Zeitschrift

Nahrungskultur

Essen und Trinken im Wandel

 

Heft 4/ 2002

Hrsg: LpB

 



 

Inhaltsverzeichnis

  Kulturphänomen einer Wohlstandsgesellschaft
 

"Weg mit dem Fett"

  Wege und Irrwege zur schlanken Linie

 

Von Sabine Merta 

Sabine Merta war Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft „Zum Wandel der Nahrungsgewohnheiten um die Jahrhundertwende“ unter Leitung von Prof. Dr. Hans-Jürgen Teuteberg an der Universität Münster. Sie hat promoviert über das Thema: „Wege und Irrwege zum modernen Schlankheitskult. Diätkost und Körperkultur als Suche nach neuen Lebensformen 1880–1930“.

 

Was schön ist und wie ein gesunder Körper äußerlich beschaffen zu sein hat, ist weitgehend kulturell bestimmt: In Mangelgesellschaften bedeutet Korpulenz Wohlhabenheit und Macht, in Industrie- und Wohlstandsgesellschaften jedoch, dass man unkontrolliert lebt und ein Gesundheitsrisiko darstellt.

Schönheitsideale wandeln sich entsprechend, verbunden mit unterschiedlichen Einstellungen zum Körper, mit Wechselbeziehungen zur Mode: Je höher der Rock rutscht, je körperbetonter die Kleidung, desto weniger lässt sich verbergen, desto offensichtlicher auch die Sünden, die jetzt ganz säkular als „Kaloriensünden“ deklariert werden. Das betrifft zwar stärker die Frauen, die ihren Stellenwert für den Heiratsmarkt im Auge haben. Doch auch der moderne Manager muss sportlich durchtrainiert und schlank sein. 

Was zu einem gesunden, schlanken, schönen Körper führt, war in den letzten 200 Jahren immer auch strittig: fleischlich oder vegetarisch, Fasten, Diäten, manchmal auch Abführmittel oder zweifelhafte Arzneimittel. Problematisch wird es, wenn der Schlankheitskult zum Schlankheitswahn wird. Red.

 

Ein beleibter Körper zeigte einst Wohlstand an 

Der moderne Schlankheitsbegriff ist zeitlich wie räumlich interkulturell höchst verschieden vermittelt worden. So gilt die verabscheute Fettleibigkeit, die von der Medizin heute in Form von „Übergewicht“ oder „Fettsucht“ (Adipositas) zur Krankheit erklärt wird, in vielen afrikanischen, asiatischen und arabischen Gesellschaften immer noch als gesellschaftlich akzeptiertes Schönheitsideal. Die Entwicklung des Schlankheitsideals ist deshalb eine widerspruchsvolle Paradoxiengeschichte, da es einerseits um den Nahrungsmangel und die Beleibtheit als erreichtes Wohlstandsindiz, anderseits um die Lebenswirklichkeit des Überflusses und das daraus resultierende Schönheitsideal des schlanken Körpers als soziales Statussymbol geht. Dieses Paradoxon bestimmte in Deutschland lange die jeweilig vorherrschenden Schönheitsideale. Solange die Nahrungsversorgung für breite Bevölkerungsschichten wegen der Hungerkrisen nicht gesichert schien, symbolisierte ein beleibter Körper sichtbaren Wohlstand. 

Erst ab dem 18. Jahrhundert, als durch eine Reihe großer reformerischer Emanzipationen eine fortdauernde Verbesserung der Nahrungsversorgung eintrat, begann zunächst das städtische Bürgertum, dem bis dahin entstandenen Schlankheitsideal des Adels nachzueifern, das sich im 19. Jahrhundert dann verfestigte und im zweiten Dezennium des 20. Jahrhunderts bereits einen ersten historisch feststellbaren Höhepunkt erzielte. Die wachsende Kontinuität in der Nahrungsversorgung schuf den Raum für die Definition neuer alternativer Ziele der Ernährung. Essen und Trinken konnten einer wissenschaftsgetreuen rationalen Kontrolle unterworfen und anderen sozialen Intentionen verpflichtet werden. An die Stelle unreflektierter älterer Verzehrstraditionen trat zugunsten der Gesundheit und Schönheit das staatlich wie gesellschaftlich bewusst gesteuerte Essverhalten.

 

Eng verknüpft mit derLebensreform-Bewegung

Die Genese des Schlankheitskults ist mit der Geschichte der Diätkost und Fitnesskultur alternativer Lebensreformer um 1900 verknüpft. In der bisherigen Geschichtsschreibung wurden die damaligen Lebensreformer anfangs als rückwärtsgewandte weltfremde Sektierer und minderheitliche Gesellschaftsanarchisten geschildert, was aber nur auf schwindend kleine Randgruppen innerhalb der Lebensreformbewegung zutraf. In Wirklichkeit hielten viele ihrer Ideen bewusster Lebensweise wie ökologischer Landbau, Vollwerternährung, Sonnen-, Körper-, Fitness- und Schlankheitskult in das praktische Alltagsleben Einzug, die heute als moderne Trends erscheinen. Es ist deshalb durchaus berechtigt, in diesem Zusammenhang von einer damals „unterschwelligen Gesellschaftsveränderung“ zu sprechen. Vor dem Hintergrund größtmöglicher Naturnähe und antiker philosophischer Ideale, die auf die neue Industriegesellschaft übertragen wurden, entstanden ganz neue Gesundheits- und Schönheitswerte, die in ihren Ursprüngen auf die Naturheilbewegung des ausgehenden 19. Jahrhundert zurückgehen. Zu ihren wesentlichen Verdiensten zählt, dass sie die vom Staat etablierte wissenschaftliche Universitätsmedizin wieder auf das Diätessen, Fasten, Wasserheilkuren und Körperertüchtigung durch Gymnastik, Tanz und Sport aufmerksam gemacht hat. Die Naturheiler praktizierten im Grunde nichts anderes als die Fortführung der von der Antike bis ins frühe 19. Jahrhundert betriebenen Diätetik im Rahmen der alten ars medica im neuen Gewand. Im Medikalisierungs-, Professionalisierungs- und Verwissenschaftlichungsprozess des späten 19. Jahrhunderts glaubten viele staatlich ausgebildete „Schulmediziner“, von  dieser alten Diätetik als unwissenschaftliche Therapie Abschied nehmen zu müssen, so dass sie nun eigene, ihrem neuen wissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechende Arzneitherapien und ernährungsphysiologische Entfettungsmethoden entwarfen. Dies rief Kritik der Naturheiler hervor. Ihrer ganzheitlichen Krankheitsauffassung widersprach der äußerlich aus dem harmonischen Gleichgewicht geratene zu üppige Körper, weshalb sie erste umfassende Schlankheitsdiätkost zur wirksamen Bekämpfung der Zivilisationsseuche „Übergewicht“ entwickelten. Sie forderten die Einführung des Faches Diätetik in den medizinischen Universitätsunterricht sowie in die ärztliche Praxis.

 

Der Streit um Liebigs Eiweißdogma

Daraus erwuchs fortan ein ständiger Konflikt zwischen „Naturheilern“ und „Schulmedizinern“. Diese Auseinandersetzung zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Diätgeschichte. Sie begann bereits in der ersten Phase des Naturheil- Schulmedizin-Streites mit der Diskussion über die Frage, ob animalische oder vegetabilische Kost gesünder sei. Justus Liebigs Theorie über das tierische Eiweiß als eigentliche Quelle menschlicher Muskelkraft blieb seit ihrer Begründung im Jahre 200 Kulturphänomen einer Wohlstandsgesellschaft „Weg mit dem Fett“ Wege und Irrwege zur schlanken Linie Von Sabine Merta 1870 als festes wissenschaftliches Ernährungsdogma lange bestehen und rechtfertigte die vorherrschende Ansicht über das Fleisch als Hauptnahrungsmittel, weshalb die herrschaftliche wie die bürgerliche Küche einstimmig forderten, mindestens einmal pro Woche Fleisch zu essen. Fleischgerichte galten als eine besonders energiereiche gesunde Nahrung. Auch Arbeiterhaushalte versuchten diesem Ernährungsideal zwar nachzueifern, mussten aber aus finanziellen Gründen auf minderwertigere Fleischteile oder auf Ersatz für tierisches Protein wie z. B. Hülsenfrüchte mit ihrem Pflanzeneiweiß zurückgreifen. Liebigs Eiweißlehre schrieb ein relativ großes Quantum an tierischem Protein (ca. 120 g) als täglichen Mindestbedarf vor. Die ersten kleinen Vegetariervereine ließen durch ihre demonstrativ vorgelebte rein pflanzliche Ernährungsweise Zweifel an einem solchen einseitigen Dogma aufkommen. Sie versuchten nachzuweisen, was die damalige Ernährungswissenschaft für falsch hielt und öffentlich bestritt, nämlich, dass man sich auch von einem niedrigeren Eiweißminimum oder sogar von reiner Pflanzenkost gesund ernähren könne.

 

„Normalgewicht“ und „Idealgewicht“

Die Naturheiler entdeckten schnell den Wert vegetarischer Diäten auch für den Kampf gegen den Fettleib, der nun als hässliche Folge einer falschen Lebensweise angesehen wurde. Durch die im Laufe der Industrialisierung und Urbanisierung zunehmende Mechanisierung wurden immer mehr manuelle oder körperliche Schwerstarbeiten von Aufsichts-, Kontroll- und Bürofunktionen abgelöst, die zwar hohe Anforderungen an die geistige Leistungsfähigkeit stellten, den Energiebedarf aus der Nahrung aber deutlich absenkten. Bei gleichbleibender Ernährung mit hoher Kalorienaufnahme musste dies zwangsläufig zum Gesundheitsproblem „Übergewicht“ führen. Eine wirksame Kontrolle des Körpergewichts war auf die Dauer nur über eine rigorose Einschränkung der Nahrungsenergie möglich. Gesellschafts- und zivilisationskritische Lebensreformbewegungen, Mode, Medien und Ärzte förderten daher eine Schlankheitsnorm. 

Auch von Medizinern wurde die Fettleibigkeit daraufhin als Gesundheitsrisiko erkannt und von ihnen erstmals verbindliche Normgewichte erstellt. Zunächst gab es ein „Normalgewicht“ und dann das von den Krankenversicherungen ins Leben gerufene „Idealgewicht“, an welchem sich viele Menschen bis heute noch orientieren.

 

Welche ist die beste „Entfettungsmethode“?

Die Schulmediziner plädierten für ein ausschließliche Fleischdiät als Entfettungsdiät, da sie vertrauend auf Liebigs Eiweißtheorie glaubten, auf diese Weise Körperfett in Muskulatur umwandeln zu können. Die Naturärzte praktizierten dagegen vegetarische Diäten, Mineralwassertrinken oder Fastenkuren in ihren Sanatorien, um lästige und unschöne Fettpolster zu beseitigen. In der zweiten Phase setzte sich die Kritik der Naturheiler an der medizinisch-naturwissenschaftlichen Ernährungslehre im Streit um die „Eiweißfrage“ verschärft fort. Während die universitären Mediziner weiterhin variantenreiche reine Fleischdiäten als medizinische Entfettungsmethoden entwarfen, sahen sich die Vegetarier bzw. Ernährungsreformer nun gezwungen, hier jetzt eigene Theorien zu entwickeln, da sie angesichts der erstarkenden naturwissenschaftliche Ernährungsforschung unter wachsenden Rechtfertigungsdruck gerieten.

Beinahe alle diese neueren vegetarischen und gemischten Diättherapien knüpften jetzt an die danach modische Haigsche Harnsäureverschlackungstheorie an, welche die frühere Frugivorentheorie 1 ablöste. Wesentliche Ergänzungen bildeten ferner nun die Lichtquantentheorie und Vollkorntheorie nach Schlickeysen, die Sonnenlichtlehre Bircher-Benners und Kollaths Vollwertlehre, welche die Rohkost endgültig auch wissenschaftlich begründen sollte. Die Lahmannsche Blutentmischungstheorie und die Theorien der Ergänzungsstoffe nach Berg und Röse zur Rechtfertigung einer kochsalz- und säurearmen, aber mineralstoff-, basenund vitaminreichen Diät traten ebenfalls als neue Ideen hinzu. 

Trotz all dieser gedanklichen Vorstöße gelang die Verbreitung dieser kalorienarmen und vitaminreichen Diätkostformen in die allgemeinmedizinische Entfettungspraxis erst nach der endgültigen Entdeckung der Vitamine und der festen Integration der Kalorienlehre in die modernen Ernährungswissenschaften.2 Bis dahin blieb der Disput zwischen Medizinern und Ernährungswissenschaftlern auf der einen Seite und Naturheilkundlern auf der anderen Seite noch unentschieden. 

In einer dritten historischen Phase spielte sich der Streit vor allem unter den einzelnen medizinischen Entfettungstheoretikern ab. Bei der Entfettungsfrage wurde vor allem über die Nebenkost diskutiert, d. h. ob Fette oder Kohlenhydrate den Fleischdiäten zur Eiweißeinsparung hin- 201 zugefügt werden sollten. Die naturärztlichen Ernährungsreformer hatten bereits den seit der Industrialisierung konstant ansteigenden Fett- und Zuckerkonsum in den Privathaushalten öffentlich kritisiert, weshalb sie an dieser Diskussion nicht teilnahmen. Sie verwiesen nur auf die internationalen neuen Ergebnisse der Mineralstoff- und Vitaminforschung, um weiterhin an ihren vegetarischen Diättheorien festhalten zu können. Die allmähliche Identifizierung der verschiedenen Vitamine löste schließlich eine „Revolution“ in der Diätgeschichte aus, denn erst dieser wissenschaftliche Fortschritt verhalf den überwiegend vegetarischen Schlankheitsdiätformen, insbesondere der Rohkost in den 1920er- und 1930er-Jahren zum endgültigen Durchbruch.

 

„Iss gut und bleib schlank!“

Titelblatt eines Ullstein-Sonderheftes zum Thema Schlankheit aus dem Jahr 1926.

 

Die Wiederentdeckung des Fastens

Einen ebenso langen Irrweg hatte die traditionsreiche,

seit der Antike praktizierte Fastentherapie hinter sich. Die absolute Nahrungsenthaltung war im Prozess der Rationalisierung, Institutionalisierung und Verwissenschaftlichung der Medizin ebenso wie die klassische Diätetik zeitweilig völlig in Vergessenheit geraten. Man hielt das Fasten nur noch für einen religiösen Brauch, der nichts mit der „aufgeklärten“ wissenschaftlich-säkularisierten Medizin zu tun hatte. Man könnte in diesem Kontext auch von einer Emanzipation der Medizin von der Philosophie sprechen. Erst im Zuge des Aufkommens der deutschen Naturheilbewegung im Zeitalter der modernen Verstädterung wurde die zeitweise Nahrungsreduktion als Therapieform wiederentdeckt. Der erste Wegbereiter der deutschen Fastenbewegung war der Naturarzt und Erfinder der „Trockenkur“ Johannes Schroth. Zu den anderen herausragenden Persönlichkeiten und Begründern der deutschen Fastenbewegung gehörten unter anderem Richard Kapferer, Gustav Riedlin, Siegfried Möller, Otto Buchinger und Eugen Heun. Auch diese „Hungerkünstler“ gerieten nun immer wieder ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik. Die Schulmediziner stuften das medizinisch verordnete Fasten als lebensgefährlich ein, denn es könne schlimmstenfalls zum Hungertod des Patienten führen, wenn man diesem „falschen Instinkt“ therapeutisch Folge leiste. 

Die Vertreter des Heilfastens formulierten deshalb Gegenthesen. Diese besagten, dass Hungern im Krankheitsfalle eine natürlich-biologische Instinkthandlung sei und einer jahrtausendelang philosophisch- religiösen erdachten und medizinisch- hygienischen erprobten Tradition folge. Darüber hinaus diene es der geistigen und körperlichen Regeneration, der „Entgiftung des Körpers“, der Reaktivierung der Lebenskraft und schließlich der hygienischen Krankheitsprophylaxe. Es sei überdies eine nationalökonomische Pflicht zur Wiedererlangung der Volkskraft und zur Vermeidung der Wohlstandskrankheit Übergewicht, vor allem auch ein Medium der Individualreform; es schaffe damit erst die Grundlage für eine umfassende Gesellschaftsreform. Die Fastenkuren, meist in Kombination mit Rohkostsäften, entfernten sich damit zusehends von ihrem hygienischen Nutzen und wurden wie die anderen vegetarischen Reformdiäten in den Dienst schlank machender Schönheitsmittel gestellt, weshalb sich gerade auf dem ersten Höhepunkt des modernen Schlankheitskults in den 1920er und 1930er Jahren eine auffällige Häufung von Publikationen zu den Themen Hunger-, Unterernährungs- und Diätkuren finden lässt.

 

Erste Diät- und Fastenratgeber 

Naturärzte waren deshalb auch die ersten Verfasser moderner Diät- und Fastenratgeber, die auf einen gesunden Geist in einem schönen Körper und damit auch auf Übergewichtsbekämpfung zwecks schlanker Körperformen abzielten. Zuerst erschöpften sich ihre Wegweiser in pauschalen Anweisungen, wie z. B. der Bevorzugung leichter oder vegetarischer Kost, ohne dabei genaue Speisezettel für Übergewichtige anzugeben. Dies kennzeichnete die erste Phase der damaligen Diätratgeber, die generell als Allheilmittel wenig Fleisch, viel Obst und Gemüse, zeitweiliges Fasten und reichliches Mineralwassertrinken auf dem diätetischen Gebiet sowie eine ausreichende Bewegung in Licht, Luft und Wasser im Bereich der Körperertüchtigung empfahlen. Erst mit der Ausdifferenzierung der einzelnen Diätreformbewegungen wurden anschließend spezifische Kochbücher für kochsalzarme, basenreiche, rohköstlerische oder andere vegetarische Reduktionsdiäten verfasst. Dabei stellte sich insbesondere die Rohkosternährung als optimal geeignete Schlankheitsdiät heraus. Seit der Jahrhundertwende beherrschte die gleichzeitig aufkommende Kalorienlehre auch diese Diätratgeber. 

Seitdem halfen „Kalorientabellen“, die überwiegend vegetarischen schlank machenden Grunddiäten wissenschaftlich nun zu untermauern. Die Diät- und Fastenformen wurden nach ihren Erfindern (z. B. „Banting-Diät“, „Schroth-Kur“, „Buchinger- Fasten“ etc.), nach ihren Entstehungs- oder Anwendungsorten (z. B. „Marienbader Diätkur“, „Homburger-Diät“ etc.), nach Krankheitsbildern (z. B. „Entfettungsdiät“, „Diabetikerdiät“ etc.), nach Hauptnahrungsmitteln (z. B. „Kartoffeldiät“, „Obstfasten“, „Milchkur“ etc.), nach ihren primären oder reduzierten Nährstoffen (z. B. „Eiweiß-Fett-Diät“, „Kochsalzarme Diät“ etc.) oder nach der zugrunde liegenden Haupttheorie (z. B. „Vollwertkost“) benannt. Eine Diätkur konnte mit ärztlicher Aufsicht in einem Sanatorium oder Krankenhaus oder ohne diese mit Hilfe von Gesundheits-, Schlankheitsratgebern, Kochbüchern, Zeitschriften oder auf der Grundlage von Ratschlägen von Naturärzten, Bekannten oder Freunden privat durchgeführt werden. Die Motive für das Diäthalten oder Fasten waren freilich bis zur Jahrhundertwende unterschiedlichster Art. Es gab weltanschauliche, soziale, ökologische, individuelle, hygienische und ästhetische Gründe. Nach der Jahrhundertwende rückte mit dem Bedeutungszuwachs der Schlankheitsmode auch das ästhetische Moment der Körpergestaltung durch eine teilweise oder totale Nahrungsbeschränkung in den Vordergrund. Vegetarische Diätprodukte (z. B. Müsli, Margarine, Vollkornbrote oder Haselnusspaste als Brotaufstrich), Frucht-, Rohkostsäfte und andere antialkoholische Getränke, Vitamin- und Mineralstoffzusatzpräparate mussten ebenso wie die übrige Naturkost erst von Lebensreformern produziert und anschließend in Spezialgeschäften, den „Reformhäusern“, verkauft werden. Zu Werbezwecken erschienen spezielle Schlankheitsratgeber, die für solche ersten Spezialdiätwaren warben. Sie demonstrierten zuerst ein kritisches, umwelt- und gesundheitsbewusstes Verbraucherverhalten gegenüber der beginnenden modernen Lebensmittelproduktion mit ihren chemischen Zusätzen, Konservierungsmitteln und Massenherstellungsverfahren und plädierten bereits für natürlichen umweltbewussten Landbau und Tierhaltung.

 

Die Wiederentdeckung des „schönen“ nackten Körpers

Zudem waren Lebensreformer die ersten Hersteller elastischer Sporttrikots und Bodybuilding- und Fitnessgeräte (Hometrainer, Muskelstärker etc.), denn die Wiederentdeckung der Schönheit des nackten Körpers markierte ihre dritte historische Entwicklungsphase. Sie sprachen um die Jahrhundertwende auffällig oft von „Körpergefühl“, „Körperverseelung“ oder „Körpersinn“, ehe der moderne Körperbewusstseinsbegriff geprägt wurde. In den Anfängen der heutigen Fitnesskultur fand, wie ähnlich in der modernen Diätkultur, eine deutliche Schwerpunktverlagerung von Gesundheit auf Schönheit statt. Historische Bedingung für das neue Schlankheitsideal war die gleichzeitige Entwicklung und Ausbildung eines neuen Körperbewusstseins. Maßgeblich daran beteiligt waren die Lebensreformvereine zur Revolutionierung des Körpers, wozu die Nacktkultur, die Kleiderreform, der Wandervogel, die Gymnastik, der Tanz und der Sport neben anderen emanzipatorischen Bestrebungen gehörten. Sie rückten alle den in seinen natürlichen Varianten vorkommenden Körper des einzelnen Menschen in den Mittelpunkt. 

Die Geschichte der deutschen Körperkulturbewegungen führte zunächst von dem naturheilkundlichen „Lichtluftbad“ zu den ersten Nacktkulturanhängern und von dort zum modernen Sonnenkult. Die Körperkulturvereine forderten zunächst zum Sonnenbad in der freien Natur auf. Ihre Mitglieder produzierten und vertrieben hierfür erste spezielle Sonnenschutzmittel und einige von ihnen entwickelten schließlich sogar elektrisch betriebene „Sonnenbänke“. Vornehme Blässe, einst ein Privileg der gehobenen Stände, die nicht an der frischen Luft arbeiten mussten, wurde vom dem neuen Schönheitsideal des braungebrannten und allseitig trainierten Körpers abgelöst, nachdem die Bleichheit auch mit schlechten Arbeitsbedingungen in den Fabriken und im Bergbau in Zusammenhang gebracht werden konnte. Körperkult und Sonnenkult bedingten somit einander und provozierten zusammen wiederum den Bedeutungszuwachs von Schlankheit. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde diese zunehmend mit Sportlichkeit assoziiert, da Schlankheit zunächst ein Privileg der gebildeten Schichten mit mehr Muße und Freizeit blieb. Schlankheit diente somit hier vor allem Repräsentationszwecken und der sozialen Abgrenzung von den unteren Schichten. Aber der praktische Nutzen des Erhalts der körperlichen Arbeitskraft zum Verdienst des Lebensunterhalts gewann im Entstehen der modernen Leistungsgesellschaft immer mehr an Bedeutung. Somit spielten medizinische, ökonomischproduktionshemmende, körperästhetische, kleidermodische, sozialdisziplinierende und vor allem lebensreformerische Überlegungen in die öffentliche Schlankheitsdebatte um die neue Fettphobie hinein.

 

Körperkult, Sonnenkult, Schlankheitskult
als Ausdruck eines neuen Lebensgefühls, wie es um die Wende zum 20. Jahrhundert aufkam. So fanden sich auf dem Monte Verità bei
Ascona am Lago Maggiore Anarchisten, Sozialisten, Vegetarier, Schriftsteller, Künstler, Ausdruckstänzer, um neue Lebensformen zu
erproben. Nacktheit und Natur waren zentrale Bestandteile. – Das Bild entstand 1914, mit Glas-Diapositiv auch ein frühes Farbbild.

Foto: Johann Adam Meisenbach / Schweizerische Stiftung für die Photographie (ssp).

Aus: Seitenblicke. Die Schweiz 1848 bis 1998 – eine Photochronik. Offizin Verlag Zürich 1998.

 

Die Mode wird körperbetonter

Dieses neue, von den deutschen Lebensreformern initiierte Körpergefühl der Jahrhundertwende erforderte auch eine neue Mode der Unter- und Oberkleidung, das heißt eine zwanglose die Körperbewegung nicht behindernde Kleidung. Die Kleiderreformbewegung machte erstmals auf die dringende Notwendigkeit einer praktischeren Berufs- und Sportkleidung aufmerksam. Erste Reformwaren auf dem Sportbekleidungssektor waren Schwimm-, Reit-, Bergsteiger-, Reise-, Wintersport-, Jagd-, Fecht-, Radfahrerkostüme, Turn sowie Tenniskleider oder auch Fliegeranzüge für Damen, die zunächst freilich nur von den vermögenden Haushalten gekauft werden konnten, die sich eine sportliche Betätigung finanziell wie zeitlich erlauben konnten. Doch schon recht bald erfreute sich der Sport allgemeiner Beliebtheit, und auch die Konfektionsmode wurde darauf ausgerichtet. Die Sportmode wurde nun billiger und zugleich figurbetonter. Dieser Wandel im Umgang mit dem menschlichen Körper, vor allem mit dem weiblichen Körper, sollte in dem neuen Schlankheitsidealstreben des 20. Jahrhunderts seine spezifische Ausprägung finden. Die natürliche, gesündere, sportlichere und somit auch bewegungsfreundlichere und weniger Körper verdeckende Kleidung verdrängte das Korsett und passte die Bekleidung an die natürlich vorhandenen Körperformen an. Diese Tendenz wurde in der Modegeschichte vereinfacht als Einführung der „schlanken Linie“ bezeichnet und ging auf den französischen Jugendstildesigner Paul Poiret zurück, der die Ideen deutscher Kleiderreformer auf die führende Pariser Mode transferierte. Körperkulturanhänger und Kleiderreformer kreierten in Rückbesinnung auf die Antike die „Normalfigur“ oder den „gesunden Normalkörper“. Der Grundgedanke war nicht, übermäßig dünn zu werden, weil es „modern“ war, sondern es ging vielmehr darum, die Vollkraft der Gesundheit zu bewahren, d. h. dem Körper ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit zu entlocken, was nur durch Erhalt des Normalgewichts zu erreichen sei. Die Reformer waren der Meinung, dass ein Mensch, der mittels Willenskraft seinen Körper auf „Normalgewicht“ bringen könne, auch gleichzeitig Fähigkeiten wie Tatkraft, Zielbewusstsein und Energie besitze und sich deshalb besonders als sozialer Mitbürger eigne.3 Der Ruf nach der unverbildeten Natur des Körpers wurde zur Forderung nach Selbstkontrolle in der Nahrungsaufnahme, denn künstliche Mittel wie Korsett oder Mieder zur „Verbesserung“ oder Kaschierung von Körperfehlern fielen aus Funktionalitätsgründen mittlerweile aus. Insbesondere Frauen waren von diesem neuen Schlankheitsideal betroffen. Im Streben nach Schlankheit wurde strenges Diäten oder Fasten und gezieltes Körpertraining für diejenigen, die diesem Schönheitsideal von Natur aus nicht entsprachen, zum sozialen Muss. Erste Gymnastikschulen und Bodybuildingsysteme zur „Erlangung schlanker Hüften und zur Beseitigung des Fettleibes“4 entstanden schwerpunktmäßig in der Periode zwischen 1900 und 1920, während spezielle Schlankheitsdiäten erst nach 1920 gehäuft aufkamen. Vermutlich hing dies mit den größeren Hindernissen, die die modernen Ernährungswissenschaften den Diätreformern bei der Durchsetzung ihrer vegetarischen Diäten in den Weg stellten und die sie erst zu überwinden hatten, zusammen.

 

Damit einher geht das Schlankheitsideal

Mit dem historischen Bedeutungswandel der Gesundheits- und Schönheitsvorstellungen wurde der Wunsch nach einer schlanken, sportlichen Körpergestalt der häufigste Grund für ein gezügeltes Essverhalten und für eine bewusste „Trainingskultur“. Je figurbetonter die Kleidung wurde, desto extremer wurden die Schlankheitsideale. Zur Jahrhundertwende entsprach noch ein etwas kräftigerer Körperbau mit leichten weiblichen Rundungen dem Schönheitsideal. Als ästhetische Vorzüge wurden ein weicher Übergang von der Wange zum Hals, ein runder Hals, vorstehende, gewölbte Hinterbacken, runde, dicke Oberschenkel, hochgestellte, runde, pralle Brüste, runde Waden und weiche Knieumrisse, ein kleines Bäuchlein und eine deutlich eingebuchtete, schlanke Taille beschrieben.5 In den 1920er Jahren kam das Schönheitsideal der Garçonette 6 auf, d. h. eine knabenhaftere Figur mit reduziert weiblichen Formen war gefragt, weshalb häufig in der zeitgenössischen Literatur abwertend von der „Linealfigur“7 gesprochen wurde. Bereits dieser sehr kurze und skizzenhafte Überblick über die historische Entwicklung von Körperschönheitsidealen zeigt, dass sich das Schlankheitsideal der heutigen Zeit erst im Laufe eines langwierigen Prozesses seit der Jahrhundertwende entwickelt hat, und dass sich die Schlankheitsvorstellungen auch im Laufe der Geschichte verändert haben bzw. jeweils zeittypisch neu definiert wurden. Trotzdem ließ sich bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Trend beobachten, dass „schlank sein“ als schön galt und Korpulenz als unschön empfunden wurde, indem es z. B. hieß, dass man zwischen schlanken und gedrungenen Gestalten zu unterscheiden habe, wovon die ersteren der Schönheit und dem Ideal der Kunst angehörten, während die letzteren nicht dazu zählten.8

Bereits zu jener Zeit wurde eine schlanke Gestalt als harmonische Längenbildung der Wirbelsäule und aller übrigen Körperteile (Kopf, Hals und Glieder) zueinander umschrieben, da eine edle Schlankheit immer mit Höhenentwicklung vereinigt sei. Es fand eine stärkere Berücksichtigung der Körperproportionen in Längen- und Breitenverhältnissen, insbesondere der zunehmend sichtbaren Gliedmaßen (Arme und Beine) statt, während die Taille allmählich leicht deakzentuiert wurde. 

Die De-Akzentuierung der Taille fiel mit den Höhepunkten der deutschen Frauenbewegung als Symbol der Körperbefreiung vom Korsett und der Schlankheitsmode zusammen, die strikte Trieb- und Körperbeherrschung als negative Begleiterscheinungen nach sich zog. 

Diese Tendenz ließ sich besonders seit der Jahrhundertwende als Schönheitskriterium für den Körperbau einer Frau beobachten. Die Bedeutung ausgeglichener Proportionen von Körperteilen und Gliedmaßen nahm zu. Dieses Körperbild lässt sich in einigen Schönheits-, Gymnastik- und Sportfibeln für junge Frauen9 und Männer finden, die schon diätetische Vorschläge zur inneren Ausschlackung und Leibesübungen zur äußeren Körperpflege zwecks Vermeidung „unschöner“ Fettansätze enthielten. Man „mensendieckte“, „müllerte“, betrieb Bodybuilding nach dem Sandowsystem oder machte Autogymnastik um die Jahrhundertwende. Weibliche Jugendliche aus der Oberschicht begannen, ihre Körperformen durch Fasten und Kallistenics zu kontrollieren, um ihre Chancen auf dem Heiratsmarkt zu verbessern. Aber dies war erst der Anfang. Das Eindringen der „schlanken Linie“ in die Schönheitsauffassungen konnte zuerst in den gehobenen Schichten beobachtet werden [1906]10. Erst allmählich drang diese Mode in das gehobene und dann in das mittlere Bürgertum vor – eine direkte Folge der vordringenden Produktion von Konfektionskleidung und deren Verbreitung durch Kommunikationsmittel, z. B. durch die Zeitschrift Die Modewelt. Seit den 1920er Jahren war die Sorge um einen möglichst schlanken Körper bereits zu einem modischen Massenphänomen. Der schlanke Körper strahlte nach allgemeiner Meinung jugendliche Aktivität, Selbstkontrolle und Erfolg aus.

 

Die Industriegesellschaft braucht auch den schlanken Körper

Mit der allmählichen Verbesserung der sozialen Situation stand genügend Nahrung zur Verfügung, so dass Schlankheit als Körperschönheitsideal an Bedeutung gewann und zum typischen Kulturphänomen eines Wohlstandsstaates wurde. Dabei prägte schließlich die Industrialisierung mit der sie begleitenden Funktionalisierung und Rationalisierung den menschlichen Körper tief greifend, d. h. auch der männliche Körper sollte möglichst leistungsfähig und effektiv für den Produktionsprozess dienstbar gemacht werden.11 Entsprechend dem traditionellen Muster lag für das „schöne Geschlecht“ der Schwerpunkt auf anmutiger Schlankheit und für das „starke Geschlecht“ auf sehniger Schlankheit mit Muskelentwicklung. Dem widersprach das auf Vorurteilen aufgebaute Stereotyp des faulen, unbeholfenen, schwerfälligen und unflexiblen „Dicken“, der sich kaum in die Dynamik und Schnelligkeit (Hektik) der „Moderne“ einfügen ließ, so dass auch im Interesse der Industrie- und Leistungsgesellschaft neue Anforderungen an den Körper, auch an den weiblichen Körper der arbeitenden Frau gestellt wurden. So wurde die Schlankheit, ursprünglich ein schichtspezifisches Phänomen, zu einem rollenspezifischen Phänomen. Aber auch im Privatleben gewann das Schlankheitsideal zur Steigerung der Chancen auf dem Heiratsmarkt an Bedeutung. Gegen Korpulente herrschten allgemeine Vorurteile in der Gesellschaft vor. 12 Bereits frühe Diätratgeber griffen in ihren Einleitungen diese Vorurteile bewusst auf, um auf diese Weise einen verstärkten psychologischen Anreiz für das Streben nach Schlankheit zu geben.13

 

Schlankheitsdiätführer „Weg mit dem Körperfett!“ um 1929

 

Korpulenz als Zeichen von Unbeherrschtheit

Die Verfasser dieser Diätführer hatten sehr wohl die entscheidende Bedeutung des psychologischen Moments beim Durchhalten von Schlankheitsdiäten erkannt, als sie gebräuchliche Schimpfworte und allgemein herrschende Vorurteile gegen offensichtlich übergewichtige Menschen wie „Dicke Maschine“, „Dampfwalze“, „Bierfass“ aufgriffen, um an die persönliche Eitelkeit zu appellieren. Die Fettleibigkeit beim Mann oder bei der Frau wurde als etwas Hässliches, Krankes und Bemitleidenswertes angesehen.14 Die bereits von dem Ernährungsreformer Bircher-Benner befürwortete „Selbstbeherrschung“15 wurde propagiert und Korpulenz als Zeichen der Unbeherrschtheit und als Verstoß gegen die von der Gesellschaft normativ reglementierte Triebkontrolle verstanden. Den Charakterbeschreibungen von Schlanken und Korpulenten wurden teilweise sogar ganze Kapitel gewidmet. 

Der bekannte Psychiater und Neurologe Ernst Kretschmer unternahm zu Beginn des 20. Jahrhunderts den heute umstrittenen Versuch, einem bestimmten Körperbau spezielle Charaktereigenschaften zuzuordnen und nannte dies „Untersuchungen zum Konstitutionsproblem und zur Lehre von den Temperamenten“.16 In der allgemeinen Vorstellung herrschte in der Tat für lange Zeit das Vorurteil vor, dass dicke Menschen gutmütiger, vertrauenswürdiger und umgänglicher seien als dünne Menschen. Beim Kampf ums Idealgewicht ließ sich jedoch ein Wandel in der Einstellung zu „dicken“ Menschen feststellen, der immer mehr in die Richtung negativer Assoziationen ging. „Dick“ wurde immer häufiger mit negativen Gefühlswerten belegt. So erschienen um die Jahrhundertwende in Illustrierten und Frauenzeitschriften erste Artikel „Zur Bekämpfung der Fettleibigkeit“ 17 und Annoncen für Entfettungspillen, Mieder, Sport- und Massagegeräte. Der ideale junge Körper hatte schlank zu sein.18 „Die Gefahr der Korpulenz“19 wurde für viele Menschen, die gesellschaftskonform mit dem Schlankheitsideal gehen wollten, zu einem aktuellen Thema. Oft wurde sogar auf die Schwierigkeit hingewiesen, eine einmal erworbene Disposition zur Fettbildung wieder zu beseitigen.20 Viele Menschen verinnerlichten die Pflicht zur Schlankheit so, dass „Kaloriensünden“ nun erstmals ein schlechtes Gewissen erzeugten.

 

Dicksein als Gesundheitsrisiko definiert

Die Entstehung des medizinischen Krankheitsbegriffs der Fettsucht (Adipositas) wurde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der sich verbreitenden Sorge des schlemmenden Bürgertums um seine Gesundheit zunehmend mehr in Beziehung gesetzt.21 Bis dahin hatte in der Bevölkerung der Irrglaube vorgeherrscht, dass dickere Menschen krankheitsresistenter seien. Eine gewisse, auf natürlicher Muskelentwicklung und Fettablagerung beruhende Fülle wurde als dem gesunden Körper eigen interpretiert22, bis schließlich aufgrund des neuen ernährungsphysiologischen Wissens diese vorherrschende Meinung immer unhaltbarer wurde.23 Das Denken über den Körper wurde im 19. Jahrhundert wissenschaftlicher und spezialisierter, der Gesundheitsbegriff wurde daher in diesem Punkt gänzlich umdefiniert. Seit der Jahrhundertwende wurde Korpulenz endgültig und unumkehrbar als Gesundheitsrisiko entdeckt und dementsprechend körperliches wie seelisches Wohlbefinden mit einem „schlanken Körper“ assoziiert.24

Demnach war Schlankheit neben dem ästhetischen Aspekt auch zu einer Gesundheitsfrage geworden.25 Ein gesunder, schlanker Körper war das neue Leitbild des auf Rationalität und Leistung fixierten modernen Menschen. Gesundheitsbewahrung beinhaltete nun unter anderem auch den Willen, sich die normale Gestalt zu bewahren.26 Dabei muss berücksichtigt werden, dass zur Jahrhundertwende die Vorstellung von „Schlankheit“ noch eine ganz andere war. Unter der langen und den Körper noch stark bedeckenden Kleidung war es ein Leichtes, „figürliche“ Makel geschickt mit Hilfsmitteln zu kaschieren und zu überspielen. Erst in den 1920er Jahren, als der Rocksaum nach oben rutschte und lockere fließende Stoffe für die Kleider verwendet wurden, unter denen sich die Körperformen abzeichneten und Arme und Beine sichtbar wurden, fand der große Umschwung des Frauenbildes statt: „Schlank sein war die neue Devise“.27 Es setzte sich ein neuer „Schlankheitsbegriff“ als modisches Schönheitsideal durch: Der Körper sollte so knabenhaft wie nur möglich sein, d. h. Brust, Bauch, Po, alles sollte flach sein. 

 

„Sport“ war das neue Zauberwort

Dieses modisch-neue und extreme sportliche „Schlankheitsideal“ der 1920er, das auch Männer betraf, erforderte effektive Mittel zur Gewichtsreduktion. Die Mode beschränkte sich nicht mehr auf das Gebiet der Kleidung, sondern erweiterte ihr Feld auch auf die Körperform; „Sport“ war das neue Zauberwort. Er brachte angeblich den „Typ des schlanken, geschmeidigen, sehnigen Sportmenschen, sowohl des Sportmannes, als auch des Sportgirls“ hervor. Erste Schlankheitssportfibeln kamen zum „Problem der schlanken Linie und seiner Lösung“28 auf den Markt. 

Darin wurden alle lebensreformerischen Ideen im Hinblick auf Ernährung, Körperpflege und Gymnastik zusammengefasst, wie Mäßigkeit, Sittlichkeit, reichliches Wassertrinken, Rohkost, Kaukult, Steinmetzbrot, Grahambrot, gelegentliches Fasten, frühes Aufstehen, Massage, Atem-, Körpergymnastik, Sport und Tanz, Lichtluftbad, Alkoholverbot und bewegungsfreundliche Kleidung. Das Bestreben nach Schlankheit wurde in diesen Ratgebern in geschickter Weise mit dem alten Appell Rousseaus „Zurück zur Natur“ verknüpft und mit der übergeordneten Idee einer Gesellschaftsreform, dem „Abwerfen der Überkultur oder vielmehr der Überzivilisation“ 29, verbunden. Zahlreiche, zum Teil auch recht unsinnige und direkt gesundheitsschädliche Erfindungen wurden im Zuge dieses öffentlich propagierten modischen Schlankheitsideals gemacht. Die erste große Schlankheitswelle rollte an und schwemmte Diätbücher, Diätratgeber, Diätkochbücher und Fastenliteratur in großen Mengen auf den allgemeinen Büchermarkt. In dem Kochbuch „Iss dich schlank“ von Sophie Sukup hieß es sogar, dass das Bestreben, schlanke Körperformen zu gewinnen und zu erhalten, allgemein verbreitet sei, ja geradezu ein Kennzeichen ihrer Zeit sei.30 Vor allem Ärzte warnten in dieser Zeit vor übertriebenen gesundheitsschädlichen „Abmagerungs- und Hungerkuren“31 und machten „Front gegen die Entfettungspillen“. Es wurde als geradezu verwerflich bezeichnet, dass die Frauen- und Modezeitschriften aller Länder auf diese uniforme Schlankheit ohne Rücksicht auf Gesundheit hinarbeitete.

 

Titelblatt der Schrift „Die Korpulenz eine Gefahr“ 1928.

 

Magersucht als „neue“ Essstörung 

Vor der Gefahr der vornehmlich bei Mädchen

und jungen Frauen auftretenden Essstörung „Magersucht“, hier noch unfachmännisch „Dickenwahnsinn“ genannt, wurde ebenfalls bereits in vielen zeitgenössischen Diätratgebern gewarnt.32 Als „Dickenwahnsinn“ beschrieben die damaligen Zeitgenossen eine Krankheit, bei der sich die Schlankheitssucher stets zu dick fühlten, selbst wenn bereits nervöse Störungen, Schädigungen der Organe etc. aufgrund von übertriebener Unterernährung diagnostiziert werden konnten. Davon betroffen waren Frauen, die lediglich einer augenblicklichen Mode zuliebe danach strebten, unter ihr Normalgewicht zu gelangen und ätherische Schlankheit auch dort zu suchen, wo ihrem ganzen Körperbau nach die naturgemäße Möglichkeit nicht gegeben war. Ärzte erkannten bald, dass psychologisches und psychotherapeutisches Eingehen auf ihre seelischen Bedrängnisse erforderlich wurde, so dass auf dem ersten Höhepunkt des modernen Schlankheitswahns die moderne Magersuchtforschung intensiviert wurde.33 Man sprach in diesem Zusammenhang deshalb auch vom „Unfug mit der schlanken Linie“34 oder vom „Blödsinn der schlanken Linie“35.

 

Die Furcht der Männer vor dem „Vamp“

Die neue „Schlankheitstyrannei“ wurde besonders scharf von Männern kritisiert. Diese heftigen Reaktionen der Männerwelt auf die neue Schlankheitsmode waren ein Indiz für die emanzipatorischen Züge dieses neuen, „sachlichen“ Frauentyps, der in der zeitgenössischen Literatur mit dem Begriff „Vamp“ umschrieben wurde. Der Mann war nicht mehr alleine der Verführer des unschuldigen Mädchens, nein, jetzt nahm auch die Frau die Position der Verführerin ein. Der Vampfrauentyp der 1920er Jahre als emanzipatorische Ausbruchsphantasie aus der gesellschaftlich vorgeschriebenen geschlechtspezifischen Rollenverteilung wurde damals von den Männern als Provokation empfunden. Sie brachte die Geschlechterhierarchie ins Wanken.

 

Die Kommerzialisierung der Schlankheitssuche

Wundermittel wurden in den Werbeanzeigen der Zeitschriften angepriesen, die eine schnelle Gewichtsabnahme versprachen, wobei es sich aber meist um Abführmittel (häufig um Phenolphtalein) handelte. Derartige „abführende“ Schlankheitspräparate lassen sich selbst heute noch unter den angebotenen Diätartikeln finden, obwohl ihre gesundheitsschädliche Wirkung seit langem bekannt ist. Jüngstes Beispiel ist die so genannte „Fettwegpille“, deren Missbrauch durch ärztliche Verordnung vorgebeugt werden soll. 

Der neue „Schlankheitswahn“, der den „Schnürwahn“ vergangener Zeiten ablöste, wurde für Geschäftemachereienschnell entdeckt und ausgenutzt. Kuranstalten, die vorher rein dem Zweck der Erholung des stadtmüden Menschen und zur Wiederherstellung der Gesundheit gedient hatten, boten nun spezielle Abmagerungskuren zur Erzielung des modischen Körperideals an. Schlankheit wurde zum öffentlich vieldiskutierten Thema. Diättherapie, Bewegungstherapie, Trink- und Badekuren, Gymnastik in frischer Luft und Massage erlebten in dieser Periode des neuen Gesundheits- und Körperbewusstseins eine wahre „Renaissance“. „Mäßiges Essen und Fitness“ waren die neuen Motoren des modernen Schlankheitswahns, der einen inner- und zwischenmenschlichen Konflikt auslöste. 

Der moderne Schlankheitskult, der von außen durch Medien und Gesellschaft an das Individuum mit seinen körpereigenen Wünschen herangetragen wurde, konnte zu einer „Zwangsneurose“ in Form von Essstörungen (Magersucht, Bulimie, Fettsucht) führen. Dem lebensreformerischen Ideal der Gesundheitsapostel (Mäßigkeit und Harmonie) standen der Genussaspekt des Körpers und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper kontradiktorisch gegenüber. Das Diktat des schlanken schönen Körpers verbot die wahre Lust am Essen. Folglich konnten das Fette und das Magere, das Mäßige und Gefräßige als physisches Bedürfnis wie als soziopsychologisches Phänomen des essenden Menschen nie völlig unabhängig voneinander betrachtet werden, denn häufig siegte das Gefräßige über das Mäßige, trotz des hartnäckigen Bemühens, das Fette gegen das Magere eintauschen zu wollen. Schrothsche Kuren, Vegetarismus, Vollwertkost, Buchinger-Fasten, Obstkuren, Müsli usw. bildeten nun das Repertoire einer „neugeborenen“, aber eigentlich schon seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bekannten alternativen Gesundheitsdiät und „Schlankheitskost“.36 Die Rohkost im Zeitalter des beginnenden „Figurfetischismus“ „boomte“ geradezu. Die Begriffe „Rohkost“, „Rohköstler“, „Kalorien“ und „Vitamine“ zählten bald zu den Modewörtern der 1920er- und 1930er-Jahre.37 Die vom „Müsliapostel“ Bircher-Benner „gepredigte“ Rohkost wurde zum neuen „Evangelium der Entfettungskuren“.38 Es hatte sich der moderne Schlankheitskult herausgebildet, der bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben ist. Es wurde zur Ehrensache für jeden einzelnen, kein Gramm Fett mehr am Körper zu haben als unbedingt nötig.39 Das Thema „Körperfett“ wurde seit der Jahrhundertwende zu einem sozialen Stigma und die Körpergewichtswaage zur „Herrscherin über manche Körper“. Sie befindet sich beinahe in jedem Haushalt, übt auf unser Leben einen nachhaltigen Einfluss aus und kann es manchmal sogar fast beenden, wenn man an die gefährlichen Essstörungen denkt. Nicht körperliche Sünden, sondern „Esssünden“ wurden nun sozial geahndet, selbst wenn es immer wieder Versuche gab, dieses als „unmodern“ zu deklarieren.40 Auch in der Diätliteratur wurde das ursprünglich gesundheitliche Motiv immer mehr vom ästhetischen Aspekt des „Schlankseinwollens“ in den Hintergrund gedrängt, d. h. es ging in den modernen Schlankheitsdiätratgebern primär um eine schnelle und effektive Gewichtsabnahme; die Gesundheit spielte dabei nur noch eine sekundäre Rolle, was berechtigt vom „Schlankheitswahn“ zu sprechen.

 

Körperreformerische Schlankheitsfibel der 1920er Jahre. 

 

Die vier Stufen der Entwicklung des Schlankheitskults

Vier historische Entwicklungsphasen des modernen Schlankheitskults lassen sich abschließend zusammenfassen: 

  1. Bis ins 17. Jahrhundert galt Leibesfülle als Statussymbol für Macht und Reichtum und blieb bis dahin ein Privileg der Oberschicht in der Mangelgesellschaft. 

  2. Seit der Aufklärung wurde Fettleibigkeit als Gesundheitsproblem problematisiert und thematisiert. Edle Schlankheit wurde zum Schönheitsideal der Oberschicht und allmählich auch der wohlhabenden Bürgerschicht. 

  3. Seit dem ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert wurde Schlankheit mit positiv bewerteten, bürgerlichen Tugenden der christlichen Tradition und der Aufklärung in Zusammenhang gebracht, nämlich mit Mäßigkeit, Bescheidenheit, Natürlichkeit und Einfachheit. 

  4. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert ist der Schlankheitskult dann mit dem Sonnen-, Jugend-, Körper- und Fitnesskult (Sport, Tanz, Gymnastik) verbunden worden. Es entstand das Gesundheits- und Schönheitsideal des athletischschlanken, sonnengebräunten Körpers als Vorboten der modernen Leistungs- und Wohlstandsgesellschaft.

 

Anmerkungen

1 Vegetarische Anfangstheorie zur Verteidigung ihrer Ernährungsweise, die davon ausging, dass der Mensch laut Evolutionslehre von Natur aus ein Früchteesser sei.
2 Merta (2002).
3 Iss gut und bleib schlank! (o. J. [um 1926]), 1 u. 22.
4 Wohlfarth (o. J. [1908]).
5 Stratz (1900), 201/202.
6  Habermas (1990), 159.
7 So schrieb der „Modespiegel“ im Herbst 1923: „Die Mode verlangt jetzt, daß die Frau wie ein Lineal aussieht.“
8 Klencke (1888), 152.
9 Vgl. Kelch (1898) oder Primrose/Zepler (o. J.).
10 Stadtlaender (1995). Die Frau des österreichischen Kaisers Franz-Joseph, besser bekannt unter ihrem Kosenamen „Sissy“, ernährte sich bereits von Rohkost, ließ sich massieren, betrieb aktiv Sport und übte in ihrem eigens dafür eingerichteten Gymnastikraum ihren Körper. Ihre edle, zierliche Schlankheit galt für viele Bürgersfrauen des wilhelminischen Zeitalters als Schönheitsvorbild.
11 Hügel, Karl, Die Kunst schlank zu werden und zu bleiben, in: Der Kulturmensch, II (1906), 120–121.
12 Klencke (1888), 175.
13 Bastheim (1925), 3ff. Garms/Reach (o. J. [um 1929]), 4. Klencke (1888), 1ff. Mar/Reach (1928), 5–10. Sternheim (1930), 3–10. Tuszkai(1930), 8–9. Ummen (o. J. [um 1912]), 3ff.
14 Vgl. Kolb (1930), 3–10.
15 Tuszkai (1930), 5ff.
16 Kretschmer (1922).
17 Zur Bekämpfung der Fettleibigkeit, in: Dies Blatt gehört der Hausfrau, 19 (1904), 634–644.
18 Gerling (o. J. [um 1900]), 115.
19 Reicher (o. J. [um 1928]).
20 Klencke (1888), 173.
21 Zimmermann, Werner, Lichtwärts. Ein Buch erlösender Erziehung, Bern 1924, 3 u. 17.
22 Man machte sich zunehmend Gedanken über eine gesunde Ernährung. Christen, Theodor, Unsere großen Ernährungstorheiten. Eine gemeinfassliche Darlegung der modernen Forschungsergebnisse der Ernährungs- und Diätfragen, Dresden 1912. Kestner, Otto und H.W. Knipping, Die Ernährung des Menschen. Nahrungsbedarf: Erfordernisse der Nahrung: Nahrungsmittel. Kostberechnung, Berlin 1924.
23 Kelch, A., Der Weg zur Schönheit. Anleitung zur möglichst vollkommenen Ausgestaltung des menschlichen Körpers, Berlin 1898, 297.
24 Gerling (o.J. [um 1900]), 139.
25 Mar/Wolf (1928), 10.
26 Bastheim (1925), 3.
27 Grauer/Schlottke (1987), 110.
28 Bastheim (1925).
29 Ebenda, 6.
30 Sukup (1927), 7.
31 Ebstein (1882), 22.
32 Reicher (o.J. [um 1928]), 9. 
33 Schweisheimer (1925), 86.
34 Meyer, Herbert, Der Unfug mit der „schlanken Linie“, in: Zeitschrift für Volksernährung, 7 (1927), 72ff. 
35 Bornstein, Karl, Der Blödsinn der schlanken Linie!, in: Blätter für Volksgesundheitspflege, 27 (1927), 49–50.
36 Mar/Wolf (1928), 11–19. Reicher (o. J. [um 1928]), 10–25. Schweisheimer (1925), 114–127. Kolb (1931), 29–54.
37 Themen in der Verlagsbeilage der Fachzeitschrift
Journalist, 3 (1990), 17.
38 Reicher (o. J. [um 1928]), 12.
39 Bastheim (1925), 32.
40 Berliner Illustrirte Zeitung, 38 (1929), 286.

 

Literaturhinweise

Bastheim, Louis, Das Problem der schlanken Linie und seine Lösung. Ein Weg in neues Land, Berlin 1925.

Ebstein, Wilhelm, Die Fettleibigkeit (Corpulenz) und ihre Behandlung nach physiologischen Grundsätzen, Wiesbaden 1882.

Garms, Hans und Max Reach, Weg mit dem Körperfett!, Leipzig o.J. [um 1929].

Gerling, Reinhold, Körper- und Schönheitspflege, Berlin- Schöneberg o.J. [um 1900].

Habermas, Tilmann, Heißhunger. Historische Bedingungen der Bulimia nervosa, Frankfurt a.M. 1990. Iss gut und bleib schlank! Nähre dich redlich, aber nicht schädlich. Das Geheimnis, nach der Kalorienlehre schlank zu werden und schlank zu bleiben, in: Ullstein Sonderheft, 53–54 (o. J. [um 1926]), 1 u. 22.

Kelch, A., Der Weg zur Schönheit. Anleitung zur möglichst vollkommenen Ausgestaltung des menschlichen Körpers, Berlin 1898.

Klencke, Philipp Friedrich Hermann, Diätetische Kosmetik oder Schönheits- und Gesundheitspflege zur Erhaltung der äußeren Erscheinung und des Menschen auf der Grundlage rationeller Gesundheitslehre, 4. Aufl., Leipzig 1888.

Kolb, Rudolf, Die Fettleibigkeit und ihre Behandlung, München 1930. Kretschmer, Ernst, Körperbau und Charakter. Untersuchungen zum Konstitutionsproblem und zur Lehre von Temperamenten, 3. Aufl., Berlin 1922.

Lubowski, Karl, Die Kunst, einen Mann zu bekommen, Dresden o. J. [um 1906].

Mar, Lisa und Friedrich Wolf, Schlank und gesund. Ein natürlicher Weg zur Bekämpfung heutigen Kultursiechtums, 16. bis 20. Tsd., Stuttgart 1928. Merta, Sabine, Wege und Irrwege zum modernen Schlankheitskult. Diätkost und Körperkultur als Suche nach neuen Lebensstilformen 1880–1930, Steiner Verlag, Stuttgart 2002. Primrose, Deb. und M. N. Zepler, Die Schönheit der Frauengestalt, wie sie zu erwerben und zu erhalten ist aufgrund eines einfachen Systems, München, o. J. [1906].

Reicher, K., Die Korpulenz eine Gefahr! (Bad Mergentheim, o. J. [um 1928]). 

Schweisheimer, Waldemar, Dickwerden und Schlankbleiben. Verhütung und Behandlung von Fettleibigkeit und Fettsucht, München 1925.

Stadtlaender, Chris, Sisi. Die geheimen Schönheitsrezepte der Kaiserin und des Hofes, München 1995.

Sternheim, L., Sichere und unschädliche Bekämpfung der Korpulenz, Hannover 1930. 

Stratz, C. H., Die Schönheit des weiblichen Körpers, Stuttgart8 1900. Sukup, Sophie, Iss dich schlank! Eine Auswahl kalorienarmer Rezepte, 2. Aufl., Stuttgart 1927. Tuszkai, Ödön, Die Kunst schlank zu werden und es zu bleiben, 2. neu bearb. u. verm. Aufl., München 1930.

Ummen, B., Die Esssucht und ihre schädlichen Folgen für die körperliche und geistige Gesundheit, Freiburg, o.J. [um 1912]. 

Wohlfarth, Das neue Verfahren zur Wiedererlangung schlanker Hüften und zur Beseitigung des Fettleibes, Berlin-Werder, o. J. [1908].

 

 


Copyright ©   2002  LpB Baden-Württemberg   HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de