Zeitschrift Deutschland Ost - Der Arbeitsmarkt nach wie vor das größte Problem Die Wirtschaft in Deutschland Ost und in Deutschland West |
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Von der wirtschaftlichen Vereinigung war weitgehend nur der Osten betroffen Von Joachim Ragnitz Dr. Joachim Ragnitz ist Leiter der Abteilung Strukturwandel im Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Die Wirtschaft der DDR war am Ende, mit mangelhafter
Kapitalausstattung, veraltetem Produktionsapparat und unzureichender
Infrastruktur. Von daher war die wirtschaftliche Vereinigung,
von den Menschen in der DDR herbeigesehnt, mit einer schweren
Hypothek belastet. Enorme Investitionen waren erforderlich,
um das Versäumte nachzuholen. Somit haben die neuen
Bundesländer inzwischen vielfach die moderneren Produktionsanlagen
und die modernere Infrastruktur. Der Abstand in der Produktivität
wurde zwar kleiner, konnte jedoch bis jetzt noch nicht aufgeholt
werden. Stärker angeglichen haben sich allerdings die
Einkommen. Nach wie vor aber stellt der Arbeitsmarkt ein
Problem dar, nicht zuletzt auch, weil Arbeit im Osten stärker
nachgefragt wird als im Westen (z. B. von Frauen). Der schnelle Weg zur wirtschaftlichen Wiedervereinigung Mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Grenzöffnung - war das Schicksal der DDR so gut wie besiegelt. War das Missverhältnis zwischen öffentlicher Propaganda und ökonomischer Wirklichkeit den Menschen in der DDR auch durchaus bewusst, machte die Konfrontation mit der bunten Warenwelt des Westens doch jedem klar, dass die sozialistische Wirtschaftsordnung der DDR der westdeutschen Marktwirtschaft hoffnungslos unterlegen war und deshalb einer grundlegenden Reform bedurfte. Dass es dann so rasch zunächst zur wirtschaftlichen, danach auch zur politischen Vereinigung beider deutscher Staaten kam, hat wesentlich mit der Erwartung zu tun, dass nur so auch die Menschen in den neuen Bundesländern schnell am Lebensstandard der "alten" Bundesrepublik würden teilhaben können. Der Beitritt nach Art. 23 GG schien in dieser Situation am besten geeignet, die Wünsche der Bevölkerung nach einer Verbesserung ihrer materiellen Lage zu erfüllen - die kostspielige und zeitraubende Suche nach einem eigenständigen Weg, wie ihn die übrigen ehemals sozialistischen Länder in Mittel- und Osteuropa einschlugen, konnte so erfolgreich vermieden werden. Für die westdeutsche Wirtschaft hingegen blieb die Wiedervereinigung weitgehend folgenlos (vgl. Ragnitz 1995, G. Müller 2000). Kurzfristig kam es aufgrund des enormen Nachholbedarfs der ostdeutschen Bevölkerung nach Gütern aus westdeutscher Herstellung zwar zu einer deutlichen Belebung von Produktion und Beschäftigung; dieser einigungsbedingte Boom war aber nicht von Dauer, sondern endete in einer der schwersten Rezessionen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Am ehesten noch in der Finanzpolitik hat sich die deutsche Vereinigung niedergeschlagen: In zeitweise kräftig ansteigenden Staatsdefiziten und in Steuererhöhungen zur Reduzierung dieser Defizite, aber auch in Ausgabenverlagerungen zugunsten der neuen Länder. Grundsätzlich aber dürfte die deutsche Vereinigung für die meisten Menschen in Westdeutschland kaum zu einer durchgreifenden Veränderung ihrer wirtschaftlichen Situation geführt haben. Vielmehr was es vor allem der Osten, der sowohl in negativer als auch in positiver Hinsicht hiervon betroffen war. Doch der erwartete Wachstumsschub blieb aus Nicht nur in Ostdeutschland selbst, auch in Westdeutschland war die Einschätzung weit verbreitet, dass die Einführung marktwirtschaftlicher Prinzipien, die Beseitigung der Beschränkungen für den Handels- und Kapitalverkehr und die Übernahme des wirtschaftlichen Ordnungsrahmens Westdeutschlands zu einem Wachstumsschub führen würde, vergleichbar nur mit dem "Wirtschaftswunder" der fünfziger Jahre. Optimistische Prognosen aus dieser Zeit veranschlagten für eine vollständige Angleichung der Wirtschaftskraft der neuen Länder an das Westdeutschlands einen Zeitraum von nicht mehr als 10 Jahren (vgl. Willgerodt 1990, Siebert 1990a, 1990b). Wie man heute weiß, kam alles anders als gedacht: Nach anfänglich hohen Wachstumsraten ist der Aufholprozess ab 1995 ins Stocken geraten (vgl. Abbildung 1). Die Leistungskraft der ostdeutschen Wirtschaft, gemessen an der erzielten Arbeitsproduktivität, liegt bei nur etwa 60 v.H. des westdeutschen Niveaus. Für viele unerwartet kam auch die Erkenntnis, dass die neue Wirtschaftsordnung für sie keine Beschäftigungsmöglichkeiten mehr hatte: Die Zahl der Arbeitsplätze hat sich von ehemals 9 Mio. auf inzwischen nur noch 6 Mio. verringert; die Arbeitslosenquote, verdeckte Arbeitslosigkeit eingerechnet, liegt bei etwa 24 v.H.. Nicht selten sind Unzufriedenheit und Resignation Folge derart enttäuschter Erwartungen - bis zu einer Verklärung der DDR-Vergangenheit ist es da oft nicht mehr weit. Der Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft war unvermeidbar Dies ist aber nur die eine Seite der Medaille: Die unbestreitbaren Erfolge im Aufbauprozess, die seit 1990 erzielt worden sind, werden nur zu leicht übersehen. Um diese Erfolge richtig würdigen zu können, muss man daran erinnern, wie desolat die Lage der DDR-Wirtschaft Ende der achtziger Jahre war: Die Produktivität lag im Jahre 1989 bestenfalls bei einem Drittel des westdeutschen Niveaus; der unternehmerische Kapitalstock war infolge unterlassener Ersatzinvestitionen in weiten Teilen verschlissen; die Ausstattung mit Telekommunikationseinrichtungen, das Verkehrswegenetz, die Umweltqualität waren katastrophal. Hierunter hatten vor allem die Verbraucher zu leiden - das Warenangebot war unzureichend, viele Produkte waren gar nicht verfügbar, viele nicht in der von den Konsumenten gewünschten Qualität. Angesichts dieser Situation wurde selbst von führenden Vertretern der DDR-Regierung das Scheitern des sozialistischen Experiments der "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" offen eingestanden. Ohne grundlegende Reformen war die DDR schon damals nicht mehr lebensfähig - der nachmalig häufig der Einführung der Marktwirtschaft angelastete Zusammenbruch der ostdeutschen Wirtschaft war bereits in der DDR angelegt und nicht dem Beitritt zur Bundesrepublik anzulasten.
Unübersehbare Erfolge Im Vergleich zu dieser Ausgangslage lässt sich ermessen, welche enormen Fortschritte beim Aufbauprozess in den neuen Ländern seither erzielt worden sind:
Nimmt man dies alles zusammen, so wird deutlich, dass die wirtschaftliche Entwicklung in den neuen Ländern in weiten Teilen als erfolgreich anzusehen ist. Was aber nicht befriedigen kann, ist die Arbeitsmarktsituation in den neuen Ländern. Doch noch immer fehlen mindestens 2 Millionen Arbeitsplätze Gemessen an der Zahl arbeitswilliger Menschen fehlen wenigstens 2 Mio. Arbeitsplätze am ersten Arbeitsmarkt - ein wesentlicher Grund für die hohen Transferleistungen von West- nach Ostdeutschland, denn wegen geringer Beitragseinnahmen hat insbesondere die Arbeitslosenversicherung in den neuen Bundesländern einen erheblichen Zuschussbedarf. Die hohe Arbeitslosigkeit dürfte darüber hinaus ein wesentlicher Grund dafür sein, dass in der Öffentlichkeit häufig ein negatives Bild der Lage in Ostdeutschland vermittelt wird. Die Arbeitslosigkeit den neuen Ländern hat sich zum größten Teil schon zu Beginn der neunziger Jahre aufgebaut (vgl. Abbildung 2). Grund dafür war vor allem der Produktionseinbruch, den die ehemaligen Staatsunternehmen aufgrund mangelnder Wettbewerbsfähigkeit hinzunehmen hatten. Mitte der neunziger Jahre nahm die Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt zwar wieder leicht zu; seither geht die Zahl der Arbeitsplätze hier jedoch weiter zurück, Folge vor allem der anhaltenden Strukturkrise in der Bauwirtschaft.
Arbeit wird im Osten aber auch stärker nachgefragt, von Frauen z. B. Betrachtet man die Arbeitsmarktlage in den neuen Ländern
genauer, so stellt man rasch fest, dass es sich hierbei
weniger um ein Nachfrageproblem als vielmehr um ein Angebotsproblem
handelt. Viel stärker als in Westdeutschland streben
nämlich Frauen in den neuen Ländern eine Erwerbsarbeit
an, und sie sind auch stärker als in den alten Ländern
an einer Vollzeitbeschäftigung interessiert. Folge
dessen ist, dass das Arbeitsangebot in den neuen Ländern
mit 76 v.H. der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter
deutlich höher ist als im Westen Deutschlands (69 v.H.).
Die Arbeitsnachfrage hingegen, umgerechnet auf Vollzeitäquivalente,
ist in beiden Teilen Deutschlands im großen und ganzen
gleich hoch. Der alleinige Blick auf die Arbeitslosenziffern
zeigt also längst nicht die ganze Wahrheit: Hinsichtlich
der Beschäftigungssituation steht Ostdeutschland kaum
schlechter da als Westdeutschland. Wie lässt sich ein höheres Beschäftigungsniveau erreichen? Um ein auch im Vergleich zu Westdeutschland höheres
Beschäftigungsniveau zu erreichen, sind mehrere Ansatzpunkte
denkbar. Natürlich gehören die Lohnsätze
dazu. Zuzugestehen ist zwar, dass die Lohnpolitik, nachdem
die Unmöglichkeit einer raschen Einkommensangleichung
erkannt wurde, auf einen moderateren Kurs eingeschwenkt
ist. Der anfängliche Niveausprung bei den Tariflöhnen
wurde jedoch nicht korrigiert; vielmehr erreichen die tariflichen
Stundenlöhne im Durchschnitt der ostdeutschen Wirtschaft
inzwischen rund 86 v.H. des westdeutschen Niveaus. Da dies
viele Firmen überfordern würde, werden Tariflöhne
aber nur noch von einem kleinen Teil der Unternehmen tatsächlich
gezahlt: Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt-
und Berufsforschung zufolge werden im ostdeutschen Unternehmenssektor
nur noch gut 40 v.H. aller Beschäftigten durch einen
Tarifvertrag erfasst. Je Arbeitsstunde gerechnet, liegen
die Effektivlöhne daher im Durchschnitt der ostdeutschen
Wirtschaft nur bei 69 v.H. des westdeutschen Wertes. Doch
auch dies ist, gemessen an der Leistungskraft vieler Betriebe,
noch immer sehr hoch: Die Lohnstückkosten als
Indikator der Wettbewerbsfähigkeit ostdeutscher Unternehmen
übersteigen den westdeutschen Durchschnittswert noch
immer um fast 20 v.H.. Dies wiederum untergräbt die Gewinnsituation
der Unternehmen und kann auf diese Weise weitere Arbeitsplätze
gefährden. AB-Maßnahmen sind Sozialpolitik und können für den Arbeitsmarkt eher schädlich sein Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen hingegen sind
kein Weg, dauerhaft zu mehr Beschäftigung zu kommen.
Zwar wurden im Jahre 1999 rund 170.000 Personen in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
(ABM) beschäftigt; zusätzlich nahmen rund 140.000
Langzeitarbeitslose an einer staatlich finanzierten Fortbildungs-
oder Umschulungsmaßnahme teil. Diese Hilfen erfüllen
jedoch in erster Linie eine sozialpolitische Funktion; eine
Brücke in den ersten Arbeitsmarkt stellen sie nur selten
dar. Vor allem die Teilnahme an Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
kann sogar stigmatisierend wirken und damit entgegen der
Intentionen die Arbeitsmarktchancen der Teilnehmer verschlechtern:
Eine am ersten Arbeitsmarkt verwertbare Qualifizierung erwerben
nämlich die Teilnehmer an ABM in vielen Fällen
nicht, weil die Verzerrung der Faktorpreisverhältnisse
bei ABM die Anwendung arbeitsintensiver, technologisch veralteter
Produktionsverfahren begünstigt. Es wundert daher nicht,
dass ein Großteil der Maßnahmenteilnehmer zwischen
ABM und offener Arbeitslosigkeit hin und her wechselt, eine
reguläre Beschäftigung jedoch nicht findet. Wachstumsorientierung: die Strategie des "Aufschwung Ost" Die Wirtschaftspolitik hat von Anfang an den Aufbau in den neuen Ländern tatkräftig begleitet. In Übereinstimmung mit Empfehlungen aus der Wissenschaft hat sie im Rahmen einer Strategie "Aufschwung-Ost" die Wachstumskräfte in den neuen Ländern kräftig gefördert. Ausdruck dieser Wachstumsorientierung der Wirtschaftspolitik war unter anderem die schnelle Privatisierung als sanierungsfähig eingestufter Staatsunternehmen durch die Treuhandanstalt, die Begünstigung von Investitionen in Ostdeutschland durch den massiven Einsatz des Instrumentariums der Wirtschaftsförderung, und schließlich die Nachqualifizierung des ostdeutschen Erwerbspersonenpotentials durch Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen. Forderungen nach einer Erhaltung nicht wettbewerbsfähiger Strukturen - beschönigend als "industrielle Kerne" bezeichnet - hat die Bundesregierung in dieser Phase des Aufbauprozesses hingegen eine deutliche Absage erteilt. Problematische Akzentverschiebungen Mit abnehmendem Tempo des Aufholprozesses und damit zunehmendem Problemdruck haben sich auch in der Wirtschaftspolitik die Prioritäten verlagert. Stand zunächst die Beseitigung bzw. Kompensation der aus jahrzehntelanger Vernachlässigung resultierenden Standortdefizite im Mittelpunkt, so rückten in den Jahren danach ausgleichs- und sozialpolitische Überlegungen in den Vordergrund, die vor allem aus einer falsch verstandenen Interpretation des grundgesetzlich fixierten Leitbilds der "Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse" herrührten: Solange nämlich das Einkommensniveau in Ostdeutschland, so eine gängige Argumentation, noch immer deutlich hinter der Westdeutschlands zurückläge, bedürfe es fortdauernder Hilfen im Rahmen der Wirtschaftsförderung; mehr noch, solange am Markt nicht genügend Arbeitsplätze bereitstünden, sei auch ein hohes Niveau arbeitsmarktpolitischer Auffangmaßnahmen erforderlich. Diese Akzentverschiebung aber birgt Gefahren: In einer Marktwirtschaft kann nämlich der Staat nicht die Verantwortung für ein bestimmtes Einkommens- und Beschäftigungsniveau übernehmen; dieses ergibt sich erst aus dem dezentralen Handeln einer Vielzahl von Unternehmen. Hierfür jedoch muss die Politik Freiräume schaffen: Durch Rückführung der steuerlichen Belastung, durch Abbau leistungshemmender Regulierungen, durch Bereitstellung öffentlicher Güter. Hieran zu erinnern, tut gerade in Ostdeutschland Not, wo das Verständnis für marktwirtschaftliche Zusammenhänge nur gering ausgeprägt ist.
Sonderregelungen bei der Wirtschaftsförderung Nach derzeitigem Rechtsstand gelten bis zum Ende des
Jahre 2004 in Ostdeutschland Sonderregeln bei der Wirtschaftsförderung.
Wichtigster Bestandteil dieser Sonderförderung-Ost
sind die Investitionszulagen von bis zu 20 v.H. der
Investitionssumme, die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes
und ausgewählter produktionsnaher Dienstleistungszweige
gewährt werden; mit einer Zulage von 10 v.H. werden darüber
hinaus - für einen kürzeren Zeitraum - Investitionen
von Betrieben des Handwerks und des kleinflächigen
innerstädtischen Einzelhandels gefördert. Außerdem
können überregional tätige Unternehmen durch
Investitionszuschüsse im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe
"Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur" besonders
gefördert werden. Schließlich findet auch das
Instrumentarium der Existenzgründungs- und Mittelstandsförderung
(zinsverbilligte Kredite der Förderbanken des Bundes)
sowie der Innovationsförderung in Ostdeutschland
Anwendung, zum Teil mit besonderen Konditionen. Forciert werden sollte der Ausbau einer wirtschaftsnahen Infrastruktur Forciert werden sollte hingegen der Ausbau der wirtschaftsnahen Infrastruktur als eine wichtige Voraussetzung für die Ansiedlung weiterer Unternehmen in den neuen Ländern. Hier liegt, trotz guten Ausbauzustandes der vorhandenen überregionalen Straßen, noch einiges im Argen: Vor allem auf kommunaler Ebene, aber auch bei der Erweiterung des Fernverkehrsnetzes besteht noch immer Investitionsbedarf. Dies schließt nicht aus, dass einzelne Projekte aufgrund veränderter Bedarfsprognosen gestreckt oder gar ganz aufgegeben werden; ein Nachlassen der Anstrengungen auf diesem Gebiet würde aber den Aufholprozess hemmen und damit erneute Rufe nach einer Fortsetzung der Unternehmensförderung laut werden lassen. Auch mit Blick auf das Ziel des Subventionsabbaus wäre eine Rückführung der Investitionen in die wirtschaftsnahe Infrastruktur daher kontraproduktiv. Fazit: Kein Grund für Pessimismus Nimmt man alles zusammen, so wird klar, dass die Entwicklungsperspektiven
für die neuen Länder keineswegs so schlecht sind,
wie es in der Öffentlichkeit zuweilen vermittelt wird.
Die gegenwärtig niedrigen Wachstumsraten dürfen
nicht darüber hinweg täuschen, dass insbesondere
in der Industrie ein Kern von leistungsfähigen Betrieben
entstanden ist, die auf den deutschen wie auch auf den internationalen
Märkten gut mithalten können und so auch der regionalen
Wirtschaftsentwicklung Impulse geben. Und auch die fortgesetzte
Schrumpfung in der Bauwirtschaft, so schmerzhaft diese für
die Betroffenen auch ist, ist aus gesamtwirtschaftlicher
Sicht eher positiv zu bewerten, hat das Baugewerbe doch
ein Gewicht erreicht, dass auf Dauer nicht aufrechtzuerhalten
ist. Literaturhinweise H. Willgerodt (1990), Vorteile der wirtschaftlichen Einheit Deutschlands, Gutachten für das Bundeskanzleramt, Köln. H. Siebert (1990a), Lang- und kurzfristige Perspektiven der deutschen Integration, in: Die Weltwirtschaft Heft 1/1990, S. 49-59. H. Siebert (1990b), The Economic Integration of Germany: An Update, Kieler Diskussionsbeiträge Nr. 160a, Kiel. A. Müller (2000), Aufholprozess der ostdeutschen Wirtschaft stagniert, in: ifo-Schnelldienst, Heft 3/2000. J. Ragnitz, C. Dreger, W. Komar, G. Müller (2000), Simulationsrechnungen zu den Auswirkungen einer Kürzung von Transferleistungen für die neuen Bundesländer, IWH-Sonderheft 2/2000, Halle. J. Ragnitz (1995), Wirtschaftliche Konsequenzen in Westdeutschland, in: R. Pohl (Hrsg.), Herausforderung Ostdeutschland - Fünf Jahre Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion, Berlin 1995, S. 437-451. G. Müller (2000), Nutzen und Kosten für die westdeutsche Wirtschaft infolge der Wiedervereinigung, in: D. Brümmerhoff (Hrsg.), Nutzen und Kosten der Wiedervereinigung, Baden-Baden 2000, S. 48-59.
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