Zeitschrift

Zuwanderung
und Integration


 

Heft 4 2006

Hrsg: LpB

 



 

Inhaltsverzeichnis

 
  KANN ZUWANDERUNG DEN DEMOGRAPHISCHEN WANDEL AUFHALTEN?
 

Wirtschaftliche Effekte der Migration in alternden Gesellschaften

  Herbert Brücker

 


Die deutsche Bevölkerung wird in den nächsten Dekaden spürbar altern. Nicht nur der Altersdurchschnitt wird erheblich steigen, auch der Anteil der älteren Bevölkerung, der nicht mehr im Erwerbsleben steht, wird sich bis zum Jahr 2050 voraussichtlich verdoppeln. Mit diesem Alterungsprozess sind erhebliche Belastungen der Sozialsysteme verbunden. Dies gilt für umlagefinanzierte wie auch kapitalgedeckte Rentenversicherungssysteme, für die Gesundheitsversorgung und die Pflegeversicherung. Einem immer kleineren Teil der Erwerbsbevölkerung stehen immer größere Teile einer nichterwerbstätigen Bevölkerung gegenüber, deren Unterhalt durch die sozialen Sicherungssysteme finanziert werden muss. Angesichts dieser Entwicklungen wird in der öffentlichen Diskussion häufig die Hoffnung geäußert, durch Zuwanderung die Alterung der Bevölkerung aufzuhalten oder zumindest zu mildern. Angesichts stabiler Fertilitätsraten ist Migration tatsächlich die unbekannte Größe in allen demographischen Szenarien. Die Vorstellung, dass durch Zuwanderung der Alterungsprozess aufgehalten werden kann, ist aus zwei Gründen eine Illusion. Erstens ergibt sich, weil die Migrationsbevölkerung auch altert, ein dramatischer Zuwanderungsbedarf, wenn die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland konstant gehalten werden soll. Zweitens altern die Bevölkerungen n den Herkunftsregionen der Migration ebenfalls, so dass es fragwürdig ist, ob ein derartiges Wanderungspotenzial überhaupt existiert. Allerdings steigen durch den demographischen Wandel die Gewinne durch Zuwanderung in Deutschland. Auch wenn der Alterungsprozessal ist, steigt das demographische Gefälle in der Welt durch die rapide Alterung in den entwickelten Ländern. Die Produktivität des Kapitaleinsatzes kann deshalb dadurch erhöht werden, wenn entweder verstärkt in Ländern mit jüngeren Bevölkerungen investiert wird, oder wenn Teile dieser Bevölkerungen in entwickelten Ländern wachsen. Empirische Untersuchungen zeigen, dass durch Kapitalmobilität nur kleine Teile dieses Produktivitätspotenzials genutzt werden können. Deutschland und andere OECD-Länder können deshalb erheblich von der Zuwanderung profitieren. Realistisch sind Wanderungsgewinne, die sich auf ein bis zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes in den Einwanderungsländern belaufen. Auch wenn durch Migration die Alterung nicht aufgehalten werden kann, helfen diese Gewinne , die Kosten zu senken.

Beeinflusst Migration den demographischen Wandel?

Geringe Fertilitätsraten und eine steigende Lebenserwartung führen in den nächsten Dekaden zu einem deutlichen Anstieg des Alters der Bevölkerung in Deutschland. Ohne Zuwanderung dürfte die Bevölkerung in Deutschland von 83 Millionen Personen im Jahr 2005 auf 59 Millionen Personen im Jahr 2050 sinken. Im selben Zeitraum wird das Verhältnis der über 60-Jährigen zu den 20- bis 60-Jährigen von 0,4 auf 1,05 steigen. Die Alterung der Bevölkerung vollzieht sich nicht kontinuierlich, sondern wird sich in den Jahren ab 2015 beschleunigen und in der Dekade zwischen 2030 und 2040 ihren Höhepunkt erreichen. Insbesondere der Anteil der jungen Alterskohorten an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird bereits früh sinken.

Langfristige Prognosen der Bevölkerungsentwicklung unterliegen einer erheblichen Unsicherheit. Die demographische Entwicklung ist kein Datum. Sie kann durch institutionelle Veränderungen (soziale Sicherungssysteme, Kinderbetreuung, Bildungs- und Ausbildungssystem), wirtschaftliche Entwicklungen und soziokulturelle Verhaltensänderungen beeinflusst werden. Allerdings werden derartige Veränderungen in den wirtschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen wie auch soziale Verhaltensänderungen bestenfalls langfristig wirksam. So ist die Geburtenrate mit 1,3 bis 1,4 Kinder je Frau in (West-)Deutschland über die letzten Dekaden recht konstant. Auch die Entwicklung der Mortalitätsrate folgt einem stationären Trend. Die Rate des natürlichen Bevölkerungswachstums lässt sich deshalb recht gut auch über längere Zeiträume prognostizieren.

Die große Unbekannte in den meisten demographischen Szenarien ist die Migration. Migration beeinflusst die Altersstruktur der Bevölkerung im Wesentlichen auf vier Wegen:

  • Erstens steigt mit der Zuwanderung der Umfang der jungen Kohorten, da das durchschnittliche Alter der Zuwanderer deutlich geringer ist als das der deutschen Bevölkerung.
  • Zweitens bewirkt die Rückwanderung älterer Kohorten, dass die ausländische Bevölkerung nicht im gleichen Maße altert wie die einheimische Bevölkerung in Deutschland.
  • Drittens sind die Fertilitätsraten ausländischer Frauen höher als die deutscher Frauen, wodurch ebenfalls das durchschnittliche Alter der Bevölkerung in Deutschland sinkt.
  • Viertens schließlich beeinflussen die unterschiedlichen Mortalitätsraten der ausländischen und der einheimischen Bevölkerung in Deutschland die Altersstruktur zusätzlich.

Der Einfluss der Zuwanderung auf die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland hängt daher nicht allein von den Annahmen über den Umfang der Nettozuwanderung ab, sondern auch davon, welche Annahmen in Hinblick auf den Umfang und das durchschnittliche Alter der Zu- und Rückwanderer sowie die Fertilitäts- und Mortalitätsraten der ausländischen Bevölkerung getroffen werden.

Um den Einfluss der Migration auf die demographische Entwicklung in Deutschland zu skizzieren, wird hier auf eine Bevölkerungsprojektion des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zurückgegriffen.1 Die Annahmen und Ergebnisse der Migrationsszenarien sind vergleichbar mit anderen einschlägigen Projektionen der demographischen Entwicklung in Deutschland.2 Unter anderem wird angenommen, dass die Geburtenzahl der ausländischen Frauen 1,5, die der einheimischen Frauen in Deutschland 1,3 beträgt und das Verhältnis zwischen Zu- und Rückwanderungsraten über die Zeit konstant bleibt.

 

Vier Szenarien

Um die Effekte der Zuwanderung für die Altersstruktur der deutschen Bevölkerung zu skizzieren, werden hier vier Szenarien simuliert: Als Referenzszenario wird der Fall einer Nettozuwanderung von Null angenommen. Im zweiten Szenario wird unterstellt, dass die Nettozuwanderung sich bis zum Jahre 2050 auf durchschnittlich 135.000 Personen pro Jahr beläuft. Dies ist gegenüber der Zuwanderung in der letzten Dekade ein deutlicher Rückgang, entspricht aber in etwa der Nettozuwanderung nach Deutschland seit dem Jahr 2000. Im dritten Szenario wird eine Nettozuwanderung von 270.000 Personen pro Jahr angenommen. Dies entspricht in etwa der Nettozuwanderung nach Deutschland in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre, würde aber gegenüber dem gegenwärtigen Niveau eine Verdoppelung bedeuten. Im vierten Szenario schließlich wird die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter (20 bis 60 Jahre) bei rund 46 Millionen Personen etwa konstant gehalten. Hierfür wäre eine durchschnittliche Nettozuwanderung von 570.000 Personen pro Jahr notwendig.3

 

Migration und demographische Struktur

Die Simulationsergebnisse werden in den Tabellen 1 und 2 präsentiert. Bei einer Nettozuwanderung von Null würde die deutsche Bevölkerung von knapp 83 Millionen Personen im Jahre 2002 auf knapp 59 Millionen Personen im Jahre 2050 sinken. Der Anteil der über 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung, d.h. derjenigen Alterskohorten, die gegenwärtig überwiegend nicht mehr erwerbstätig sind, würde im selben Zeitraum von 22,5 Prozent auf 44,3 Prozent ansteigen. Der Altersquotient, der hier als das Verhältnis der über 60-Jährigen zu den 20- bis 60-Jährigen definiert ist, würde von 0,4 auf 1,05 steigen. Der Belastungsquotient schließlich, der hier als das Verhältnis der 0- bis 20-Jährigen und der über 60-Jährigen zu den 20- bis 60-Jährigen definiert ist, würde von 0,8 auf 1,38 steigen (vgl. Tabellen 1 und 2).

TABELLE 1:
NETTOZUWANDERUNG UND ALTERSSTRUKTUR DER BEVÖLKERUNG

  2002  2010  2015  2020  2030  2040  2050
Alter

Bevölkerung nach Altersgruppen in Millionen Personen 
keine Nettozuwanderung

0 - 20  18,070  14,230  13,130  12,210  11,030  9,420  8,070
20 - 60  45,900  43,890  42,080  39,460  32,090  28,710  24,740
über 60  18,550  21,460  22,800  24,570  28,520  27,770  26,090
insgesamt  82,520  79,580  78,010  76,240  71,640  65,900  58,900
Alter  Nettozuwanderung von 135.000 Personen
0 - 20  18,070  14,820  13,880  13,050  11,900  10,340  9,010
20 - 60  45,900  44,940  43,630  41,360  34,520  31,360  27,110
über 60  18,550  21,200  23,230  25,280  29,910  30,060  23,980
insgesamt  82,520  80,960  80,740  79,690  76,330  71,760  60,100

Alter 

Nettozuwanderung von 270.000 Personen
0 - 20  18,070  15,042  14,248  13,581  12,710  11,376  10,376
20 - 60  45,900  45,580  44,628  42,759  36,735  34,233  31,011
über 60  18,550  21,256  22,632  24,383  28,006  27,067  25,683
insgesamt  82,520  81,878  81,508  80,723  77,451  72,676  67,070
Alter  Nettozuwanderung von 570.000 Personen
0 - 20  18,070  15,190  14,700  14,630  15,680  15,450  15,270
20 - 60  45,900  46,000  46,100  46,130  46,100  46,950  46,880
über 60  18,550  21,570  23,000  24,950  29,720  30,850  32,550
insgesamt  82,520  82,760  83,800  85,710  91,500  93,250  94,690

Quelle: Berechnungen des DIW.

TABELLE 2: 
ENTWICKLUNG DES ALTERS- UND BELASTUNGSQUOTIENTEN

  2002  2010  2015  2020  2030  2040  2050
Altersquotient (Verhältnis der Altersgruppe 60+ zur Altersgruppe 20-60)
insgesamt  82,520  79,580  78,010  76,240  71,640  65,900  58,900
keine Nettozuwanderung  0,40  0,49  0,54  0,62  0,89  0,97  1,05
Nettozuwanderung von 135.000 Personen  0,40  0,47  0,53  0,59  0,87  0,96  0,88
Nettozuwanderung von 270.000 Personen  0,40  0,47  0,51  0,57  0,76  0,79  0,83
Nettozuwanderung von 570.000 Personen  0,40  0,47  0,50  0,54  0,64  0,66  0,69
Belastungsquotient
(Verhältnis der Altergruppe 20-60 zu den Altergruppen 0-20 und 60+)
keine Nettozuwanderung  0,80  0,81  0,85  0,93  1,23  1,30  1,38
Nettozuwanderung von 135.000 Personen  0,80  0,80  0,85  0,93  1,21  1,29  1,22
Nettozuwanderung von 270.000 Personen  0,80  0,80  0,83  0,89  1,11  1,12  1,16
Nettozuwanderung von 570.000 Personen  0,80  0,80  0,82  0,86  0,98  0,99  1,02

Quelle: Berechnungen des DIW. Vgl. Text zu den Annahmen der Szenarien.

Bei einer Nettozuwanderung von 135.000 bzw. 270.000 Personen würde die deutsche Bevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 60,1 bzw. 67,1 Millionen Personen sinken. Die Bevölkerung in einem Alter von über 60 Jahren würde von 18,6 Millionen auf 24 Millionen bzw. 25,7 Millionen steigen. Damit würde der Altersquotient von 0,4 auf 0,88 (Nettozuwanderung von 135.000 Personen) bzw. auf 0,83 (Nettozuwanderung von 270.000 Personen), und der Belastungsquotient von 0,8 auf 1,22 (Nettozuwanderung von 135.000 Personen) bzw. auf 1,16 (Nettozuwanderung von 270.000 Personen) steigen. Dies ist nach wie vor eine erhebliche Zunahme, aber ein signifikanter Rückgang gegenüber dem Szenario ohne Zuwanderung.

In dem letzten Szenario mit einer jährlichen Nettozuwanderung von 570.000 Personen würde die deutsche Bevölkerung bis zum Jahr 2050 auf knapp 95 Millionen Personen steigen. Obwohl die Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im Wesentlichen konstant bleibt, würden der Altersquotient in diesem Szenario von 0,4 auf 0,69 und der Belastungsquotient von 0,8 auf immerhin 1,02 steigen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ebenfalls von dem Alterungsprozess betroffen ist.

 

Schwankungen in der demographischen Entwicklung

Der demographische Wandel vollzieht sich nicht gleichmäßig über die Zeit. Der Alterungsprozess beschleunigt sich ab 2015 und erreicht in der Dekade 2020 bis 2030 seinen Höhepunkt, danach schwächt sich die Zunahme des Alters der Bevölkerung mit dem Aussterben der geburtenstarken Jahrgänge wieder etwas ab.
Aufgrund des beschleunigten Alterungsprozesses ab dem Jahr 2015 wird in dem Szenario, das die Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter konstant hält, angenommen, dass die Nettozuwanderung mit jährlich 160.000 Personen bis zum Jahr 2010 sehr viel geringer als in den späteren Dekaden ist. Der Höhepunkt wird in der Dekade von 2020 bis 2030 mit einer Nettozuwanderung von mehr als 870.000 Personen erreicht.

 

Brutto- und Nettozuwanderung

Die Zahl der Nettozuwanderung entzieht sich der unmittelbaren politischen Steuerung. Durch die Einwanderungspolitik kann im Wesentlichen nur die Bruttozuwanderung beeinflusst werden. Die Zahlen der Bruttozuwanderung sind sehr viel höher als die Nettowanderungszahlen: In den 1980er- und 1990er-Jahren entsprach einer jährlichen Nettozuwanderung von 270.000 Personen eine Zuwanderung von 930.000 Personen und eine Rückwanderung von 660.000 Personen. Wenn das Wanderungsverhalten der Vergangenheit stabil bleibt, dürfte einer Nettozuwanderung von einer Millionen Personen eine Zuwanderung von rund 1,7 Millionen Personen entsprechen. Wenn die Nettozuwanderungsraten substanziell gesteigert werden sollen, muss in Deutschland folglich die Zahl der Einwanderer, die ein Arbeits- und Aufenthaltsrecht erhalten, erheblich gesteigert werden.

 

Zunahme der Bevölkerung ausländischer Herkunft

In Abhängigkeit von den Zuwanderungszahlen und den Annahmen über die Altersstruktur der Zuwanderer steigt natürlich auch die Bevölkerung ausländischer Herkunft. Bei einer Nettozuwanderung von Null wird die Bevölkerung ausländischer Herkunft von 7,3 Millionen im Jahre 2002 geringfügig auf 7,8 Millionen im Jahre 2050 steigen. Bei einer Nettozuwanderung von jährlich 130.000 Personen würde die Bevölkerung ausländischer Herkunft auf 14,6 Millionen, bei einer Nettozuwanderung von 270.000 Personen auf 20,5 Millionen Personen und bei einer Nettozuwanderung von 570.000 Personen auf rund 44 Millionen Personen bzw. rund 50 Prozent der in Deutschland lebenden Bevölkerung steigen. Allerdings wird die Zahl der ausländischen Staatsbürger aufgrund von Einbürgerungen, die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft durch Migranten der zweiten und dritten Generation und Ehen zwischen Deutschen und Ausländern sehr viel geringer sein. Ähnlich wie bei der Massenzuwanderung nach Deutschland vor und nach den beiden Weltkriegen aus Osteuropa werden erhebliche Teile der Bevölkerung ausländischer Herkunft nach einigen Dekaden durch Assimilation nicht mehr sichtbar sein.

Das Gesetz der großen Zahl Die Ergebnisse der hier präsentierten Simulationen bestätigen das, was in der demographischen Forschung auch als "Gesetz der großen Zahl" bezeichnet wird: Um die demographische Struktur der Bevölkerung zu beeinflussen, sind sehr hohe Nettozuwanderungsraten notwendig, weil die zugewanderte Bevölkerung auch von dem Alterungsprozess betroffen ist. Zudem passen sich die Fertilitätsraten der ausländischen Bevölkerung recht schnell denen der deutschen Bevölkerung an, so dass auch hier weitaus weniger Kinder geboren werden, als für die Reproduktion der ausländischen Bevölkerung in Deutschland notwendig wäre. Nach den Schätzungen der Vereinten Nationen müsste die in Deutschland lebende Bevölkerung auf 180 Millionen Personen anwachsen, damit die Altersstruktur der deutschen Bevölkerung konstant gehalten werden kann.4

 

 


Bild kann aus urheberrechtlichen Gründen nicht angezeigt werden
 

DER TÜRKE ALI CUMALI UND DIE DEUTSCHE HILDE HERING IM MESCID, EINEM ISLAMISCHEN GEBETSRAUM, IM MULTIKULTURELLEN ALTENHEIM „HAUS AM SANDBERG“ IN DUISBURG. DIE VORSTELLUNG, DASS ZUWANDERUNG DEN ALTERUNGSPROZESS DEUTSCHLANDS AUFHALTEN KANN, IST EINE ILLUSION: ZUWANDERER UND EINHEIMISCHE ALTERN NÄMLICH GEMEINSAM! EINWANDERUNG IST KEIN ALLHEILMITTEL GEGEN EINE SCHRUMPFENDE GESELLSCHAFT, WEIL AUCH ZUWANDERER ÄLTER WERDEN. 

picture-alliance/dpa

 

Ist ein Anstieg der Nettozuwanderung realistisch?

Die Zuwanderung kann natürlich durch eine Liberalisierung der Einwanderungspolitik erhöht werden. Angesichts des großen Einkommensgefälles zwischen Einwanderungsländern wie Deutschland und anderen entwickelten Staaten in der EU und den Ländern an der europäischen Peripherie besteht ein erhebliches Migrationspotenzial. So belaufen sich die Pro-Kopf-Einkommen in den wichtigen Herkunftsregionen der Zuwanderung in die EU - Südosteuropa, Nordafrika und dem Mittleren Osten und den Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion - gemessen in Kaufkraftparitäten auf rund 20 Prozent des Einkommens in der EU-15. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara beläuft sich das Pro-Kopf-Einkommen durchschnittlich auf rund ein Zehntel des Niveaus in der EU-15. Mit Ausnahme der osteuropäischen Länder besteht jedoch auch ein erhebliches Gefälle zwischen dem Bildungs- und Ausbildungsniveau der Bevölkerung in den Herkunftsländern und den Ländern der EU. Dies dürfte die Bereitschaft in der EU, die Arbeitsmärkte zu öffnen, senken.

Zu berücksichtigen ist allerdings auch, dass selbst bei einem hohen Einkommensgefälle immer nur kleine Teile der Bevölkerung in den Herkunftsländern bereit sind zu wandern. Zudem beschränken hohe Wanderungskosten die Möglichkeiten zur Migration für breite Bevölkerungsgruppen in armen Ländern.

Schließlich beschränkt ein wichtiger demographischer Umstand das Migrationspotenzial: Der demographische Wandel vollzieht sich global, auch wenn die einzelnen Länder in unterschiedlichem Ausmaß von dem Alterungsprozess betroffen sind. Die wichtigsten Herkunftsländer der Migration nach Deutschland lassen sich in Hinblick auf ihre demographische Struktur in drei Regionen unterteilen: zum einen die Türkei und das frühere Jugoslawien mit einer Bevölkerung von 84 Millionen Personen, zum anderen die südeuropäischen EU-Mitglieder (Griechenland, Italien, Spanien und Portugal) mit einer Bevölkerung von insgesamt 105 Millionen Personen, und abschließend die mittel- und osteuropäischen Länder, in denen vor 1990 die Ausreisemöglichkeiten durch den Eisernen Vorhang weit gehend beschränkt waren,5 mit einer Bevölkerung von 340 Millionen Personen.

Aus diesen drei Regionen stammen rund 70 Prozent der ausländischen Bevölkerung in Deutschland. Seit Beginn der 1990er-Jahre ist die ausländische Bevölkerung aus der Türkei, dem früheren Jugoslawien und den mittel- und osteuropäischen Ländern mit rund 2 Millionen Personen gewachsen, während der Anteil der ausländischen Bevölkerung aus den südeuropäischen Mitgliedstaaten der EU sinkt. Schließlich hat der Anteil der ausländischen Bevölkerung aus den nordafrikanischen Maghreb-Staaten und dem Mittleren Osten in den 1990er-Jahren, von einem niedrigen Niveau ausgehend, zugenommen. Angesichts der demographischen Struktur könnte diese Region künftig für Zuwanderung an Bedeutung gewinnen.

Folgende Trends charakterisieren die demographische Entwicklung in den Herkunftsregionen: In der Türkei und Nordafrika ist das mittlere Alter der Bevölkerung (Median) deutlich geringer als in Deutschland und der Anteil der Kohorten mit einer besonders hohen Wanderungsneigung, d.h. der Anteil der 20- bis 29-Jährigen an der Gesamtbevölkerung, mit rund einem Fünftel etwa 5 Prozentpunkte höher als in Deutschland und der EU-15. In dieser Region wird nach der Bevölkerungsprojektion der Weltbank6 das Durchschnittsalter der Bevölkerung in den nächsten Dekaden deutlich ansteigen, so dass in der Dekade 2040-2050 die Altersstruktur in dieser Region der gegenwärtigen Altersstruktur in Deutschland entspricht. Der Anteil der Kohorten im Alter von 20 bis 29 an der Gesamtbevölkerung wird von gegenwärtig rund 20 Prozent auf unter 14 Prozent fallen. In den südeuropäischen Mitgliedstaaten der EU entsprechen die Fertilitätsraten und die Altersstruktur der Bevölkerung bereits heute weit gehend denen in Deutschland. Hier wird die Bevölkerung folglich ähnlich wie in Deutschland altern und der Anteil der Kohorten im Alter von 20 bis 29 von gegenwärtig rund 15 Prozent bis zum Jahr 2050 auf unter zehn Prozent sinken.

In den mittel- und osteuropäischen Ländern und im früheren Jugoslawien ist das Durchschnittsalter der Bevölkerung nur geringfügig jünger als in Deutschland und der Anteil der jungen Kohorten mit einer hohen Wanderungsneigung nur unwesentlich höher. Im Zuge des transformationsbedingten Einbruchs der Geburtenraten in diesen Regionen wird das Durchschnittsalter der Bevölkerung jedoch schneller steigen als in Deutschland, so dass das Durchschnittsalter etwa ab dem Jahr 2030 höher sein wird als in Deutschland. Der Anteil der Kohorten im Alter zwischen 20 bis 29 Jahren wird von gegenwärtig 15 bis 16 Prozent bis zum Jahr 2050 auf 11 bis 12 Prozent sinken (vgl. Abbildung 1).

Der demographische Wandel beeinflusst folglich auch die Altersstruktur der Bevölkerungen in den Herkunftsländern der Migration nach Deutschland erheblich. Der Anteil der Kohorten mit einer hohen Wanderungsneigung an der Gesamtbevölkerung wird in den nächsten fünf Dekaden in den Herkunftsländern um ein Viertel bis ein Drittel sinken. Dies wird sich in der Dekade 2020 bis 2030, in der zur Aufrechterhaltung der demographischen Struktur in Deutschland statistisch ein besonders hoher Wanderungsbedarf besteht, bereits weitgehend vollzogen haben. Es kann infolgedessen davon ausgegangen werden, dass das Migrationspotenzial in den nächsten Dekaden spürbar zurückgeht.

 

Wirtschaftliche Folgen

Es ist also aus zwei Gründen wenig realistisch, dass durch eine sprunghafte Erhöhung der Zuwanderungszahlen die Alterung der Bevölkerung in Deutschland in den Dekaden 2020 bis 2050 ausgeglichen werden kann: Erstens müsste die ausländische Bevölkerung dramatisch zunehmen, was wiederum zu erheblichen Problemen der wirtschaftlichen und sozialen Integration führen würde. Zweitens ist es zweifelhaft, ob ein derart hohes Migrationspotenzial überhaupt realisiert werden kann.

Allerdings kann die Zuwanderung, angesichts des hohen Einkommensgefälles zwischen Deutschland und den anderen entwickelten Ländern in der EU und den Regionen an der europäischen Peripherie, zumindest auf kurze und mittlere Sicht erheblich erhöht werden. Welche Folgen würde ein solcher Anstieg der Nettozuwanderung nach sich ziehen?

Grundsätzlich gilt, dass durch Migration der Faktor Arbeit erheblich produktiver eingesetzt werden kann. Dies führt zu globalen Einkommensgewinnen, die nach den einschlägigen Berechnungen vermutlich höher als diejenigen einer weiteren Liberalisierung von Handel und Kapitalverkehr sind. Allerdings sind die Gewinne und Verluste durch Migration nicht gleichmäßig über die Produktionsfaktoren und damit über die Bevölkerung verteilt. Es kann trotz einer deutlichen Erhöhung der Wohlfahrt der Nationen zu einer erheblichen Umverteilung kommen (vgl. den Beitrag von Thomas Straubhaar in diesem Heft), es können unter Berücksichtigung von Arbeitslosigkeit auch Verluste für die Einwanderungsländer entstehen (vgl. Boeri/Brücker 2005). Das Gefälle in der demographischen Struktur der Bevölkerung erhöht grundsätzlich die potenziellen Gewinne durch Migration. Im Zuge des Alterungsprozesses kann der bestehende Kapitalstock durch Migration produktiver eingesetzt und damit Mittel für die Finanzierung der Lasten des demographischen Wandels mobilisiert werden. In den folgenden Abschnitten wird hier nur auf einen Aspekt dieser potenziellen Gewinne eingegangen: Die fiskalischen Gewinne des Wohlfahrtsstaates in einer alternden Gesellschaft.

 

Chancen für den Wohlfahrtsstaat

Die Zuwanderung wirft Gewinne und Kosten für den Wohlfahrtsstaat in den Einwanderungsländern auf. Zunächst erhöht sich mit der Zuwanderung der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung. Dies verringert die Belastung insbesondere umlage- und abgabefinanzierter Sozial- und Steuersysteme in einer alternden Gesellschaft. Der Umfang dieser Gewinne hängt von der Integration der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt und der Struktur der Steuer- und Sozialsysteme ab. Zudem weitet sich mit der Zuwanderung die Zahl zukünftiger Steuerzahler aus. Mit dem Wachstum der Bevölkerung verringert sich somit die Nachhaltigkeitslücke, die sich aus der Überwälzung öffentlicher Schulden auf künftige Generationen bei gleichzeitig schrumpfender Bevölkerung ergibt.7

Diesen potenziellen Gewinnen durch Zuwanderung stehen Kosten gegenüber: Zuwanderer sind überdurchschnittlichen Arbeitslosigkeits- und Sozialhilferisiken ausgesetzt, während ihre Steuer- und Abgabenbeiträge aufgrund geringer Verdienste unter dem Durchschnitt der deutschen Bevölkerung liegen. Es ist folglich eine empirische Frage, ob und in welchem Umfang die wirtschaftlichen Lasten der alternden Bevölkerung durch Zuwanderung gemildert werden können.

Die Nettoeffekte der Zuwanderung sind für Deutschland in mehreren Studien untersucht worden. Auf Grundlage des - durchaus kontroversen - Forschungsstandes können folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:

  • Bonin et al. (2000) und Bonin (2001) zeigen für Deutschland, dass sich über den Lebenszyklus eines Zuwanderers ein positiver Nettoertrag für die öffentlichen Finanzen ergibt, wenn er in einem Alter zwischen 11 Jahren und 55 Jahren einwandert. Dies trifft für die große Mehrheit der Zuwanderer zu. Bei jüngeren Alterskohorten ergibt sich ein negativer Beitrag aufgrund der Berücksichtigung der Ausbildungskosten, bei älteren aufgrund der höheren Gesundheits- und Sozialhilferisiken.

  • Löffelholz und Köpp (1998) ziehen aus ihrer Analyse der fiskalischen Effekte der Zuwanderung die Schlussfolgerung, dass sich der Zuzug und der Aufenthalt von Ausländern insgesamt positiv auf die öffentlichen Haushalte auswirken. Dies wird auf die positiven Effekte für umlagefinanzierte soziale Sicherungssysteme, die sich bei einer Verjüngung der Bevölkerung ergeben, und auf die unterproportionale Inanspruchnahme öffentlicher Güter durch die ausländische Bevölkerung zurückgeführt. Durch öffentliche Investitionen in eine verbesserte Integration der ausländischen Bevölkerung können diese Erträge noch deutlich gesteigert werden.

  • Eine Studie des Ifo-Institutes (Sinn et al. 2001) kommt hingegen zu dem Ergebnis, dass gegenwärtig die ausländische Bevölkerung zu einer Nettobelastung für die öffentlichen Finanzen in Deutschland führt. Der Unterschied zu den Studien von Bonin et al. (2000), Bonin (2001) und Löffelholz und Köpp (1998) ergibt sich im Wesentlichen aus der Annahme, dass Ausländer bereits in einem Alter von Null Jahren zuwandern und dass die Verringerung der Steuerlast künftiger Generationen unberücksichtigt bleibt. Die tatsächlichen fiskalischen Erträge der Zuwanderung werden damit systematisch unterschätzt.

Unter den Annahmen der Studien von Bonin et al. (2000) und Bonin (2001) sind die Gewinne der Zuwanderung für den Wohlfahrtsstaat in einer alternden Gesellschaft erheblich: Bei einer Nettozuwanderung von 300.000 Personen könnte die Nachhaltigkeitslücke, also die Differenz zwischen den Ausgaben und Einnahmen, die geschlossen werden muss, damit die Schuldenlast für die künftigen Generationen nicht steigt, von 6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf 4 Prozent gesenkt werden. Dies ist ein erheblicher Gewinn, der die Belastung des Wohlfahrtsstaates durch die Alterung der Gesellschaft signifikant reduzieren würde.
In allen Studien steigen die fiskalischen Gewinne durch Zuwanderung mit der Qualifikation der Einwanderer: Mit steigendem Ausbildungsniveau erhöht sich der Beitrag zu Steuern und Abgaben, während die Arbeitslosigkeits- und Sozialhilferisiken sinken. Mikroökonometrische Studien zeigen in der Tat, dass Ausländer mit gleichen Humankapitalcharakteristika ein geringeres oder gleiches Sozialhilferisiko im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung in Deutschland haben, so dass die fiskalischen Erträge deutlich mit der Qualifikation der Zuwanderer steigen dürften.8

 

Schlussfolgerungen

Die Alterung der deutschen Bevölkerung wird auch bei einem Politikwechsel in der Einwanderungspolitik nicht aufgehalten werden können. Unter realistischen Annahmen wird sich der Anteil der älteren Bevölkerungsgruppen, die nicht mehr im erwerbsfähigen Alter sind, bis zum Jahr 2050 gegenüber dem Beginn dieses Jahrtausends mindestens verdoppeln. Gleichzeitig geht die Zahl der Kinder und Jugendlichen zurück. Der Anteil der Bevölkerungsgruppen, die nicht im erwerbsfähigen Alter sind, wird deshalb nur um rund 50 Prozent steigen. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter derjenigen, die noch im Arbeitsprozess stehen. Durch Zuwanderung kann der Altersquotient um bis zu ein Drittel, und der Belastungsquotient um bis zu ein Viertel gesenkt werden.

Dies würde aber einen radikalen Bruch mit der gegenwärtigen Einwanderungspolitik erfordern. Die Nettozuwanderungsraten müssten um das Zwei- bis Dreifache steigen, und die Bruttozuwanderungsraten um ein Mehrfaches. Kurz und mittelfristig ist ein solcher Anstieg, angesichts des großen Einkommensgefälles zwischen Deutschland und den anderen Einwanderungsländern in der EU auf der einen und den Herkunftsländern der Migration an der europäischen Peripherie auf der anderen Seite, durchaus denkbar. Allerdings ist der demographische Wandel ein globales Phänomen. Die Bevölkerungen in den Herkunftsländern altern ebenfalls. Dies wird dazu führen, dass die jungen Kohorten mit einer hohen Wanderungsbereitschaft in den nächsten zwei bis drei Dekaden um Rund ein Drittel zurückgehen werden. Also genau dann, wenn der demographiebedingte Einwanderungsbedarf besonders hoch ist, dürfte das Wanderungspotenzial sinken. Eine Migrationspolitik, die die demographische Struktur der Bevölkerung in Deutschland beeinflussen will, muss deshalb bereits heute den Politikwechsel einleiten.

Migration führt zu einem produktiveren Einsatz des Faktors Arbeit und folglich zu einem Anstieg des globalen Sozialproduktes. Durch das Gefälle in der demographischen Struktur der Ein- und Auswanderungsländer steigen diese Gewinne zusätzlich an. Sie dürften höher sein als die Gewinne einer weiteren Liberalisierung der Güter- und Kapitalmärkte. Allerdings fallen die Gewinne der Einwanderungsländer bei inflexiblen Arbeitsmärkten und Arbeitslosigkeit geringer aus. Der demographische Wandel bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Arbeitslosenrate sinkt. Bei einer höheren Belastung des Faktors Arbeit durch Sozialabgaben kann es im Gegenteil auch zu einem fallenden Arbeitsangebot und steigender Arbeitslosigkeit kommen. Durch Zuwanderung können diese Belastungen gesenkt werden. De facto werden Migranten in Deutschland durch die sozialen Sicherungssysteme besteuert. Dies gilt vor allem für das umlagefinanzierte Rentensystem, das gegen kurze Beitragszahlungen und damit gegen die typischen Erwerbsbiographien von Migranten diskriminiert. Die fiskalischen Gewinne der Migration in einer alternden Gesellschaft können deshalb hoch ausfallen. Das gilt auch, wenn wir berücksichtigen, dass Migranten überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen sind und deshalb auch überdurchschnittlich hohe Leistungen wie Arbeitslosengeld I und II beziehen.

Alles in allem kann Deutschland die Folgen des demographischen Wandels nicht durch Zuwanderung bewältigen. Migration kann aber dazu beitragen, die wirtschaftlichen Kosten zu mildern. Der Beitrag der Migration zur Bewältigung des demographischen Wandels wird umso höher ausfallen, je besser es gelingt, eine große Zahl von qualifizierten Migranten zu gewinnen und diese in Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu integrieren. Dies setzt einen grundlegenden Wechsel in der deutschen Einwanderungs- und Integrationspolitik voraus.

 

Prof. Dr. Herbert Brücker leitet den Forschungsbereich "Internationale Vergleiche und Europäische Integration" beim Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Herbert Brücker hat sich an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Technischen Universität in Berlin mit einer Arbeit über Europäische Migration habilitiert und an der Universität Frankfurt promoviert. Vor seiner Tätigkeit für das IAB war er u. a. Gastprofessor an der Aarhus School of Business und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim DIW Berlin. Seine Forschungsinteressen umfassen die Migration von Arbeitskräften, die Arbeitsmarktökonomie und Probleme der Internationalisierung und Europäischen Integration. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze in Fachzeitschriften veröffentlicht und u. a. im Auftrag der Europäischen Kommission die wirtschaftlichen Effekte der EU-Osterweiterung untersucht.

 

Birg, H./Flöthmann, E.-J./Heins, F./Reiter, I. (1998a): Migrationsanalyse - Empirische Längsschnitt- und Querschnittanalysen auf der Grundlage von Mikro- und Makromodellen für die Bundesrepublik Deutschland. In: IBS-Materialien, Band 43, IBS.

Birg, H./Flöthmann, E.-J./Frein, T. (1998b): Simulationsrechnungen zur Bevölkerungsentwicklung in den alten und neuen Bundesländern im 21. Jahrhundert. In: IBS-Materialien, Band 45, K, IBS.

Boeri, T./Brücker, H. (2005): Why are Europeans so Tough on Migrants? Economic Policy, 44,

Bonin, H. (2001): Fiskalische Effekte der Zuwanderung nach Deutschland: Eine Generationenbilanz. In: IZA Discussion Paper 305, Bonn: IZA.

Bonin, H./Raffelhüschen, B./Walliser, J. (2000): Can Immigration Alleviate the Demographic Burden? In: FinanzArchiv, 57, S. 1-21.

Brücker, H./Kohlhaas, M. (2004): Möglichkeiten der quantitativen und qualitativen Ermittlung von Zuwanderungsbedarf nach Teilarbeitsmärkten in Deutschland. Gutachten für den Zuwanderungsrat der Bundesregierung. Berlin, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Februar 2004.

Eurostat (2001): Bevölkerungsvorausschätzung. Eurostat, Luxembourg.

Löffelholz, H.-D./Köpp, G. (1998): Ökonomische Auswirkungen der Zuwanderung nach Deutschland. Schriftenreihe des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Neue Folge, Heft 63, Berlin.

Riphahn, R. (1999): Immigrant Participation in the German Welfare Program. In: FinanzArchiv, 55, S. 163-185.

Sinn, H.-W./Flaig, G/Werding, M./Munz, S./Düll, N./Hoffmann, H. (2001): EU-Erweiterung und Arbeitskräftemigration. Wege zu einer schrittweisen Annäherung der Arbeitsmärkte. Institut für Wirtschaftsforschung. München

Schulz, E. (1997): Alternde Gesellschaft: Zur Bedeutung von Zuwanderung für die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland. In: DIW Wochenbericht, Jg. 62 (1997), Nr. 33, S. 578-590.

Schulz, E. (1999): Zur langfristigen Bevölkerungsentwicklung in Deutschland: Modellrechnung bis 2050. In: DIW Wochenbericht, Jg. 66 (1999), Nr. 42, S. 745-757.

Schulz, E. (2001): Demographische Entwicklung und Zuwanderungs'bedarf'. Berlin.

Statistisches Bundesamt (2000): Bevölkerung: Bevölkerungsentwicklung Deutschlands bis zum Jahr 2050, Ergebnisse der 9. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung. Wiesbaden.

Statistisches Bundesamt (2001): Bevölkerung: Bevölkerungsentwicklung Deutschlands bis zum Jahr 2050, Ergebnisse der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung. Wiesbaden.

Ulrich, R.E. (2001): Die zukünftige Bevölkerungsstruktur Deutschlands nach Staatsangehörigkeit, Geburtsort und ethnischer Herkunft: Modellrechnung bis 2050. Gutachten im Auftrag der Unabhängigen Kommission "Zuwanderung". Eridion GmbH.

United Nations (2001a): Replacement Migration: Is it a Solution to Declining and Ageing Populations? In: Population Studies, 206.

United Nations (2001b): Alterung der Weltbevölkerung 1950-2050: Zusammenfassung. In: Population Studies, 207.

Weltbank (2005): World Development Indicators. CD-Rom.Washington, D.C.

Zimmermann, K. F./Bauer, T./Bonin, H./Fahr, R./Hinte, H. (2001): Fachkräftebedarf bei hoher Arbeitslosigkeit. Gutachten im Auftrag der Unabhängigen Kommission "Zuwanderung". Bonn: Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA).

 

1 Vgl. Brücker und Kohlhaas (2004); Schulz (1997, 1999, 2001).

2 Vgl. Birg et. al. (1988a), Birg et. al (1988b), Eurostat (2001), Statistisches Bundesamt (2001), United Nations (2001a, 2001b).

3 In diesem Szenario wurde unterstellt, dass das Alter der Zu- und Rückwanderer konstant bleibt. Unter der Annahme, dass das durchschnittliche Alter der Zu- und Rückwanderer im Zeitverlauf steigt, wäre eine jährliche Zuwanderung von mehr als 700.000 Personen notwendig, um die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter konstant zu halten. Vgl. Brücker und Kohlhaas (2004).

4 Vgl. United Nations (2001a, 2001b).

5 Es handelt sich um die zehn Beitrittsländer zur Europäischen Union aus Mittel- und Osteuropa mit einer Gesamtbevölkerung von 104 Millionen Personen und die Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) mit einer Gesamtbevölkerung von 240 Millionen Personen im Jahr 2002.

6 Vgl. Weltbank (2005).

7 Vgl. zur Berechnung der Nachhaltigkeitslücke für Deutschland Bonin et al. (2000) und Bonin (2001).

8 Vgl. Riphahn (1998).


 

 

 

 


Copyright ©   2007  LpB Baden-Württemberg HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de