Zeitschrift

Nahrungskultur

Essen und Trinken im Wandel

 

Heft 4/ 2002

Hrsg: LpB

 



 

Inhaltsverzeichnis

  Der Einfluss der britischen Kolonialherren 
 

„Essen wie die Zivilisierten”

  Der Wandel der Ernährungsgewohnheiten in Westafrika

 

Von Eno Blankson Ikpe 

 

Dr. Eno Blankson Ikpe hat u. a. an der Universität Münster/Westf. studiert und dort promoviert. Sie ist Senior Lecturer am Department of History der Universität Lagos, Nigeria. 

Die britische Kolonialherrschaft führte zu einem tiefgreifenden Wandel der Ernährungsgewohnheiten. Der Kolonialmacht war dabei durchaus an einer guten Ernährungslage der Beherrschten gelegen, damit sie arbeiten konnten und zufrieden waren. So bekämpfte sie den Proteinmangel in der angestammten Ernährungsweise durch den bis dahin unbekannten Reisanbau. Auch die hygienischen Verhältnisse wurden verbessert. Der Anbau von Marktprodukten wie Erdnüssen und Kakao hatte auch Einfluss auf die Ernährungsweise, wobei nebenher und dazwischen immer noch traditionelle Agrarprodukte für den Eigenbedarf und den nahen Markt erzeugt wurden. Der Zuzug in die Städte bot ganz neue Marktchancen für die Bauern, führte in den Städten selbst zu neuen, „multikulturellen” Essgewohnheiten. Schließlich orientierten sich die einheimischen Eliten auch in ihrer Ernährung an den Kolonialherren, was bis heute zu einem starken Lebensmittelimport führt. Red. 

 

Gute, gesunde, preiswerte Ernährung auch als Ziel der Kolonialmacht 

Der Wandel der Ernährungsgewohnheiten in Westafrika unter britischem Kolonialismus vollzog sich in den Städten viel stärker als in den ländlichen Gebieten. Deshalb werden die Änderungen in den Ernährungsgewohnheiten in Lagos (Nigeria), einer typischen Kolonialstadt, dargestellt. Zuerst wird versucht, die traditionellen Ernährungsgewohnheiten der Westafrikaner vor dem Kolonialismus darzustellen. Dann werden koloniale Einflüsse darauf im Allgemeinen diskutiert, anschließend am Beispiel Lagos konkretisiert. 

Die britische Kolonialherrschaft in Westafrika gründete auf der Überlegenheit europäischer Waffen. Diese Überlegenheit erlaubte den Aufbau autoritärer Kolonialverwaltungen in Sierra-Leone, der Goldküste (Ghana) und Nigeria. Von großer Bedeutung für die Durchsetzung und Aufrechterhaltung des Kolonialunternehmens war die Ernährung der Einheimischen. Für die Kolonialherren war es wichtig, gute, preiswerte und für alle Menschen erschwingliche Ernährung zu gewährleisten, um Krisen besonders in den Städten zu vermeiden. Gut ernährte und gesunde Menschen waren für die Aufrechterhaltung der kolonialen wirtschaftlichen Produktion notwendig. Einflüsse wurden direkt und indirekt ausgeübt, indem die Kolonialherren neue Feldfrüchte einführten, ihren Anbau förderten und neue Nahrungsmittel europäischer Art und Herkunft importierten. Ferner wurden Veränderungen durch Gesetzgebung und durch die Produktion für den Export herbeigeführt. Die Monetarisierung der Wirtschaft, die Verbesserung des Transportwesens und der Infrastruktur, die Entstehung der Lohnarbeit, die Nachahmung der europäischen Esskultur, aber auch die europäische Ausrichtung des Bildungssystems sowie die Urbanisierung trugen zu den Veränderungen bei. 

 

Einheimische Ernährung vor dem Kolonialismus 

In Westafrika wie in vielen anderen Teilen der Welt stützte sich die einheimische Ernährung auf einige wenige kohlehydratreiche Nahrungsmittel.1 Getreide wie Hirse, Sorghum, Reis, Mais und Knollenfrüchte wie Jams und Maniok stellten die wichtigsten Bestandteile der einheimischen Mahlzeiten dar und lieferten den Hauptteil des täglichen Kalorienbedarfs. Diese Hauptfeldfrüchte werden noch heute überall in Westafrika angebaut. Jedoch gab es Unterschiede nach geographischen Gebieten. Im trockenen Norden Nigerias und Ghanas und in Gambia basiert die Ernährung auf Getreide wie Mais, Sorghum und Hirse, im Süden jedoch auf Knollenfrüchten wie Jams und Maniok. Bananen und Mehlbananen wurden und werden angebaut und verzehrt. In manchen Gebieten werden sowohl Getreide wie auch Knollenfrüchte angebaut. Außerdem war Viehhaltung im Norden weit verbreitet, im Süden jedoch nicht möglich, wegen der Verbreitung der Tsetsefliege, die die Schlafkrankheit hervorruft. Nur Kleinvieh, wie Ziegen, Schafe und Geflügel wurden gehalten. Nahrungsmittel konnten auch auf dem Markt gekauft werden: Es gab lokale und überregionale Märkte, sodass die Produktion von Nahrungsmitteln nicht nur für den Eigenbedarf bestimmt war.2  

Eine gewöhnliche und beliebte Speise ist fufu mit Soße: ein sehr dicker, zäher Brei, der mit in Wasser aufgelöstem Mehl hergestellt und anschließend so lange über dem Feuer gekocht und gewendet wird, bis er die richtige Konsistenz erlangt hat. Ansonsten können Getreide oder Knollenfrüchte gekocht und mit Stößel und Mörser zerstampft werden, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Da fufu mit den Fingern gegessen und in kleinen Portionen, meist ohne zu kauen, geschluckt wird, ist es notwendig, ihn so zuzubereiten, dass er eine geschmeidige Masse bildet, die das Schlucken erleichtert und nicht an den Fingern klebt. 

Fufu und andere Hauptspeisen (core foods) wurden zusammen mit Beilagen, den sogenannten fringe foods, verzehrt. Die fringe foods bestanden aus Gemüse, Tomaten, Nüssen, Früchten, Gewürzen, Pflanzenöl und manchmal Fleisch und hatten einen sehr hohen Nährwert. Daraus wurden gewürzte und schmackhafte Suppen und Soßen zubereitet. Die Beilagen sorgten für Farbe und Abwechslung in den Mahlzeiten. Zum Beispiel wurden in Gambia wie auch in Ghana und Nordnigeria verschiedene Soßen aus Erdnüssen, die in diesen Ländern in großer Menge produziert wurden, zubereitet und mit Reis und anderen Hauptspeisen serviert. In Südnigeria und Ghana waren Palmöl- und Gemüsesoße üblich. Unterschiede zwischen den Essgewohnheiten der Reichen und der Armen gab es kaum, bestanden nur mengenmäßig, in der Qualität der Soßen und Suppen und besonders im Fleischverzehr. Als Getränke gab es außer Wasser, Palmwein und Bier aus Getreide. 

 

Vor der Ernte gab es jährlich eine Mangelperiode 

Proteinmangel war in der Ernährungszusammensetzung festzustellen, weil Fleisch keine große Rolle spielte. Auch bei den Viehhaltern wurde nur selten für den Konsum geschlachtet, aber sie hatten die Möglichkeit, Milchprodukte zu verzehren. In Küstengebieten wurden Fische, Meeresfrüchte, Hummer, Austern, Krebse, Garnelen, Krabben, Langusten und andere Schalentiere in großen Mengen gegessen. In manchen Gegenden verzehrten die Menschen unkonventionelle proteinhaltige Nahrung wie Frösche, Grillen und sonstige Insekten, wenngleich diese auch kein fester Bestandteil der Mahlzeiten waren. Zwar stimmt es, dass Fleisch nicht täglich auf dem Speiseplan stand – es wurde meistens nur zu Festtagen gegessen –, dennoch darf festgehalten werden, dass mehr proteinhaltige Nahrung, obschon aus unkonventionellen Quellen, konsumiert wurde als gewöhnlich angenommen. 

Ein wichtiges Merkmal der einheimischen Ernährung in der vorkolonialen Zeit war die jährliche Hungerperiode. Diese trat einige Wochen vor der neuen Ernte ein, wenn die Vorräte zur Neige gingen. In einigen Gebieten bedeutete das noch keine Hungersnot. Es bedeutete nur, dass die Versorgung mit den Hauptnahrungsmitteln knapp war. In dieser Zeit aß man die Nahrungsmittel, die normalerweise als minderwertig angesehen wurden und somit nicht beliebt waren. In den Jams- Anbaugebieten konnten die Leute Cocojams, Maniok und Mais essen. Aber in den meisten Gebieten war die Hungerperiode eine prekäre Zeit, in der es bei irgend einem kleinen Unglück zur Hungersnot kommen konnte. Ab und zu gab es Hungersnöte besonders in den trockenen Gebieten. Die Ernährung war dami manchmal unsicher. 

 

Die Pax Britannica sorgte für Sicherheit – auch in der Ernährung 

Die Kolonialherrschaft übte einen großen Einfluss auf die Ernährungs- und Essgewohnheiten der Westafrikaner aus und führte zu weitreichenden Veränderungen. Diese manifestierten sich in der Organisation der Nahrungsmittelproduktion, in der Landnutzung, Kommerzialisierung, sowie der Verfügbarkeit dank dem Transport und in den Konsumgewohnheiten. Koloniale Gesetzgebung, Agrarpolitik, infrastrukturelle Entwicklung, neue Arbeitsformen und Lebensbedingungen riefen ganz beträchtliche Veränderungen in den Ernährungsgewohnheiten hervor. 

Wichtig in der Änderung der Ernährungsgewohnheiten der Westafrikaner unter britischer Herrschaft war die Pax Britanica. Kolonialherrschaft brachte Frieden mit sich. Mit der Durchsetzung der Kolonialherrschaft wurden die kleinen Kriege und Überfälle unter Kontrolle gebracht und eine Ära von Frieden eingeleitet. Gemeinden, die bis dahin in Angst, Unruhe und Unsicherheit gelebt hatten, konnten sich nun der Produktion und dem Handel widmen. 3 Dadurch sicherten sie sich ihre Ernährungslage. Die Zeit kurz vor der Kolonialisierung war voller Unruhen, Kriege und kriegerischer Auseinandersetzunge zwischen einigen Völkern und religiösen Gruppen in Westafrika. Viele Gegenden Westafrikas wurden dadurch verwüstet. Nahrungsknappheit, Hungersnöte und Stagnation waren die Folgen.4 Stabilität und Sicherheit waren zur Verbesserung der Möglichkeiten, sich zu ernähren, wichtig. 

Die Kolonialisierung schaffte neue Arbeitsplätze in Verwaltung, Armee, Polizei, dem Eisenbahnbau, den Bergwerken und in europäischen und afrikanischen Handelsfirmen. Die Aktivitäten der Kolonialzeit führten auch zur Entstehung neuer Städte. Damit kam es zu einer wachsenden Anzahl von Lohnempfängern und Geschäftsleuten, die teilweise oder ganz zur Deckung ihres Nahrungsbedarfs vom Markt abhängig waren. 

Die totale Abhängigkeit vom Markt für Nahrungsmittel war in der Geschichte Westafrikas etwas Neues und erzeugte eine ständige Nachfrage. Die sich kontinuierlich ausweitende Nachfrage aus den Städten machte die Produktion von Feldfrüchten für die einheimischen Märkte wesentlich profitabler als in der vorkolonialen Zeit, in der solche Feldfrüchte fast nur zum Eigenverbrauch produziert wurden. Zum ersten Mal hing Nahrungsmittelverbrauch nicht an der Eigenproduktion, sondern an der Kaufkraft. Das Positive war, dass man alles kaufen und essen konnte, was es auf dem Markt gab, und sich damit besser ernähren konnte. Aber die neue Abhängigkeit vom Markt war gefährlich, wenn der Arbeitplatz verloren ging. 

Im Wandel des Ernährungssystems spielte die Entwicklung der Infrastruktur eine große Rolle. Zahlreiche Straßen, Häfen, Wasserwege und Schienenwege wurden teils mit erzwungener, teils mit bezahlter Arbeitskraft gebaut. Der Transportsektor wurde revolutioniert, Handel und Kommunikation einfacher gemacht. Das trug erheblich zur Entwicklung des Nahrungsmittelmarktes bei. Nahrungsmittel konnten überregional transportiert werden, zur Versorgung der Menschen über die Märkte. Die überregionale Mobilität von Nahrungsmitteln führte mehr und mehr zum Schwinden der Nahrungsknappheit und zur Vergrößerung der Auswahl an Nahrungsmitteln. 

 

Die Umstellung auf Exporterzeugnisse 

Die Produktion von landwirtschaftlichen Exporterzeugnissen trug zu Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten bei. Die Wirtschaft westafrikanischer Länder in der Kolonialzeit wurde meistens auf die Produktion von Agrarprodukten, den sogenannten cash crops, für den Export umgestellt. Die wichtigsten unter vielen anderen waren in Gambia Erdnüsse, an der Goldküste (Ghana) Kakao, in Nigeria Kakao, Palmprodukte und Erdnüsse. Es wird gewöhnlich argumentiert, dass die Kolonialherren das Volk zwangen, für den Export zu produzieren und somit Boden und Arbeitskräfte für die einheimische Nahrungsmittelversorgung wegnahmen, was zur Nahrungsmittelknappheit geführt haben soll. 

So zutreffend diese Feststellung sein mag, sie entspricht nicht ganz der Wahrheit. Einige Bauern zogen es vor, für den Export zu produzieren. Zum Beispiel waren die Menschen in den Kakao-Anbaugebieten Nigerias und Ghanas von Nahrungsmitteln abhängig, die anderswo erzeugt wurden. In den meisten Fällen haben die Bauern jedoch Mischanbau betrieben, indem sie auf denselben Feldern Feldfrüchte sowohl für den Export als auch für den Eigenbedarf anpflanzten. Es war üblich, Maniok und Mais auf Ölpalmfelder anzubauen. In den Kakao-Anbaugebieten Nigerias und Ghanas wurden Bananen, Mehlbananen und Cocojams zwischen die Kakaobäume gepflanzt. Es gab deshalb eigentlich keine Monokultur in Westafrika und somit kaum Nahrungsmittelknappheit. Keine wirklichen Unterschiede sind festzustellen zwischen den Produzenten für den Export und den Produzenten für den Eigenbedarf (subsistence crops), da es sich in den meisten Fällen um dieselben Personen handelte. Der einzige Unterschied lag darin, dass Exportprodukte Devisen für die Kolonialherren einbrachten, während Subsistenzprodukte nur auf den einheimischen Märkten verkauft werden konnten. 

Der Anbau für den Export betraf nur einen Teil der einheimischen Landwirtschaft und verhinderte nicht den Anbau anderer Feldfrüchte. Im britischen Westafrika führte die Produktion für den Export deshalb nicht zu Nahrungsmittelknappheit. Sie löste stattdessen den intensiven Anbau von Nahrungsmitteln aus, da sie nun kommerziell wertvoller waren als in der vorkolonialen Zeit. 

 

Die Produktion lag in den Händen Einheimischer 

Ein Merkmal der britischen Agrarpolitik in Westafrika war, dass die Produktion von landwirtschaftlichen Exporterzeugnissen ausschließlich von den Einheimischen betrieben wurde. Plantagen in europäischem Besitz wurden nicht zugelassen. Der einheimische Bauer wurde seines Landes nicht beraubt und nicht auf den Status eines gewöhnlichen Landarbeiters reduziert, wie es in vielen Kolonien in Ostafrika oder Südafrika geschah. Das bedeutete, dass die Bauern sich aller Vorteile erfreuen konnten, die sich aus dem Wachstum des Exportmarktes ergaben. Folglich erzielten die Bauern und auch die Händler höhere Einkommen als bei einer Produktion auf Plantagen in europäischem Besitz. Ein höheres Einkommen ermöglichte eine bessere Ernährung als vorher. 

Die Produktion für den Export stimulierte einen intensiven Anbau von Nahrungsmitteln in Gebieten, deren Boden nicht geeignet war für den Anbau von Exportfrüchten. Einige Bauern fanden es gewinnbringender, für den einheimischen Markt zu produzieren. Vor allem übernahmen die Frauen die Produktion von Nahrungsmitteln.5 Die Kommerzialisierung der Landwirtschaft führte dazu, dass Anbau und Verkauf von Subsistenzerzeugnissen profitabel war. Steigendes Einkommen und steigende Nahrungsmittelpreise sowie ein höheres Konsumniveau regten eine Erhöhung der Nahrungsmittelproduktion an, führten zur Diversifizierung und Intensivierung der Landwirtschaft. Einige Bauern verlegten ihre Produktion auf kommerziell wertvollere Erzeugnisse wie Maniok, dessen Produkt, Maniokgrieß (garri) sich einer neuen Beliebtheit besonders in den Städten erfreute. Koloniale Landwirtschaftpolitik bewirkte eine Verbesserung des Einkommens der Bauern und ermöglichte es ihnen, statt der Monotonie der örtlichen Hauptnahrungsmittel sich eine vielfältigere Ernährung zu leisten. Zum Beispiel konnten sich viele Menschen in den proteinarmen Gebieten in Nigeria und Ghana jetzt Fleisch (aus dem Norden importiert) und Stockfisch (aus den skandinavischen Ländern) kaufen, um ihre Ernährung zu vervollständigen. 

Eine wichtige Veränderung war die neue Abhängigkeit von der Weltwirtschaft. Koloniale Wirtschaftspolitik koppelte Westafrika direkt und indirekt an die Weltwirtschaft an. Preisschwankungen der Exportprodukte hatten rasch Auswirkungen auf die Beschäftigungslage, auf Preise, Einkommen und die Möglichkeit, sich zu ernähren. In Westafrika traten Preisschwankungen auf und lösten Streiks in Ghana und Nigeria aus. Um die Not, die aus den Preisschwankungen entstand, einzudämmen, wurden Gesellschaften (Commodity Boards) gegründet, um die Exporterzeugnisse mit garantierten Preisen zu verkaufen, zur Stabilisierung der Preise.6 

 

Das Interesse der Kolonialherren an der Ernährungslage 

Es wird immer wieder behauptet, die Kolonialherren hätten, aufgrund ihres vorrangigen Interesses an der Erzeugung von Exporterzeugnissen, kein Interesse an der Produktion für den einheimischen Konsum gehabt. Koloniale Berichte zeigen, dass das Gegenteil der Fall war. Das Interesse der Kolonialherren an der Verbesserung der Ernährungslage in den Kolonien war sehr groß. Schließlich wollten sie die Kolonisierten zufrieden stellen und bei Laune halten, um Krisen zu vermeiden. Im Allgemeinen waren die Kolonialexperten der Meinung, die Menschen seien in Westafrika im Vergleich zu Kolonien anderswo besser ernährt. Vielleicht war diese Feststellung der Grund, warum die Briten sich nicht sehr viel Sorgen um die Produktion von einheimischen Nahrungsmitteln machten. Über Nigeria schrieb ein Kolonialbeamter: 

„Nigeria ist gut dran, verglichen mit vielen anderen tropischen Ländern Afrikas und anderer Kontinente. Der durchschnittliche Ernährungsstand (körperliche Gesundheit, soweit sie durch Menge und Qualität der Nahrungsaufnahme bestimmt wird) der verschiedenen Bevölkerungsgruppen ist im großen und ganzen zufriedenstellend. Ernsthafte Unter- und Fehlernährung kommen nur in den bevölkerungsreichen Quartieren der Städte vor, als Folge wirtschaftlichen Missgeschicks, in den ländlichen Gebieten als Folge von Unwissenheit.”7 

Trotzdem wurden Mangelerscheinungen überall in Westafrika festgestellt. Deshalb versuchten die Kolonialherren, die Mangelerscheinungen durch ausgewogene Ernährung zu bekämpfen  

 

Reisanbau zur Bekämpfung des Proteinmangels 

Wie schon angedeutet, war Proteinmangel ein Merkmal der Ernährung in Westafrika. Die Kolonialpolitik versuchte deshalb, gezielt den Proteinbedarf zu befriedigen, um den Gesundheitszustand zu verbessern. Da die erhöhte Produktion von tierischem Eiweiß als zu teuer angesehen wurde, förderte man den Anbau von  Getreide und Hülsenfrüchten, die als proteinhaltiger als einheimische Feldfrüchte angesehen wurden. Deshalb wurde 1948 vom britischen Parlament die British West African Rice Commission ins Leben gerufen, um die Möglichkeit des Reisanbaus in Westafrika zu prüfen. Das Thema Reis fand im britischen Parlament eine sehr gute Resonanz, da die Regierung Interesse daran hatte, eine gesunde Arbeiterschaft sicherzustellen, die für die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonien und des Mutterlandes erforderlich war. Ab 1950 wurde Reisanbau in den britischen westafrikanischen Kolonien stark gefördert. Die Nachfrage nach Reis stieg schnell, besonders in den Städten unter den Arbeitern, Reis wurde als Prestigenahrung angepriesen.8 

Gefördert für die Nahrungssicherung und zur Bekämpfung des Proteinmangels wurde zudem die Geflügelzucht. Überall in den westafrikanischen Kolonien wurden Geflügelzuchtprojekte gestartet. Sie scheiterten, weil Seuchen unter den Vögeln ausbrachen und die Projekte unrentabel machten. Aber viele Kleinbauern übernahmen Geflügelhaltung als Teil ihrer Tätigkeit. Auch in den Städten betrieben Menschen Geflügelzucht zum Eigenbedarf. In Nigeria versuchte die Kolonialregierung auch, Milchwirtschaft einzuführen, aber mit geringem Erfolg. 

In Nordnigeria, Nordghana und Sierra Leone wurde Mangel an Vitaminen in der Bevölkerung festgestellt, da die Menschen dort nicht genügend Gemüse und Früchte verzehrten. Deshalb versuchten die Kolonialherren, den Anbau von Früchten und Gemüse zu fördern. Sämlinge von Kartoffel, Kopfsalat, Spinat, Kohl, Möhren, Kürbissen, Melonen, Avocado, Orangen, Papaya, Mango usw. wurden an Bauern verteilt. Zum Beispiel wurde in der Provinz Borno in Nordnigeria eine Kampagne geführt, um die Leute zu animieren und wo nötig zu zwingen, Fruchtbäume anzupflanzen. In den Gebieten, die zu Hungersnöten neigten, wurde der Anbau von Feldfrüchten wie Maniok, Cocojams und Kartoffel zur Nahrungssicherung gefördert. Jodmangel wurde von den Kolonialherren bekämpft, indem Jodsalz aus Europa eingeführt wurde. 

Als Kritik kann gesagt werden, dass der Versuch, durch Reisverzehr Proteinmangel zu bekämpfen, gefährlich war, weil einseitiger Reisverzehr zu Mangelerscheinungen führen kann. Die Konzentration auf Reisförderung führte zu einer Vernachlässigung der einheimischen Nahrungsmittel, soweit es die Forschung mit dem Ziel der Verbesserung der Qualität und Produktion betraf. Diese Politik führte dazu, dass Reis zu einem wichtigen Bestandteil der Ernährung in Westafrika wurde. Da die Produktion von Reis immer hinter der Nachfrage zurück blieb, schuf die Reispolitik eine neue Abhängigkeit vom Weltmarkt. 

 

Reis als Volksnahrungsmittel 

wurde in Afrika von den Briten eingeführt, zur Verbesserung der Proteinversorgung. Unser Bild zeigt die Schulspeisung mit Reis und Sardinen. 

Foto: dpa-Fotoreport 

 

Zuwanderung nach Lagos führte zu einer multi-kulturellen Esskultur 

Lagos war eine typische Kolonialstadt 1861 wurde die Stadt britische Kolonie. Vorher war sie ein Zentrum des Sklavenhandels in Yorubaland. Die Briten eroberten sie als Maßnahme gegen den Sklavenhandel. Ab 1914 wurde sie Hauptstadt von Nigeria und blieb es bis 1996. Als Hauptstadt entwickelte sich Lagos rasch zu einer Großstadt. Viele Menschen aus allen Teilen Nigerias zogen nach Lagos, um zu arbeiten und bessere Lebensbedingungen zu suchen. Viele Europäer und andere Elitengruppen wohnten in Lagos. Alle ethnischen Gruppen brachten ihre Esskultur mit. So entwickelte sich eine multi-kulturelle Esskultur. Die neuen Lebens- und Arbeitsbedingungen, die Vertrautheit mit den Ernährungsgewohnheiten, Nahrungsmitteln und Küchen anderer nigerianischer Regionen und der europäischen Esskultur führten zu einem Wandel der Ernährungsgewohnheiten.9 

 

Herrschen und Essen 

Essen und Trinken spielte eine wichtige Rolle als Instrument der Kolonialherrschaft, aber auch zur sozialen Statusbildung. Staatsgewalt, Wirtschaftsmacht und westliche Ausbildung unterstanden der Kontrolle einer kleinen Schicht von europäischen Offizieren, Beamten, Händlern und Missionaren, die die Herrschaftselite bildeten. Der Lebensstil dieser Elite hatte Vorbildcharakter für die Lagoser. Eine andere Elitengruppe waren die Mulatten, die einen europäischen Lebensstil pflegten. Dazu kamen die „Returnees” – die Ex-Sklaven, die aus Brasilien, Amerika und Sierra Leone zurückkehrten und versuchten, ihre ehemaligen Herren zu kopieren. Das Alltagsverhalten der europäischen Herrschaftselite war ein wichtiges Element zur Absicherung der Kolonialherrschaft. Die Kolonialherren grenzten sich durch ihre Esskultur von den Kolonisierten ab und diese aus. Gleichzeitig unterstrichen sie damit die Überlegenheit der europäischen Lebenskultur. 

Andere Elitegruppen, die sich schon die europäische Kultur zu eigen gemacht hatten, fühlten sich den Einheimischen überlegen. So gab es eine starke Neigung unter den nigerianischen Eliten, die in der sozial privilegierten und herrschenden Gesellschaft akzeptiert werden wollten, den europäischen Lebensstil nachzuahmen. Sie wurden dadurch zu Sklaven der europäischen Sitten einschließlich ihrer Esskultur. Durch die Missionsschulen wurde die Elite mit der europäischen Esskultur vertraut gemacht und später richteten sie ihre Speisenpläne danach. Althergebrachte Gewohnheiten wurden über den Haufen geworfen. Die Frauen der einheimischen Elite belegten Kurse, um englische Esskultur zu lernen. Haushaltsführung, Kochen, Tafelsitten und Unterhaltungsgewohnheiten gehörten dazu. Englische Gerichte wurden bei den Eliten bevorzugt, um ihren neuen Status zu bezeugen. Englisches Frühstück mit Eiern, Käse, Speck, Haferflocken, Brot und Tee wurden aufgenommen. Gerichte aus Fleisch, Kartoffeln, Weizenprodukten, Möhren, Kopfsalat usw. statt der traditionellen Nahrung waren bei ihnen üblich. Für sie war das Essen mit den Fingern, traditionell üblich, ein unzivilisiertes Benehmen. Sie tranken importierte Biere, Weine und Liköre. Hochzeitfrühstücke, Gartenparties, Dinnerparties und sonstige Empfänge wurden organisiert, in denen aufwändige englische Gerichte, Silberbestecke und Porzellan zur Schau gestellt wurden. Die Europäer ihrerseits übernahmen jedoch nichts von den Essgewohnheiten der Lagoser. 

 

Brot als Symbol der Modernität 

Am Anfang konnte sich nur eine kleine Elitegruppe die teureren europäischen Nahrungsmittel und Essgewohnheiten leisten. Aber zu essen und zu trinken wie die Europäer war ein Wunsch, der sich nicht nur auf der Elite beschränkte. Selbst die Arbeiter und andere Stadtbewohner nahmen Teile der europäischen Ernährungsgewohnheiten an. Europäische Nahrungsmittel zu kaufen und europäische Speisen zu konsumieren, wurde als Zeichen des Aufstiegs angesehen. Brot und Tee wurden Bestandteil der Ernährung der Arbeiterklasse, weil sie ohne viel Zubereitung verzehrt werden konnten. Brot, Margarine, Zucker, Butter, Käse, Wurst, Salami, Speck, Eier, Trocken- und Kondensmilch, Konserven und Gewürze wie Curry und Thymian wurden begehrt. 

Besonders Brot erfreute eine Beliebtheit in Lagos, weil es bequem und hygienisch war. Brot wurde als Nahrung der Zivilisierten angesehen. Mit Werbung wurde Brot als nahrhaft, hygienisch und energiereich verkauft. Brot wurde ein Zeichen der Modernität. Bald entwickelte sich eine Brotindustrie sowohl in europäischem wie auch in einheimischem Besitz. Die Propagierung des Brotverzehrs wurde so gerechtfertigt: „Wir haben die Verantwortung, die Menschen in den überseeischen Gebieten zu politischer und gesellschaftlicher Reife zu führen, sie zu integrieren, sie mit unserer Zivilisation zu durchtränken. Und ist nicht Brot die typische Nahrung eines zivilisierten Volkes?”10 

Dieses städtische Muster verbreitete sich bald auch im Umland, als die Stadtbewohner oder Besucher die europäischen Nahrungsmittel in die Dörfer brachten. Es gab den Versuch, europäische Speisen nachzuahmen, auch indem einheimische Lebensmittel nach europäischer Art zubereitet wurden. Dazu gehören die verschiedenen Sorten von Puddings, die mit einheimischen Früchten zubereitet sind, Bananenbeignet, Jamspüree, Jamsklöße, Bohnen-, Mais- und Maniokkuchen und Mehlbananenchips u. v. a. Diese adaptierten Speisen fanden meistens als Gelegenheitssnacks Resonanz und wurden nicht zum üblichen Bestandteil der Alltagsernährung. Obwohl europäische Nahrungsmittel zum Teil angenommen wurden, ersetzten sie bei den meisten Menschen nicht die einheimischen Nahrungsmittel und Speisen. Sie boten Abwechselung und vergrößerten die Auswahl. Trotzdem stieg die Nachfrage nach europäischen Nahrungsmitteln während der Kolonialzeit ständig an und führte zu steigendem Import aus Europa. Zum Beispiel importierten die Kolonien schon 1953 eine beträchtliche Menge von Nahrungsmitteln mit folgendem Wert: Ghana $38.24 Millionen, Sierra Leone $5.39 Millionen, Nigeria $38.85 Millionen und Gambia $2.14 Millionen.11 Diese Gewöhnung an europäische Nahrungsmittel hat Nachteile: Ein ständige  Preisanstieg führt zu hohen Lebensunterhaltungskosten und erodiert die Kaufkraft der Arbeiter. Vielleicht deshalb traten in Ghana und Nigeria zwischen 1939 und 1951 Streiks für Lohnerhöhungen häufig auf. 

 

Eine städtische Küche hat sich entwickelt 

Zum Wandel der Ernährungsgewohnheiten in Lagos trug die Mobilität bei. Viele Menschen aus unterschiedlichen Gegenden Nigerias kamen nach Lagos. Am Anfang waren es viele Männer ohne ihre Frauen, sie mussten in Kantinen, Restaurants und Buden essen. Hier lernten sie die Ernährungsgewohnheiten anderer nigerianischer Völker kennen. Sie lernten die Küchen anderer Völker zu genießen. Es gab deshalb einen interkulturellen Austausch. Auch entwickelte sich etwas, das man als eine städtische Küche bezeichnen kann. Reis mit Tomatensoße und Jollof- Reis wurden zu Stadtspeisen. Auch Maniokgrieß (garri) entwickelte sich rasch zum Stadtnahrungsmittel. Maniok war vor dem 20. Jahrhundert nicht beliebt, weil es mühsam war, ihn zuzubereiten. Die Verbreitung von Maniok in Lagos wird in Zusammenhang mit den Returnees gebracht, die Maniok schon in Brasilien kennen gelernt hatten und ihn im Umland von Lagos kommerziell anbauten. Die Returnees führten die Verarbeitung von Maniok zu Grieß ein. Da Maniokgrieß über lange Zeit gelagert und leicht als fufu zubereitet werden kann, wurde er bei den Lagosern beliebt. Am Anfang war Maniokgrieß die Nahrung der Armen, aber bald wurde er von allen verzehrt. 

Auch Fleisch wurde zum Bestandteil der städtischen Nahrung. Sich Fleisch zu leisten, wurde zum Zeichen von Wohlstand. Außerdem wurde Fisch, besonders Stockfisch aus Norwegen, ein wichtiges  Nahrungsmittel in Lagos. Am Anfang von den Armen, die sich kein Fleisch leisten konnten, konsumiert, erfreute sich Stockfisch bald einer allgemeinen Beliebtheit.

Trotz aller Neuerungen versuchten die Menschen immer noch, die Speisen zu sich zu nehmen, die in ihren Herkunftsgebieten üblich sind. Um Lagos zu versorgen, entwickelte sich ein überregionaler Nahrungsmittelhandel, wobei Nahrungsmittel aus allen Gebieten des Landes mit Lastwagen, Eisenbahn und Booten nach Lagos transportiert werden: Vieh, Getreide, Bohnen, Mais, Jams, Trockenfisch und Gemüse. Legale und illegale Marktplätze entwickelten sich überall in Lagos, besonders in der Nahe der Bahnhöfe, Busbahnhöfe und großer Bushaltestellen. Kleinhändler, vor allem Frauen, sicherten durch ihre Tätigkeiten die Versorgung der Stadt.12

 

Straßenspeisen 

Der Wandel der Ernährungsgewohnheiten vollzog sich auch unter dem Druck des alltäglichen städtischen Lebens. Da viele Menschen arbeiten, auf den Märkten als Kleinhändler tätig oder anderweitig unterwegs sind, aßen sie meistens in den Restaurants, Kantinen und kleinen Restaurants (bukkas). Ansonsten aßen sie die sogenannten Straßenspeisen in Buden, von Karren, von Speisefrauen (Mama put) angeboten. Serviert werden Reisgerichte, Bohnengerichte, traditionelle Speisen wie diverse fufus mit Soßen und Eintopfgerichte. Andere traditionelle Fast Foods wie frittierte Mehlbananen und Jams, geröstete Erdnüsse, Mais, Mehlbananen und Jams waren zu bekommen. Zu kaufen ist auch kebab (suya) nach orientalischer Art, ebenso Sandwiches, Fisch und Chips. Straßenspeisen von unterschiedlicher Qualität und Preis: Sie waren bequemer und preiswerter als wenn man selber gekocht hätte. Straßenspeisen sind bis heute ein Merkmal der Esskultur von Lagos. 

 

Markt in Afrika

so bunt, wie wir ihn kennen, wenigstens von Bildern her.

Foto: dpa-Fotoreport

 

Die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse 

Eine bedeutende Veränderung in den Ernährungsgewohnheiten in Lagos ergab sich durch die verbesserte Nahrungshygiene. Schlachthöfe wurden gebaut und das Vieh, das zur Schlachtung bestimmt war wurde gesundheitlich kontrolliert. Ebenso Marktplätze, Restaurants, Essbuden, Kneipen und auch Wohnhäuser. Diejenigen, die die vorgeschriebenen Vorschriften nicht einhielten, wurden mit Geldbußen bestraft. Durch die hygienischen Kontrollen wurde die Gesundheit der Menschen verbessert. Die Versorgung mit Trinkwasser und dessen ständige Qualitätskontrolle trug ebenfalls zur besseren Ernährung bei. 1910 wurde Lagos als eine der ersten Städte mit Trinkwasser versorgt, um durch verunreinigtes Wasser bedingte Krankheiten zu bekämpfen. 

Im allgemeinen entwickelte sich Lagos zu einer Stadt mit Vorbildcharakter. Vieles, was aus Lagos kam, wurde in den Provinzen als Zeichen der Zivilisation und Modernität nachgeahmt. Es entwickelte sich die sogenannte „High Life“-Kultur, bei der Essen, Trinken und Musik eine große Rolle spielen. Diese Kultur schaffte ein subjektives Wohlstandsgefühl. Es gab genügend für alle zu essen und zu trinken. Man konnte sogar wie die Europäer essen, wenn man wollte. Das erzeugte eine allgemeine Zuversicht, dass mit der Unabhängigkeit eine noch bessere Zeit herauf kommen würde. 

 

Armut und Importabhängigkeit

 Der Kolonialismus hat zu einem Wandel der Ernährungsgewohnheiten in Westafrika geführt, zum Teil mit neuen Abhängigkeiten von Nahrungsmitteln fremder Herkunft. Noch heute kann man den Einfluss der britischen Kolonialherrschaft auf dem Gebiet der Ernährungskultur merken. Brot und Tee bleiben Bestandteil der Ernährung in den Ex-Kolonien. In Nigeria hat dies zu Folge, dass der Import von Weizenmehl, Zucker und Milch stetig steigt.13 Vor allem ist Reis jetzt das wichtigste Nahrungsmittel der städtischen Bevölkerung, er muss z. T. auch importiert werden. In dieser Ära der Globalisierung und des ungehemmten Freihandels ist Lagos mit Nahrungsmitteln unterschiedlicher Herkunft überschwemmt. Doch viele Menschen haben, wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage kaum die Möglichkeit, daran teil zu haben. Der Versuch, die Importe durch einheimische Produktion zu ersetzen, scheint zum Scheitern verurteilt, wenn die Politiker kein Engagement zeigen, die Lage zu ändern. Für die meisten Menschen bleibt dann nur noch die Armut. 

 

Anmerkungen

1 Bruce F. Johnston, The Staple Food Economies of Western Tropical Afica, Stanford: Stanford University Press 1958. 

2 William O. Jones, Marketing Staple Food Crops in Tropical Africa, Ithaca: Cornell University Press, 1972. 

3 Ayodeji Olukoju, “The Impact of British Colonialism on the Development of African Business in Colonial Lagos”, in Alusine Jalloh and Toyin Falola, Black Business and Economic Power, Rochester: University of Rochester Press, 2002: 176-198. 

4 J. B. Webster and A. A. Boahen, The Revolutionary Years of West African History: West Africa Since 1800, London: Longman, 1980. 

5 Jane Guyer, “Food, Cocoa and the Division of Labour by Sex in Two West African Societies”, Comparative Study in Society and History, 22 (1970): 355-73; Jane Guyer, “Female Farming and the Evolution of Food Produktion Patterns among the Beti of South Central Cameroon”, Africa 50 (1980): 341-56. 

6 E. K. Faluyi, “The Development of Agricultural Exports and Official Intervention in Produce Marketing”, in G. O. Ogunremi and E. K. Faluyi ed. An Economic History of West Africa since 1750, Ibadan: Rex Charles Publications, 1996, 167-180. 

7 Bruce M. Nicol, Food and Health in the West African Colonies - A Report, Lagos 1947. 

8 Bruce F. Johnston, Staple Food Economies of Western Tropical Africa, op.cit.: 169 

9 Eno Blankson Ikpe, Food and Society in Nigeria: A History of Food Customs, Food Economy and Cultural Change 1900-1989, Stuttgart: Franz Steiner, 1994. 

10 Ibid. 84-91 

11 Frederick Peddler, Main Currrents of West African History 1940-1978, London: Macmillan 1979, 82. 

12 Jane Guyer, ed., Feeding African Cities, London: Manchester University Press, 1987. 

13 Hans-Otto Sano, The Political Economy of Food in Nigeria 1960-1982: A Discussion on Peasant, State and the World Economy, Uppsala: Scandinavian Institute of African Studies, 1983. 

 

 


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