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Islam in Deutschland

Islam - Grundinformationen

Von Wiebke Walther, Tübingen



 Inhaltsverzeichnis

 

 

Islam (arabisch) bedeutet: "Ergebung in den Willen Gottes" (Allah). Wer sich zu ihm bekennt, ist ein Muslim / eine Muslima. Von derselben arabischen Wurzel s-l-m ist auch das Wort "Friede" abgeleitet: Salaam.

Allah heißt im Arabischen auch der Gott der Juden und der Gott der Christen.

Zahl der Muslims heute: Etwa 1,2 Milliarden Menschen, durch Bevölkerungswachstum und Übertritte ständig wachsend.

Verbreitungsgebiete des Islams: Über alle Erdteile. Die Kernländer des Islams liegen im Vorderen Orient, von Nordafrika über Ägypten, den Sudan, die gesamte arabische Halbinsel, Syrien, Libanon, Jordanien, Irak, Iran, Türkei, bis nach Mittelasien, Pakistan, Afghanistan.

Muhammed: Stifter des Islams, lebte ca. 570-632, zunächst als Kaufmann in Mekka, später als religiös-politisches Oberhaupt der städtischen Gemeinde in Medina.

Der Koran (arab.: "Rezitation, laute Lesung"): Heiliges Buch des Islams, für den Muslim das dem Propheten Muhammed durch den Erzengel Gabriel in arabischer Sprache geoffenbarte Wort Gottes. Besteht aus 114 Suren ("Kapiteln"), im wesentlichen nach dem Prinzip der abnehmenden Länge geordnet. Da für den orthodoxen Muslim der Koran eigentlich unübersetzbar ist und als das sprachliche Wunder Muhammeds gilt, wurde Arabisch zur Kultsprache aller Muslims und die arabische Schrift auch die Schrift anderer Sprachen in den Verbreitungsgebieten des Islams, etwa für das Persische, das Türkische (bis 1926), das Kurdische, das Urdu, das Paschto.

Koranübersetzungen ins Deutsche: Von Rudi Paret, A. Th. Khoury (vom islamischen Weltkongress gebilligt), Max Henning (jetzt überarbeitet durch den deutschen Konvertiten Murad Hoffmann), neuerdings auch von der Achmadiyya-Mission und durch den deutschen Konvertiten und Orientalisten Ahmed van Denffer. Dichterische Übersetzung durch Friedrich Rückert (unvollständig).

Die Hidschra (arab.: "Auswanderung"): Das Jahr 622, das Jahr der Auswanderung Muhammeds mit seinen frühen Anhängern von Mekka nach Medina, wo er vom Verkünder einer Religion auch zum Leiter einer Gemeinde wurde. Beginn der islamischen Zeitrechnung (nach Mondjahren).

Die Ka'ba (arab.: "Würfel"): Zentrales Heiligtum des Islams in Mekka, bestehend aus einem würfelförmigen schwarzen Meteoriten, Ziel der Pilgerfahrt, die zu den fünf grundlegenden religiösen Pflichten jedes Muslims, den "Säulen des Islams", zählt.

Der Had îth: (arab.) eig. "Bericht", auch "Neuigkeit", meist mit "Tradition" übersetzt: Berichte über das, was der Prophet des Islams, Muhammed, in bestimmten Situationen gesagt, getan oder auch nur schweigend geduldet haben soll. Die sechs kanonischen Hadith-Sammlungen, aufgezeichnet im 3. islamischen Jahrhundert, bieten ergänzende Richtlinien für die Lebensführung des frommen Muslims und sind nach dem Koran die zweitwichtigste Quelle für das Islamische Recht.

Die Schar î'a: (arab.) eig. "Wasserplatz": Das religiöse Recht des Islams. Wird durch vier Rechtsschulen vertreten, die Hanbaliten, Hanafiten, Malikiten, Schafi'iten, die einzelne Satzungen zum Teil verschieden interpretieren. Die Rechtsschulen sind in unterschiedlichen Gegenden des Vorderen Orients unterschiedlich verbreitet.

Ahl adh-Dhimma oder Dhimmis, Angehörige einer "Schutzreligion", d. h., Juden und Christen (als Besitzer einer "Heiligen Schrift"), vgl. z. B. Sure 2:62. Juden und Christen hatten in innerkonfessionellen Streitigkeiten in den Ländern des Vorderen Orients ihre eigene Rechtssprechung.

Die Sunna: Der "Brauch", die Lebensweise des Propheten Muhammed, wie sie von arabischen Historikern und in der Hadith-Literatur überliefert wird. Sie gilt als Vorbild für den gläubigen Muslim bis in die Gegenwart.

Sunniten: Die Mehrheit der Muslims, ca. 85 bis 90 %, die sich nach der Sunna des Propheten so nennt.

Schi'iten: Eigentlich die Schi'at Al î, "die Partei Al îs", die Anhänger von Muhammeds Vetter und Schwiegersohn Al î, die in diesem und bestimmten seiner Nachkommen die rechtmäßigen Nachfolger Muhammeds sehen. Auch sie erkennen die Sunna des Propheten an, hatten und haben aber andere Auslegungen von Koran und Sunna hinsichtlich der religiös-politischen Machtausübung entwickelt. Sie teilten sich später in die "Fünfer-", die "Siebener-" und die "Zwölferschiiten" (nach dem 5., dem 7. oder dem 12. Imam, d. h. potentiellen religiösen Führer unter den Nachkommen Al îs, den die jeweilige Gruppe als den letzten, für sie wichtigen, anerkennt). Im Iran ist die Zwölfer-Schi'a Staatsreligion. Über die Hälfte der Bevölkerung des Irak, auch des Libanon ist heute schi'itisch. Im Jemen ist die Fünferschi'a verbreitet. Die Schi'ten haben ihre eigene Rechtsschule, die Dscha'fariyya 

 

 


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