Zeitschrift

Der Vordere Orient an der Schwelle zum 21. Jahrhundert


Heft 3/98

Hrsg.: LpB


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Inhaltsverzeichnis


Die USA als Hegemonialmacht im Vorderen Orient

Der Vordere Orient in der Weltpolitik

Eine politische Ökonomie der US-amerikanischen Außenpolitik

Von Peter Pawelka


Prof. Dr. Peter Pawelka ist Leiter des Arbeitsbereichs Vorderer Orient am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen.

Die Sicherstellung der Erdölversorgung, die Sicherheit Israels und - in der Vergangenheit - die Zurückdämmung des sowjetischen Einflusses gelten als die zentralen außenpolitischen Zielsetzungen nicht nur der USA, sondern der westlichen Industriestaaten überhaupt. Diese Ziele lassen sich mit direkten Mitteln erreichen, von denen das militärische Eingreifen wie im Zweiten Golfkrieg die ultima ratio ist. Wirkungsvoller jedoch sind die strukturellen Instrumente, die auf einer weitgehenden ökonomischen, sozialen und politischen Homogenität beruhen. Davon ist der Vordere Orient noch weit entfernt.

In den letzten fünfzig Jahren gelang es den USA, sich als Hegemonialmacht im Vorderen Orient zu etablieren. Israel kommt erst in jüngster Zeit eine Spitzenrolle in den hierarchisch gestaffelten Klientelbeziehungen zu. Der Entscheidungsprozeß in den USA verlief dabei nicht immer stimmig, unterschiedliche Interessengruppen versuchten, ihren Einfluß auf die beteiligten Akteure geltend zu machen.
Red.

 

Seit rund fünfzig Jahren Hegemonialmacht

An der Schwelle zum nächsten Jahrhundert befindet sich der Vordere Orient rund fünfzig Jahre unter der Herrschaft der Vereinigten Staaten. Seither kontrollieren sie die zentralen wirtschaftlichen Ressourcen der Region, bestimmen den Rahmen der regionalen politischen Entwicklung und beeinflussen die sozioökonomischen Strukturen dieses Raumes. Sie übernahmen damit die Rolle Großbritanniens, das für die Einbindung des Vorderen Orients in das Weltwirtschaftssystem im 19. Jahrhundert verantwortlich gewesen war und in der Region bis zum Zweiten Weltkrieg die Vorherrschaft ausgeübt hatte. Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht die Charakterisierung der amerikanischen Außenpolitik im Vorderen Orient, ihre Interessen, ihre Instrumente und Mechanismen sowie ihre Kontinuitäten und ihr Wandel.

Wissenschaftliche Darstellungen der amerikanischen Orientpolitik analysieren in der Regel die Ebene der zwischenstaatlichen Beziehungen (Diplomatie, militärische Strategien, Konflikte und Kooperationen). Sie gehen auf die außenpolitischen Wahrnehmungen und Verhaltensweisen der Akteure ein, die innergesellschaftlichen Einflüsse und das Zusammenspiel globaler und regionaler Außenpolitik. Fast alle Arbeiten unterscheiden in der Orientpolitik nach Präsidenten, Administrationen und Doktrinen. Gleichzeitig kommen sie aber zu dem Ergebnis, daß sich damit nur Nuancen eines Wandels feststellen lassen. Der überwiegende Teil der Autoren geht von einer bemerkenswerten Kontinuität in der amerikanischen Außenpolitik aus. Soweit es zu markanten Wechseln in der Außenpolitik überhaupt kam, werden sie eher auf Veränderungen im außenpolitischen System der USA (Kontext von Präsident, Kongreß, Interessengruppen, öffentlicher Meinung) oder in den globalen Kausalitäten (Ende des Ost-West-Konflikts) zurückgeführt als auf regionale Ereignisse (z.B. Islamische Revolution).

Die meisten Arbeiten zur amerikanischen Orientpolitik sind deskriptiv. Nur in Ausnahmefällen versuchen sie, die Außenpolitik im Kontext wissenschaftlicher Konzepte zu interpretieren (internationale Klientelstrukturen, internationale Konfliktregelung, internationale Regime). Eine solche Außenpolitikanalyse kann nur Teile der hegemonialen Strukturen erfassen und wird weder den vielfältigen Instrumenten einer Supermacht noch den Mechanismen der regionalen Herrschaft gerecht. Unser Anliegen ist es, die Analyse der amerikanischen Orientpolitik auf komplexere Grundlagen zu stellen. Die USA nehmen nicht nur Einfluß auf die Staaten des Vorderen Orients. Sie prägen weitgehend auch die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Strukturen der Region.

Darüber hinaus suchen wir auch nach Indikatoren, die es uns erlauben, die Außenpolitik der USA griffiger zu periodisieren als dies bisher geschieht. Wenn die generellen Interessen der USA eine hohe Konstanz aufweisen, müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf andere Dimensionen der Außenpolitikanalyse richten. Wir werden im Kontext dieses Beitrags versuchen, konzeptionell Zusammenhänge und Argumente eines revidierten Analyseschemas vorzustellen.

Die zentralen Interessen der USA und die Instrumente ihrer Durchsetzung

Bei der Analyse der hegemonialen Außenpolitik im Vorderen Orient gehen wir davon aus, daß es Interessen oder Ziele gibt, die die USA in dieser Region verfolgen, und daß Ziele mit verschiedenen Instrumenten oder Mitteln angestrebt werden. Über die zentralen Interessen der USA herrscht in der Literatur Einigkeit.1 Seit fünfzig Jahren sind diese konstant geblieben, allenfalls modifiziert worden:

1. Sicherung der strategischen Erdölressourcen für die westlichen Industriestaaten; nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zusätzlich der Ausbau der Erdölregion vom Golf nach Zentralasien (Azerbeijan, Turkmenistan, Kasachstan)

2. Eindämmung des sowjetischen Einflusses auf den Vorderen Orient; seit den 90er Jahren statt dessen Aufbau einer neuen regionalen Ordnung durch übergreifende transregionale Wirtschaftsstrukturen und

3. Sicherung der Existenz Israels; seit den 70er Jahren erweitert um die Verfestigung einer regionalen Hegemonie des zionistischen Staates.

Die Realisierung dieser drei Interessen erfolgte auf unterschiedlichen Wegen, mit ganz verschiedenen Methoden und durch die Verfolgung von Unterzielen auf einem ganzen Fächer von außenpolitischen Handlungsebenen. Wir unterscheiden der Einfachheit halber Instrumente der strukturellen Kontrolle und solche der direkten Kontrolle.

Direkte Kontrollinstrumente sind die klassischen Mittel der zwischenstaatlichen Politik: Diplomatie, militärisches Eingreifen, verdeckte Operationen (CIA-Staatsstreiche z.B.), Wirtschafts- und Entwicklungshilfe, Beeinflussen regionaler Konstellationen (Unterstützung von Staatengruppen gegen andere, Klientelstrukturen) und Penetration politischer Systeme (Finanz- und Rüstungskontrolle des Irak). Diese Mittel üben Einfluß aus auf die Staaten der Region, veranlassen sie zu bestimmten Handlungen oder Korrekturen ihres Verhaltens oder zur Unterlassung von Aktivitäten. Angesichts solcher Instrumente reagieren die regionalen Staaten in der Regel nach Kosten-Nutzen-Abwägungen. Aber die Einflußnahme ist relativ offen, erzeugt Widerstände, und ihre Legitimität wird nicht selten problematisiert.

Strukturelle Instrumente der Kontrolle sind tiefgreifende wirtschaftliche oder soziopolitische Mechanismen, mit deren Hilfe innergesellschaftliche Transformationsprozesse ausgelöst werden können, so daß in den regionalen Systemen Interessen entstehen, die mit den Interessen der Hegemonialmacht übereinstimmen. Wenn regionale Akteure sich angepaßt verhalten, weil dies ihren eigenen Interessen entspricht, und nicht, weil es momentan klüger ist, den Wünschen der Hegemonialmacht nachzugeben, handelt es sich um eine effektivere Kontrollmethode als es direkte Kontrollinstrumente zu leisten vermögen. Strukturelle Instrumente hegemonialer Politik im Vorderen Orient sind Regelungen des Weltenergiemarktes, über die der Vordere Orient seit dem Zweiten Weltkrieg sozioökonomisch tiefgreifend reorganisiert wurde, und es sind heute Strukturanpassungsprogramme, die unter dem Druck der USA und internationaler Finanzorganisationen dabei sind, die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse der Region zu transformieren. Die strukturellen Kontrollmechanismen der amerikanischen Außenpolitik arbeiten verdeckt, langfristig, unspektakulär und indirekt, aber weitaus folgenreicher als die direkten Kontrollinstrumente. Aber auch ihre Resultate enthalten immer wieder Brüche, Dysfunktionen und Widersprüche, so daß sie mit Hilfe direkter Kontrollinstrumente korrigiert werden müssen. Die hegemoniale Herrschaft ist demnach um so effektiver, je flexibler sie mit beiden Kontrollinstrumentarien umzugehen versteht.

Die Vielfalt von Interessen und Akteuren der US-Außenpolitik ist nur unzureichend koordiniert

Für die Außenpolitikanalyse ergeben sich aus einem solchen Konzept vielfältige Anforderungen. Zum einen genügt es nicht, die klassischen zwischenstaatlichen Prozesse der Internationalen Politik zu untersuchen. Erforderlich ist eine politische Ökonomie der Außenpolitik, die sich mit den Rückkopplungen zwischen internationalen Wirtschafts- und Finanzstrukturen und dem internen Gefüge der regionalen Staaten beschäftigt. Zum anderen ist es notwendig, die materielle Außenpolitik mit dem außenpolitischen Entscheidungsprozeß der USA zu verbinden. Die Literaturlage darüber, wie die Außenpolitik der USA gegenüber dem Vorderen Orient entsteht, ist nicht weniger dürftig als die wissenschaftliche Verarbeitung der materiellen Orientpolitik. Die Vorstellung, daß der amerikanische Präsident zusammen mit dem Nationalen Sicherheitsrat weitgehend alleine oder allenfalls beeinflußt von der Israel- und der Öl-Lobby Orientpolitik "macht", ist ein Trugbild. Die Orientpolitik der USA ist sehr stark fragmentiert. Großkonzerne einiger dynamischer Wirtschaftsbranchen gestalten ihre eigene Außenpolitik am Staat vorbei. Einzelne Bürokratien der Administration verfolgen (z.T. konkurrierend) "nationale Ziele" im Vorderen Orient.2 Diese können gesellschaftlich beeinflußt sein, werden jedoch auch häufig bürokratisch definiert: Sicherheitsinteressen und big issues (Israel, Golf) bestimmt die "imperiale Präsidentschaft" (institutionalisierte Machtkonzentration beim Präsidentenamt: Executive Office und White House Office), sekundäre politische Ziele die Ministerien für Äußeres und Verteidigung, Finanz- und Wirtschaftsinteressen in Abstimmung mit globalen Perspektiven das Finanz-, das Energie- und das Handelsministerium zusammen mit der Agency for International Development (USAID) und dem Präsidenten.3 Der Kongreß aggregiert starke gesellschaftliche Interessen (jüdische Lobby, Handels- und Agrarinteressen) am Vorderen Orient und erzwingt aktiv ihre Berücksichtigung über die Bewilligung und Manipulation der Budgets.4 Seit den 70er Jahren dominiert das Netz der jüdischen Interessengruppen den gesellschaftlichen Einfluß auf die amerikanische Orientpolitik. Dies hängt mit dem sozialen Aufstieg der jüdischen Minorität in die obere Mittelschicht (60er Jahre) zusammen5, ihrem hohen Politisierungsgrad und ihren äußerst effektiven Organisationskapazitäten in der politischen Willensbildung.6 Und schließlich ist die öffentliche Meinung und ihre Artikulation in den Medien zu berücksichtigen, deren lnhalte im Zusammenspiel von politischer Kultur, staatlicher Politik und Lobbying entstehen und die Außenpolitik der USA maßgeblich beeinflussen.7 Diese Vielfalt von Akteuren und Interessen im außenpolitischen System der USA ist nur unzulänglich koordiniert. Spektakuläre Krisen, die als Sicherheitsprobleme ausschließlich im Rahmen der imperialen Präsidentschaft bewältigt werden, überschatten die Normalität und die Komplexität der hegemonialen Außenpolitik im Vorderen Orient. Der Präsident ist trotz seiner Machtfülle nicht in der Lage, die Außenpolitik verläßlich zu koordinieren, gegen die Widersprüche der internen Interessen abzuschirmen oder seine eigenen Ziele gegen innergesellschaftliche Widerstände voll durchzusetzen. Dementsprechend spiegelt auch die materielle Orientpolitik der USA unterschiedliche Interessendefinitionen, autonome und nur sporadisch abgestimmte Außenpolitikebenen, konkurrierende bürokratische Akteure und uneinheitlich mit dem politischen System verzahnte Dimensionen der Außenpolitik wider. Für die USA ergibt sich daraus, daß sie kraft ihrer Ressourcen und ihrer Macht über ungemein vielschichtige Kontrollkapazitäten verfügen, ihr politisches System (Strukturen, Tradition, politische Kultur) aber nur gelegentlich in der Lage ist, diese Kapazitäten konsistent, planvoll und durchgängig einzusetzen. Für den Vorderen Orient wiederum bedeutet dies, daß er sich den vielfältigen Einflüssen und Druckmechanismen beugen und anpassen muß, andererseits aber über autonome Spielräume verfügt, unterschiedliche amerikanische Interessen und Akteure gegeneinander ausspielen, ja die außenpolitischen Entscheidungsprozesse in den USA mitgestalten kann (am ausgeprägtesten Israel).

Wir wollen nun einen Schritt weitergehen und auf der Grundlage unserer Vorüberlegungen ein Gliederungskonzept für die Analyse der amerikanischen Orientpolitik erstellen (Schaubild). Zuerst unterscheiden wir zwei geographische Subregionen im Vorderen Orient, auf die sich die amerikanische Politik seit dem Zweiten Weltkrieg konzentriert hat: den Nahen Osten und den Persischen Golf. Der Nahe Osten (mashrek) ist das traditionelle Zentrum westlicher Interessen in diesem Raum. Er wurde seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts auf der Basis agrarischer Rohstoffexporte, dem Import von Industriegütern und strategischer Interessen in das Weltwirtschaftssystem integriert. Als die USA ihre Vormachtstellung antraten, war dieses Gebiet sozioökonomisch und politisch am weitesten entwickelt und von einer revolutionären Dynamik erfaßt. Gleichzeitig hatte sich aber das wirtschaftliche Interesse auf die bis dahin entwicklungspolitisch zurückgebliebenen Erdölländer am Persischen Golf verlagert. Der Einstieg der USA in die regionale Politik erfolgte zunächst dort, also gewissermaßen durch die "Hintertür" des Vorderen Orients. Aber danach wurde die amerikanische Außenpolitik auch von den Turbulenzen im Nahen Osten ergriffen. Ein dritter geographischer Schwerpunkt amerikanischer Orientpolitik entstand erst in den 90er Jahren durch die Unabhängigkeit der zentralasiatischen Republiken.

Der Einsatz struktureller und direkter Kontrollmittel

Als zweites trennen wir zwischen der direkten und der strukturellen Kontrolle amerikanischer Hegemonialpolitik. Bei der strukturellen Kontrolle können wir von ordnungspolitischen Konzepten ausgehen, die sich auf einem Kontinuum bewegen. Auf der einen Seite stehen Vorkehrungen, denen es nur darum geht, die regionalen Systeme durch Einbeziehung in weltwirtschaftliche Strukturen zu stabilisieren und zugunsten westlicher Interessen zu instrumentalisieren (utilitaristische Kontrolle). Am anderen Pol befinden sich strukturelle Merkmale, die den Ordnungsprinzipien der kapitalistischen Industriestaaten entsprechen (normative Kontrolle). Im ersten Fall genügt es, wenn die regionalen politischen Eliten strukturellen Interessen folgen, die Anpassung voraussetzen, im zweiten Fall wird Stabilität durch Identifizierung mit den westlichen Normen angestrebt. Die amerikanische Orientpolitik unterstützte über Jahrzehnte hinweg eine Alimentierung der Regime durch internationale Renten (Rentierstaaten), ist aber seit den 80er Jahren immer intensiver dabei, marktwirtschaftliche Strukturen und bürgerliche Herrschaft zu fördern. Dieser Trend könnte sich in Zukunft durch die Übernahme weiterer "westlicher" Prinzipien und Strukturen (politische Partizipation, Grundrechte) fortsetzen.

Bei der direkten Kontrolle können wir wiederum einerseits Instrumente der Überredung, Vermittlung und Hilfe, andererseits Instrumente des Druckes, der Intrige und der Repression unterscheiden. In der amerikanischen Orientpolitik finden wir Phasen, in denen eher die "sanften" Mittel direkter Kontrolle überwogen, und solche, in denen gewaltsame Einflußnahme tonangebend war.

Ein Versuch zur Periodisierung

Unsere dritte Überlegung betrifft Kombinationen unterschiedlicher Ausprägung in beiden Kontrolldimensionen und steckt den Rahmen einer neuen Art der Periodisierung amerikanischer Orientpolitik ab. Wir unterscheiden zunächst in beiden Kontrolldimensionen, ob sie schwach oder stark entwickelt sind. Und wir differenzieren innerhalb der strukturellen Kontrolle zwischen normativen und utilitaristischen Konzepten und innerhalb der direkten Kontrolle zwischen sanften und repressiven Instrumenten. Kombinieren wir diese Indikatoren untereinander, so ergeben sich daraus drei unterschiedliche Perioden amerikanischer Orientpolitik:

  • Bis Ende der 60er Jahre waren beide Kontrollmethoden im Vorderen Orient schwach entwickelt. Strukturelle Kontrollkonzepte dienten primär der unmittelbaren Sicherung der Ölproduktion, direkte Kontrolleingriffe variierten zwischen Repression und kooperativen Politiken. Dies war die Ära des Aufstiegs zur Hegemonialmacht im Vorderen Orient.
     
  • Die folgende Phase (70er bis Mitte der 80er Jahre) wurde durch eine hochentwickelte strukturelle Kontrolle und eine schwache direkte Kontrollkapazität geprägt. Unter der strukturellen Kontrolle entstand ein angepaßtes hierarchisches System von Rentierstaaten, das jedoch dem Kapitalismus völlig fremde Muster des Wirtschaftens und der Politik hervorbrachte. Parallel dazu bemühten sich die USA um gute Kontakte zu den regionalen Staaten, um Vermittlung, Einbindung und Unterstützung. Diese Phase wird am besten durch den Begriff "strukturelle Hegemonie" charakterisiert.
     
  • Seit Mitte der 80er Jahre traten erneut Veränderungen auf. Eine Erosion der strukturellen Kontrollmechanismen setzte ein und schwächte die amerikanische Herrschaft im Vorderen Orient. Dafür wurden zur Kompensation die direkten Kontrollinstrumente ausgebaut, so daß wir jetzt von einer starken direkten und einer geschwächten strukturellen Kontrolle sprechen können. Die direkte Kontrolle nahm zudem repressive Züge an, während neue Konzepte struktureller Kontrolle ordnungspolitische Ziele verfolgen, die zumindest im sozioökonomischen (wenn auch noch nicht im politischen) Bereich Industriestaaten zum Vorbild haben. Wir nennen diese Struktur die "imperiale Hegemonie" der USA. Autochthone Entwicklungsprozesse sind dabei systematisch zurückgedrängt worden.

Im Folgenden soll die theoretische Herleitung unseres Analysekonzepts mit der Empirie materieller amerikanischer Außenpolitik konfrontiert werden. Die unserem Schaubild folgende Darstellung und Interpretation hat die Komplexität der amerikanischen Hegemonialpolitik, ihre politökonomischen Strukturen, ihre periodischen Fluktuationen und das Ineinandergreifen konventioneller und struktureller Außenpolitik zu demonstrieren. An anderer Stelle8 haben wir gezeigt, daß die modernen Staaten des Vorderen Orients große Teile ihrer finanziellen Einnahmen der Alimentierung durch die Großmächte verdanken. In diesem Beitrag wollen wir von der anderen Seite argumentieren und verdeutlichen, wie die internationale Alimentierung durch Renten9 wesentlicher Bestandteil hegemonialer Herrschaft im Vorderen Orient ist und ordnungspolitische Zielsetzungen verfolgt.

Der Aufstieg zur Hegemonialmacht (40er bis Ende 60er Jahre)

Als die USA im Zweiten Weltkrieg erstmals Kontrollaufgaben im Vorderen Orient übernahmen, konzentrierte sich ihr Interesse auf die Verfügungsgewalt über die strategische Energieressource Erdöl. Der Aufstieg zur Führungsmacht der westlichen kapitalistischen Welt implizierte die Kontrolle über den Rohstoff, von dem die gesamte industrielle Produktivität abhing und der die Preise aller Industriewaren bestimmte. Im Mittelpunkt der amerikanischen Orientpolitik stand zunächst die Verregelung des Energiemarktes, um Produktionsvolumen, Preise, Handelsstrukturen und Energiepolitiken weltweit beeinflussen zu können.10 Dies geschah durch die Kooperation mit den Erdölkonzernen (majors). Im Vorderen Orient (Irak, Saudi-Arabien, Kuwait, Iran) entstand ein Netz von Konsortien, durch das die Konzerne im Einvernehmen mit der staatlichen Erdölbehörde der USA den größten Teil der weltweiten Erdölproduktion und damit der Energiepolitik steuern konnten. Dieses transnationale Erdölregime nahm weltwirtschaftliche Regelungsfunktionen wahr. Darüber hinaus aber kontrollierte es die Erdölstaaten, deren Budgets primär durch die Erdölkonzerne finanziert wurden. Schon diese damals noch bescheidenen Erdöleinnahmen prägten die sozioökonomische und politische Entwicklung der Erdölregion und förderten konservative und prowestliche Verhaltensweisen. Die USA zementierten ihren Einfluß besonders in Saudi-Arabien, das durch eine "konzertierte Aktion" von Konzernen und US-Staat finanziell und politisch zusätzlich privilegiert wurde.11 Die Erdölgebiete des Vorderen Orients konnten durch diese strukturelle Kontrolle bis in die 60er Jahre hinein relativ problemlos im westlichen Fahrwasser gehalten werden. Direkte Interventionen zur Abwehr von Störungen blieben Einzelfälle: der Sturz des iranischen Mossadegh-Regimes 1953 durch die USA, um die iranischen Kommunisten in Schach zu halten12, und die Kooperation der CIA mit der BaÕth im Irak 1963, um die kommunistische Basis des Revolutionsregimes zu zerstören.13 Insofern erfolgte der Einstieg der USA in die Orientpolitik am Golf professionell, was für den Nahen Osten auf keinen Fall gelten konnte.

Das amerikanische Engagement im Zentrum des Vorderen Orients blieb lange Jahre zögerlich, unsicher und inkonsistent. Sicherlich hatten die USA andere Prioritäten auf der Welt. Aber sie stießen hier auf eine Region im revolutionären Umbruch, deren Werten, Interessen und Zielen sie einerseits Verständnis entgegenbrachten (Überwindung imperialistischer Abhängigkeiten), die ihnen aber verdächtig nahe am "Kommunismus" orientiert schienen. Sensible Differenzierung zwischen einer autonomen, sich am Westen reibenden regionalen Politik und einer marxistisch inspirierten, sozialen Revolution war den USA im Kalten Krieg nicht gegeben. So fiel es ihnen nicht nur schwer, die Realitäten der politischen Prozesse im Nahen Osten adäquat einzuschätzen und sie für sich zu nutzen. In ihrer Abneigung gegenüber nicht eindeutig kapitalistischen Regimen, "dritten Wegen" und widersprüchlichen politischen Prozessen blieben die USA bei ihrer Suche nach Bündnispartnern weitgehend erfolglos. Die Abschirmung des Nahen Ostens vor den Einflüssen der Sowjetunion (Truman-Doktrin 1948, Eisenhower-Doktrin 1957) ließ sich durch keine regionale Verteidigungsallianz institutionell verankern.14 Der Anschluß der Türkei an die NATO spiegelte dieses Scheitern wider.

Zwei Versuche, auch im Nahen Osten strukturelle Kontrollmechanismen einzuziehen, mißlangen ebenfalls. Der Aufbau eines nahöstlichen "Marshall-Plans" (Locke-Mission 1952/53) wurde innerhalb der Administration blockiert15, eine Art "Wasserregime" zwischen Israel und seinen Nachbarn (Johnston-Mission 1953/56) scheiterte an den regionalen Bedingungen.16 Zwar gelang es den USA 1956 kurzfristig, als Krisenmanager in der Suezkrise ihrer hegemonialen Stellung gerecht zu werden, doch resultierte daraus eher ein Debakel für die amerikanische Orientpolitik. Die Suezkrise etablierte Nasser als unangefochtenen Führer der Arabischen Welt und riß die USA in die Konfliktstrukturen der regionalen Umbrüche. In den folgenden Jahren versuchten die USA durch militärisch-politische Interventionen (Libanon, Syrien, Jordanien) und durch die militärische Unterstützung der schwachen Erdölstaaten, die revolutionäre Dynamik des nasseristischen Ägypten einzudämmen.17 Sie lernten sogar, den Kommunismus mit Hilfe Nassers zu bekämpfen (Syrien, Irak). Aber geheuer war ihnen dieses taktische Manöver nicht, denn letztlich hielten sie die revolutionären arabischen Regime weder für verläßlich noch für geschickt genug, den Einbruch der Sowjetunion abzuwehren. Nur hatten sie keine Wahl, denn mit Ausnahme des intern zerrissenen Libanon und des gesellschaftlich isolierten Königs von Jordanien waren alle arabischen Staaten bemüht, die USA auf Distanz zu halten. Solche Einstellungen erfaßten sogar die Erdölstaaten, während das transnationale Erdölregime aufgrund von weltwirtschaftlichen Veränderungen und regionalen Drohpotentialen seinen Kontrollaufgaben immer weniger gerecht wurde. In dieser Situation erhielten die USA unerwartete Hilfe. Der israelische Militärschlag von 1967 war eine rein israelische Reaktion auf die Zuspitzung arabischer Bedrohung, löste aber gleichzeitig eine Reihe amerikanischer Probleme, indem er die revolutionären Staaten der Region militärisch besiegte und wirtschaftlich ruinierte.

Bis in die fünfziger Jahre galt Israel eher als Belastung für die amerikanische Orientpolitik

Bis dahin hatten sich die USA um Israel nur am Rande gekümmert. Die Teilung Palästinas und die Gründung des Staates Israel waren von den USA unterstützt worden, weil die amerikanischen Juden und die Administration gleichermaßen ihr "Versagen" während des Holocaust wettzumachen versuchten, ohne eine Einwanderung der jüdischen Überlebenden in die USA zuzulassen. Präsident Truman war bei seiner Entscheidung über die Widerstände der gesamten Administration hinweggegangen. Doch dies war nicht primär das Resultat jüdischen Drucks, sondern politischer Strategie.18 Schon unmittelbar nach der Gründung Israels reduzierte sich das Israel-Engagement der USA auf das Minimum einer Existenzgarantie, die aber zukünftigen Grenzen gegenüber offen blieb. In der Regel galt Israel in den 50er Jahren als Belastung amerikanischer Orientpolitik. Die jüdische Minorität in den USA war politisch noch viel zu schwach, um den außenpolitischen Kurs mitbestimmen zu können. Erst unter Kennedy übernahmen die USA einen kleinen Teil der Rüstungshilfe für Israel. Um so überraschender realisierte Washington 1967 eine Interessenkonvergenz mit Israel, die in Zukunft strategische Bedeutung erlangen sollte. Am Ende der 60er Jahre war die amerikanische Vorherrschaft im Vorderen Orient wieder gefestigt. Doch dies war repressiven Mitteln zu verdanken und bedurfte weiterer Stabilisierung.

Strukturelle Hegemonie (70er bis Mitte 80er Jahre)

Das transnationale Erdölregime war in den 60er Jahren hinfällig geworden. Dies betraf sowohl seine energiewirtschaftlichen als auch seine politischen Funktionen und hatte mit Wandlungsprozessen in der Energiewirtschaft, weltweiten Konjunkturzyklen und ökonomischen Konkurrenzbeziehungen ebenso etwas zu tun wie mit der zunehmenden Fähigkeit der Erdölstaaten, den Konzernen fordernd gegenüberzutreten. Nach 1970 bahnte sich ein Zusammenbruch dieses internationalen Regimes an. Die USA versuchten jedoch nicht, ihre Konzerne zu stützen, sondern förderten aktiv eine Transformation dieses Regelungsmechanismus. Sie erfolgte 1973/74 unter dem Einfluß weltwirtschaftlicher Ereignisse (Marktstörungen, Dezentralisierung der Erdölindustrie), energiepolitischer Fragmentierung der amerikanischen Wirtschaft und regionalpolitischer Konstellationen im Vorderen Orient (Gegenmachtbildung der Erdölstaaten, politisches Kontrolldefizit der USA). Das Resultat war ein neues Erdölregime mit der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) als Zentrum und einer informellen Kooperation von Konzernen und Erdölstaaten bei der Produktionslenkung und Preisgestaltung.19 In diesem Kontext kam es zu einer Eskalation der Erdölpreise, einem historisch einmaligen Kapitaltransfer in die Region des Vorderen Orients und zur Herausbildung einer durch die Petrodollars geprägten regionalen Ordnung: dem Petrolismus.20 Unter seinem Einfluß fand eine qualitativ neue Integration des Vorderen Orients in das Weltwirtschaftssystem statt. Die Region wurde über Technologie-, Konsumgüter-, Nahrungsmittel- und Rüstungsgüter-Importe sowie Finanz- und Kommunikationssysteme zum festen Bestandteil der Industriestaaten-Märkte. In den Ölländern bildeten sich Rentierstaaten heraus, deren Ökonomien, Gesellschaften und politischen Strukturen durch das Erdöleinkommen gestaltet und gelenkt wurden. Ihre politischen Eliten waren zur Aufrechterhaltung ihrer internen Herrschaft gezwungen, aktiv die Verzahnung mit der Weltwirtschaft zu fördern und auszubauen. Selbst ihre Legitimität war davon abhängig, wie es ihnen gelang, die externe Finanzierung ihrer materiellen Ressourcen stabil zu erhalten.

Andererseits waren sie jetzt in der Lage, auch im regionalen Kontext gestaltend zu wirken. Dies schloß den Nahen Osten in das System des Petrolismus ein. Finanzielle Zuwendungen (politische Renten) der Erdölstaaten und der Import arabischer Arbeitskräfte aus den armen, bevölkerungsreichen Ländern ließen die gesamte Region am Öleinkommen teilhaben. Hinzu kamen Entwicklungshilfeleistungen, wirtschaftliche Kredite und andere Finanzspritzen aus den Industriestaaten, die das System des Petrolismus weiter stabilisierten. So wurde auch der Nahe Osten von externen Einnahmen abhängig (Semi-Rentier-Staaten), distanzierte sich von seinen revolutionären Zielsetzungen und Ideologien und paßte sich den westlichen Interessen an. Der Petrolismus übte im Vorderen Orient eine strukturelle Kontrolle aus, indem er die Region in komplexer Weise mit dem Weltwirtschaftssystem verknüpfte und die politischen Eliten aus eigenen herrschaftspolitischen Interessen heraus zur Aufrechterhaltung und Vertiefung dieser externen Abhängigkeiten zwang. Indessen blockierte er eine kapitalistisch-marktwirtschaftliche Entwicklung und zementierte die regionale Tradition patrimonialer Herrschaft21 nach innen. Den USA gelang es, ihre strukturelle Kontrolle am Golf effektiver zu gestalten und den Nahen Osten einzubeziehen. Dadurch wurde die revolutionäre Dynamik in der Region geschwächt, die panarabischen Einigungsbestrebungen durch Entideologisierung und Fragmentierung blockiert und die regionalen Staaten in ihrer Außenpolitik auf funktionale und individuelle Interessen eingeschränkt.22 Dies stabilisierte die Hegemonie der USA und reduzierte die regionalen Widerstände gegenüber westlicher Vorherrschaft und Überfremdung. Aber gleichzeitig beruhte diese Kontrolle auf einer Kooperation mit autoritären und nichtkapitalistischen Eliten.

Die strukturelle Hegemonie reduzierte die Anwendung direkter Kontrollinstrumente erheblich. Am Golf wurde die Eindämmung des Kommunismus und linker Kräfte auf die Schultern der Erdöl-Klienten gelegt. Die Nixon-Doktrin (1969), als Reaktion auf Vietnam, bildete die Grundlage dafür, das Shah-Regime in Iran als westlichen Sicherheitsgaranten am Golf militärisch aufzurüsten. In diesem Sinne hielt der Iran das revolutionäre Regime im Irak in Schach und schlug die linke Befreiungsbewegung im Oman nieder.23 Saudi-Arabien wiederum dämmte die sozialrevolutionären Kräfte der Region mit finanziellen Mitteln ein. Daher konnten sich die USA voll auf den Nahen Osten konzentrieren, wo der Petrolismus nicht gleichermaßen wirkte.

Dabei bildete sich eine auf die USA zentrierte Hierarchie von Klientelbeziehungen heraus

So funktional der Sieg Israels 1967 für die amerikanischen Interessen gewesen war, löste er doch auch negative Nebenwirkungen aus. Die Sowjetunion versuchte ihr "Versagen" im Junikrieg zu kompensieren und ihren Einfluß im Nahen Osten dadurch zu stärken, daß sie Ägypten und Syrien militärisch aufrüstete und gegen Israel waffentechnologisch abschirmte (Abnutzungskrieg 1968/69). Zwischen 1967 und 1973 standen sich Israel einerseits und Ägypten und Syrien andererseits in einem Rüstungswettlauf gegenüber, der von den beiden Supermächten finanziert und beliefert wurde (asymmetrische Klientelkonkurrenz). Diese kurze Zeitspanne bildete den Höhepunkt sowjetischer Einflußnahme auf den Vorderen Orient.24 Als die arabischen Staaten erkannten, daß das sowjetische Engagement begrenzt blieb und die Vorherrschaft der USA nicht neutralisierte, setzten sie auf politische und wirtschaftliche Anpassungsstrategien. Die USA gingen darauf ein und ließen sich auch durch den Oktoberkrieg 1973 nicht provozieren. Mit einer Doppelstrategie entschärften sie das Krisenpotential im Nahen Osten. Zum einen stützten sie Israel militärisch und finanziell, so daß es Kriege, Aufrüstung, Isolation und Wirtschaftskrisen unbeschadet überstehen konnte, zum anderen empfahlen sie sich durch ihre diplomatischen Vermittlungsaktivitäten auch als Garanten arabischer Interessen, allerdings in abgestufter Form. Die Verhinderung einer militärischen Niederlage Ägyptens im Oktoberkrieg, die Entflechtungs-Diplomatie Kissingers, die Absicherung König Hussains gegen die PLO, die Einbindung der "Frontstaaten" in die Rentenströme und die Unterstützung Ägyptens in Camp David etablierten die USA auch als Patron arabischer Staaten.25 Gegen Ende der 70er Jahre bildete sich im Nahen Osten eine auf die USA zentrierte Hierarchie von Klientelbeziehungen heraus. An der Spitze stand der privilegierte Klient Israel, dann folgten Ägypten an zweiter Stelle und die anderen arabischen Staaten in abgestuften Rängen. Sogar Syrien hatte seine einseitige Bindung an die Sowjetunion diversifiziert. Alle Staaten des Nahen Ostens versuchten mit unterschiedlichen Potentialen und Mitteln, ihre jeweilige politische Relevanz zu demonstrieren, um in angemessener Weise alimentiert zu werden. Insofern war es den USA gelungen, die Eigendynamik des Nahen Ostens mit direkten Kontrollmechanismen einzuschränken und auch ihn einer strukturellen, wenn auch labilen Kontrolle näherzubringen.

Imperiale Hegemonie (Mitte 80er bis Ende 90er Jahre)

Zu Beginn der 80er Jahre brach das Arrangement des Erdölregimes erneut. Übrig blieb bis heute eine Produktionskontrolle der OPEC, die auf der Grundlage rückläufiger Marktanteile die Erdölpreise nur noch mühsam und in viel tieferen Lagen festhalten konnte.26 Die Konzerne waren nicht mehr beteiligt. Zurückzuführen ist dieser Wandel auf die Entwicklung energiesparender Technologien, die Expansion neuer Energien und Erdölgebiete und auf politische Faktoren. So haben sich die USA spätestens seit der Reagan-Administration von einer Regelung der Weltenergiepolitik abgewandt und sich für das Prinzip der Marktregulierung entschieden. Verantwortlich dafür waren nicht nur ideologische Gründe (neue Orthodoxie des Liberalismus), sondern auch das Wiedererstarken der amerikanischen Wirtschaft. Hinzu kam die Erkenntnis, daß die kostspielige Privilegierung der Erdölstaaten alleine die Stabilität amerikanischer Interessenwahrnehmung nicht garantieren konnte (Iranische Revolution 1979). Der Erdöl-Preisverfall leitete eine Erosion des Petrolismus ein. Die Erdölstaaten mußten sich mit bescheideneren Einkünften zufriedengeben, was zu Einsparungen in den Entwicklungsvorhaben, in der staatlichen Subventionierung und sozialen Privilegierung und nicht zuletzt in der Auslandshilfe führte. Noch entscheidender wirkte sich diese Entwicklung für die Semi-Rentierstaaten des Nahen Ostens aus, deren Gastarbeiter-Einkommen aus den Ölstaaten halbiert wurden und die große Teile der Finanzhilfen aus den Erdölstaaten abschreiben mußten. Sie wurden damit vollends von den Alimentierungen der USA und ihrer westlichen Verbündeten abhängig. Zwar existierten die regionalen Mechanismen des Petrolismus nach wie vor, als Stabilisatoren hegemonialer Herrschaft waren sie jedoch brüchig und unzuverlässig geworden.

Die Labilität der regionalen Finanzen, verstärkt durch weltwirtschaftliche Einflüsse wie den Globalisierungsdruck, führte im Nahen Osten Mitte der 80er Jahre zu ökonomischen und politischen Krisen. Diese wurden von den USA genutzt, in Kooperation mit den internationalen Finanzorganisation (Internationaler Währungsfonds IWF, Weltbank, Gläubigervereinigungen) systematisch wirtschaftliche Strukturreformen durchzusetzen. Seit der Reagan-Administration konzentrierte sich die amerikanische Krisenhilfe auf den finanziellen Ausbau der Privatwirtschaft im Nahen Osten und auf Reformen der staatlichen Bürokratien. Solche Eingriffe in die sozioökonomischen und politischen Strukturen zielten auf eine Systemtransformation unter dem Deckmantel von Entwicklungspolitik hin. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion tauchte die Idee einer neuen Weltordnung auf, ohne bis heute jedoch konkretere Formen anzunehmen. Deutlich wurde nur, daß sich die USA auch im Vorderen Orient auf die Ausweitung marktwirtschaftlicher Strukturen konzentrierten. Die "Öffnung der Märkte" und die Förderung transnationaler privatwirtschaftlicher Kooperation durch die Reformprogramme erhöhten den Transformationsdruck ganz erheblich. Im Nahen Osten kristallisierten sich marktwirtschaftliche Mechanismen, bürgerliche Kräfte und neue Elitenkonstellationen heraus.27 Ob dieser Wandel auch eine Annäherung an westliche politische Normen (Menschenrechte, Demokratie) beinhalten wird, bleibt abzuwarten. Ein vorrangiges Interesse der USA an der Durchsetzung demokratischer Prinzipien im Vorderen Orient ist (noch) nicht erkennbar.

Widersprüchlich bleibt aber auch die sozioökonomische Interessenlage der USA. Die Erweiterung der Erdölregion nach Zentralasien wird von energiepolitischen und herrschaftspolitischen Zielen bestimmt und läuft auf die Etablierung neuer Rentierstaaten hinaus, während im Nahen Osten marktwirtschaftliche Strukturen durchgesetzt werden sollen. Aber auch hier konkurrieren mindestens drei amerikanische Konzepte und Akteure miteinander28: Die Öffnung orientalischer Märkte für das amerikanische Handelskapital (Handelsministerium), die langfristige Durchsetzung marktwirtschaftlicher Strukturen in den regionalen Systemen (US Agency for International Development) und die Stabilisierung der gegenwärtigen Regime (State Department). Solange es den USA nicht gelingt, ihre Interessenvielfalt zu koordinieren und in einem kohärenten Ordnungskonzept zu vereinheitlichen, werden ihre strukturellen Kontrollmechanismen schwach bleiben und den regionalen Kräften Chancen eröffnen, die sozioökonomischen Reformen zu unterlaufen.

In der Golfregion erschütterte die Erosion des Petrolismus sowohl die politische Stabilität als auch die Erdölwirtschaft selbst. Die Islamische Revolution, das regellose Verhalten des irakischen BaÕth-Regimes und die zunehmenden Kontroversen zwischen den Erdölstaaten um Produktions- und Marktanteile waren Folgen krisenhafter Entwicklungen in den Rentenökonomien. Hinzu kam die sowjetische Intervention in Afghanistan, die das Krisenszenario noch dramatisierte, und später die wirtschaftlichen Folgen des Zweiten Golfkriegs.

Auf die drohende Destabilisierung der Golfregion reagierten die USA mit einer ständig wachsenden Militärpräsenz

Die USA reagierten auf die drohende Destabilisierung der Golfregion mit einem ständig wachsenden Engagement und dem Aufbau direkter Einflußinstrumentarien. Im Zeichen der Carter-Doktrin (1980) wurden die politischen, militärstrategischen und logistischen Voraussetzungen für eine amerikanische Militärpräsenz im Golfgebiet gelegt.29 Seit 1985 (Tankerkrieg) verfügen die USA über umfangreiche militärische Interventionskapazitäten vor Ort (Central Command). Darüber hinaus war aber Washington auch bemüht, seine Klientelbeziehungen neu zu ordnen. Nachdem Versuche, das islamische Regime in Iran innenpolitisch "auszuhebeln", schon im Ansatz gescheitert waren (Iran-ContraAffäre)30, konzentrierten sich die USA auf die Unterstützung des Irak (Erster Golfkrieg) und strebten die Etablierung einer Klientelbeziehung zu Baghdad an.31 Diese hätte sich allerdings in eine bewährte Hierarchie einordnen sollen, die durch Israel, Ägypten und die konservativen Golfstaaten geprägt war und dem Irak nur begrenzte Funktionen (Machtbarriere gegen Iran, Gegenpol zu Syrien) und Handlungsspielräume (Verschuldung) bot. Saddam Husseins Vorstoß, den Irak aus seinen finanziellen Abhängigkeiten zu befreien (Okkupation Kuwaits) und eine autonome Führungsrolle in der Arabischen Welt anzustreben32, ist zwar in vielerlei Hinsicht gebrandmarkt worden; sein eigentliches Vergehen bestand aber darin, die hegemoniale Ordnung und die Kontrollmechanismen der USA zu bedrohen. Auch wenn der Zweite Golfkrieg in der amerikanischen Innenpolitik und im globalen Kontext zusätzliche Funktionen erhielt, so markierte er im Vorderen Orient vor allem die Bereitschaft der USA, jede Herausforderung ihrer Herrschaft mit allen Mitteln zurückzuweisen.33 Eine neue ordnungspolitische Strategie war damit nicht verbunden. Und auch das gegenwärtige Konzept der "dualen Eindämmung" Irans und Iraks implizierte keine Reorganisation der regionalen Systeme; im Vordergrund steht nach wie vor die Sicherung des Erdöls.

Im Nahen Osten führte die Krise des Petrolismus zu Legitimationsproblemen der arabischen Regime und zur Herausbildung starker islamistischer Oppositionsbewegungen. Doch die USA unterstützten ihre Klienten mit großzügigen Waffen-, Finanz- und Wirtschaftshilfen, stabilisierten sie und überließen es ihnen, die politischen Unruheherde einzudämmen.

Israels Aufstieg zur regionalen Hegemonialmacht

Für explosivere Fälle stand immer noch Israel bereit. Unter der Reagan-Administration war Israel zur regionalen Hegemonialmacht avanciert. Jetzt war es nicht nur die jüdische Lobby, die Israel eine privilegierte Position in der amerikanischen Außenpolitik erkämpfte, Israel stieg in der letzten Phase des Ost-West-Konflikts zum regionalen Stellvertreter der USA im Vorderen Orient auf.34 Es erhielt exklusive wirtschaftliche und finanzielle Vergünstigungen35 und wurde mit seiner Rüstungsindustrie in den militärisch-industriellen Komplex der USA integriert (Strategische Kooperation). Auch wenn Israel weiterhin eine eigenständige Regionalpolitik ohne vorherige Absprachen betrieb (z.B. Libanonkrieg), nutzten die USA jede Gelegenheit, einerseits ihre Interessen mit denen Jerusalems zu harmonisieren, andererseits aber auch, sich öffentlich von dieser Politik zu distanzieren.36 Hierin spiegelte sich das Bestreben der USA wider, ihre nahöstlichen Klienten zusammenzuführen, gleichzeitig jedoch die regionale Vormachtstellung Israels nicht anzutasten. Seit den 70er Jahren haben die USA mit großer Hartnäckigkeit versucht, einen Friedensprozeß einzuleiten oder fortzuführen, bei dem es primär darum geht, politische Rahmenbedingungen für eine durchlässige regionale Wirtschaftsordnung zu schaffen. Die Interessen der Palästinenser standen für die USA nie im Vordergrund.37 Die Madrider Konferenz 1991 sollte den Nah-Ost-Konflikt in ein umfassendes regionales Problemtableau (Grenzen, Flüchtlinge, Wasser, wirtschaftliche Entwicklung etc.) einbinden. Auf diese Weise strebten die USA eine Dynamisierung der regionalen Kooperation unter Einschluß Israels an, in deren Kontext der Nah-Ost-Konflikt entideologisiert, neutralisiert und funktional bearbeitbar gemacht werden konnte. Doch dieser Ansatz ist nicht nur durch die separaten Osloer Verhandlungen von Israelis und Palästinensern hintertrieben worden. Ihm lag auch keine kohärente ordnungspolitische Strategie der USA zugrunde. Auf der einen Seite förderten sie zwar marktwirtschaftliche Strukturreformen, die mit grenzüberschreitenden Kooperationen in Einklang standen und durch sie auch Impulse erhalten konnten. Auf der anderen Seite stützten sie gleichermaßen Rentierstrukturen, die durch die Expansion marktwirtschaftlicher Prozesse bedroht wurden. Diese Widersprüchlichkeiten zwischen kurzfristigen politischen und langfristigen wirtschaftlichen, israelorientierten und regionalen, gruppenspezifischen und hegemonialen Interessen in der amerikanischen Orientpolitik38 erschweren es den USA heute mehr denn je, ordnungspolitische Konzepte für den Vorderen Orient zu entwickeln und durchzusetzen.

Auf Reformen setzen

Eine unter Effizienzkriterien konzipierte Strategie hegemonialer Politik im Vorderen Orient müßte sich in Zukunft wieder stärker auf strukturelle Kontrollmechanismen stützen. Unter diesem Vorzeichen ist anzunehmen, daß die USA in den nächsten Jahren systematisch marktwirtschaftliche Strukturen, bürgerliche Klassen und Systemtransformationen (Entbürokratisierung) im Vorderen Orient durchsetzen werden. Dies würde nicht nur anpassungsgeneigtere Regime hervorbringen; die hegemoniale Kontrolle könnte sich auch sanfterer und subtilerer Mittel bedienen als dies bisher der Fall ist. Damit würden gewaltsame Interventionen reduziert werden können. Darüber hinaus wäre aber eine Reform der politischen Strukturen notwendig. Sie müßte bei den breiten Massen ansetzen und demokratische Normen und Institutionen "von unten" politisch, bildungsmäßig und finanziell fördern. Nur in dieser Komplexität wirtschaftlicher, sozialer und politischer Reformen wäre eine neue ordnungspolitische Kontrollkonzeption der USA auch für die breite Bevölkerung im Vorderen Orient vorteilhaft. Blieben die Kontrollkonzepte der Hegemonialmacht jedoch so heterogen wie bisher, würden sich die politischen Eliten der Region mit ihren bürokratisch-autoritären Traditionen in immer neuen Varianten durchsetzen. Unter diesen Bedingungen könnte die amerikanische Hegemonie weder ökonomische Entwicklung noch Demokratisierungsprozesse im Vorderen Orient voran bringen. Sie wäre kaum anders zu bewerten als ihre kolonialen Vorgänger.

 

Anmerkungen

1) Hudson, M. C. 1997: To Play the Hegemon: Fifty Years of US Policy Toward the Middle East. in: The Middle East Journal. S. 329-343.

2) Krasner, St. D. 1979: A Statist Interpretation of American Oil Policy toward the Middle East. in: Political Science Quarterly. S. 74-96.

3) Sullivan, D. J. 1996: Introduction: Reinventing U. S. Foreign Assistance. in: Middle East Policy (4). S. 1-12.

4) Feuerwerger, M. C. 1977/78: Congress and the Middle East. in: Middle East Review. S. 43-46. Leeuwen, M. van 1987: Lobbies, Congress and American Middle East policies. in: Orient. S. 171-193. Peterson, P. E. (ed.) 1994: The President, the Congress and the Making of Foreign Policy. Norman und London.

5) Hertzberg, A. 1989: The Jews in America New York.

6) Novik, N. 1986: The United States and Israel. Domestic Determinants of a Changing U. S. Commitment. Boulder und London. O'Brien, L. 1986: American Jewish Organizations and Israel. Washington. Trice, R. T. 1977: Congress and the Arab-Israeli Conflict: Support for Israel in the U. S. Senate 1970-1973. in: Political Science Ouarterly. S. 443-463.

7) Dorman, W. A. 1993: Media, Public Discourse and U. S. Policy Toward the Middle East. in: Amirahmadi, H. (ed.): The United States and the Middle East. Albany. S. 289-309. Trice, R. T. 1978: Foreign Policy Interest Groups, Mass Public Opinion and the Arab-Israeli Dispute. in: Western Political Ouarterly. S. 238-252.

8) Pawelka, P. 1994: Die politische Ökonomie der Außenpolitik im Vorderen Orient. in: Orient. S. 369-390.

9) Zum Begriff der "internationalen Rente" und zum Rentierstaats-Konzept vgl. Boeckh, A. und Pawelka, P. (eds.) 1997: Staat, Markt und Rente in der Internationalen Politik. Opladen.

10) Pawelka, P. 1993: Der Vordere Orient und die Internationale Politik. Stuttgart, Berlin, Köln. S. 40-43.

11) Anderson, I. H. 1981: ARAMCO, the United States and Saudi Arabia. A Study of the Dynamics of Foreign Oil Policy 1933-1950. Princeton.

12) Gasiorowski, M. 1996: U. S. Foreign Policy Toward Iran During the Mussadiq Era. in: Lesch, D. W. (ed.): The Middle East and the United States. A Historical and Political Reassessment. Boulder. S. 51-66.

13) Farouk-Sluglett, M. und Sluglett, P. 1987: Iraq since 1958. From Revolution to Dictatorship. London und New York.

14) Hahn, P. 1996: National Security Concerns in U. S. Policy Toward Egypt, 1949-1956. in: Lesch (Anm. 12).

S. 91-101.

15) Kingston, P. W. T. 1996: The "Ambassador for the Arabs": The Locke Mission and the Unmaking of U. S. Development Diplomacy in the Near East, 1952-1953. in: Lesch (Anm. 12). S. 29-50.

16) Beschorner, N. 1992: LÕeau et le processus depaix israŽlo-arabe. in: Politique Žtrangre. S. 837-855.

17) Mufti, M. 1996: The United States and Nasserist Pan-Arabism. in: Lesch (Anm. 12). S. 167-186.

18) Hertzberg 1989 (Anm. 5). Stork, J. 1993: U. S. Policy and the Palestine Question. in: Amirahmadi (Anm. 7). S. 125-148.

19) Pawelka 1993 (Anm. 10). S. 43-48.

20) Korany, B. 1986: Political Petrolism and Contemporary Arab Politics, 1967-1983. in: Journal of Asian and African Studies. S. 66-80.

21) Pawelka, P. 1985: Herrschaft und Entwicklung im Nahen Osten: Ägypten. Heidelberg. S. 23-28.

22) Pawelka 1994 (Anm. 8). S. 377-380.

23) Hunter, Sh. T. 1990: Iran and the World. Continuity in a Revolutionary Decade. Bloomington und Indianapolis.

24) Efrat, M. und Bercovitch J. (eds.) 1991: Superpowers and Client States in the Middle East. The lmbalance of Influence. London und New York.

25) Aruri, N. H. 1993: U. S. Policy Toward the Arab-Israeli Conflict. in: Amirahmadi (Amn. 7). S. 89-124.

26) Beck, M. 1993: Die Erdöl-Rentier-Staaten des Nahen und Mittleren Ostens. Interessen, erdölpolitische Kooperation und Entwicklungstendenzen. Münster und Hamburg. TŽtreault, M. A. 1985: Revolution in the World Petroleum Market. Westport und London. Pawelka 1993 (Anm. 10). S. 48-51.

27) Pawelka, P. 1997: Staat, Bürgertum und Rente im arabischen Vorderen Orient. in: Aus Politik und Zeitgeschichte (B 39). S. 3-11. Albrecht, H., Pawelka, P. und Schlumberger, O. 1997: Wirtschaftliche Liberalisierung und Regimewandel in Ägypten. in: WeltTrends (16). S. 43-63.

28) Sullivan (Anm. 3). Sullivan, D. J. 1996: American Aid to Egypt, 1975-96: Peace Without Development. in: Middle East Policy (4). S. 36-49.

29) Gamlen, E. J. 1993: United States Strategic Policy toward the Middle East: Central Command and the Reflagging of KuwaitÕs Tankers. in: Amirahmadi (Anm. 7). S. 213-249.

30) Schaar, St. 1993: Irangate: The Middle Eastern Connections. in: Amirahmadi (Anm. 7). S. 177-210.

31) Baram, A. 1996: U. S. Input into Iraqi Decisionmaking, 1988-1990. in: Lesch (Anm. 12). S. 325-353.

32) Pawelka, P. 1991: Der Irak als "Rentierstaat". in: Der Bürger im Staat (1). S. 39-50.

33) Davis, E. 1993: The Persian Gulf War: Myths and Realities. in: Amirahmadi (Anm. 7). S. 251-285. Perthes, V. 1997: Sechs Jahre nach dem Golfkrieg: Das Scheitern der westlichen Irak-Politik. in: Internationale Politik und Gesellschaft. S. 246-261.

34) Reich, B. 1991: Israel in US perspective: political design and pragmatic practices. in: Efrat/Bercovitch (Anm. 24). S.55-91. Reich, B. 1996: The United States and Israel: The Nature of a Special Relationship. in: Lesch (Anm. 12). S. 233-248. Aruri (Anm. 25). Stork (Anm. 18).

35) Rabie, M. 1988: The Politics of Foreign Aid. U. S. Foreign Assistance and Aid to Israel. New York, Westport, London. Efrat, M. 1991: The USA and the Israeli military-economic dimensions: a realpolitik perspective. in: Efrat/Bercovitch (Anm.24). S. 118-138. Zunes, St. 1996: The Strategic Functions of U. S. Aid to Israel. in: Middle East Policy (4). S. 90-101.

36) Quandt, W. B. 1988: U. S. Policy toward the Arab-Israeli Conflict. in: Quandt, W. B. (ed.): The Middle East. Ten Years after Camp David. Washington. S. 357-386. Lewis, S. W. 1988: The United States and Israel: Constancy and Change. in: Quandt (Anm. 36). S. 217-257. Reich 1991 (Anm. 34).

37) Di Georgio-Lutz, J. A. 1996: The U. S.-PLO-Relationship: from Dialogue to the White House Lawn. in: Lesch (Anm. 12). S. 249-264. Stork (Anm. l8).

38) Sullivan 1996 (Anm. 28). Roy, S. 1996: U. S. Economic Aid to the West Bank and Gaza Strip: the Politics of Peace. in: Middle East Policy (4). S. 50-76.