-Marke. 1960 wurde mit 221 000 Einwohnern auch die Großstadtschwelle im westeuropäischen Sinne überschritten. Heute ist Kumasi eine Großstadt von 600 000 bis 700 000 Einwohnern mit einer überbauten Fläche von etwa 15 qkm. (Hofmann 1994). Das erweiterte Stadtgebiet wird von der Kumasi Metropolitan Authority (K.M.A.) verwaltet.

Eine Erklärung für diese selbst für westafrikanische Verhältnisse auffallend schnelle Bevölkerungsvermehrung lag in den ersten Jahrzehnten in der Entwicklung der Kakaokulturen (vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis etwa in die 1960er Jahre). Außerdem wurde Kumasi ein neues koloniales Verwaltungszentrum am Endpunkt der Eisenbahnlinien von Sekondi (1903) und Accra (1923). Beim späteren Straßenausbau stand Kumasi ebenfalls als wichtiger Straßenknoten immer an bevorzugter Stelle. Wie bei den Standorten anderer westafrikanischer Großstädte auch, war die Raumlage in Beziehung zu den bedeutenden landwirtschaftlichen Produktionsgebieten, zu Handel und Verkehr hier wichtiger als die engere Ortslage.


Seit der Kolonialzeit funktional in Zonen unterteilt

Die Stadt ist seit der Kolonialzeit funktional ziemlich deutlich in bestimmte Zonen unterteilt. Das Verwaltungszentrum lag größtenteils in der Nachbarschaft des alten Forts (Abb. 1). Die wichtigeren Geschäftszentren gruppierten sich um den Zentralmarkt und um den breiten Sporn zwischen dem westlichen und östlichen Subin-Tal. Die industrielle Entwicklung vollzog sich besonders in den südlichen Vororten entlang der Eisenbahn nach Sekondi-Takoradi, wo sich zunächst mehrere Sägewerke und Betriebe der Nahrungsverarbeitung niederließen.

In den weit auseinandergezogenen Wohnbezirken der Stadt lassen sich noch die Grundzüge einer ethnischen Aufteilung erkennen. Der Ridge war früher vorwiegend europäische Wohngegend. Ashanti Newton wurde hauptsächlich von den Aschanti bewohnt. Fante Newton beherbergte Fante von der Küste. Die große Fremdenbevölkerung aus dem Norden schließlich, besonders aus Nordghana, Burkina Faso, Mali, Niger und Nigeria, lebt in sogenannten Zongos (einem Haussawort für diese Fremdenviertel). Diese wohnräumliche Differenzierung hat sich zwar in den letzten Jahrzehnten immer mehr verwischt, sie schimmert im Grundmuster der Stadt jedoch noch deutlich durch. Hierzu trugen besonders die allgemeine Wohnraumknappheit und der Aufbau von Stadtrandsiedlungen bei. Eine eigentliche "City"-Bildung mit einer Entvölkerung der Innenstadt war wenig ausgeprägt. In den Außenbezirken haben die ziemlich spärliche Versorgung von infrastrukturellen Diensten (wie Straßen, Wasser- und Elektrizitätsversorgung) sowie die Übernahme der einfachen Lehmbauweise aus den ländlichen Gebieten zum schnellen Vordringen des Stadtrandes beigetragen. Hier kam es zur Entwicklung von Hüttensiedlungen (Shantytowns) sowie kleineren städtisch-ländlichen Außenzentren. Ein spekulatives Bauen größerer Wohn- und Geschäftshäuser wird vorwiegend von reicheren Aschanti (früher auch häufig von Syrern bzw. Libanesen) betrieben. Auch die länger seßhaften Einwanderer aus dem Norden errichten jedoch Häuser und Hütten, die sie oft an Neuankömmlinge vermieten.


Impulse aus der Berührung mit Europa

In vieler Hinsicht sind die zentralen Funktionen, die Dienste und Versorgungseinrichtungen einer solchen tropisch-afrikanischen Stadt denjenigen europäischer zentraler Orte ähnlich. Das gilt vor allem für die als villes blanches entstandenen Kolonialstädte oder Zentren, die bereits einen längeren Kontakt mit Europa hatten. Hier fiel die beschleunigte Stadtentwicklung mit dem Wirtschaftsaufschwung der ausgehenden Kolonialzeit und dem der ersten Jahre der Unabhängigkeit zusammen. Dieser Boomphase folgte in den 70er und 80er Jahren eine Periode der ökonomischen Stagnation, die sich aus der chaotischen politischen und wirtschaftlichen Entwicklung Gesamtghanas erklären läßt. Obwohl Kumasi keine Neugründung gewesen ist und die Stadt auf eine recht alte afrikanische Tradition zurückblicken kann, verdankt sie doch die eigentlichen Impulse für ihren jüngeren Aufschwung der Berührung mit Europa. In diesem Sinne ist auch sie ein typisch "hybrides" Stadtgebilde (O'Connor 1983).


Nach der Hauptstadt Accra an zweiter Stelle

Seit dem Anfang des Jahrhunderts ist Kumasi zunächst das Verwaltungszentrum der britischen Kolonialregierung und seit 1957 das Oberzentrum der ghanaischen Administration für Aschanti gewesen. Nach der Niederlage in den Aschantikriegen und der Verbannung des Königs von Aschanti (Asantehene) ins Exil (1901-1924) war Kumasi erst 1935 wieder der Sitz des Asanteman Council und der Aschanti-Konföderation geworden. Der Kumasi-Häuptling (Kumasihene) wurde damals wieder zum Asantehene ernannt, und alle Sitzungen der Konföderation, d.h. der höchsten traditionellen Autorität in Aschanti, wurden in Kumasi abgehalten. Viele Land- und Häuptlingsstreitigkeiten werden weiter am Gerichtshof des Asantehene gehört und geschlichtet. Die Bedeutung des Asantehene als Symbol des in Aschanti noch immer ziemlich starken Häuptlingstums sollte auch in der Gegenwart nicht unterschätzt werden.

Kumasi ist Hauptsitz für alle regionalen Regierungsbehörden, von der Polizei bis zur Post und vom Obergericht bis zum Finanzamt. Um die Macht des alten Aschanti-Reiches zu beschneiden, wurde 1958 von der Zentralregierung in Accra - unter Ausnutzung alter separatistischer Tendenzen - eine neue Region (Brong-Ahafo) aus Aschanti ausgegliedert. Diese neue Verwaltungsprovonz wird seitdem von Sunyani aus verwaltet.

Die hochgestellte Regierungsverwaltung ist heute eher in Accra angesiedelt. In Kumasi dominieren im öffentlichen wie privaten Verwaltungssektor die Positionen der mittleren und unteren Ebene.

Auch in seiner kulturell-sozialen Bedeutung und als Geselligkeitszentrum steht Kumasi in Aschanti an der Spitze und in Ghana nach Accra an zweiter Stelle.

Viele Stammesfeste und die größeren Häuptlingstreffen (Durbars), zu denen alle dem Goldenen Stuhl (Thronsessel des Königs von Aschanti) untergeordneten Häuptlinge mit Gefolge in Kumasi zu erscheinen haben, werden hier abgehalten. Für die Aschanti besteht ein echtes Dazugehörigkeitsgefühl zu ihrer "königlichen Stadt", der Ahenkrow, und diese oft stark gefühlsbetonte Verbundenheit läßt wirtschaftliche Elemente, wie etwa Entfernung und Fahrpreis, in den Hintergrund treten (Manshard 1961 b).

Auch der Einflußbereich der Gesundheits- sowie der Bildungs- und Erziehungsdienste reicht weit über Aschanti hinaus. Das gilt besonders für die University of Science and Technologie (UST).


Ein Zentrum von Handel, Dienstleistungen, Kleingewerbe

Mehr noch als in seinen Einrichtungen in der politischen, sozialen und kulturellen Sphäre liegt die Bedeutung Kumasis in seiner kommerziellen Aktivität und Zentralität als Service Centre für Mittelghana.

Der große Zentralmarkt ist einer der größten Märkte Westafrikas. In den Geschäftsstraßen in Marktnähe konzentrieren sich die Gebäude der größeren Handelsfirmen, Banken und Versicherungsgesellschaften. Man hat Kumasi als typische Secondary City (im Sinne von Rondenelli 1983) bezeichnet, d.h. als ein Zentrum, das von Handel, Dienstleistungen und dem produzierenden Kleingewerbe beherrscht ist. (Vorläufer 1988, Thomi 1989). Neben der Dominanz des Straßenhandels ist das Kleingewerbe auffällig. Hierzu gehören drei Handwerksbereiche: Kfz-Gewerbe, Schreiner und Schneider (allein auf dem Zentralmarkt arbeiteten über 1000 Schneider; Hofmann 1994).

Die Berufsgruppe der persönlichen Dienstleistungen (besonders Hausangestellte) hat einen Anteil von etwa 10%, eine Zahl, die auch für andere westafrikanische Städte charakteristisch ist. Allerdings sind diese Zahlen wegen des höheren Anteils von Haushaltshilfen innerhalb der Großfamilie und der weiteren Verwandtschaft unsicher.

Industriell hat sich Kumasi - abgesehen vom produzierenden Kleingewerbe - relativ wenig weiter entwickelt. Nur etwa 5% der Beschäftigten sind in der verarbeitenden Industrie tätig, besonders in der Holzverarbeitung.

Im informellen Sektor sind Autoreparaturwerkstätten an den Ausfallstraßen typisch mit Autowracks als Ersatzteilspender. Die einzelnen Handwerker (Wayside Fitters) spezialisieren sich z.B. auf das Ausbeulen von Karosserien und die Reparatur von Motoren. Sie arbeiten als Schweißer oder Autoelektriker oder haben sich auf einzelne Automarken spezialisiert. In Kumasi gibt es eine Ansammlung solcher Betriebe in einem Industriegebiet (dem sog. "Suame-Magazin"), zu dem zeitweise bis zu 40000 Handwerker gehörten (Hofmann 1994).

Die Landwirtschaft als Erwerbsquelle (Anteil etwa 5% der Beschäftigten) ist von untergeordneter Bedeutung, obwohl fast ein Drittel der Haushalte in irgendeiner Form Landwirtschaft als Nebenerwerb betreiben. Dies gilt nicht nur für die Stadt mit ihren Vororten (Hausgärten, Urban Agrirulture), sondern für die immer noch engen Verbindungen zu den Heimatdörfern, wo man über spezielle Pachtsysteme auch an der agrarischen Nutzung partizipiert.


Die Zuwanderung nach Kumasi

Schon in der Kolonialzeit begann die Migration von Zuwanderern. In dieser Phase waren es zunächst besonders alleinstehende männliche Migranten, wie z.B. Haussa- und Mossihändler, die aus den nördlich an Ghana angrenzenden, damals französischen Kolonien (z.B. Burkina Faso, Mali oder Niger) nach Kumasi kamen. Wanderarbeiter (besonders für das Baugewerbe). wurden zunächst oft für sechs Monate rekrutiert, kehrten aber zur Anbau- und Erntezeit wieder in ihre Heimatdörfer zurück. Auch die Saisonarbeit in den Kakaopflanzungen war ein wichtiger Pull-Faktor: zeitweilig kamen über 100 000 Männer aus dem damaligen Obervolta in den Süden Ghanas (Skinner 1965, Zachariah-Conde 1981). Diese saisonale Arbeitermigration entwickelte sich jedoch zu einer Dauereinwanderung mit entsprechender Familienzusammenführung.

Daneben setzte eine verstärkte Zuwanderung von jungen Lohnarbeitern aus Nordghana ein (z.B. Frafra oder Kusasi). Die Mehrzahl (etwa 90%) dieser Northerners lebte abgetrennt in den Zongos. Ihr Verhältnis zu den einheimischen Aschanti war wegen der stark divergierenden kulturellen Identitäten nicht besonders gut. Für die Zuwanderer aus dem Süden (besonders Fante, Ewe, Akim, Akwapim, Kwahu) war eine Integration einfacher, obwohl auch sie zunächst in ihren eigenen ethnisch segregierten Vierteln lebten (z.B. Oforikrom für die Ewe).

Um 1960 kamen etwa ein Drittel der Bevölkerung Kumasis aus dem Norden, 20% waren Zuwanderer aus Südghana. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung Ghanas war Ende der 8Oer Jahre eine deutliche Umkehr dieses Trends zu beobachten, und etwa die Hälfte der Bevölkerung stammte aus Aschanti (Hofmann 1991).

Bis in die Gegenwart üben die Aschanti durch geschickte Ausnutzung der bestehenden Landbesitz- und Landnutzungsrechte eine Kontrolle über den Grund und Boden der Stadt aus. Daraus ergeben sich für fremde ethnische Gruppen erhebliche Einschränkungen für die Deckung ihres Wohnbedarfs (Hofmann 1994). Die Akkulturationsdistanz ist besonders für die aus dem Norden kommenden Migranten beachtlich.

Auch für die Arbeitsmöglichkeiten hat die ethnische Herkunft noch immer Bedeutung. So bleiben den Northerners zumeist die weniger attraktiven Arbeitsplätze vorbehalten. Nur durch besondere fachliche Qualifikationen kann ein Zugang zu den besseren Positionen des Arbeitsmarktes erreicht werden. Da ein großer Teil der Arbeitsplätze über verwandtschaftliche Beziehungen besetzt wird, ist auch hier ein geschicktes Taktieren der Aschantibevölkerung unter Ausnutzung ihrer politisch-ökonomischen Vormachtstellung zu beobachten. Bis heute haben also die ethnischen Voraussetzungen eine erhebliche Bedeutung für die beruflichen Zugangschancen. Dies gilt sowohl für die Männer als auch für die Frauen. Dabei sind die aus großer Entfernung nach Kumasi kommenden Migranten vor allem Personen im arbeitsaktiven Alter. Für die Migration aus dem benachbarten Umland Aschantis und Brong-Ahafos ist eher ein Trend zur Familienmigration festzustellen.


Eine typische afrikanische Großstadt

Historisch und kulturell ist Kumasi eine der interessantesten Städte vorkolonialen Ursprungs in Afrika, die sich nur mit den großen Yorubastädten West-Nigerias vergleichen läßt. Aus einem ursprünglich agrarisch orientierten Zentrum mit einer Aschantibevölkerung entwickelte sich ein multifunktionaler Handelsort. Für Kumasi hat die ethnisch differenzierte Migration seit der Kolonialzeit große strukturelle und funktionale Umbrüche hervorgerufen, ohne jedoch das dominante traditionelle Aschantielement verdrängen zu können. Politisch und ökonomisch sind die Aschanti weiter tonangebend (Hofmann 1994). Allerdings hat sich bei verstärkter Durchmischung die "Segregation" mehr auf ökonomisch und bildungsorientierte Kriterien ausgerichtet.

Gerade im Vergleich zu anderen afrikanischen Städten (Manshard 1977, 1995) gilt die völlige Zurückdrängung der ethnischen Komponente für Kumasi nicht. Trotz großer Annäherungen an die Funktionen und Strukturen europäisch geprägter Städte ist es als die Stadt der Aschanti eine typisch afrikanische Großstadt geblieben.


Literaturhinweise

Abloh, K.: Housing Areas in a Ghanaian Urban Centre. Kumasi. UST 1976.

Benneh, G.: The Impad of Cocoa Cultivation on the Traditional Land Tenure System of the Akan of Ghana. In: Ghana Journ. of Sociology 6/1; S. 43-61 Accra 1970.

Bowdich, T E.: The Mission from Cape Coast to Ashantee, London 1819.

Cofi-Diangmah, G. F: Changing Patterns of Land-use in Central Kumasi - A Case Study. UST Kumasi 1975.

Dickson, K. B. und G. Benneh: A New Geography of Ghana, London 1970.

Dupuis, C.: Journal of a Residence in Ashanti, London 1824.

Gnielinski, St. v.: Ghana, Darmstadt 1986.

Hofmann, E.: Moderne Migrationsstrukturen in Kumasi/Ghana, Diss. Heidelberg 1991.

Hofmann, E.: Veränderungen in den Zugangsmöglichkeiten zu Boden und Wohnraum und ihre Auswirkungen auf die Migrationsstrukturen in Kumasi/Ghana. In: Zeitschr. f. Wirtschaftsgeogr. 36/1-2; S. 49-60,1992.

Hofmann, E.: Stadtfunktionen und Stadtentwicklung. In: Schmidt-Kallert, E. a.a.0. S.127-140,1994.

Kuper H. (HG.): Urbanization and Migration in West Africa, Berkeley 1965.

Lühring, J.: Wirtshafts- und sozialräumliche Wachstumserscheinungen und -probleme der Großstädte Ghanas: Das Beispiel Kumasi. In Africa-Spectrum 2; S. 190-206, Hamburg 1973.

Manshard, W.: A Simple Teaching Model: Explaining the Spatial Differentiation of Urban Functions. In: Bull. Ghana Geogr. Ass. S. 21-24, 1960 und Geoforum S. 93-94, 1970.

Manshard, W.: Die geographischen Grundlagen der Wirtschaft Ghanas, Wiesbaden 1961 a.

Manshard, W.: Die Stadt Kumasi. Stadt- und Umland in ihren funktionalen Beziehungen. In: Erdkunde 15; S. 162-180, Bonn 1961 b.

Manshard, W.: Die Städte des tropischen Afrika, Berlin 1977.

Manshard, W.: Die neuen Hauptstädte Tropisch-Afrikas. In: Zeitschr. f. Wirtschaftsgeogr. H. 3/4, S.1-13,1986.

Manshard, W.: The Cities of Tropical Africa. Colloquium Geographicum 22, S. 76-88, Bonn 1991.

Manshard, W.: Global Urban Development: The Case of Africa. In: European Rev. 3/2; S.195-207,1995.

O'Connor, A. M.: The African City, London 1983.

Rondinelli, D. A.: The Potential of Secondary Cities in Facilitating Deconcentrated Urbanization in Africa. In: African Urban Studies 13; S. 9-29, 1983.

Schaaf, Th. und W. Manshard: Die zentralörtliche Bedeutung der Städte für die ländliche Entwicklung im Grenzgebiet von Ghana und Elfenbeinküste. In: Freiburger Geogr. Hefte, H. 30, S. 107-117, Freiburg 1990.

Schmidt-Kallert, E.: Ghana, Gotha 1994.

Simon: Cities, Capital and Development: African Cities in the World Economy, New York - London 1992.

Skinner E. P: Labour Migration among the Mossi of the Upper Volta. In: Kuper H. (HG.) a.a.0., S. 60-85,1965.

Thomi, W.: Struktur und Funktion des produzierenden Kleingewerbes in Klein- und Mittelstädten Ghanas, Stuttgart 1989.

Tipple, A. G.: Housing in Kumasi, Kumasi 1982.

Tipple, A. G. and R. G. Wills: The Effects on Households and Housing of Strict Public Interventions in a Private Rental Market: a Case Study of Kumasi. In: Geoforum 20/1; S.15-26, 1989.

Vennetier, P. Les villes d'Afrique tropicale, Paris 1976.

Vorlaufer K.: Produzierendes Kleingewerbe, Entwicklung und Raumorganisation in der Dritten Welt. In: Zeitschr. f. Wirtschaftsgeographie, 32/2; S. 75-82.

Wilks, J.: The Northern Factor in Kumasi, Legon 1961.

Zachariah, K. C. and J. Conde: Migration in West Africa, Demographic Aspects, London 1981.